Schreiben wie ein Selbsternannter Schriftsteller – Schlacht zwischen Phantasiewesen

Beim letzten Mal waren wir mit den Schlangofanten im Wald der toten Bäume, der seinen einfallslosen Namen nicht zu Unrecht trägt. Und dort stellte sich ihnen ein gestreifter Krallenwusel entgegen, der so niedlich war, dass er direkt einem unvorsichtigen Schlangofanten den Kopf abbiss. Jetzt ist der gestreifte Krallenwusel also zur ausgewachsenen Bestie mutiert und weitere gestreifte Krallenwusel lauern bereits in der Dunkelheit. Ein Kampf ist unausweichlich.

Der gestreifte Krallenwusel spuckte den Kopf des Schlangofanten aus und brüllte die Armee an. Die wich einen Schritt zurück. Hinter ihnen stand bereits der nächste gestreifte Krallenwusel und hatte seine Niedlichkeit abgelegt. Geifer tropfte von seinen spitzen Zähnen. Er fuhr seine scharfen Krallen aus und stand bedrohlich auf dem schmalen Pfad. Neben dem Pfad stellten sich weitere gestreifte Krallenwusel auf und umzingelten die Armee. Die Schlangofanten zogen ihre Waffen.

So, der Aufbau ist gemacht. Jetzt kann die Schlacht also losgehen. Und so eine Schlacht ist immer ein schmaler Grat zwischen Hektik und Kampfwissen. Ich beherrsche beides nicht, was es durchaus schwierig macht. Hier habe ich immerhin den Vorteil, dass nur ein Charakter anwesend ist, der innerhalb der Geschichte wichtig ist. Im Normalfall hat man in einer Schlacht natürlich jede Menge Leute, die alle ihre 5 Minuten Ruhm kriegen müssen und dann wird es richtig schwierig. Aber dazu kommen wir dann irgendwann mal. Jetzt also erstmal Krump und die Schlangofantenarmee gegen die gestreiften Krallenwusel.

Der erste Krallenwusel sprang einen Schlangofanten an. Krump bekam nicht mit, was mit seinem Mitstreiter geschah. Er hob sein Schwert und wehrte einen gestreiften Krallenwusel ab. Ein weiterer bohrte seine Krallen tief in seinen Arm. Krump schwang herum und stieß dem Biest die Klinge seines Schwertes in die Seite. Um ihn herum stürzten seine Mitstreiter zu Boden. Gliedmaßen flogen herum. Gestreifte Krallenwusel sprangen hin und her. Krump schlitzte eins der Monster auf. Ein anderes stürzte sich auf ihn und drückte mit seinen riesigen Pranken auf seinen Brustharnisch. Krump schleuderte seinen Rüssel hin und her auf der Suche nach Luft, während ihm die Bestie die Brust eindrückte. Der Rüssel schwang vergeblich. Der gestreifte Krallenwusel öffnete sein Maul. Er brüllte Krump an. Krump schoss einen Schwall Schlangofantengift aus seinem Rüssel in sein Maul. Jetzt rang der gestreifte Krallenwusel nach Luft. Er stürzte von Krump herunter und fiel neben ihm in den Dreck. Krump beendete sein Leiden mit einem Schwerthieb.Krump stand auf und schaute sich um. Die gestreiften Krallenwusel hatten sich verzogen. Die restlichen lagen in Blutpfützen auf dem schmalen Pfad. Was von der Armee übrig war, steckte seine Waffen weg.

Ich habe das jetzt mal möglichst kurz gehalten. Das versuche ich in solchen Szenen eigentlich immer, weil sie mir so schwer fallen. Ich bin dann immer froh, wenn es vorbei ist. Natürlich hatte ich hier wie gesagt den Vorteil, dass nicht ein Dutzend Charaktere in der Schlacht rumturnen, um die ich mich dann auch kümmern muss. Das wird uns hier im weiteren Verlauf sicher auch noch erwarten. Aber so halte ich mich immer möglichst kurz und versuche durch kurze Sätze ein bisschen mehr Hektik in die Szenen zu bringen.

Nachdem diese Mini-Schlacht also überstanden ist, ziehen die Schlangofanten weiter. Beim nächsten Mal gucken wir uns dann an, wem diese Bedrohung durch die Schlangofanten gilt, wenn wir die Nebencharaktere einführen.

Wie schreibt ihr Schlachten? Seid ihr dabei auch immer gefühlt so überfordert? Und meint ihr nicht auch, dass die gestreiften Krallenwusel unter Naturschutz stehen sollten?

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Der Teufel im Detail und Gott in der Maschine

Ich bin ja nicht sehr anspruchsvoll, wenn es um die Auswahl von Literatur geht. Um genau zu sein reicht es mir schon fast, wenn der Autor Rechtschreibung einigermaßen beherrscht, sodass ich mich nicht durch einen Urwald von Fehlern kämpfen muss. Da wird das Lesen dann einfach zu anstrengend. Aber ansonsten gibt es kaum etwas, dem ich nicht zumindest eine Chance einräume. Okay, wenn der Protagonist – wie in dem Buch, das ich neulich angefangen habe – auf Seite 3 einem Typen mit einem Hammer die Hoden zermatscht, während er sich selbst als Opfer darstellt, bin ich raus aus der Nummer. Nicht, dass ich empfindlich wäre, aber das ist mir einfach zu doof und offensichtlich darauf getrimmt, mit sinnloser Gewalt eine gewisse Leserschaft abzuholen. Aber ansonsten gibt es kaum etwas, das mich wirklich abschreckt.

Abgesehen von zwei Dingen, die ich nicht wirklich mag.

DETAILS

Das heißt jetzt nicht, dass Details unwichtig sind. Aber weniger ist eben mehr. Ich finde nichts langweiliger als unendlich ausschweifende Beschreibungen. Sowas hier zum Beispiel:

Sie gingen an einer Blumenwiese vorbei. Die Wiese war grün mit bunten Blüten. Sie bot alle Farben des Regenbogens. Rote Rosen blühten am Wegesrand. Blaue Violen ließen ihre Köpfe hängen. Gelbe Sonnenblumen streckte ihre Blüten Richtung Sonne. Weiße Margeriten streckten ihre Blüten von sich. Violette Immergrüns blühten interessanterweise nicht grün, sondern violett, was die Frage aufwarf, warum sie Immergrün hießen. Ein Bienenschwarrm summte über die Wiese. Die Bienen tauchten ab in die Blüten und machten sich an die Arbeit. Schmetterlinge drehten Kreise über der bunten Wiese. Ihre flatternden Flügel waren so bunt wie die Blumenblüten unter ihnen. Weiße Apollofalter mit schwarzen Punkten auf den Flügeln jagten sich gegenseitig. Blaue Morphofalter ruhten sich auf grünen Blättern aus. Bräunliche Perlmutterfalter spielten im Wind. Gelbe Zitronenfalter suchten nach Zitronen zum Falten, aber fanden keine.

Und so weiter. Nun wissen wir also einiges über diese wunderschöne Blumenwiese. Und wir wissen, dass der Autor offensichtlich Botaniker und Lepidopterologe ist. Aber was hat es denn jetzt mit dieser Wiese auf sich?

Sie gingen an der Wiese vorbei und betraten einen Wald. In dem Wald zwitscherten Vögel. Die Bäume standen dicht beieinander …

Hallo? Das wars? Was ist denn jetzt mit der Wiese? Lauert darin zufällig ein gefährlicher Wolf, der die Helden angreift? Nein? Nichts? Und dafür musste ich mir jetzt diesen ganzen langweiligen Quatsch über diese Kackwiese durchlesen? Leute, meine Lebens- und Lesezeit ist begrenzt. Was interessiert mich da diese Wiese, die für die Handlung, die Figuren, die Welt und absolut alles andere nicht die geringste Rolle spielt? Da lese ich nicht weiter.

Und wo wir gerade bei Figuren sind. Auch immer unglaublich spannend ist sowas hier:

Hans-Peter trug eine Jeans, einen roten Pullover und eine Sonnenbrille. An den Händen trug er Handschuhe gegen die Kälte. Seine Schuhe sahen noch neu aus. Er hatte sie erst kürzlich im Schuhladen gekauft. Seine Frisur war kurz geschnitten. Er wog 80 Kilo und war 1,86 Meter groß.

Wow. Toller Typ. Aber: Mir egal. Es interessiert mich nicht die Bohne, wie groß der Vogel ist und auch nicht, was er für eine Hose trägt. Wenn er mit seinen neuen Schuhen nicht jemandem in den Arsch tritt, ist es mir schlicht egal.

Das soll jetzt nicht heißen, dass mich Details prinzipiell nerven. Aber die Kunst liegt nun mal darin, dem Leser die Informationen zu geben, die er benötigt und die wichtig sind. Wenn Hans-Peter im Winter eine Sonnenbrille trägt, ist das ganz wunderbar. Aber dann sollte man auch erklären, warum er das tut. Hält er sich für ganz besonders cool? Hat er empfindliche Augen? Ist er gar blind? Nein? Na gut, dann hat die Sonnenbrille für ihn einen besonderen Wert, oder? Sie wurde ihm von seiner sterbenden Mutter geschenkt. Nein? Dann braucht er auch keine verdammte Sonnenbrille. Und wenn er keine Sonnenbrille trägt, kommt mir nicht mit dem Ersatz Er hatte stahlblaue Augen. Ich will es nicht wissen. Und stahlblau schon mal gar nicht.

Der Punkt ist: Wenn ich lese, formt sich in meinem Kopf direkt ein eigenes Bild von Figuren und der Welt. Natürlich braucht es ein paar Beschreibungen, um dieses Bild zu formen, aber zu viele Details zerstören dieses Bild letztlich. In meinem Kopf trägt Hans-Peter ein grünes Shirt und ist nur 1,78 groß. Und wenn in der Geschichte nicht irgendwas passiert, wodurch dieses Bild in eine andere Richtung gelenkt werden muss (zum Beispiel, dass er mit dem langen Ärmel seines roten Pullovers erwürgt wird, was mit dem Ärmel eines Shirts nicht geht), dann kann es weg. Denn es verwischt nur das Bild in meinem Kopf und am Ende habe ich dann einen Brei aus Figuren, mit tausend Klamotten, von denen ich mir keine merken kann. Zwei oder drei herausstechende Merkmale pro Person sind völlig ausreichend. Der Rest ergibt sich von selbst.

So viel dazu. Wenn dann jetzt die Welt und die Figuren nicht mehr seitenweise beschrieben werden, hat man gut Platz geschaffen, um auch mein zweites Hassobjekt des Erzählens zu vernichten.

DER RETTENDE ZUFALL

Man kennt das ja. Die Helden haben sich durch die Geschichte geschlagen, allen Gefahren widersetzt und jetzt stehen sie kurz vor der Lösung des großen Problems. Der große Showdown steht bevor. Das Ende, auf das man so lange hingefiebert hat. Uh, was ist das spannend.

Hans-Peter stand ihm gegenüber. Seinem Widersacher. Dem Mann, der für das alles verantwortlich war. Der ihn belogen, betrogen, verraten und ihm die Freundin ausgespannt hatte. Hans-Peter hielt die Waffe in seiner behandschuhten Hand und richtete sie auf Rolf. Rolf schaute Hans-Peter ernst an: „Du wirst nicht schießen. Das hast du nicht in dir. Du bist kein Mörder.“ Hans-Peter wusste, das er es tun sollte. Dass er den Mann umbringen sollte, der ihm all das Leid und den Schmerz der letzten Zeit zugefügt hatte. Sein Finger zuckte am Abzug. Er konnte es nicht. Er konnte den Abzug nicht betätigen. Rolf hatte recht. Er war kein Mörder. Er konnte ihn nicht erschießen. Hans-Peter ließ die Waffe sinken. Rolf ergriff die Gelegenheit und stürzte sich auf Hans-Peter. Sie rangelten um die Waffe und rollten über den Boden. Dann löste sich ein Schuss …

Hui, was für ein glücklicher Zufall. Hans-Peter kann selbst nicht den Abzug betätigen, aber in einem wilden Gerangel kann sich ja schnell mal ein Schuss lösen. Und es sollte klar sein, wer getroffen wurde. Mal davon abgesehen, dass diese Szene komplett ausgelutscht ist, bringt sie dem Protagonisten auch nicht so wirklich das Ende, dass er haben sollte. Er sollte über sich hinauswachsen. Das bedeutet natürlich nicht, dass er zum Mörder werden muss, aber dann muss man die Szene eben anders angehen. Aber gut, Rolf muss von dem Schuss ja nicht tödlich verletzt worden sein. Also kann die Szene ja noch weiter gehen und Hans-Peter kriegt noch eine Chance, sich endgültig gegen seinen Peiniger zu behaupten:

Rolf schrie auf. Er rollte von Hans-Peter herunter und hielt sich den blutenden Arm. Die Kugel war direkt durch seine Schulter gegangen und hatte sie auf der Rückseite wieder verlassen. Rolf stand mühsam auf und stand taumelnd vor Hans-Peter. Hans-Peter schaute die Waffe in seiner Hand an. Er warf sie weg. Sie landete direkt vor Rolfs Füßen. „Du hast auf mich geschossen“, stöhnte Rolf. „Das wirst du bereuen. Du hättest den Job richtig erledigen sollen.“ Er hob die Waffe auf und richtete sie auf Hans-Peter. Es gab keine Fluchtmöglichkeit. Hans-Peter machte sich auf das Ende gefasst. Rolf machte sich bereit, den Abzug zu drücken. Dann wurde er von einer Flugzeugturbine erschlagen.

Na, das war ja noch mal knapp, was? Zum Glück gibt es die Luftfahrt mit all ihren Fehlern, die dann auch mal für einen Flugzeugabsturz sorgen, bei dem sich eine Turbine verselbstständigen kann, die den Antagonisten zermatscht, kurz bevor er den Protagonisten umbringt.

Nun muss Hans-Peter ja nicht mal zu einem gewalttätigen Typen werden, der seinen Gegner tötet, oder ihm die Fresse poliert. Wenn man das nicht will, gibt es auch andere Möglichkeiten. Er könnte ihm eine Falle stellen, oder Beweise gegen ihn sammeln, die ihn in den Knast bringen, oder was auch immer. Aber unter gar keinen Umständen sollte dabei eine Flugzeugturbine eine Rolle spielen.

Ebenfalls gerne genommen, ist die Kavalerie, die genau zum richtigen Zeitpunkt eintrifft. Im Sinne von „Bei Sonnenaufgang sind wir da.“ Und kurz vor Sonnenaufgang scheint die Schlacht für die Helden natürlich verloren, aber dann kommt die Rettung genau zum richtigen Zeitpunkt angeritten und wendet das Blatt. Auch das ist einfach ausgelutscht und nicht mehr wirklich spannend. Man weiß ja ohnehin, dass es so kommen wird.

Das soll jetzt auch nicht bedeuten, dass man so einen Deus Ex Machina Moment nicht hin und wieder mal nutzen kann. Ich tue das auch durchaus mal. Aber es sollte sich dann eher um kleinere Dinge handeln und nicht unbedingt um das große Finale. Aber vor allem sollte man es damit nicht übertreiben. Wenn die Helden nichts selbst auf die Reihe kriegen, ist das schlecht für die Geschichte und der Leser fühlt sich irgendwann einfach verarscht. Dann kann man auch gleich „Das große Buch der Zufälle“ schreiben.

Normalerweise folgt an dieser Stelle ein abschließendes Fazit wie „macht das nicht“ oder „lasst das besser sein“ wie es bei Schreibtipps üblich ist. Aber da ich bekanntlich keine Schreibtipps gebe, spare ich mir das und komme zum Clou der ganzen Sache. Denn interessanterweise sind diese Dinge, die mich beim Lesen anderer Geschichten so stören, auch oft Teil meiner eigenen Geschichten. Ganz unbewusst bediene ich mich beim Schreiben genau dieser Mittel, um die Story voranzutreiben. Und wenn es mir dann später auffällt, stört es mich nicht mal so sehr, wie es das eigentlich sollte. Also sind Details und Zufälle am Ende vielleicht doch gar nicht so verkehrt, sofern man sie in Maßen einsetzt. Oder bin ich einfach nur von den ganzen anderen Geschichten versaut, die diese nutzen, sodass es mir selbst nicht mehr auffällt?

Wie seht ihr das? Mögt ihr ausschweifende Beschreibungen? Und Zufälle, die den Helden immer wieder den Arsch retten? Oder versucht ihr auch, das auf einem möglichst geringen Level zu halten? Und seit ihr eher Hans-Peter oder mehr so der Rolf-Typ?

Autorenbiografie oder Die pure Verzweiflung, die entsteht, wenn man sich selbst beschreiben muss

Neulich war es mal wieder Sonntag. Das kommt ja öfters mal vor. So alle sieben Tage. Und Sonntag ist ja oft so ein Tag, an dem man nicht so richtig in die Gänge kommt. Ich werde nie verstehen, wie sich Leute an so einem Tag aufraffen können, um schon morgens in die Kirche zu tapern. Andererseits kann ich das zu keinem Zeitpunkt an keinem Tag verstehen. Jedenfalls war es Sonntag und ich war recht bocklos, an einer Geschichte zu feilen. Da ich aber nicht ganz untätig sein wollte, nahm ich mir vor, mal etwas an meiner Autorenbiografie herumzukritzeln, da diese ja einen nicht unerheblichen Bestandteil des Daseins eines (selbsternannten) Schriftstellers darstellt. Und meine Herren, war diese Entscheidung ein Fehler.

Statt mich in Ruhe hinzusetzen und ein bisschen darüber nachzudenken, wie ich besagte Autorenbiografie schreiben soll, artete dieses Unterfangen schnell in pure Verzweiflung aus. Was schreibt man überhaupt in eine Autorenbio? Wie schreibt man überhaupt eine Autorenbio? Ist eine Autorenbio biologisch abbaubar? Alles brennende Fragen, die mich davon abhielten, auch nur ein Stück voran zu kommen. Und aus dieser Verzweiflung entstand dann die Idee zu diesem Blogpost, in dem ich Schritt für Schritt zeige, wie ich dieses schier aussichtslose Vornehmen in die Tat umgesetzt habe. (Spoiler: Gar nicht, ich mache das jetzt, während ich diesen Beitrag schreibe und hoffe, dass dabei irgendwas brauchbares entsteht)

Der erste wichtige Punkt ist offensichtlich, aus der dritten Person zu schreiben. Also statt immer nur „ich, ich, ich“ zu schreiben, schreibt man besser immer „er, er, er“. Und dieses „er, er, er“ beginnt am besten mit dem eigenen Namen:

Marcel Michaelsen

Das war einfach. Geht ja doch ganz gut voran. Aber wie jetzt weiter? Beschreibt man, was man tut?

Marcel Michaelsen schreibt Bücher.

Etwas nahe liegend, würde ich sagen. Der gängige Ansatz ist scheinbar, mit dem Geburtsort und -datum zu beginnen und dann dran hängen, wo es einen hin verschlagen hat. Nun, da es mich nie irgendwohin verschlägt, kann man das vielleicht so einbauen:

Marcel Michaelsen wurde 1983 in Menden geboren und hat sein ganzes Leben im Sauerland verbracht. Die Landesgrenzen überquert er selten.

Hm, kann man so machen, denke ich. Alternativ kann man auch erzählen, seit wann man schreibt. Seit man acht Jahre alt war, oder so. Das finde ich persönlich aber ziemlich langweilig und absolut uninteressant. Was kann man mit acht Jahren schon tolles schreiben?
Jetzt wird es schwierig. Interessanterweise scheint es so zu sein, dass den meisten Autoren Selbstbeweihräucherung nicht liegt. Das ist natürlich auch gut so, denn man will ja nicht wie ein arroganter Sack rüberkommen, der sich selbst für unfassbar geil hält. Ansonsten könnte man an dieser Stelle jetzt mit seinen Erfolgen prahlen. Gut, ich habe ohnehin keine Erfolge aufzuweisen, also muss ich mir etwas anderes überlegen. Was wohl ebenfalls gängige Praxis ist, sind ein paar Zeilen über Hobbys oder Erlebnisse. Mal schauen:

Marcel Michaelsen wurde 1983 in Menden geboren und hat sein ganzes Leben im Sauerland verbracht. Die Landesgrenzen überquert er selten. Er guckt gerne Filme..

Ganz ehrlich, irgendwie bringt mich das alles nicht weiter. Also werden jetzt erstmal ein paar Autorenbios gecheckt … Erfolge … hab ich nicht. Bisherige Veröffentlichungen … hab ich nicht. Familie … hab ich nicht. Schulsiche Laufbahn und Abschlüsse … hab ich nicht. Okay, ich habe also nichts. Außer meinem Namen, meiner Geburt und meine Filme. Daraus lässt sich nicht wirklich was machen, fürchte ich. Zumindest nicht, ohne ein bisschen kreativ zu werden. Und das bin ich ja immer gerne. Wenn ich eben über nichts aus der Realität berichten kann, muss es eben etwas Fiktionales sein.

Marcel Michaelsen wurde 1983 in Menden geboren und hat sein ganzes Leben im Sauerland verbracht. Die Landesgrenzen überquert er in der Realität nur selten. Stattdessen hält er sich häufig in erfundenen Welten auf. Einen Großteil seiner Zeit verbringt er damit, die Bewohner dieser fiktiven Welten mit scheinbar ausweglosen Situationen zu plagen und ihnen das Leben zur Hölle zu machen.

So kommen wir der Sache doch schon etwas näher, denke ich. Aber ein bisschen mehr sollte es schon sein. Vielleicht doch nochmal die Filme einbauen? Aber wie? Einfach nur „Er mag Filme“ hinrotzen bringt es ja nicht. Aber vielleicht kann man das zusätzlich hinzufügen, zu den fiktiven Welten.

Marcel Michaelsen wurde 1983 in Menden geboren und hat sein ganzes Leben im Sauerland verbracht. Die Landesgrenzen überquert er in der Realität nur selten. Stattdessen hält er sich häufig in erfundenen Welten auf. Einen Großteil seiner Zeit verbringt er damit, die Bewohner dieser fiktiven Welten mit scheinbar ausweglosen Situationen zu plagen und ihnen das Leben zur Hölle zu machen. Neben Büchern zieht er seine Inspiration auch aus Filmen, von denen er eine recht beachtliche Sammlung im Regal stehen hat.

Das klingt gar nicht so verkehrt. Jetzt vielleicht noch etwas, dass nicht in der Fiktion stattfindet. Wenn ich nicht schreibe, verdödel ich meine Zeit meist im Internet. Das kann man ja auch mal erwähnen.

Marcel Michaelsen wurde 1983 in Menden geboren und hat sein ganzes Leben im Sauerland verbracht. Die Landesgrenzen überquert er in der Realität nur selten. Stattdessen hält er sich häufig in erfundenen Welten auf. Einen Großteil seiner Zeit verbringt er damit, die Bewohner dieser fiktiven Welten mit scheinbar ausweglosen Situationen zu plagen und ihnen das Leben zur Hölle zu machen. Neben Büchern zieht er seine Inspiration auch aus Filmen, von denen er eine recht beachtliche Sammlung im Regal stehen hat. Wenn er sich nicht in fiktiven Welten aufhält, findet man ihn vermutlich beim Prokrastinieren im Internet.

Ich denke, das lasse ich mal so stehen. So kann man auch direkt den Blog und die eigenen sozialen Medien darunter verlinken. Vermutlich sollte das alles überarbeitet werden, sobald ich ein paar Sachen veröffentlicht habe. Und dann kann man vermutlich auch noch über eine zusätzliche längere Bio nachdenken. Aber dafür gibt die Karriere bisher noch nichts her.

Was haltet ihr von der Bio? Wie sehen eure Bios aus? Was steht drin? Und habt ihr auch so zu kämpfen, wenn ihr über euch selbst schreiben müsst?

Erotik vom Feinsten – Stimmt ab für den selbsternannten Schriftsteller

Schon früh in meiner Schreibkarriere habe ich beschlossen, dass ich mich nicht auf ein Genre festlegen will. Okay, so richtig existent ist meine Schreibkarriere ohnehin nicht, also hätte ich das auch genau so gut vor drei Tagen entscheiden können. Aber es war mir halt schon länger klar, dass ich mich lieber so richtig austoben will, anstatt mich in einem Genre festzusetzen. Sowas würde mich schnell langweilen.

Und deshalb habe ich bei einem kleinen Wettbewerb mitgemacht, bei dem es vor allem um Ruhm, Ehre und einen Amazon-Gutschein geht. Überwiegend um den Gutschein, aber jeder fängt ja mal klein an.

Prickelnde Erotik sollte es werden. Um genau zu sein, sollte es nur Erotik sein. Und um noch genauer zu sein, sollte es humorvoller Quatsch sein, der im entferntesten Sinne irgendwas mit Erotik zu tun hat. Also genau mein Thema. Eigentlich nicht, aber man kann es ja mal versuchen.

Und jetzt ist es soweit. Die Geschichte ist fertig und die Abstimmung ist eröffnet. Und ihr könnt mir zu Ruhm, Ehre und dem Gutschein verhelfen, indem ihr für mich stimmt.

Hier geht es zu den Geschichten und zur Abstimmung: KLICK!

Nebenbei ist meine Geschichte absolut jugendfrei, ihr müsst euch also keine Sorgen um „schmutzige Wörter“ machen.  Also gefahrlos lesen, schnell abstimmen und meinen Dank sichern.

Fragen ohne Antwort #164

Es gibt wieder Antworten auf die Fragen von Gina. Dieses Mal ein buntes Wirrwarr aus Themen, wie es sein muss.

1. Wer war dein Lieblingsautor als Kind?

Douglas Adams. Der Anhalter hat mich überhaupt erst so richtig zum Lesen gebracht. Zuvor habe ich mal hin und wieder das ein oder andere Buch in der Hand gehabt, aber bewusst erinnern kann ich mich an keins davon. Die Anhalter-Reihe war die Erste, die ich verschlungen habe und es sind auch die Bücher, die ich am häufigsten gelesen habe. Und seitdem weiß ich immer, wo mein Handtuch ist.

2. Welchen Film hast du als Kind am liebsten geschaut?

Vermutlich was von Disney. „Das Dschungelbuch“ vielleicht. Ich war als Kind aber mehr Fan von den Cartoons im TV. Looney Tunes, Muppet Show, Duck Tales liefen täglich und ich war immer dabei. Kann ich mir nebenbei alles auch heute noch sehr gut angucken. Von wegen, erwachsen werden. Braucht doch keine Sau.

3. Fährst du dieses Jahr in den Urlaub? Wenn ja, wohin?

Wie jedes Jahr fahre ich nirgendwo hin und bleibe lieber in meinem kleinen Kaff, wo ich mich an freien Tagen an den Schreibtisch kette, um endlich mal mehr Schreibarbeit fertig zu kriegen. Nur mit freien Tagen sieht es eher schlecht aus, aber man kann eben nicht alles haben. Und ich spreche aus Erfahrung, denn ich habe gar nichts.

4. Welchen Film hast du öfter als einmal im Kino gesehen?

Tatsächlich keinen einzigen. Zumindest fällt mir keiner ein. Es gibt zwar Filme, die mir dann im Kino gefallen, aber ich bin dann eher jemand, der sich den später auf DVD kauft und sich ins Regal stellt, um ihn nochmal gucken zu können. Mache ich natürlich nicht, aber es ist immer gut zu wissen, dass er da ist.

5. Wem hast du das letzte Kompliment gemacht?

„Gute Fragen, Gina.“ Also Gina. Sonst niemandem.

6. Wem hast du heute etwas Gutes getan?

„Wirklich gute Fragen, Gina.“ Also Gina. Sonst niemandem.

7. Welcher Planet fasziniert dich am meisten?

Frogotron V. Da soll es Froschmutanten geben, die eine eigene Zivilisation in einem Sumpf gegründet haben. Der Anführer ist begeisterter Sumpfballfan und jedes Jahr wird dort die Sumpfballuniversumsmeisterschaft ausgetragen. Da niemand außer den Froschmutanten Sumpfball spielt, ist das Turnier aber eher spannungsarm und es gewinnen immer die Froschmutanten. Nur einmal wurden sie von sich selbst disqualifiziert, weil sie bei der Auslosung der Spiele betrogen haben. Der Sieg wurde den Opossulums von Opossotron zugesprochen, die sich bei der Überreichung des Pokals aus Angst tot stellten.

8. Welchen Namen würdest du einem Stern geben?

Frogotron VI.

9. Was liest du gerade, außer diese Fragen hier?

„Der letzte Ausweis“ von F.M. Esfandiary. Ist zwar nicht so richtig gut geschrieben, wenn man mich fragt, aber es geht um einen Mann im Iran der 1960er, der einfach nur einen Personalausweis beantragen will. Erinnert ihr euch an die Szene aus dem Asterix-Film mit dem Irrenhaus, in dem sie das Formular besorgen sollen? Das Buch ist quasi genau so. Und es ist eine wahre Geschichte. Ein Hoch auf die Bürokratie.

10. Was ist das beste, was du je geschaffen hast?

Vermutlich mein Filmschrottplatz. Ansonsten habe ich noch nicht viel auf die Reihe gekriegt. Mein Fantasy-Roman käme noch in die engere Auswahl, aber da ich mit der Veröffentlichung nicht aus dem Quark komme, betrachte ich das Werk noch nicht als abgeschlossen.

11. Hat dich heute schon etwas zum Lächeln gebracht? Wenn ja, was?

Nein, war ein Kacktag. Mit anderen Worten: Ein Wochentag. Frag mich am Wochenende nochmal.

12. Was hast du heute gutes erlebt?

Nix. Außer dem Feierabend.

13. Einige der kommenden Filme schaffen es nicht ins Kino, sondern sind sofort auf Netflix verfügbar. Was ist deine Meinung dazu?

Die Hollywoodstudios haben keine Eier in der Hose und müllen die Kinos mit den immer gleichen Blockbustern voll. Alles andere läuft nicht mehr, also schiebt man es auf Netflix ab, die sich die Hände reiben. Jetzt kann man natürlich auf den „Netflix macht das Kino kaputt“-Zug aufspringen, oder man kann einfach mal sagen, dass Hollywood zu einem unkreativen Höllenloch ohne Risikobereitschaft verkommen ist, das ganz alleine dafür gesorgt hat, dass das Kino den Bach runter geht. Die Entscheidung überlasse ich anderen. Wenn ich über Hollywood abkotzen will, mache ich das lieber auf meinem Filmschrottplatz. Da gehört mittlerweile ganz Hollywood nämlich hin.

14. Was würdest du sofort tun, wenn du keine Angst vor Fehlern hättest?

Vermutlich jede Menge Fehler.

15. Über welches Gesprächsthema könntest du dich stundenlang unterhalten?

Filme. Habe ich eigentlich schon genug Werbung für meinen Filmschrottplatz gemacht?

16. Wann hast du das letzte Mal darüber gesprochen?

Am Wochenende. Also an den Tagen, wo nicht alles kacke ist. Da kann man sehr gut über interessante Dinge reden. Nicht so wie an Wochentagen, wo man nur über die Arbeit palavert und versucht, sich nicht anmerken zu lassen, wie abgrundtief man das Pissloch hasst, in dem man unterbezahlt den Tag verbringt und sich den Arsch abfriert. Obwohl: Eigentlich weiß jeder, dass ich den Laden hasse. Aber über Filme rede ich da trotzdem selten.

 

Wenn ihr auch Bock habt, Ginas Fragen zu beantworten, findet ihr sie hier.

Fragen ohne Antwort #162

Weg vom unnötigen Sie hin zum persönlichen Du. Wenn Ihnen das nicht passt, hamse halt Pech gehabt.

Dieses Mal dreht sich alles um Bücher. Ein Grund mehr, mal wieder Ginas Fragen ohne Antwort zu beantworten.

1. Nach welchen Kriterien suchst du ein Buch generell aus?

In erster Linie nach Genre. Es gibt da so Dinge, mit denen ich nicht viel anfangen kann. Romantik (weil schnulz), Erotik (obwohl ich unbedingt mal so ein Dinosaurier-Erotik-Buch lesen muss, einfach aus Prinzip), historische Romane (weil mir das meist einfach zu viel Blahblah ist) … Ich mag eher so Sachen wie Fantasy oder Science-Fiction, die sich aber jeweils auch nicht zu ernst nehmen sollten. Hin und wieder tut es auch mal ein Krimi, wenn ich Bock auf Spannung habe.

2. Liest du vertrauensvoll jede Veröffentlichung deiner Lieblingsautoren?

Es sollte ja kein Geheimnis mehr sein, dass mein All-Time-Favorite ganz klar Terry Pratchett ist. Und ich habe durchaus vor, alles von ihm zu lesen. Da es aber nun mal trauriger Fakt ist, dass da nichts mehr kommen wird, spare ich mir die paar Bücher, die ich noch nicht kenne, erstmal auf. Von meiner Nummer 2 Douglas Adams habe ich aber so ziemlich alles gelesen, denke ich.

Ich bin nebenbei aber auch niemand, der einer neuen Veröffentlichung entgegen fiebert und dann nicht abwarten kann. Ich bin da geduldig. Bei Buch wie beim Film wie bei allem anderen auch. Eine Geschichte wird schließlich mit der Zeit nicht schlechter.

3. Welche Freunde dürfen dir Lesestoff empfehlen?

Nur meine imaginären Kumpels, die in meinem Kopf existieren und mit denen ich mich vorm Buchkauf immer abspreche … was sagst du? Ich soll mir endlich die Dinosaurier-Erotik zulegen? … okay, okay, nerv mich nicht, ich setze es ganz oben auf die Liste …

4. Wie weit interessieren dich Buchbesprechungen?

Lese ich mir ganz gerne durch. Vor allem bei Büchern, wo ich eher das Gefühl habe, dass das nichts für mich ist. So kann man die ein oder andere Perle schon mal entdecken. Dinosaurier-Erotik beispielsweise.

5. Und wenn man einfach aus dem Bauch heraus kauft?

Dann kauft man im Bauchladen. Hahahahahha. Tihihihihi. Muhuhuhuhu. Okay, ich höre ja schon auf. Nächste Frage bitte.

6. Wie wichtig ist der Titel?

Mir eigentlich relativ egal. Wobei ein Titel natürlich schon so ein bisschen die Richtung angeben kann. Aber bei Terry Pratchetts Buchtiteln würde man teilweise zum Beispiel auch eher von High Fantasy ausgehen. Kann also auch irreführend sein. Von mir aus kann ein Buch genau so gut „Todesduell“ heißen, oder auch „Jeremy Meiers tödlicher Kampf gegen die Killeropossums von der Venus“. Der Inhalt zählt.

7. Womit dich ein Cover begeistern?

Fehlt da nicht ein Wort in der Frage?

Ich mag moderne Cover ja meist nicht. Mir ist das zu steril und glattgebügelt. Ich mag Cover, auf denen man was entdecken kann. Leider sind die ja ausgestorben, weil man jetzt alles auf den kleinen Vorschaubildern in den Online-Shops erkennen muss. Und deshalb sieht alles gleich aus und man kann es auf den kleinen Vorschaubildern gar nicht voneinander unterscheiden. Tolle Entwicklung. Bleh.

8. Wo und wann liest du am liebsten?

Ganz langweilig abends im Bett. Ich finde sonst einfach nicht die Ruhe zum Lesen. Tagsüber habe ich einfach zu viel Ablenkung, um mich einfach mal hinzusetzen und zu lesen. Da klingelt das Telefon, draußen hämmert jemand an irgendwas rum und schreit, weil er sich auf den Daumen hämmert, dann kommt der Hund rein und will spielen, irgendwo fackelt mal wieder was ab und die Feuerwehr fährt durchs Dorf … wie soll man sich denn da konzentrieren? Ruhe jetzt!

9. Liest du manchmal die ersten Seiten und dann gleich die letzten?

Wer macht denn sowas? Da kann ich mir ja gleich eine kurze Inhaltsangabe durchlesen und fertig.

10. Liest du manche Bücher mehrmals?

Meine Lieblinge auf jeden Fall. Ich habe die ersten Pratchetts mehrmals gelesen und auch von Adams alles schon mindestens zweimal.

11. Liest du, um mehr über das Leben zu lernen oder um es zu vergessen?

Leben? Lernen? Ach, hör doch auf …

12. Identifizierst du dich eher mit makellosen oder fehlbaren Protagonisten?

Makellose Figuren sind die reine Langeweile. Uh, toll er hat alles, kann alles und weiß alles. Wo ist denn da der Konflikt. Verreck halt, du Supertyp. Mir doch egal.

13. Suchst du eine Darstellung der wirklichen Welt, oder flüchtest du in eine fiktive?

Fiktive Welten sind spannender. Von der realen Welt sehe ich auch so genug. Außerdem finde ich es viel interessanter, wenn eine Welt durch die Geschichte eine eigene Form annimmt. Deshalb bin ich auch absolut kein Fan von diesen ganzen Lokal-Romanen, die im immer gleichen Kaff oder der immer gleichen Stadt spielen. Sorry, aber Hamburg ist mir einfach kackegal. Wenn die Welt nicht wirklich wichtig für die Geschichte ist, dann stört es mich aber nicht. Wobei ich selten etwas lese, in der die Welt nicht auch irgendwie eine Rolle spielt. Ich betrachte die Orte und Umgebungen gerne als einen eigenen Nebencharakter, der die Geschichte erweitert. Quasi wie der Erzähler, bei dem ja auch viele nicht so ganz kapieren, dass auch der nur eine Figur ist und nicht der Autor.

14. Welche Stilmerkmale zeichnen deine Lieblingsautoren aus?

Humor, der auf eine eigene Art und Weise der Gesellschaft den Spiegel vorhält und so auf den ganzen Wahnsinn aufmerksam macht, der eigentlich um uns herum abgeht.

15. Ist es dir wichtig, dass schmerzhafte Themen humorvoll abgehandelt werden?

Ja, siehe 14.

16. Oder ist Ernsthaftigkeit unerlässlich?

Nein, siehe 14 und 15.

17. Fallen dir abends nach ein paar Seiten die Augen zu? Oder liest du immer weiter, weil du die Zeit vergisst?

Kommt auf die Geschichte an. Wenns mich nicht packt dann ZZZZZZZZZZZZ. Ansonsten ist Zeit relativ.

18. Kannst du dich stets genau erinnern, an welcher Stelle du aufgehört hast zu lesen?

Durch die Macht des Lesezeichens, ja.

19. Müssen deine Bücher makellos aussehen, oder dürfen sie Gebrauchsspuren zeigen?

Ich kaufe auch viel gebraucht, da kann dann auch mal ein Fleck auf Seite 42 sein, oder ein Knick auf Seite 69. Stört mich nicht, solange man noch alles lesen kann. Ich hatte nur einmal den Fall, wo eine Seite komplett mit Kaffee oder sowas eingesifft war. Das war nicht so geil. Ich trinke keinen Kaffee.

20. Unterstreichen Sie manchmal Passagen in einem Buch?

Nein. Nur bei meinen eigenen Arbeiten, wenn ich überarbeite. Ansonsten finde ich das irgendwie nicht so toll, da ich das Buch eventuell ja noch mal lesen will und dann überall rumgekritzelt wurde. Ich würde dann vor allem wahrscheinlich auch noch überall Notizen an den Rand schreiben, die ich später nicht mehr lesen kann. Sowas im Sinne von „Diese Figur könnte ich in Projekt XYZ auf den Kopf drehen und dann als Antagonist einführen …“ Das alles so klein geschrieben, dass ich hinterher nur noch das XYZ erkenne. Wenn überhaupt. Wer mal meine überall herumliegenden Notizzettel gesehen hat, weiß, was ich meine. Was steht da? Grupfenzupfengru? Was zur Hölle soll das bedeuten?

21. Kannst du dich daran erinnern, wann eine Lektüre dich zum letzten Mal wirklich überrascht hat?

Ja, neulich. Negativ. John Bibles „MEGA“. Ein Buch über einen prähistorischen Riesenhai, der alles frisst, was er im Wasser findet. Nur, dass kaum jemand im Wasser zu finden war. Außer dann am Ende, wo alle im Wasser waren und trotzdem nur so zwei Leute gefressen wurden. Schon ein Kunststück, eine Geschichte über einen Riesenhai so langweilig zu schreiben. Irgendwie hat es mich dann aber doch bei der Stange gehalten, weil ich die Figuren alle so kacke fand, dass ich lesen wollte, wie sie alle gefressen werden. Hätte ich mal vorher gewusst, dass es davon 4 Teile gibt. Dann wäre ich wohl darauf vorbereitet gewesen, dass die fast alle überleben.

Wenn ihr die Fragen ohne Antwort auch beantworten wollt, schaut doch mal bei Gina auf Passion Of Arts vorbei. Ihr dürft sie jetzt auch duzen.

Schreiben wie ein selbsternannter Schriftsteller – Eigene Kreaturen

Wie angekündigt geht es diese Woche um ein wirklich spaßiges Thema. Das Kreieren von eigenen Wesen. Ich finde ja, dass Zwerge, Orks, Vampire und Zombies ziemlich ausgelutscht sind. Das heißt natürlich nicht, dass man sie nicht nutzen kann, wenn es angebracht ist. Aber es schadet absolut nicht, wenn man auch mal was Frisches in den Mix schmeißt. Denn Konfuzius sagt: „Die Mischung machts.“ Und er muss es wissen, schließlich herrscht in so einem konfusen Verstand jede Menge Verwirrung und Abwechslung.

Wir erinnern uns, wie Lord Edgar beim letzten Mal seine Armee von Schlangofanten unter der Führung von Krump losschickte, um das Schloss des Königs abzufackeln. Über die Schlangofanten haben wir also schon ein bisschen was erfahren und das soll uns erstmal reichen. Auf ihrem Weg zum Schloss treffen sie allerdings auf eine andere Rasse, die ihnen nicht friedlich gesinnt ist.

Im Wald der toten Bäume, der so hieß, weil die Bäume und Pflanzen hier wirklich mal etwas Wasser vertragen konnten, herrschte stets eine bedrückende Atmosphäre. Selbst Krump entging diese Atmosphäre nicht, dabei hatte er als Schlangofant absolut nichts für Atmosphäre übrig. Langsam marschierte die Schlangofantenarmee zwischen den abgestorbenen Bäumen und Sträuchern mit dürren Ästen hindurch. Krump hob eines seiner langen Ohren. Ein Knurren hatte seine Aufmerksamkeit erregt. Er hob eine Hand. Die Armee stoppte ihren Marsch.

Im Unterholz lauert also eine Bedrohung. Und hier kommt der schwierige Teil. Wenn man eine Kreatur, ein Wesen, eine Gestalt, oder Ähnliches einführt, dann muss man sich bei der Beschreibung etwas anstrengen, um das Bild im Kopf des Lesers entstehen zu lassen. Jeder hat ein Bild von einem Zombie oder einem Drachen im Kopf. Aber wenn ich von einem gestreiften Krallenwusel spreche, passiert da erstmal nicht viel. Also muss ich dieses Wesen möglichst ausführlich, aber eben auch möglichst aufregend, beschreiben, um ein Bild zu zeichnen, ohne dabei Langeweile aufkommen zu lassen und mich in Details zu verlieren. Und ich will ehrlich sein: Diese Aufgabe fällt mir nicht sonderlich leicht. Aber Übung macht bekanntlich den Meister, also starten wir mal einen Versuch.

Zwei gelbe Punkte erschienen in der Dunkelheit zwischen den toten Bäumen. Die Punkte wurden größer und näherten sich langsam der Armee. Krump zog sein Schwert, das so viele scharfe Kanten und spitze Ecken hatte, dass er sich selbst jedes Mal verletze, wenn er es in die Hand nahm. Dafür bot es sich hervorragend an, um Gegner auszuweiden. Das Augenpaar verließ die Dunkelheit und ein gestreifter Krallenwusel erschien vor der Armee. Der Armee entwich ein erleichtertes Seufzen. Der gestreifte Krallenwusel reihte ihnen gerade bis zu den Knöcheln. Sein schwarz weiß gestreiftes Fell sah so kuschelig aus, dass man direkt versucht war, es als Kopfkissen zu benutzen. An seinen kleinen Pfoten zeigten sich winzige Krallen, die kaum dafür ausreichten, die Haut anzukratzen. Es legte die spitzen Ohren in den Nacken und fauchte. Das Fauchen wirkte nicht gerade angsteinflößend. Einer der Schlangofanten ging auf den gestreiften Krallenwusel zu. Der zeigte seine kleinen spitzen Zähne. Der Schlangofant hob den gestreiften Krallenwusel auf und wog ihn in seinen Armen. Er streichelte ihm über sein kuscheliges Fell. Die anderen Schlangofanten schauten zu und lachten. Dann baute der gestreifte Krallenwusel schlagartig seine Muskeln auf, wuchs zur doppelten Größe heran und biss dem Schlangofanten den Kopf ab. Das Lachen erlosch und weitere gelbe Punkte erschienen in der Dunkelheit.

Man sieht also, der erste Eindruck muss nicht immer der richtige sein. Aber der Eindruck, der beim Leser entstehen soll, muss ausführlich genug sein, um bei ihm ein Bild entstehen zu lassen. Ich denke, das ist mir hier wenigstens so einigermaßen gelungen. Man könnte sicher noch etwas mehr ins Detail gehen, aber ich mag es einfach nicht, wenn die Beschreibungen zu ausschweifend werden, wie ich ja auch schon mal erwähnt habe. Deshalb versuche ich mich immer auf das Wichtigste zu beschränken.

Beim nächsten Mal schauen wir uns dann mal an, wie eine kleine Schlacht in einem dunklen Wald zwischen zwei Phantasiewesen so aussehen könnte.

Wie beschreibt ihr selbst erfundene Kreaturen? Wann wart ihr eigentlich zuletzt alleine in einem dunklen Wald? Und mutiert eure Hauskatze auch manchmal einfach so zum ausgewachsenen Puma?