Geburtstage

In wenige Tagen ist es wieder mal so weit. Ich werde ein Jahr älter. Okay, um genau zu sein, werden wir alle jeden Tag ein Jahr älter (habe ich euch allen schön den Tag versaut, was?). Aber am eigenen Geburtstag wird man halt ganz besonders ein Jahr älter. Glücklicherweise bin ich aber niemand, den das wirklich stört. Also das Älterwerden. Älter werden wir alle. Weiser nur die wenigsten. Und ich sowieso nicht. Trotzdem finde ich Geburtstage absolut grauenhaft. Vor allem den eigenen. Man mag es kaum glauben, aber ich stehe einfach nicht gerne im Mittelpunkt. Mir gehen die meisten Leute halt einfach nur auf den Sack. Und außerdem habe ich gerne meine Ruhe. Das sind zwei Dinge, die sich auf dem eigenen Geburtstag einfach schlecht vereinbaren lassen. Denn da hat man eigentlich nie Ruhe und es gehen mir ausnahmslos alle Leute auf den Sack. Alle möglichen Leute gratulieren und labern einen voll und rufen an und nerven von morgens bis abends rum und dann besitzen sie auch noch die Dreistigkeit, mir nicht jeweils 1000 Euro zu schenken, um mich für diesen nervenzerrenden Scheiß gebührend zu entlohnen.

Eigentlich will ich gar keine 1000 Euro haben. Ich bin da ziemlich bescheiden. Alle labern immer davon, was sie machen würden, wenn sie mal richtig Geld hätten. Mir fällt dazu nix ein. Haus bauen will ich nicht. Auto fahren kann ich nicht. Verreisen brauche ich nicht. Meine Träume sind eigentlich relativ günstig umsetzbar. Ich müsste nur jemanden bezahlen, der mir am Geburtstag die Leute vom Leib hält. Simpel aber billig. Aber geht ja nun mal nicht so einfach offenbar.

Und dann wollen ja auch noch alle feiern. Weil feiern und saufen geht halt immer. Nun, das habe ich auch mal so gesehen. Bis vor wenigen Jahren war ich auf jeder Party und jeder Veranstaltung, auf der es was zu saufen gab und habe mich volllaufen lassen, bis nix mehr rein ging – und habe dann noch ein bisschen was hinterher gekippt. Vermutlich war ich gar nicht weit vom Alkoholiker entfernt. Aber mittlerweile habe ich dem irgendwie abgeschworen. Ich kann nicht mal genau sagen, warum. Ich hatte einfach keinen Bock mehr drauf. Vor allem nicht auf den Kater am nächsten Tag, der mit dem Alter halt auch nicht besser wird. Ganz im Gegenteil. MIttlerweile kostet mich so ein anständiges Saufgelage schon mal eine Woche, bis ich überhaupt wieder irgendwas gescheit auf die Reihe kriege. Und deshalb wird auch nicht gefeiert. Und gesoffen schon gar nicht.

Aber man wird natürlich andauernd eingeladen. Jeder hat Geburtstag. Jedes Jahr. Und jeder feiert den Mist. Jedes Jahr. Und jeder lädt einen zu dem Quark ein. Jedes Jahr. Nicht, dass ich eine gute Party nicht zu schätzen weiß. Nur fühle ich mich oft auch einfach verpflichtet, da dann auch hin zu gehen, ob ich Bock habe oder nicht. Und inzwischen ist meine Bocklosigkeit doch stark gewachsen, was solche Dinge angeht. Ich habe 30 Jahre lang Dauerparty gemacht. Und ich finde, das reicht dann halt auch mal. Jetzt muss ich nicht mehr jede Kackparty mitnehmen, nur weil es eine Party ist. Aber es gibt eben viel zu viele davon, weil jeder feiert. Kann man ja nicht immer absagen.

Ich finde ja ohnehin,wir sollten zu der alten Tradition zurückkehren, statt Geburtstagen den Namenstag zu feiern. Das ist zwar noch viel sinnloser und schwachsinniger, aber hat einen großen Vorteil. Man kann mit anderen Leuten zusammen feiern. Und es gibt weniger Partys im Jahr. Früher hießen eh alle Karl und Elfriede. Also konnten sich zweimal im Jahr die Karls und Elfriedes zusammentun und eine große Party schmeißen, um ihren Namenstag zu zelebrieren, wie es sich gehört und dann war für den Rest des Jahres Ruhe im Dorf. Mann, muss das eine entspannte Zeit gewesen sein.

Die 5 Besten … Bücher

Normalerweise geht es bei Goranas 5 Besten am Donnerstag eher um Film und Serienthemen, weshalb ich diese Top 5 eher auf meinem Filmschrottplatz poste. Aber da es diese Woche mal um Bücher geht, macht es natürlich mehr Sinn, das Ergebnis hier zu posten.

5 Lieblingsbücher

Große Überraschungen wird es hier zwar vermutlich nicht geben, aber vielleicht interessiert es ja trotzdem jemanden.

5 Neue Vahr Süd von Sven Regener

Die Lehmann-Reihe ist generell einfach eine lockere Angelegenheit, aber die Geschichten von Lehmann beim Bund sind dann doch nicht zu schlagen.

4 Gott bewahre (The Second Coming) von John Niven

Was wäre wenn Jesus heute zurückkehren würde? Dieses Buch beschreibt es ziemlich gut. Jesus, Hippies und jede Menge Arschlöcher treffen aufeinander. Wenn man Religion nicht zu ernst nimmt (oder wie ich absolut ablehnt) kann man damit eigentlich nur Spaß haben.

3 Hotel New Hampshire von John Irving

Bären, Berrys und Bekloppte. Irving ist bei mir immer etwas Hit & Miss. Aber noch vor „Garp und wie er die Welt sah“ ist das hier sein für mich bestes Werk.

2 Einfach göttlich (Small Gods) von Terry Pratchett

Die Scheibenwelt darf selbstverständlich nicht fehlen. Die Auswahl war groß, letztlich ist aber diese Geschichte mein Favorit, einfach weil sie so wunderbar mit dem Wahnsinn namens Religion ins Gericht geht und ohne zu verurteilen den Spiegel vorhält. Pratchett war nun mal ein absoluter Gott, was das angeht.

1 Das Leben, das Universum und der ganze Rest (Life, the Universe and Everything) von Douglas Adams

Der dritte Anhalter-Band ist meiner Meinung nach einen kleinen Tacken besser als die Vorgänger – und als die Nachfolger sowieso. Vielleicht liegt es daran, dass die Geschichte selbst so herrlich banane ist und ursprünglich eine Idee für die Serie „Doctor Who“ war. Generell ist die Reihe – oder zumindest die ursprüngliche Trilogie – einfach meine absolute Nummer 1 und ich habe nichts öfter gelesen als die ersten drei Anhalter-Romane.

Honorable Mentions: Brenner-Romane von Wolf Haas, Alles von Charles Bukowski, Shining von Stephen King, Harry Potter-Reihe von J.K. Rowling, Fever Pitch von Nick Hornby

Auf der Suche nach dem ersten Blogpost #14

Zu Teil 13

Gorda schaut mich an, als würde er mich am liebsten an einer seiner Ketten durch das Labyrinth führen. Ich stehe nicht auf sowas, aber wenn Fey mich fragen würde, würde ich wohl ja sagen. Ich kann ihrem Lächeln einfach nicht widerstehen. Glücklicherweise erinnert sie sich daran, dass wir wegen etwas anderem hier sind.

»Wir brauchen deine Hilfe, Gorda.«

»Das ist mir bewusst, Fey. Sonst wärt ihr wohl kaum hier.« Er steht breitbeinig da und hat den langen Stab seines Vorschlaghammers auf der Schulter. Wenn man bedenkt, wohin die Kette verschwindet, ist es wahrscheinlich nicht möglich, seine Beine näher zusammenzubringen. »Die Frage ist, wie ausgerechnet ich euch helfen kann.«

»Erst mal würde mich interessieren,was mit den Opfern passiert ist, die vor Jahren hier ins Labyrinth geschickt wurden.«

Mir gefällt der Blick nicht, mit dem Gorda Fey anguckt. Scheinbar hat sie direkt seinen wunden Punkt erwischt. Bei einem Mann wie ihm ist das sicher keine gute Sache.

»Natürlich willst du das wissen, Fey. Du warst schon immer eine von der neugierigen Sorte.« Gorda lässt den Vorschlaghammer auf den Boden krachen und geht ans Feuer, das in der Mitte des Raums lodert. Er wirft einen Holzscheit nach. »Du solltest mittlerweile wissen, das deine Neugierde dich in ernste Schwierigkeiten bringen kann.« Er wirft noch einen Scheit nach und schaut uns ausdruckslos an.

Ich habe das Gefühl einschreiten und meine Freundin verteidigen zu müssen. »Drohst du ihr?«, höre ich mich fragen. Über mich selbst überrascht stehe ich wie angewurzelt da, als Gorda auf mich zustürmt. Direkt vor meiner Nase bleibt er stehen.

»Was willst du Wicht dagegen tun?«, fragt er.

Ich habe keine Antwort, aber langsam die Schnauze davon voll, dass jeder mich rumschubst und meint, er wäre mir überlegen. Auch wenn sie alle Recht damit haben. »Ach, fick dich doch«, schreie ich ihn an und bin erstaunt darüber, dass ich mich das traue und noch mehr darüber, dass er zurückzuckt. Ich nutze die Gelegenheit und setze nach. »Fick dich. Fick deine Ketten. Und fick deine Stierhoden, die an der Kette liegen. Was soll der Scheiß überhaupt? Bis du pervers oder was?«

Er schaut mich an und reagiert, wie ich es nicht erwartet hätte. Er öffnet seine Hose und zieht sie aus. Ich verziehe das Gesicht beim Anblick seines Stiergemächts. Die anschließenden Gedanken drehen sich eher um Eifersucht und die Angst, dass Fey mich alleine nach Hause schicken könnte. Zu meinem Glück scheint sie nicht sehr beeindruckt zu sein. Ich schüttele die Verwunderung darüber aus meinem Kopf und folge der Kette mit den Augen. Sie endet nicht da, wo ich vermutet hätte. Sie führt hinunter zu seinen Knöcheln, wo sie an Fußfesseln befestigt ist. Offenbar ist er nicht so frei, wie er es gerne wäre.

»Hast du noch mehr dumme Fragen, oder können wir uns dann den wichtigen Dingen widmen?« Mich wundert es, dass keine Rauchschwaden aus seinen Nasenlöchern kommen. Er wendet sich Fey zu, weil er von mir die Schnauze voll hat. Ich habe vollstes Verständnis.

»Den Mädchen und Jungen geht es gut«, sagt der Minotaurus knapp und gibt mit seinem Blick zu verstehen, dass es höchste Zeit für einen Themenwechsel ist.

Fey ist schlau genug, der stillen Forderung nachzukommen. »Ich hatte gehofft, du wüsstest einen Rat um uns zu helfen«, sagt sie. »Wir müssen einen Nix bekämpfen.«

»Da seid ihr hier genau richtig. Es gibt nur eine Sache, die einem Nix Schaden zufügen kann.« Gorda geht zu einem Metallbehälter und zieht einen unförmigen Klumpen heraus.

»Ein unförmiger Klumpen kann einem Nix schaden zuführen?« Ich bin mal wieder nicht ganz so schnell von Begriff wie es mir gut tun würde. »Sollen wir ihm damit den Schädel einschlagen?«

»Es geht nicht um die Form. Es geht um das Material, du Pferdehirn.« Gorda spricht wieder mit Fey. »Es handelt sich um Stahl.«

»Stahl? So etwas simples? Vielleicht sollten wir ihn einfach mit Besteck bewerfen.«

»Damit wirst du ihm kaum etwas anhaben, du Schafskopf.«

»Was schlägst du vor, Gorda?« Fey lenkt gekonnt davon ab, dass ich seinen Hass auf mich ziehe.

»Kommt darauf an, was ihr vorhabt.«

»Wir wollen ihn nur aus dem Verkehr ziehen«, sagt Fey. »Ohne Verletzungen«, fügt sie hinzu.

»Ich habe dabei an einen Käfig gedacht«, sage ich.

Der Minotaurus setzt zu einem Hasskommentar an, aber bremst sich sebst. »Gar keine schlechte Idee, Schweinebauch.« Er tätschelt mir sanft den Bauch und ich habe das Gefühl, dass ich mir den Magen gleich mehrmals gebrochen habe.

»Danke«, knirsche ich durch zusammengebissene Zähne und hoffe, dass wir bald hier rauskommen.

»Ich kann euch einen Stahlkäfig schmieden. Aber das dauert eine Weile.«

»Von was für einer Weile reden wir hier?«

»Ein paar Tage.« Er schaut in den Metallbehälter. »Ich muss mehr Stahl besorgen. Geht nach Hause. Ich bringe den Käfig vorbei, wenn er fertig ist.«

»Ich denke, du darfst das Labyrinth nicht verlassen.«

»Ich darf tun und lassen was immer ich will«, schnauft er in mein Gesicht. Er atmet tief ein und fügt hinzu: »Du Affenarsch.«

Wir gehen dann mal lieber.

FORTSETZUNG FOLGT

„Mach was!“ – Mit der Farbe Gelb

Natürlich gibt es auch dieses Jahr wieder die Mitmachaktion für Kreative, von Herba und Pö. Und da ich mich für kreativ halte und meine Mutter auch sagt, dass ich kreativ bin, was bedeutet, dass das stimmen muss, mache ich natürlich wieder mit.

Das Thema dieses Mal lautet:

Die Farbe Gelb

Dazu gibt es – wie eigentlich immer – eine Geschichte aus der fiktiven Stadt Lebingen. Übrigens ist das eine fiktive Stadt in einer fiktiven Welt. Also haltet euch bitte nicht mit historischer Akkuratesse (heißt das so?) auf. In Lebingen ist alles zu jederzeit möglich.

Gelbes Fieber

Akindo stand auf der Reling der Yoitabi, ließ die frische Meeresluft durch sein schwarzes Haar wirbeln und atmete tief ein. Wie in den letzten Tagen üblich, roch es nach Fisch. Er konnte es kaum erwarten, endlich in Europa anzukommen und neue Gerüche kennenzulernen. Und vor allem den Fischgeruch aus der Nase zu kriegen. In Japan gab es täglich Fisch. Auf dem Schiff gab es täglich Fisch. Er wollte etwas Neues. Und wenn er es selbst erlegen musste. Hauptsache kein Fisch. Er war gespannt, was die Stadt Lebingen ihm zu bieten hatte. Sie galt als eine der fortschrittlichsten Städte der Welt. Im Endeffekt bedeutete das, dass in ihr verhältnismäßig wenig Leute täglich auf der Straße abgestochen wurden.

Die Sonne schien auf den Hafen herab, der nur noch wenige Minuten entfernt lag. Akindo würde gleich seine ersten Schritte auf europäischem Boden machen. Damit hätte er bereits den dritten Kontinent bereist. Das konnten nur die wenigsten Menschen von sich behaupten. Außer Bootskapitänen und deren Besatzung kamen die Leute nicht viel herum. Sie hatten wichtigere Dinge zu tun. Felder pflügen. Burgen bauen. Einfallende Horden abwehren.

Akindo hatte schon früh beschlossen, dass das nicht das Leben war, das er haben wollte. Er wollte nicht wie sein Vater ein Fischer werden, der den Rest seines Lebens damit verbrachte, in toten Meeresfrüchten rumzupulen. Er wollte die Welt und ihre Möglichkeiten entdecken. Zugegeben, die Welt bot weniger Möglichkeiten, als er vermutet hatte. Der kleine Umweg über Afrika hatte gezeigt, dass es den Menschen überall gleich beschissen ging. Immerhin hatte er den sandigen Kontinent betreten und somit mehr gekriegt, als er bei seiner Abfahrt erwartet hatte. Den Abstecher hatten sie nur gemacht, weil Professor Wong unbedingt eine Kiste Mücken mitnehmen wollte. Akindo hatte nicht gefragt, wozu er eine Kiste mit Mücken braucht. Er hatte Professor Wong erst auf dem Schiff kennengelernt und festgestellt, dass er zwar ein interessanter, aber auch äußerst eigenwilliger Charakter war.

Nur kurze Zeit später stellte Akindo fest, wie eigenwillig und stumm Professor Wong tatsächlich war. Aus Kostengründen teilte er sich ein Zimmer in einer heruntergekommenen Herberge mit dem alten Mann, der die meiste Zeit damit verbrachte, seine gelben Finger zu nikotinieren, indem er eine Zigarette nach der anderen rauchte. Während den Zügen an den Kippen beschwerte er sich über den Verlust seiner Kiste voller Mücken. Akindo traute sich immer noch nicht zu fragen, was er mit den Mücken vorgehabt hatte. Er vermutete, dass er vorhatte, aus Nikotin ein Mückenabwehrmittel zu entwickeln. Oder herauszufinden, wie lange es dauerte, bis Mücken in einem komplett von Zigarettenqualm vernebelten Raum voller gelber Tapeten das Zeitliche segneten. Akindo war sich sicher, das seine Zeit bald kommen würde, wenn er nicht an die frische Luft käme und ging zum Marktplatz. Von frischer Luft zu sprechen, war zwar etwas optimistisch, aber nach einigen Minuten hatte man sich daran gewöhnt und gewöhnte sich an den Modergeruch, der in den Straßen lag wie die Obdachlosen, die vermutlich schon bald den Geruch verstärken würden. In dem Viertel, in dem er mit dem Professor untergekommen war, hielt man offensichtlich nichts von Reinlichkeit und Hygiene. Gastfreundschaft war noch weniger zu erwarten. Auch wenn Akindo die Bewohner freundlich grüßte, wurde er nur schief angeschaut. Er ging etwas schneller, da er befürchtete, er könnte sonst im Unrat ertränkt werden, einfach nur, weil er sich zu nett für diese Gegend verhielt.

Auf dem Markt herrschte das erwartete Aufkommen von Menschen aller Klassen, jeden Alters und allen Geschlechtern. Schausteller unterhielten die Massen. Leute in Kostümen führten eine Art Theaterstück auf. So weit Akindo das verstehen konnte, ging es darum, wie man einen Menschen auf möglichst brutale Weise von seinen Innereien befreien konnte, die hier durch ein rotes Seil und einen Eimer zermatschter Kirschen dargestellt wurden. Die Zuschauer liebten es offensichtlich und jubelten jeder Kirsche einzeln zu.

Akindo widmete sich lieber den Marktständen, an denen sich Händler und Kunden über den sinnvollsten Preis für halbvergammeltes Obst stritten. Einige der Früchte hatte Akindo zuvor nie gesehen. Er kramte in seiner Tasche nach etwas Kleingeld und entschied, ein paar außergewöhnliche Exemplare zu kaufen, die so aussahen, als würde man nicht direkt Magenkrämpfe nach dem Verzehr kriegen, weil ihr Verfallsdatum schon seit Wochen überschritten war. Er ging zu einem der Stände, verscheuchte die Fliegen von einer Kiste, damit er darunter das Obst erkennen konnte. Die Fliegen drehten eine Runde und setzten sich auf eine andere Kiste. Vor Akindo surrte ein Schwarm Mücken durch die Luft. Vermutlich waren es die Mücken des Professors. Akindo beachtete sie nicht weiter und kaufte eine handvoll gelber Früchte aus der Kiste. Er hielt sich nicht mit langen Verhandlungen auf. Er wusste ohnehin nicht, was der Wert des Obstes wirklich war und der Wert des Europageldes war ihm auch nicht klar. Der Professor hatte versucht, ihm zu erklären, wie er die Währungen umrechnet, aber er war nicht gut darin und hatte sich seit seinem Aufenthalt in der Stadt darauf beschränkt zu schätzen, wie viel Wert er in der Hand hielt. Bisher hatte das immer funktioniert. Vermutlich bezahlte er immer viel zu viel und die Markthändler rieben sich schon die Hände, wenn sie ihn kommen sahen.

Er verabschiedete sich freundlich von dem Händler und handelte sich einen der üblichen Blicke ein, die diese Freundlichkeit ständig in der Stadt hervorrief. Der Händler schaute Akindo eigenartig an. Dann öffnete er seinen Mund und spuckte eine dunkle Flüssigkeit aus. Er warf Akindo einen hilflosen Blick mit seinen gelblichen Augen zu. Blut lief aus seiner Nase. Er begann zu zittern und brach zusammen. Um Akindo herum begannen mehr und mehr Leute es dem Händler gleich zu tun. Immer mehr Menschen fielen zitternd und schwarzes Blut spuckend zu Boden. Akindo schaute sich nervös um. Am Boden sterbende Menschenmassen waren vermutlich auch in Europa kein gutes Zeichen. Japans Hauptstadt hatte erst vor wenigen Jahren eine große Pockenepidemie überstanden. Europa hatte ebenfalls bereits eine lange Geschichte von Ausbrüchen unterschiedlicher Krankheiten, die die hiesigen Ärzte vor Rätsel stellten. Akindo hielt es für das beste, zurück zum Professor zu gehen.

Lebingen stand unter Quarantäne. Eine Epidemie von gelbem Fieber hatte die Hälfte der Bevölkerung in wenigen Tagen ausgerottet. Niemals hatte eine Seuche so schnell zugeschlagen. Akindo und Professor Wong saßen auf ihrem Zimmer. Akindo schob den Vorhang vor einem Fenster zur Seite und schaute hinunter auf die Straße. Schwarz gekleidete Gestalten, die ihre Gesichter hinter Schnabelmasken verbargen, streunten durch die leeren Straßen. Einer zog einen Karren hinter sich her, auf dem leblose Körper aufgestapelt wurden. Hin und wieder hielten sie an und warfen einen weiteren Körper auf den Karren. Akindo ließ den Vorhang zurücksinken und schaute Professor Wong an, der in der Ecke auf einem Stuhl saß und eine Zigarette rauchte. Er hatte behauptet, dass die Mücken für die Epidemie verantwortlich sein könnten. Auf die Frage, warum er eine Kiste Mücken mitgebracht hatte, bekam Akindo keine richtige Antwort. Zu Forschungszwecken, hatte Professor Wong gesagt. Was auch immer das bedeuten mochte. Seit dem Ausbruch schien er kein Interesse mehr an der Forschung zu haben. Immerhin hatte er offenbar genug Tabak für Jahre im Gepäck, damit ihm nicht langweilig werden würde. Ein lautes Pochen ließ Akindo aufschrecken. Bevor er sich fragen konnte, woher das Geräusch kam, flog die Zimmertür aus ihren Angeln und Gestalten in schwarzen Kutten und Pestmasken betraten den Raum. Ohne ein Wort zu sagen, gingen sie auf Professor Wong und Akindo zu.

Akindo versuchte die Fesseln an seinen Händen zu lösen. Die Pestmasken verstanden es, einen guten Knoten zu knüpfen. Das Seil lockerte sich kein Stück. Er schaute neben sich. Professor Wong stand seelenruhig da, ebenfalls an einen Stab gefesselt. Beide standen auf aufgestapeltem Holz. Die Pestmasken waren sich einig, dass nur die beiden Asiaten für den Fluch verantwortlich sein konnten, der über der Stadt lag. Die Männer mit der gelben Haut hatten die gelbe Seuche gebracht, die die Haut und die Augen eines jeden gelb werden ließ. Das Urteil für dieses Verbrechen war schnell gefällt worden. Ohne Prozess und ohne Akindo und Professor Wong eine Gelegenheit zu geben, sich zu verteidigen, waren die Scheiterhaufen aufgebahrt worden. Schnabelmasken mit brennenden Fackeln standen vor ihnen und warteten darauf, dass sie das Holz entzünden durften. Akindo vermutete, dass sie darauf warteten, dass die Pestmaske, die aus dem dicken Buch in seinen Händen vorlas, fertig war. Wenn er das komplette Buch vorlesen wollte, hätte er noch Tage Zeit, um sich zu befreien. Auf dieses Glück wollte er sich allerdings nicht verlassen. Er rubbelte das Seil an dem Pfahl auf und ab. Professor Wong machte weiterhin keine Anstalten, irgendetwas unternehmen zu wollen. Akindo fasste den Beschluss, ihn sich selbst zu überlassen. Im Idealfall hatte er hinterher ein Zimmer für sich alleine.

Der Vorleser sagte »Amen« und schlug das Buch zu. Er nickte den Pestmasken mit den Fackeln zu. Die näherten sich dem aufgestapeltem Holz. Akindo rubbelte schneller an seinen Seilen herum als je zuvor. Aber sie waren zu fest und zu dick. Es gab keine Möglichkeit sich zu befreien. Die Fackeln kamen näher. Akindo schaute Professor Wong an, der weiterhin seelenruhig an seinen Pfahl gefesselt da stand. Vermutlich war er sogar eingeschlafen. Außer rauchen und schlafen hatte er ohnehin nichts gemacht, seit sie in Lebingen angekommen waren. Vermutlich hatte er sich den Professoren-Titel selbst gegeben. Akindo konnte sich jedenfalls nicht vorstellen, wie dieser ketterauchende Langschläfer jemals irgendetwas auf die Reihe gekriegt haben könnte. Er hätte sich gewünscht, wenigstens an der Seite von jemandem zu sterben, der kein totaler Langweiler war und zumindest einen Versuch unternehmen würde, sich selbst und eventuell auch Akindo zu befreien.

Die Fackeln kokelten das Holz an. Der stechende Geruch stieg Akindo in die Nase. Immerhin besser als Fisch. Akindo schloss die Augen und atmete tief ein, so lange er noch nicht in eine schwarze Wolke des Todes eingehüllt war. Er hörte ein Geräusch und öffnete die Augen wieder. Das Geräusch war ein Tritt gegen eine Fackel gewesen, die eine der Pestmasken in Brand gesetzt hatte. Die Pestmaske kreischte laut und taumelte über den leeren Marktplatz. Akindo schaute sich überrascht um. Professor Wong stand inmitten der Pestmasken und trat und schlug um sich wie ein Shaolinmönch auf Klosterfreigang. Pestmasken flogen umher. Schwarze Umhänge rissen. Nach wenigen Sekunden stand nur noch der Professor. Er ging um Akindos Pfahl herum und trennte mit einem Handkantenschlag die Fesseln. Mit einem kurzen Blick gab er dem Jungen zu verstehen, dass es Zeit war, Lebingen zu verlassen.

Eine Mückenschwarm surrte über die Pestmasken hinweg und verfolgte die asiatischen Besucher auf dem Weg zur nächsten Stadt.

Ich hab da mal nix vorbereitet – Spontane Gedanken

Ich bin wieder hier,

in meinem Revier,

ich hab wieder Bock,

auf meinen Blog.

Ich bin wieder da,

noch immer nur Blah,

denn wie jeder weiß,

ich laber nur Scheiß.

Ja, da bin ich wieder. Ihr dachtet doch nicht wirklich, dass ihr den irren selbsternannten Schriftsteller im neuen Jahr nicht mehr ertragen müsstet.

Nein, es geht mit dem üblichen Wahnsinn weiter. Und mit „üblicher Wahnsinn“ meine ich selbstverständlich, dass ich immer noch keinen Plan habe, was ich hier eigentlich treibe.

Normalerweise habe ich ja zumindest immer ein paar Posts auf Lager, die ich dann so nach und nach hier raushaue. Aber für die Rückkehr aus der Winterpause habe ich einfach gar nichts. Was soll man auch groß sagen, wenn man aus der Pause kommt? „Hallo“? „Tach, ihr Affen“? Nicht gerade spannende Themen.

Diese Themenebbe kommt öfter mal vor. Bisher habe ich hier im Blog ja auch noch nicht so viele Kategorien etabliert. Und mir fällt auch nicht viel ein. Aber ich will etwas mehr Vielfalt liefern.

Deshalb habe ich mir vorgenommen, hier öfter mal spontan zu werden. So wie jetzt gerade. Einfach mal ohne Plan drauf los schreiben und gucken, wo das hinführt. Tolle Idee, ich weiß.

Also schnallt euch an, denn 2017 wird eine wilde Fahrt hier auf dem Blog. Mit viel Spontani… Spontantä… Spongebob… direkten Gedankengängen meinerseits. Solche zum Beispiel:

Schwurbelgurbelgurgelknurrzel.

Das ist ungefähr das, was mir durch den Kopf geht, wenn ich mal wieder irgendwo auf eine politische Debatte stoße. 2017 wird ja ein politisch wichtiges Jahr. Zumindest habe ich mir das sagen lassen.

In den USA ist der Trumpf, der nach einer Ente benannt ist, an der Macht.

Hierzulande muss das hässliche Entlein ihren Titel verteidigen.

Und die größten Herausforderer zur Zeit sind offenbar weltweit rechte Entenärsche.

Dazu kann ich nur voller Inbrunst sagen: Es ist mir scheißegal.

Die Erde wird sich auch nach 2017 weiter drehen. Aber zumindest habe ich beschlossen mal wählen zu gehen. Nicht, weil mich irgendeiner der Arschkrampen, die meinen, über dieses Land und seine Zukunft entscheiden zu müssen, interessiert. Ich will nur nicht im Gleichschritt marschieren müssen, wenn irgendein A(dol)F D(ie) Macht ergreift, also wähle ich aus Protest. Gegen Rechte Hirnamputierte Arschlöcher.

Das nur so am Rande. Mehr Politik wird es hier vermutlich nicht geben. Es geht mir einfach zu sehr am Arsch vorbei. Außerdem hält das zu sehr davon ab, Quatschgedanken wie diesen zu haben:

Schwurbelgurbelgurgelknurrzel.

Das Wort dürft ihr nebenbei  verwenden. Ich stelle es euch zur freien Verfügung. Einfach, weil ich so ein netter Kerl bin. Und wo das herkommt, gibt es noch viel mehr.

Freut euch also auf mehr spontane Gedanken in Zukunft.

Das wird ein Spaß!!!

Ganz schön kalt hier. Winterpause

So langsam weihnachtet es sehr. Das Wetter ist scheiße. Im Radio läuft grauenhaftes Ram-tam-tam-Gedudel, bei dem jeder normale Mensch unweigerlich das kalte Kotzen kriegt, wenn er nur daran denkt – ich beispielsweise habe mich während des Schreibens dieses Satzes drei Mal übergeben. Und in den Kaufhäusern herrscht mal wieder Ausnahmezustand, damit auch jeder noch seinen Turbo Man abkriegt, bevor der Laden schließt und die Kinder am KonsumUmnachten glücklich sind. Es ist die Hölle auf Erden. Wie jedes Jahr eben. Und da mir das alles tierisch auf den Senkel geht und ich damit absolut nichts zu tun haben will, weder im echten Leben noch hier im Bloguniversum des Selbsternannten Schriftstellers, gehe ich jetzt in eine Winterpause.

Der Plan ist, mich einfach die nächsten Wochen einzuschließen und mich um Dinge zu kümmern, die nichts mit dem ganzen Feiertagsquatsch zu tun haben. Also Geschichten schreiben. Und vielleicht ein paar Blogposts für das neue Jahr vorbereiten. Schließlich wollen mein Leser – alle 5 – ja wissen, wie es auf meiner Suche nach dem ersten Blogpost weitergeht. Oder was aus Hausmeistersohn Peter wird, wenn Lord Edgar ihn doch noch in die runzligen Finger kriegt. Da mein Urlaub dieses Mal wohl eher kurz ausfällt, könnte das zwar schwieriger werden, als gedacht, aber irgendwie wird das schon klappen. Zur Not kann man ja auch immer einfach seinen komplett verhassten Job kündigen.

Wir lesen uns also im neuen Jahr, das hoffentlich noch verrückter und kreativer wird für mich, für Hausmeistersohn Peter, für uns alle.

Liebster Award von I.J. Tonk – (Mehr oder weniger) intelligente Antworten auf interessante Fragen #15

Seit Jahrhunderten schon stehen Experten vor dem großen Rätsel, wofür die Initialen „I.J.“ in „I.J. Tonk“ stehen. Erste Vermutungen, dass es sich um Inkontinenzia Jelisaweta Tonk handelt, ließen sich nicht bestätigen. Also rätseln die Experten weiter. Aber heute habe ich die Chance, diesem Mysterium auf die Spur zu kommen. Denn wie es der Zufall will, hat „I.J.Tonk“ mir ein paar Fragen gestellt, die es zu beantworten gilt. Und wie wir alle wissen, sagen Fragen einiges über einen Menschen aus. Und über seinen Namen sowieso. Deshalb kann ich natürlich nicht anders, als diese Fragen sorgfältig zu beantworten. Während wir also gemeinsam das Namensrätsel entschlüsseln, erfahrt ihr auch noch etwas über mich. Ist das nicht toll? Nein, ich weiß. Aber da müsst ihr jetzt durch.

Den letzten Award habe ich übrigens im April auf meinem Filmschrottplatz beantwortet. Lange her. Aber eine Pause schadet ja nicht, um dann mit neuem Elan an die Sache heranzugehen. Nä? Genau.

1 Welches Land würde dich zu einem Roman inspirieren und warum?

Ich bin ja leider bisher nicht allzu viel rumgekommen. Ich bin halt nicht so ein Weltenbummler, wie die Menschen von 1724 sagen würden. Bisher war ich nur in Holland, Schweden und auf Klassenfahrt in Kroatien. In Holland war jeder schon mal, das gibt also nicht viel her. In Kroatien war ich nur besoffen, kann mich also an nix mehr erinnern. Bleibt Schweden. Das Land gibt bestimmt was her. Vielleicht einen Roman über eine Herde von Elchen, die einfach nur ein Knäckebrot wollen und dafür über Leichen gehen. Zur Rettung wird natürlich eine Spezialeinheit aus den USA geschickt, die so eine unfassbare Kampausbildung genossen haben, dass sie sich direkt im Blutrausch alle gegenseitig umnieten. Am Ende gewinnen die Elche und bekommen von den Menschen eine eigene Knäckebrotfabrik, die dann für die Fortsetzung von tollwütigen IKEA-Mitarbeitern überfallen wird, die einfach nicht mehr mit der Saunaeinrichtung ihres lokalen IKEA-Marktes zufrieden sind.

„Jag älskar sverige!!!“

2 Verändert sich dein Leseverhalten oder deine Lesevorlieben je nach Jahreszeit?

Überhaupt nicht. Aber ich lese nie das, was ich gerade schreibe. Soll heißen, wenn ich mal wieder an einem Fantasyroman arbeite, lese ich gleichzeitig auf keinen Fall Fantasy, um mich nicht beeinflussen zu lassen. Leider bleiben dadurch natürlich einige Bücher liegen, da ich generell viel mehr schreibe, als ich lese – was mal andersrum war, aber was will man machen. Da ich momentan am zweiten Roman arbeite (nein, er spielt nicht in Schweden), lese ich gerade eine Biografie. Denn die hat absolut gar nichts mit dem zu tun, was ich gerade schreibe.

3 Für welches Buch würdest du gern Musik hinterlegen? (Welche Musik wäre das?)

So spontan schwierig zu sagen. Definitiv Rockmusik. Und zwar gute. Nicht diese weichgespülte Pop-Rock-Kacke die heutzutage überall runtergedudelt wird. Hard Rock gibts in meinem Buch. Nur welches das wäre, kann ich so nicht sagen. Vielleicht irgendeine ausgefallene Mischung. „Der Struwwelpeter“ unterlegt mit Led Zeppelin und Black Sabbath oder so.

4 Mit welchem Schriftsteller würdest du gern frühstücken? Und was gäbe es zu essen?

Ich glaube ja, dass ich mit meinem Lieblingsautor Terry Pratchett beim Frühstück am meisten Spaß hätte. Schon alleine, weil der nicht nur beim Schreiben einen sehr guten Geschmack beweist. Schließlich zeigt „Soul Music“, dass er ebenfalls alter Rockmusik nicht abgeneigt war. Wie „Moving Pictures“ beweist ist er auch noch ein Filmfan gewesen. Und einer seiner Lieblingsfilme war der fantastische „The Return Of Captain Invincible“ mit Christopher Lee, der als Antagonist über die Vorzüge von Alkohol singt. Wir würden uns dann eventuell ebenfalls besaufen und Loblieder auf den Alkohol singen. Ein perfekter Montag Mittag sozusagen.

5 Eine Nacht bist du in einer Bibliothek eingesperrt. Zu welchem Buch greifst du zuerst?

Bei der Auswahl ist das unmöglich zu sagen. Ich würde wahrscheinlich die ganze Nacht damit verbringen, die Buchrücken der Bücher zu lesen. Und kurz vor der Öffnugnszeit würde ich mich vermutlich für das Buch entscheiden, dass ich als allererstes in der Hand hatte, aber erst mal wieder zur Seite gestellt habe. Und dann fliege ich raus und konnte es nicht lesen. Und dann werde ich vor lauter Wut über meine eigene Dummheit vergessen haben, welches Buch es war und werde es nie wieder finden. Dabei hätte dieses Buch vielleicht mein Leben verändert und in die richtige Richtung gelenkt. Und dann ende ich als Penner unter eine Brücke, der sich mit Büchern zudeckt die von anderen auf Parkbänken vergessen wurden, in der Hoffnung, dass irgendwann das gesuchte Buch aus der Bibliothek dabei ist. Aber die Wahrscheinlichkeit ist gering. Ich lasse mich besser niemals in einer Bibliothek einsperren.

6 In 30 Sekunden löscht dein Hirn alle Erinnerungen. Welche 4 Stichwörter notierst du, um dich an etwas zu erinnern?

Zwei

Und

Vier

Zig

7 Mit welcher Romanfigur würdest du gern für 24 Stunden tauschen?

James Bond. Immer in Action und am Frauen wegflexen. Für 24 Stunden würde ich das eventuell auch so gerade durchhalten.

8 Wie sehen deine gelesenen Bücher aus? (Wie neu? Mit Eselsohren? Mit Markierungen oder Post it’s?)

Eigentlich gehe ich recht sorgfältig mit meinen Büchern um. Ich neige allerdings dazu, gute Bücher mehr als einmal zu lesen und dadurch sind die dann irgendwann ziemlich mitgenommen. Wenn man den „Anhalter“ ein Dutzend mal liest, fallen halt auch mal ein paar Seiten raus. Wird wohl Zeit, den mal zu ersetzen.

9 Die perfekte Lese-Szenerie? (Essen? Trinken? Decke? Sofa oder Bett? Drinnen oder draußen?)

Ich lese fast ausschließlich im Bett. Und deshalb auch fast ausschließlich am Wochenende. Hat sich irgendwie so ergeben. Außerdem muss ich das einfach einschränken, sonst käme ich nicht mehr zum Schreiben. Und dann wäre hier auf dem Blog plötzlich nix mehr los. Und was macht ihr dann? Hm? Sollen wir das mal testen? „O, ein gutes Buch …“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Na, ganz schön langweilig, wenn hier nix los ist, was? Also muss ich wohl doch wieder weniger lesen und mich aufs Schreiben konzentrieren. Man kann eben nicht alles haben.

10 Wie stehst du zu Hörbüchern?

Ich kann absolut nachvollziehen, warum die Dinger so beliebt sind. Man kann wunderbar noch Sachen nebenher machen, während man eben das Buch vorgelesen bekommt.

Ich bin da aber überhaupt kein Fan von.  Wenn ich lese entsteht eine komplette Welt in meinem Kopf, mit eigenen Stimmen und allem Drum und Dran. Durch die Vorleserstimme würde mir da zu viel zerstört werden. Okay, wenn Hans-Peter Gnöttgen seine selbstverfasste Biografie vorliest mag das noch okay sein. Bei einem fiktionalen Roman kommt das für mich aber nicht in die Tüte. Und in die Ohren schon gar nicht.

11 Wenn wir einen 13. Monat hätten, wie würdest du diesen benennen?

Pluto. Und dann würden immer alle sagen: „Pluto? Das ist doch gar kein Monat.“ Und dann sage ich: „Da liegt ihr falsch. Pluto ist kein Planet.“

„Aber auch kein Monat.“

„Natürlich ist das ein Monat. Oder wie erklärt ihr euch, dass wir heute am 24. Pluto den Schnitzeltag feiern?“

„Das könnte man auch in jedem anderen Monat machen.“

„Nein, die sind alle so vollgestopft mit sinnlosen Feiertagen, dass wir Pluto brauchen, um die wirklich wichtigen Feiertage unterzukriegen. Habt ihr eigentlich schon alles für das große Bier und Steak Fest am 26. eingekauft? Denkt an den Bollerwagen für das Bier und die Kuh für das Steak.“

„Eine lebendige Kuh? Wer soll die denn schlachten?“

„Na, das wird sich morgen auf der Schlachthausextavaganza entscheiden. Wie jedes Jahr am 25. Pluto.“

Und dann würde ein Raumschiff landen und eine Gruppe kleiner grüner Männchen würde mich entführen und zu ihrem König machen und dann feiern wir jeden Tag den großen Plutotag auf Pluto. Es wird gesoffen und gefeiert und dann fliegen wir alle in einer Plutoniumexplosion in die Luft. Hm, vielleicht nenne ich den Monat doch besser Nitroglycerin.