Fragen ohne Antwort #157

Ich bin ja niemand, der zum Jahresanfang irgendwelche Vorsätze fasst, die dann ohnehin nicht eingehalten werden. Wenn ich mehr Sport machen will, kann ich an dem Vorsatz schließlich auch genau so gut im Sommer scheitern. Wozu also direkt das eigene Jahr versauen?

Aber schon vor längerer Zeit habe ich mir vorgenommen, den Blog hier mal etwas in Schwung zu bringen. Bisher fehlen mir dazu aber auch weiterhin die zündenden Ideen. Immerhin habe ich aber im letzten Jahr der lieben Gina von Passion Of Arts zugesagt, hin und wieder mal bei ihren Fragen ohne Antwort mitzumachen. Ich mag ja solche Frage-Antwort-Dinger, weil es Spaß macht, sie auszufüllen und meine Leser dabei auch noch etwas über mich und meine wirren Gedanken erfahren. Und deshalb mache ich heute mal mit bei dem Spaß und tue Gina damit auch noch einen Gefallen, da sie sich schon so lange wünscht, dass mal der ein oder andere aus ihrem Blog-Umfeld die Fragen beantwortet. Na, wenn das mal alles nicht perfekte Gründe sind, um hier die 20 Fragen (ich bin immer noch der Meinung, dass 10 völlig ausreichen und weniger Arbeit für Fragensteller und -beantworter machen würden und dadurch vielleicht weniger abschreckend wirken) zu beantworten. Bei weiteren Fragen zu dem ganzen Ding – zum Beispiel, was zum Kuckuck eigentlich die VOGUE mit dem ganzen Kram zu tun hat – wendet euch an Gina. Ich habe nämlich absolut keine Ahnung. Also los:

1. Macht Ihnen das Älterwerden etwas aus?

Nicht wirklich. Im Prinzip ist es ja auch gar keine so schlechte Sache. Klar, alle sagen immer, dass als Kind alles einfacher war, aber dafür musste man täglich in diese komische Institution namens Schule tapern und sich da den langweiligen Krampf anhören, den die Nasen vorne an der Tafel so erzählten und so tun, als ob einen die ganze Scheiße wirklich interessiert. „Oh ja, erzähl mir mehr von Agrarwirtschaft in Timbuktu, Herr Lehrer.“ Erdkunde ist so ein Knallerfach. Spannung pur. Und man hat so viel gelernt. Ich bin zwar immer noch nicht in der Lage, den Rhein auf einer Landkarte zu finden, aber immerhin weiß ich wie man Kartoffeln in Timbuktu anbaut. Von Fächern wie Religion oder dem immer wieder einfach nur grauenhaften Sportunterricht fange ich besser gar nicht erst an. Älterwerden rockt. Ich weiß jetzt trotzdem eine Menge Scheiß, den kein Mensch wissen muss, aber immerhin sind es Dinge, die mich interessieren.

2. Unsterblichkeit als Motiv – Können Sie Schurken verstehen?

Nun ja, ist Unsterblichkeit nicht ein durchaus erstrebenswertes Ziel? Schließlich haben ja nur die Wenigsten so richtig Bock darauf, irgendwann unter der Erde zu verrotten. Gut, die Antagonisten müssten beim Versuch, die Unsterblichkeit zu verlangen natürlich nicht immer gleich das ganze Universum in unmittelbare Implodiergefahr bringen. Aber jede Forschung hat nun mal so seinen Preis. Wobei, was wäre eigentlich, wenn der Antagonist wirklich unsterblich wird und dann das Universum implodiert? Überlebt er das dann auch?

3. Wie würden sie reagieren wenn sie einen Benjamin Button zum Bruder oder Sohn hätten?

Ich würde pennen gehen. Der Film war so sterbenslangweilig, das im wahren Leben zu ertragen ist keine Option.

4. Wenn Sie den Stein der Auferstehung besäßen, würden Sie ihn nutzen? Oder hätten Sie doch lieber ein anderes Heiligtum des Todes in Ihrem Besitz?

Ist das nicht auch irgendwie die Frage nach Unsterblichkeit? Wiederauferstehung kommt ja irgendwie aufs Gleiche raus. Außer, dass dabei vielleicht das Universum nicht direkt implodiert.

5. Angenommen eine Zeitreise wäre für Sie möglich, würden Sie die Chance nutzen oder wäre Ihre Angst vor den Konsequenzen viel zu groß?

Pfft, Konsequenzen … ich bin weg hier und gucke mir dann später an, was ich angerichtet habe. Sind wir ehrlich: Viel schlimmer als momentan kann es doch ohnehin kaum werden. Ich frage mich ja ohnehin, ob man dabei wirklich so viel Schaden anrichten könnte. Wäre es wirklich so eine große Katastrophe, wenn der ein oder andere nicht geboren worden wäre, nur weil ich versehentlich in der Vergangenheit seine Ur-Oma überfahren habe? Übernimmt seinen Job halt jemand anderes, der es genau so gut versauen kann. Macht doch keinen Unterschied.

6. Sie wüssten, dass Ihr Vater nach einer Reise im All kaum gealtert zurückkehren würde, Sie dafür aber Ihr ganzes Leben schon gelebt haben – Würden Sie ihn davon abhalten zu gehen?

Wie oft hat man denn bitte die Möglichkeit ins All zu reisen? Und wer bin ich denn bitte, dass ich jemanden von dieser Reise abhalten würde? Grüß mir die Venus!

Mal davon abgesehen, wäre ich zwar bei seiner Rückkehr alt, aber ich könnte dann erzählen, wie ich es vom Selbsternannten Schriftsteller zum absoluten Mega-Autor, der die Welt regiert, gebracht habe. Hat vermutlich was mit Unsterblichkeit zu tun. Hm, wenn ich hier auf der Erde dafür sorge, dass das Universum implodiert und mein Vater ist nicht auf der Erde, wer würde dann eher draufgehen?

7. Zeit kann viel Veränderung bringen. Wie wünschen Sie sich eine Zukunft in etwa 300 Jahren?

Weniger geisteskranke Arschlöcher in hohen Positionen … oder nee, wartet, gar keine hohen Positionen mehr. Jeder gleichgestellt und alle geisteskranke Arschlöcher. Hui, das wäre ein Spaß. Da ich nicht unsterblich bin, muss ich mich dann ja nicht mit dem Chaos rumschlagen, das dieser Umstand mit sich bringen würde.

8. Der älteste Film, den Sie gesehen haben?

Puh, schwierig. Vermutlich ein Kurzfilm von Laurel und Hardy aus den 20ern. Spielfilm müsste „The Most Dangerous Game“ von 1932 sein. Fantastischer Film nebenbei.

9. Würden Sie auch gerne mal, wie Indiana Jones, auf ein Abenteuer gehen und uralte Schätze finden?

Theoretisch ist das bestimmt spaßig, aber ich bin ein zu fauler Sack, um in alten Tempeln rumzuhüpfen und gegen Nazis zu kämpfen. Ich schicke dann lieber andere vor und lasse mir was Schönes mitbringen.

10. Ihr persönlicher Binge-Watching-Rekord?

Keine Ahnung. Ich bin kein Binge-Watcher. Ich mag nach wie vor das System mit einer Episode pro Woche. Manchmal auch mal mehr, aber es kommt sehr selten vor, dass ich wirklich mehr als 2 Folgen einer Serie am Stück gucke.

11. Zeit heilt alle Wunden. Welche ist ihre bisher schlimmste Verletzung gewesen?

Ich bin nicht anfällig für Verletzungen und hatte in fast 35 Jahren noch keine ernsthafte Verletzung, die über „O, es blutet ein bisschen“ hinausgeht. Vielleicht bin ich tatsächlich unsterblich und unverwundbar. Oder ich habe einfach nur ne Menge Glück, was das angeht. Und bei allem anderen als Ausgleich dann eben Pech.

12. Welcher ist der älteste Gegenstand in Ihrem Besitz?

Besitz? Ist das dieses Ding, wo einem Gegenstände gehören? Sowas kann ich mir nicht leisten.

13. Könnten Sie mit jemandem befreundet sein, der mehr als doppelt so alt ist, wie Sie?

Mathe ist nicht so meine Stärke, deshalb weiß ich gerade nicht, wie alt das wäre, aber ich glaube, das wäre kein Problem, solange die Person mir nicht tierisch auf den Sack geht, wie 90 % der menschlichen Spezies es tut. Also stehen die Chancen gar nicht mal so gut.

14. Und wie wäre es mit einem Roboter, wäre da eine Freundschaft drin? Vorausgesetzt dieser gäbe einen täuschend echten Menschen ab.

Wenn ein Roboter, dann Marvin der manisch depressive Roboter aus „Per Anhalter durch die Galaxis“. Wir könnten uns dann gegenseitig bemitleiden.

15. Sind Sie ein geduldiger Mensch?

Ja. Wo bleibt Frage 16?

16. Und täglich grüßt das Murmeltier – Ist die Vorstellung von Gefangenschaft in einer Zeitschleife für Sie auch furchtbar unangenehm?

Ist doch toll. Man kann tun und lassen was man will und seinen Mitmenschen mal so richtig eins in die Fresse hauen, wenn sie einem mal wieder tierisch auf den Sack gehen. Wird vermutlich irgendwann langweilig, aber am Anfang ist es bestimmt super.

17. Wenn Sie wüssten, dass Sie in naher Zukunft alles vergessen werden, welche Maßnahmen würden Sie ergreifen?

Alle guten Bücher und Filme schon mal rauslegen, damit ich die dann nochmal zum ersten Mal erleben kann. Es gibt ja solche Werke, die einen so richtig vom Hocker gehauen haben. Aber wenn man sie dann kennt, ist es natürlich beim zweiten Mal nicht mehr die selbe Erfahrung.

18. 12 Uhr mittags findet ein Duell statt und Sie sind einer dieser Duellanten – Sind sie pünktlich?

Vermutlich nicht. Ich komme so um halb 2, wenn mein Gegner bereits gelangweilt in einer Ecke sitzt, niete ihn schnell überraschend um und gehe mich im Saloon besaufen.

19. Fänden Sie es schön, wenn man das Leben mit einer Fernbedienung vor- und zurückspulen könnte?

Wäre mir zu anstrengend. Ich wäre vermutlich nur am hin und her spulen und wüsste irgendwann gar nicht mehr, wo ich mich befinde. Was wäre eigentlich wenn man zu weit spult? Bis nach seinem Tod zum Beispiel. Dann ist man im Arsch und kann nicht wieder zurückspulen. Und was ist wenn man bis in die Schulzeit zurückspult und der Schulschläger die Fernbedienung klaut? Dann muss man die ganze Erdkundekacke noch mal ertragen. Danke, ich passe.

20. Würden Sie wollen, dass man Dinosaurier züchtet, wenn die Möglichkeiten gegeben wären?

Es sollte doch ziemlich klar sein, wie das ablaufen würde. Professor Jura forscht in seinem Labor und hat plötzlich die leuchtende Idee. „Juhu, ich habe einen T-Rex erschaffen!“ Rooooooaaaaaaaaaaar! Und Haps. Professor Jura ist Dino-Futter. Und der Rest der Menschheit ist als nächstes dran. Vermutlich keine so gute Idee. Wobei so ein Triceratops als Haustier ja schon ganz cool wäre. Aber die Futterkosten kann man sich ohnehin nicht leisten.

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Auf der Suche nach dem ersten Blogpost #20 – Das Finale

Zu Teil 19

 

Wie ich ja schon mal erwähnt habe, sind mir leider meine Notizen zu diesem Projekt abhanden gekommen. In meinem Chaos gar nicht mal so überraschend. Vermutlich habe ich die Datei einfach versehentlich gelöscht. Da ich das ganze aber nicht einfach abbrechen wollte, habe ich mir vorgenommen, die Geschichte zumindest noch zum Abschluss zu bringen. Zwar etwas halbherzig, aber immerhin ein Ende. Und das gibt es jetzt. Vielleicht starte ich im neuen Jahr eine neue fortlaufende Geschichte hier im Blog. Mal schauen.

 

Ich werde mich wohl nicht mehr daran gewöhnen unter Wasser herumzulungern und dabei zu versuchen nicht abzusaufen. Ich sehe Fey vor mir. Sie versucht sich von ihren Fesseln zu befreien. Der Sheriff war wohl mal in der Marine, oder sowas. Die Knoten geben jedenfalls nicht ein Stück nach. Wir sinken auf den Grund. Über uns die Kiele von alten Schiffen. Unter uns eine Ansammlung von Müll und Schrott, der regelmäßig von den Leuten über die Hafenkante gekippt wird. Ersaufen im Müll. Wie passend für einen Chaoten wie mich.

Die Tatsache, dass ich noch in der Lage bin, diese Zeilen zu schreiben, verrät wohl schon, dass wir nicht absaufen werden. Zwischen den alten Schiffen über uns leuchtet eine Flammenfontäne auf. Dann fällt etwas schwarzes ins Wasser, was aussieht, als könnte es mal der Sheriff gewesen sein. Jetzt ist es nur noch ein verkohlter Klumpen, der zwischen Fey und mir zum Müll hinunter sinkt. Er bleibt zwischen einigen zerbrochenen Flaschen liegen. Ich denke mir nichts dabei, da mir langsam die Luft ausgeht und ein Bier mich hier nicht retten kann. Fey schaltet schneller. Wie gewöhnlich. Sie taucht zu den Scherben runter und schneidet damit ihre Fesseln durch.

Wir tauchen auf und ich schnappe nach Luft wie nach einem Hustenanfall, wenn ich mal wieder zu viele Zigaretten hintereinander geraucht habe. Ah, eine Zigarette wäre jetzt wirklich was. Das Feuer hätte ich auch schon, da der halbe Hafen in Flammen steht. Mittendrin stehen Rullon und der Drache. Dazwischen Nick in seinem Käfig.

»Was hast du getan?« Rullons Stimme bewegte sich in einer Schwebe zwischen Verwirrtheit und Bestürzung hin und her. »Er war unser Verbündeter.« Er sprach vom Sheriff, dessen Stern angekokelt in Rullons Hand lag.

»Ich habe getan, was ich tun musste.« Der Drache wirkte überraschend ruhig für jemanden, der gerade einen anderen Mann abgefackelt hat. Vermutlich gewöhnt man sich daran, wenn es zum Alltag gehört. »Ich habe das Richtige getan.«

»Das Richtige?« Rullon warf den Sheriffstern nach dem Drachen. »Das Richtige ist, mich zum Gott zu machen! So wie es immer der Plan war.«

»Niemand sollte so viel Macht haben.«

»Und ich dachte, wir wären auf der selben Seite.« Rullon klingt enttäuscht. Wie ein Kind, dem die Eiskugel aus der Waffel auf die Straße gefallen ist. »Also muss ich mir auch deine Macht selbst holen. Bedauerlich«, sagt Rullon und geht zum Angriff über.

Wenn ein Mantikor, wie Rullon einer ist, zum Angriff übergeht, ist das für alle Anwesenden ein beeindruckender Anblick. Natürlich ist es besser, sich an dem Anblick während des Weglaufens zu erfreuen, damit man nicht zum ersten Opfer des Mantikors wird. Rullon geht in die Knie und springt hoch. Sehr hoch. So hoch, dass er über die Dächer der umstehenden Lagerhallen gucken kann. Und dann schwebt er für einen Moment in der Luft. Flügel wachsen aus seinen Schulterblättern und er schaut auf uns herab. An seinen Händen erscheinen scharfe Krallen und aus einem Hosenbein baumelt ein langer Schwanz mit giftigem Stachel heraus. Er sieht nicht so aus, als wolle er uns nur eine kleine Lehrstunde in Mythologie geben. Das macht sich spätestens in dem Moment bemerkbar, als er giftige Pfeile aus seiner Mähne schießt. Die Schuppenhaut des Drachen ist so fest und dicht, dass die Pfeile einfach an ihm abprallen. Aber natürlich hat Rullon noch einige Asse im Ärmel. Ein epischer Kampf unvorstellbaren Ausmaßes entbrennt am brennenden Hafen, den in Worte zu fassen ich nicht in der Lage bin, was vor allem daran liegt, dass Fey und ich damit beschäftigt sind, uns irgendwo in Sicherheit zu bringen, während Giftpfeile und Flammenfontänen über den Hafen fliegen wie Bodenluftraketen an einem schlechten Tag im Militärtestgelände nahe der Stadt.

Der Drache mag das Feuer beherrschen, aber der Mantikor ist zu mächtig. Rullon beißt sich mit seinen drei Zahnreihen durch die Schuppenhaut des Drachen. Blut spritzt aus den Wunden des Drachen und er geht schwer atmend zu Boden.

Rullon steht über dem Drachen und schaut ihn verachtungsvoll an. »Wir hätten zusammen die Welt regieren können«, sagt er. »Du hättest nur tun müssen, was ich dir aufgetragen habe. Du hättest nur Nick suchen müssen.«

»Ich habe Nick gesucht«, röchelt der Drache. »Um mich mit ihm gegen dich zu verbünden. Die Macht ist dir komplett zu Kopf gestiegen.«

»Nun«, Rullon grinst, »wer Macht hat, kann es sich leisten, dass sie ihm zu Kopf steigt.«

Rullon wischt sich das Blut vom Mund und beugt sich zu dem Drachen hinunter. Er legt ihm die Hand auf die Brust. Ein gleißendes Licht durchfährt den Körper des Drachen. Danach regt er sich nicht mehr. Rullon steht auf und lacht dreckig. »Ich bin mächtiger als je zuvor«, sagt er und wendet sich Nick zu. »Jetzt fehlt nur noch deine Kraft.«

Fey schaut mich an. »Wir müssen etwas tun.«

Ich kann ihr keine Bitte ausschlagen. Aber eine Idee habe ich natürlich auch nicht. Mich einfach dem Mantikor entgegenzustellen klingt nicht nach einem guten Plan. Fey ist meiner Meinung und schlägt vor, dass sie sich ihm entgegenstellt, was ich für eine noch schlechtere Idee halte. Aber natürlich hat sie einen Plan. Sie will Rullon ablenken, damit ich Nick aus dem Käfig befreien kann. »Er ist der Einzige, der Rullon besiegen kann«, sagt sie.

Ich bin mir nicht sicher ob der Plan wirklich durchdacht ist, aber aus Mangel an Alternativen gehe ich darauf ein.

Falls wir diese Sache überleben sollten, sollte Fey dringend mal mit dem Minotaurus über die Qualität seiner Arbeit sprechen. Der Käfig ist so schief und verzogen, dass es nicht mal ein Vorhängeschloss bräuchte, um die Tür für immer geschlossen zu halten. Ich rüttele an dem Käfig herum, während Fey einige Meter entfernt mit Rullon diskutiert. Der Mantikor ist natürlich nicht so dumm, dass er auf unseren ausgeklügelten Plan hereinfällt. Vermutlich hat mein auffälliges Käfiggerüttel zusätzlich dazu beigetragen, dass Feys Ablenkung gescheitert ist. Rullon dreht sich zu mir um. Seine Augen glühen von der Kraft des Feuers. Seine Flügel schlagen wild durch die Kraft des Windes. Die scharfen Krallen an seinen Pfoten demonstrieren die Kraft der Erde, indem sie sich in selbige graben.

»Ihr könntet euch wenigstens etwas anstrengen«, sagt er. »Aber ich bin ein vernünftiger Mann. Man kann mit mir reden. Wenn ich mich erklären lasst, werdet ihr verstehen, dass ich nur gute Absichten habe.«

»Das siehst nur du alleine so«, sagt Fey und lenkt seine Aufmerksamkeit wieder auf sich.

»Meine liebe Fey, du hast selbst erlebt wie schwach die Wächter sein können. Wegen ihrer Schwäche gab es schon etliche Kriege. All das ließe sich verhindern, wenn ein Mann – ich – über alles wacht. Es würde Frieden bedeuten. Ich wäre das mächtigste Wesen der Welt und könnte für Ordnung sorgen.«

Ich rüttele weiter erfolglos an dem Käfig herum.

»Du bist größenwahnsinnig«, sagt Fey, um mir Zeit zu verschaffen.

»Es ist schade, dass du das so siehst. Aber gut. Du willst es ja so.«

Rullon schwingt herum und bevor ich reagieren kann, kommt sein gigantischer Skorpionstachel auf mich zu. Der Stachel zielt direkt auf meine Brust. Aus den Augenwinkeln sehe ich Fey auf mich zu stürmen. Sie stößt mich zur Seite und ich pralle gegen den Käfig. Durch die Erschütterung springt die Tür auf. Fey fällt auf mich rauf und ich schlage mit dem Hinterkopf auf dem Boden auf. Für einen kurzen Moment dreht sich alles. Als die Welt um mich herum wieder zur normalen Rotation zurückgekehrt ist, stürmt Nick aus seinem Käfig. Er stürzt sich auf Rullon und rollt mit ihm über den Boden. Rullon schnappt mit seinen Zahnreihen nach Nick, aber der kennt seinen Bruder zu gut. Er greift ihn am Kinn und hält seinen Mund so auf Distanz. Rullons Mähne schlingt sich um den Hals von Nick. Als Wasserwächter hat Nick offenbar wenig Probleme damit, die Luft anzuhalten. Und genau das gehört offenbar zu seinem Plan. Er rollt mit Rullon zur Hafenkante. Rullon merkt, was sein Bruder vorhat und versucht seinen Skorpionstachel in den Boden zu rammen. Aber Nick ist schneller. Er spuckt Rullon einen Schwall Wasser in die Augen. Rullon schreit auf. Die Kraft des Wassers brennt in seinen feurigen Augen. Nick packt Rullon so fest er kann und zieht ihn über die Hafenkante ins Wasser. Eine Fontäne schießt in den Himmel und wie ein Wasserfall ergießt sich das dreckige Hafenwasser über uns.

Fey liegt in meinen Armen. Ich weiß, dass ich sie nicht retten kann. Das Gift des Skorpions verbreitet sich in ihrem Körper. »Ich wünschte, ich wäre an deiner Stelle«, sage ich leise.

Fey lächelt mich an. »Diesen Wunsch kann ich dir leider nicht erfüllen.« Sie schließt die Augen und ihr Kopf sinkt zurück auf den harten Betonboden. Nick steht an der Hafenkante und schaut zu, wie ich Fey aufhebe und davon trage. Er hebt die Hand zum Abschied und springt ins Wasser.

Meine Wohnung sieht immer noch aus wie nach einem Bombenanschlag. Mit meinen verdreckten Klamotten passe ich gut ins Bild. Fey im matschigen Boden zu vergraben hat seine Spuren hinterlassen. Ich habe keine Lust aufzuräumen. Keine Lust meine Klamotten zu waschen. Ich lasse mich auf das Sofa sinken. Vor mir steht mein Laptop. Ich wische den Müll vom Tisch und klappe den Laptop auf. Die Datei mit einem ersten Blogpost ist immer noch leer. Ich lasse die Geschehnisse der letzten Zeit nochmal durch meinen Kopf wandern. Ich lege die Finger auf die Tastatur und schreibe:

Hätten Walter, der Typ den man immer in diesen Kinderbüchern suchen musste und die böse Hexe aus dem Westen ein Kind gezeugt, wäre wohl so etwas wie Nick dabei herausgekommen.

Vielleicht interessiert es ja auch hier den ein oder anderen wie ich zum Bloggen kam und was ich für grandiose Bloggertipps auf Lager habe:

Awards waren ja eine Zeit lang der richtig heiße Scheiß im Bloggerumfeld. Irgendwann war dann jeder ein Dutzend Mal an der Reihe und man hat entschieden, dass es auch mal reicht. Und das ist auch gut so. Denn so hat dann eine Nominierung auch wieder einen gewissen Stellenwert und man muss sich nicht alle drei […]

über Blogger Recognition Award — Filmschrott

Auf der Suche nach dem ersten Blogpost #19

Zu Teil 18

Der Drache landet am Strand und schleudert bei der Landung den Sand hoch, der leise auf mich herunter rieselt. Der Drache verwandelt sich zurück in seine menschliche Gestalt. Er schaut sich den Käfig an.

»Sieht stabil aus«, sagt er knapp. »Geh rein.«

Ich schaue ihn verdutzt an. »Nein danke, die Ehre hatte ich bereits.«

»Ich werde den Käfig mitnehmen. Wenn du mit willst, steigst du besser ein.«

Ich lasse mich überreden. Auch wenn mir die Vorstellung eines Flugs in einem wackeligen Käfig in der Kralle eines Drachen nicht unbedingt zusagt. Aber anders komme ich wohl nicht hier weg.

Wir landen auf dem Zirkusplatz. Auch wenn ich nie zuvor geflogen bin, glaube ich kaum, dass es jemals einen unbequemeren Flug in der Geschichte der Menschheit gegeben hat. Ich torkele aus dem Käfig und falle in den Sand. Froh darüber, wieder auf der Erde zu sein, ruhe ich mich erstmal aus.

Fey kommt angelaufen und schließt mich in ihre Arme.

Rullon stapft langsam heran. Er stemmt die Arme in seine schwabbeligen Hüften und grinst.

»Jetzt, wo wir alle wieder beisammen sind, lasst uns aufbrechen.« Er schaut Fey an. »Führe uns zu Nick«, sagt er.

»Du weißt, wo Nick ist?«, frage ich.

»Wenn man es sich wünscht, weiß sie alles und kann alles.«

Ich gucke Fey verwirrt an.

»Es tut mir leid«, sagt sie. »Anders hätte ich dich nicht von der Insel gekriegt.«

Ich kapiere immer noch nicht, was hier los ist.

Als wir am Hafen stehen und Rullon Fey losschickt, um Nick zu holen, geht mir langsam ein Licht auf. Oder die Sonne brennt mir zu heiß auf die Stirn. Der Käfig steht bereit und Rullon wartet ungeduldig. Als Fey mit Nick im Schlepptau um die Ecke kommt, macht er sich vor Aufregung fast in die Hose.

»Gute Arbeit, Fey«, lobt er die Fee.

»Was ist hier los«, fragt Nick und sieht mal wieder aus, als hätte er mehrere Tage unter einer Brücke in einer Pfütze von Erbrochenem gelegen.

»Wir werden diese Sache ein für allemal beenden«; erkärt Rullon ruhig.

Nick schaut mich an. »Du arbeitest doch nicht etwa mit ihm zusammen? Weißt du überhaupt, wer das ist?«

Ich weiß natürlich gar nichts. Nicht mal, ob ich mit Rullon zusammenarbeite. Oder warum wir hier am Hafen herumlungern. Ich schaue hoch. Auf einem Dach in der Nähe steht eine vermummte Gestalt und sieht sich uns interessiert zu.

Nick wird in den Käfig gesperrt. Jetzt sieht er aus, als hätte er die Nacht in der Ausnüchterungszelle verbracht.

»Nun, Nick, es gibt zwei Möglichkeiten«, sagt Rullon. »Entweder du gibst mir das Wasser, oder ich nehme es mir.«

»Du weißt ganz genau, dass ich das nicht tun kann. Niemand sollte so viel Macht haben.«

»Ich bin der Mantikor«, sagt Rullon. »Ich habe Macht. Ich brauche Macht. Ich bin der Löwe, der das Land regiert. Der Geflügelte, der die Luft regiert. Ich habe den Drachen, der das Feuer regiert. Und ich werde auch das Wasser regieren. Die Frage ist nur, was dir deine Macht wert ist.«

Ich werde von hinten gepackt und meine Hände werden gefesselt. Ich fühle die haarigen Arme vom Sheriff auf meiner Haut. Anschließend packt er sich Fey und fesselt ihre Hände hinter dem Rücken.

»Du hast dich mit dem Werwolf zusammen getan?« Nick rüttelt am Käfig. »Du bist noch wahnsinniger als ich dachte.«

»Nicht wahnsinnig, Nick. Schlau.« Rullon grinst. »Man kann niemals genug Verbündete haben.«

»Er hat mehrere Mädchen getötet.«

»Die wird kaum jemand vermissen.« Rullon tritt näher an den Käfig heran und schaut zu uns herüber. »Du kannst ihre Leben retten. Du musst dich mir nur anschließen.«

»Niemals.«

»Wie du willst.«

Rullon nickt dem Sheriff zu. Der stößt mich und Fey über die Hafenkante ins Wasser.

FORTSETZUNG FOLGT

Auf der Suche nach dem ersten Blogpost #18

Zu Teil 17

Ich sitze am Wasser und werfe Steine in den See. Als Kind war das eine aufregendere Beschäftigung. Mir fällt auf, dass sich das Wasser komisch verhält. Die Wellen, die die Steine beim Aufprall auf die Oberfläche verursachen, ebben sehr schnell wieder ab. Vielleicht hat es etwas mit den Frauen zu tun, die im See leben.

Ich höre Schritte. Ich kann mir sehr gut vorstellen, wer hinter mir herannaht. Meine Vermutung ist richtig. Es ist der Minotaurus. Ich stelle mich mental darauf ein, von ihm verprügelt und im See versenkt zu werden. Er steht vor mir und schaut mich mit dem nötigen Ausmaß an Abscheu an, um mir unmissverständlich verständlich zu machen, dass er von meiner Anwesenheit auf seiner Insel alles andere als begeistert ist.

»Komm mit«, brummt er, dreht sich herum und geht wieder.

Ich überlege, ob ich wirklich mit gehen soll, oder mein Glück doch besser im See versuche. Ich entscheide mich für die Insel und folge ihm in seine Höhle. Immerhin muss ich nicht wieder durch das stinkende Labyrinth tapern. In der Mitte seiner Schmiede präsentiert er mir einen etwa einen Meter hohen Käfig. Sieht stabil aus.

»Gute Arbeit«, sage ich als hätte ich auch nur den Hauch einer Ahnung wovon ich spreche und grinse wie ein Vollidiot, um vielleicht doch noch das Eis zwischen uns zu brechen.

Er packt mich am Arm und bricht mir fast die Knochen, als er mich in den Käfig wirft und die Tür mit einem Vorhängeschloss verschließt.

Dann packt er sich den Käfig mit mir drin auf die Schulter und trägt uns nach draußen. Ich denke die ganze Zeit darüber nach, dass es für ihn viel einfacher gewesen wäre, den Käfig zu mir zu bringen, statt andersherum, aber vermutlich spreche ich ihm zu viel Intelligenz zu, um so einen Gedankengang zu bewerkstelligen. Da sein Hirn zwar klein, seine Muskeln aber groß sind, weise ich ihn nicht auf diesen Denkfehler hin. Er setzt den Käfig am Strand ab und drückt mir einen Schlüssel in die Hand.

»Lass dich nicht nochmal auf meiner Insel sehen«, brummt er und stapft davon.

Ich fuckel mit dem rostigen Schlüssel an dem rostigen Vorhängeschloss herum. Es würde mich nicht wundern, wenn der Schlüssel einfach abbricht, sobald ich ihn drehe. Er bricht nicht ab. Dafür fällt das Schloss auseinander.Ich öffne die Tür, trete aus dem Käfig und stehe erneut am versifften Strand.

Aber nicht lange, denn etwas kommt geflogen. Ich schaue in den Himmel, der Sonne entgegen, und sehe zwei gigantische Flügel schlagen. Ich stelle mich auf weitere Probleme ein, denn ich habe eine Vermutung, wer mich hier am Strand besuchen kommt.

FORTSETZUNG FOLGT IN TEIL 19

Bundestagswahl – Spontane Gedanken 6

Es gibt ja so einige Themen, über die andauernd palavert wird. Und keins dürfte für mich so unfassbar langweilig sein wie Politik. Wenn ich das Wort nur höre, könnte ich direkt wegnicken. Es interessiert mich wirklich überhaupt nicht, dieses ewig gleiche Gelaber der Oberen, die viel reden aber absolut nichts sagen. Und deshalb geht mir die Wahl auch jedes mal aufs Neue ganz gewaltig am Arsch vorbei. Ich war nicht mehr wählen seit … keine Ahnung, 2002 oder so. Damals mit Schröder noch, dem Affen, der dann doch lieber mit Gas seine Knete verdienen wollte und somit mal wieder zeigte, wie hirnlos und behämmert diese ganze politische Grütze eigentlich ist, und sich deshalb lieber verpisst hat und alle seine Wähler hängen ließ. Toller Typ …
Jetzt flennen natürlich wieder alle rum: „Du gehst nicht wählen? Aber die Demokratie!“ Nun, für mich definiert sich Demokratie dadurch, dass ich zwischen Pest und Cholera entscheiden darf, wer die nächsten 4 Jahre die meiste Knete fürs Nichtstun in den faulen Arsch geschoben kriegt, ohne auch nur irgendwas zu bewegen oder Interesse daran zu haben, mir als Bürger das Leben zu erleichtern, während ich zusehen muss, dass ich über die Runden komme und nicht ab morgen unter der Brücke penne. (Um es mal überspitzt auszudrücken. Hier im Dorf gibts gar keine Brücke unter der ich pennen könnte.)

Aber dieses Jahr war es etwas anders. Die Arschkrampen für Dummgeborene sind auf dem Vormarsch. Und da musste ich dann doch mal am heiligen Sonntag, der in der Regel für Filme, Serien und Football reserviert ist, vor die Tür gehen, um meine Kreuze zu machen. Aber nicht, weil ich irgendeine Partei ganz besonders toll gefunden hätte. Soweit ich das beurteilen kann, sind die alle sogar noch faulere Saftsäcke geworden, als es ohnehin schon der Fall war. Nein, ich war wählen aus Protest, einfach weil ich keinen Bock auf die Abgefuckten Fotzen-Deutschen habe und nicht irgendwann mit einem Kreuz auf dem Arm im Gleichschritt gegen illegale Einwanderer marschieren will. Das würde nämlich bedeuten, dass ich am heiligen Sonntag wieder regelmäßig vor die Tür müsste. Also keine Option für mich.

Und was hat es am Ende gebracht? Merkel ist mal wieder Kanzlerin. Wie auch die nächsten zwanzig Jahre. Oder vermutlich bis sie irgendwann den Löffel und damit das Amt abgibt. Die SPD ist der gleiche Saftladen wie immer und kaspert immer weiter ab. Die anderen sind halt auch da gewesen und keine Sau interessierts. Und die NSDAP 2.0 ist natürlich auch am Start. Als drittbeste Partei. Und jetzt wundern sich die Leute alle über die Dummheit der Wähler? Hallo, kleine Ansage: Wo Menschen sind, ist vor allem die Dummheit. Wen wundert da bitte so ein Ergebnis? Dumme Arschlöcher dürfen eben auch wählen. Das ist nun mal Demokratie.

Vielleicht wäre es deshalb mal Zeit, die Demokratie zu überdenken. Ja ja, ich weiß, alle finden die richtig toll. Aber ich bin mal für etwas Abwechslung. Wie wäre es mal wieder mit einer Diktatur? Und nein, ich meine keinen größenwahnsinnigen Massenmörder, unter dessen Herrschaft man zu sputen hat, wenn man nicht an die Wand gestellt werden will. Ich meine irgendjemand cooles, der einfach locker drauf ist und hin und wieder mal zum „Tag des Tanzes“ aufruft, an dem jeder verpflichtet ist zu tanzen. Oder einfach mal spontan einen neuen Feiertag einführt, an dem man sich so richtig besaufen kann – inklusive einer Woche Zwangsurlaub, um den Kater auszukurieren. Ich würde das natürlich für andere Dinge nutzen, da ich nicht mehr trinke. Aber eine freie Woche ist eine freie Woche. Man muss halt nur aufpassen, dass er nicht plötzlich in Polen einmarschieren will, dann kann da so viel nicht schief gehen. Und wir wären immer alle gut drauf, wegen dem Tanzen und dem Saufen und dem Urlaub. Wobei es vermutlich genau darauf hinauslaufen würde. Die Macht steigt den Leuten ja gerne zu Kopf.

„Mein Diktator, hast du gehört: In Polen wird nicht getanzt.“

„Was? Das müssen wir ändern. Lasst sie uns ausrotten und dann auf dem Massengrab tanzen!“

„Aber mein Diktator …“

„Schnauze. Ich habe gesprochen. Und jetzt tanz ab!“

 

Hm, vielleicht ist die Demokratie also doch nicht so verkehrt. Wenn die Arschgeigen mal anfangen würden, ihren verdammten Job zu machen. Bis dahin versuche ich erstmal, die nächsten 4 Jahre zu überleben und dann geht der Spaß von vorne los. Und dann werde ichwieder an der Wahlurne stehen und überlegen, wo das Kreuz am sinnvollsten ist und vergeblich nach der Autorenpartei suchen, die für Kreativität für alle steht. Aber so heilig ist mir der Sonntag dann mittlerweile auch nicht mehr, um mir diese Suche entgehen zu lassen. Und vielleicht finde ich diese Partei ja doch noch irgendwann.

Auf der Suche nach dem ersten Blogpost #17

Ich will ehrlich sein, denn so bin ich nun mal. Irgendwie habe ich diese Geschichte so lange liegen lassen, dass ich den Faden verloren habe. Ich weiß zwar wo ich hin will, aber irgendwie weiß ich nicht so genau, wie ich dahin komme. Also improvisiere ich einfach mal wieder ein bisschen – weil ich das einfach am besten kann – und werde versuchen, die Sache langsam zu einem Ende zu bringen. Ich denke, langsam reicht es dann auch. Zumal der erste Blogpost nun schon einige Zeit her ist (und der ursprüngliche Plan war, das hier einfach nur über ein paar Wochen zu ziehen, was sich bei mir aber eigentlich immer als Fehleinschätzung erweist, also überrascht es nicht wirklich, dass es jetzt schon fast 3 Jahre läuft). Hier jedenfalls erstmal ein kurzer neuer Teil der Reihe, die ein Stück weit auf die Zielgerade führen soll.

Zu Teil 16

Fey steht am Steg und blickt ins Wasser. Ihr ist natürlich klar, dass sie mich darin nicht finden wird. Sie ist schließlich nicht so dämlich wie ich. Und natürlich weiß sie auch, wer mich in den See gezogen hat. Sie weiß aber auch, dass mit den Najaden nicht zu reden ist. Und sie weiß ebenfalls, dass die Najaden sie nicht einfach den See überqueren lassen werden, um mich zu holen. Fey geht zum Zirkus. Und man kann sicher sein, dass sie das nicht gerne tut. Aber manchmal muss man eben das tun, was einem am meisten widerstrebt.

Direktor Rullon sitzt in einem breiten Sessel in seinem Büro, das er sich in einem Zirkuswagen eingerichtet hat. Rullon sitzt so entspannt an seinem Schreibtisch, dass Fey ihn noch mehr verabscheut, als ohnehin schon. Dabei mag sie eigentlich alle Leute. Selbst mit dem verdammten Minotaurus versteht sie sich gut. Aber Rullon ist ihr einfach ein Dorn im Auge. Es gibt allerdings Situationen, in denn man sich mit dem Feind verbünden muss. Und da Fey in der Stadt offenbar keine anderen Freunde hat, außer dem Trottel, der in diesem Moment auf einer Insel festsitzt, auf der nur ein Minotaurus lebt, der ihm am liebsten den Kopf abreißen würde, bleibt ihr nun mal nur das Zirkusvolk.

Rullon grinst Fey an. Er weiß natürlich, dass sie etwas von ihm will. Und das bedeutet, dass sie anschließend in seiner Schuld stehen wird.

»Wie kann ich behilflich sein, Fey? Lass mich raten. Dein Freund steckt in Schwierigkeiten.« Rullon wartet keine Antwort ab. »Natürlich weiß ich alles. Dies ist ein Zirkus. Unsere Seherin sieht alles und informiert mich über alles, was in der Stadt passiert.« Rullon beugt sich auf seinen Schreibtisch und schaut Fey streng an. »Die Frage ist also eher, was du für mich tun kannst, wenn ich deinen Freund von der Insel hole.«

Fey ist sich der Tatsache bewusst, dass sie Rullon nicht mit einer simplen Schuldbegleichung zufrieden stellen kann. »Ich erfülle dir einen Wunsch«, schlägt sie vor. »Was immer du willst.«

»Das wollte ich hören.« Rullon steht auf und führt Fey ins Zirkuszelt.

Der Feuerschlucker mit der Schuppenhaut steht da, als würde er nur darauf warten, dass ihm jemand etwas zu tun gibt. Rullon gibt ihm etwas zu tun.

FORTSETZUNG FOLGT IN TEIL 18