Dewon Harper ist da!

Nachdem ich es ja schon im letzten Blogpost angedeutet hatte, ist es jetzt soweit:

DEWON HARPERS KRIMINALAKTEN ist jetzt auf Amazon für Kindle erhältlich. Und zwar HIER.

Und das Beste ist: Der Spaß kostet nur 99 Cent.

 

Was macht ein Mann, der seine eigene Geschichte nicht kennt? Er erzählt erst mal alle anderen.

Dewon Harper wird gesucht. Er weiß nicht von wem. Er weiß nicht warum. Die Erinnerung an seine Vergangenheit ist aus seinem Gehirn gelöscht. Als Einwohner einer Stadt wie Lebingen, gibt es sicher schlimmeres, als sein Gedächtnis an die Verbrecher, Volltrottel und den Irrsinn zu verlieren, die diese Stadt regelmäßig heimsuchen. Allerdings tummeln sich in Dewon Harpers Kopf unzählige Geschichten, die sich um diese Stadt und ihre Bewohner drehen:

Müllwagenfahrer und Hippies werden zu Mordermittlern, eine Hitzewelle brütet über der Stadt, ein Künstler verzweifelt auf dem Weg zum Ruhm und ein Leichenbestatter kommt einem Geheimnis auf die Spur.

Während er sich in einem heruntergekommenen Motelzimmer versteckt hält, erzählt Dewon Harper diese Geschichten und mehr über die Stadt Lebingen, in der scheinbar alles möglich ist.

 

Es handelt sich also im engeren Sinne um Krimis mit einer sehr simplen Rahmenhandlung (die aber im weiteren Verlauf der Teile noch ausgebaut werden wird).  Der erste Teil dient erst mal dazu, die Leser an meinen Irrsinn heranzuführen und bietet einen lockeren Einstieg. Hoffe ich. Ganz zufrieden bin ich sowieso nie, aber das ist wohl das normale Problem des Künstlers.

Leider habe ich das Lesestartproblem nicht in den Griff gekriegt und das Buch öffnet sich mittendrin. Da der Amazon Kundendienst absolut nicht hilfreich war und ich selbst einfach zu doof bin, den Fehler zu finden, muss ich wohl damit leben. Aber wäre ja auch eigenartig gewesen, wenn bei mir mal was ohne Komplikationen verläuft.

Wenn ihr den selbsternannten Schriftsteller unterstützen wollt, könnt ihr das Buch HIER kaufen. Viel Spaß beim Lesen.

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Technisches Desaster – Ein Ebook bei Amazon hochladen

Wie ja mittlerweile bekannt ist, bin ich neben meiner Tätigkeit als selbsternannter Schriftsteller auch als technisches Desaster unterwegs und prinzipiell mit einfach allem im ersten Moment komplett überfordert. Das ist natürlich nicht die beste Voraussetzung, um online ein Ebook zu veröffentlichen. Aber gut, da muss ich nun mal durch.

Die ersten Dinge sind selbsterklärend. Titel, Autorenname, ach, guck mal, man kann sogar angeben, ob es sich um den Teil einer Serie beziehungsweise Reihe handelt. Wird zwar nicht immer der Fall sein, aber hier schon. Die Beschreibung, auch Klappentext genannt, habe ich zum Glück schon vorgeschrieben. Und stelle fest, dass die kacke ist. Okay, da muss ich noch mal ran. Umschreib … umschreib … umschreib … ja, das ist besser. Schnell reinkopieren. In 2 Minuten werde ich es wieder kacke finden.

Puh, Stichwörter. Was zum Geier soll ich da bitte eingeben. Ich bin ehrlich: Dieser ganze Kram wie SEO beim Bloggen übersteigt meinen Horizont. Ich kritzel da einfach immer irgendwas rein, das in meinen Augen passt. Oder vergesse es einfach mal komplett. Hier stehe ich vor dem gleichen Problem. Na gut, kritzel ich eben irgendwas rein, wonach sowieso kein Mensch suchen wird. Aber mir fällt bei sowas einfach absolut nichts ein.

Also zu den Kategorien. Nun ist ja das Problem, dass ich mich bei den Kurzgeschichten ein bisschen austobe und die nicht so recht klassifizierbar sind. Aber im engeren Sinne sind es wohl Krimigeschichten. Zumindest größtenteils. Also nehmen wir erst mal das. Leider gibt es doch sehr wenige Unterkategorien. Warum kann ich beispielsweise bei der Überkategorie „Fantasy“ dann auch „Humor“ wählen, bei „Krimi“ aber nicht? Die Auswahl ist da doch recht komisch eingegrenzt. Aber gut, mache ich eben „Krimi“ und dann „Sammlungen“, das passt dann schon. Und weil ich die zweite Kategorie nicht außen vor lassen will, nehme ich zusätzlich noch „Action & Abenteuer“. Das passt so einigermaßen. Das könnte man seitens Amazon aber wirklich mal besser regeln. Gebt mir die unterschiedlichen Überkategorien wie „Fantasy“, „Krimi“, „Liebesroman“ usw. und dann lasst mich komplett frei die Unterkategorien wie „Humor“, „Afroamerikanisch“, „Urban“ usw. selber wählen. Das wird mich in Zukunft immer wieder vor Probleme stellen. Das steht mal fest. Okay, „Afroamerikanisch“ brauche ich vermutlich eher selten, aber wer weiß, was die Zukunft bringt.

Alterseinstufung brauche ich nicht. Wobei ich mich ja ernsthaft immer mal wieder frage, warum es eigentlich für Bücher keine Selbstkontrolle gibt, wie für Filme oder Videospiele. Nicht, dass ich das fordere, aber selbst der brutalste Roman kann ja wirklich von jedem gekauft werden und ob das dann immer so gut ist, weiß ich auch nicht so genau.

Egal. Fertig mit Stufe 1.

Ach nee, das Thema DRM. Ähm, ja … nein … vielleicht. Okay, da muss ich mich erst nochmal reinlesen. Überspringe ich vorerst.

Datei hochladen … warten … warten … warten … 135 Rechtschreibfehler gefunden … WAS!?! Okay, das muss ich mir mal genauer angucken. Ähm, das ist ein Name. Ignorieren. Das ist ein englisches Wort. Ignorieren. Das ist auch ein Name, wie kann das Programm den nicht kennen? Ignorieren. Das Wort habe ich erfunden. Ignorieren. Okay, ich gebe zu, das Wort „Horsd’oeuvre“ hätte ich wirklich nicht benutzen sollen. Die Schreibweise macht mich aus Prinzip kirre. Aber ignorieren. Das Wort wird sicher so geschrieben. Ignorieren. Oh, da habe ich zwei Buchstaben verdreht. Also noch mal zurück in die Datei und korrigieren. Wenn ich schon dabei bin, kann ich auch gleich die Rechtschreibung des anderen Wortes überprüfen, aber ich bin mir absolut sicher, dass es so geschrieben wird. Wird es nicht. Korrigieren. Datei neu hochladen … warten … warten … warten … 138 Rechtschreibfehler gefunden … Häh, wieso sind das jetzt mehr geworden? Das ist ein Name und den hast du vorhin noch nicht als falsch gekennzeichnet. Und wieso kennst du den nicht? Ist ja nicht so, dass es sich um Frexulon III. vom Planeten Grogulom handelt. (Sowas gibt es erst in Teil 4 der Reihe. Ja, Teasen kann ich) Ignorieren. Nach langem Check stellt sich heraus, es ist alles gut. Also alles ignorieren. Zumindest haben wir daraus gelernt, dass, egal durch wie viele Rechtschreibprüfungen man sein Werk gejagt hat, die Rechtschreibprüfung von Amazon setzt immer noch einen drauf.

Das Cover hat zum Glück keine Fehler, denn auf meine Covergestalterin Gorana ist absolut Verlass.

ISBN hab ich nicht und braucht man für ein Ebook auch nicht. Also weiter zu Stufe 3.

Okay, Amazon muss erst noch die Datei verarbeiten und ins Kindle-Format konvertieren. Eigentlich Schwachsinn, da ich es bereits als mobi-Datei hochgeladen habe, aber wer versteht schon den ganzen Technikkram? Ich jedenfalls nicht … warten … warten … warten … ah, fertig.

KDP Select klingt sinnvoll, weil man damit sicher eine breitere Masse erreicht. Also vermutlich so 5 Leute mehr. Man muss eben mitnehmen, was man kriegen kann.

Natürlich lasse ich mein Buch in allen Ländern vertreiben. Wer weiß, wo sich die ganzen ausgewanderten Deutschen aufhalten, die das vielleicht lesen wollen. Und die Japaner lieben Deutsch, also sollte man die nicht ignorieren. Hm, vielleicht sollte ich den Quatsch ausschließlich in Japan veröffentlichen …

Tja, der Preis. Ich bin ja versucht, einfach 12.000 einzugeben. Dann reicht ein verkauftes Buch, um mir erst mal etwas Zeit für weitere Schreiberei freizuschaufeln. Aber das ist wohl etwas übertrieben. Also mache ich es schön günstig, damit die Leute im besten Fall gar nicht groß darüber nachdenken und auf „Kaufen“ klicken. Nebenbei interessant, dass bei den unterschiedlichen Tantiemen auch unterschiedliche Grenzen gelten. Warum kann man sein Buch für 215 Euro verscherbeln, wenn man weniger Tantiemen einnimmt, aber bei mehr ist die Grenze dann 9,99? Irgendwie eine eigenartig große Lücke.

MatchBook klingt durchaus interessant und auch fair, allerdings kann ich an dieser Stelle schon mal verraten, dass – zumindest vorerst – keine Taschenbuchversion geplant ist. Ich glaube einfach, dass sich das in diesem Fall nicht lohnt, da durch die Druckkosten der Preis zu hoch würde. Bei einem Werk mit nur knapp 100 Seiten rechnet sich das einfach nicht. Sollte sich herausstellen, dass die Nachfrage danach doch immens hoch ist, reiche ich das vielleicht dann noch nach.

Und damit haben wir es. Das Buch ist fertig. Und … bleh. Warum zur Hölle öffnet sich das Buch mittendrin und nicht am Anfang? Wer schlägt denn bitte in der Buchhandlung ein Buch auf Seite 142 auf? Also wieder raus das ganze Ding und auf zur lustigen Fehlersuche. Okay, Startpunkt festlegen und wieder hochladen. Und es hat nichts geholfen.

Also wende ich mich an den Kundendienst. Der stellt sich als äußerst hilfreich heraus. Also, er antwortet gar nicht erst. Doch nach ein paar Tagen kommt dann doch mal was und zwar die Erkenntnis, dass der Kundendienst nicht hilfreich ist. Angeblich haben sie das Buch geprüft und festgestellt, dass es sich auf der ersten Seite öffnet. NEIN! TUT ES NICHT, IHR SAFTNASEN! Danke für nichts.

Okay, dann muss ich wohl vorerst damit leben. Vielleicht kommt mir später noch ein Geistesblitz, wie sich das ändern lässt. Ich habe ohnehin mit Komplikationen gerechnet, denn ich bin nun mal ein technisches Desaster. Ein letzter Versuch, indem ich es nochmal hochlade und vorher die Guidelines (oder wie das heißt) rausnehme, kann nicht schaden. Vielleicht klappt es dann. Und wenn nicht, dann ist es eben so.

Welche Probleme hattet ihr bisher beim Hochladen eines Buchs? Und hatte der Kundendienst da auch gerade Mittagspause? Habt ihr das Problem dann selbst in den Griff gekriegt oder einfach das Handtuch geworfen?

Was wäre wenn … Geburtstag

Sarah Ricchizzi hat ein kleines Projekt gestartet, in dem es darum geht, auf einer „Was wäre wenn …“-Idee herumzudenken und dazu etwas zu schreiben. Das Thema diese Woche lautet

WAS WÄRE WENN DU JEDEN TAG GEBURTSTAG HÄTTEST

Nun, ich persönlich würde mich vermutlich erschießen, aber darum soll es jetzt nicht gehen. Die Frage hat mich zu einer kleinen Geschichte inspiriert, die nur vage etwas mit der Grundidee zu tun hat, aber was solls. Hauptsache was geschrieben. Und nein, ein besserer Titel ist mir spontan nicht eingefallen:

365

Tag 1

Kerzenlicht flackerte im Tempel der Reinkarnierten. Billy hatte noch nie so viele Kerzen auf einmal gesehen. 365 Kerzen waren es angeblich. Er versuchte, sie zu zählen. Es war unmöglich. Wie das Zählen der Sterne bei klarer Nacht. Immer wieder verlor er den Überblick und musste von vorne beginnen. Kerzen an der Wand. Kerzen auf der langen Tafel, an der er saß. Kerzen auf dem Altar, vor dem sich in diesem Moment ein Mann in buntem Gewand aufstellte. Der Mann hieß Natalem. Oder zumindest nannte er selbst sich so. Billy konnte sich kaum vorstellen, dass es sein richtiger Name war. Hier im Orden der Reinkarnierten hatten alle ungewöhnliche Namen. Das konnte kaum ein Zufall sein. Der dürre alte Mann neben Natalem hieß Partes. Er hielt eine Schriftrolle in seinen knochigen Händen. Natalem hielt seine Hand auf und wartete darauf, dass Partes ihm die Rolle überreichte. Partes zögerte. Natalem wurde ungeduldig. Nach einem kurzen Geplänkel entriss er Partes die Rolle und schaute den alten Mann böse an.

»Brüder und Schwestern«, lies er laut vor oder rief es einfach so, um die Aufmerksamkeit der Anwesenden Männer und Frauen auf sich zu ziehen. »Begrüßt unser neues Mitglied, Billy.« Die Anwesenden jubelten. »Er hat mit diesem Leben seinen 365. Lebenszyklus erreicht und das muss gebührend gefeiert werden.« Die Anwesenden jubelten. »Und zwar 365 Tage im Jahr.« Die Anwesenden jubelten. »Ich habe alle 365 Leben von Billy recherchiert. Und heute feiern wir seinen ersten Geburtstag.«

Billy hatte immer gerne seinen Geburtstag gefeiert. Einmal im Jahr stand er im Mittelpunkt des Interesses. Den Rest des Jahres beachtete man ihn kaum. Er hatte keine Freunde. Keine Familie. Niemanden. Er hatte nur diesen einen Tag, den er jedes Jahr in einem Restaurant verbrachte, wo die Kellner für ihn sangen, ein Geiger spielte und der Koch ihm persönlich einen Kuchen backte und alle für ihn applaudierten. Diesen einen Moment, einmal im Jahr, genoss er mehr, als alle Tage, Stunden, Minuten und Sekunden seines restlichen Lebens. Und dann hatte er vom Orden der Reinkarnierten erfahren, wo man jeden Tag Geburtstag hat. Er konnte sein Glück immer noch nicht fassen, dass er in diesen elitären Kreis aufgenommen wurde.

Ein großes Buffet wurde von Männern in grauen Kutten hereingebracht und auf der langen Tafel bereitgestellt. Jemand setzte Billy eine Krone auf.

»In seinem ersten Leben war Billy ein großer Herrscher. Ein König. Er regierte mit eiserner Hand und es gab immer reichlich zu Essen.« Natalem machte eine Pause. »Und natürlich Kuchen!«, rief er feierlich.

Ein mehrstöckiger Kuchen wurde aufgetischt. Das erste Stück wurde Billy auf einem silbernen Teller serviert.

»Greift zu«, befahl Natalem.

Die Mitglieder des Ordens griffen zu.

Tag 2

Das Essen des Vortages lag Billy noch im Magen. Er hatte eindeutig zu oft zugegriffen. Aber es war sein Geburtstag und er war gespannt, was man heute für ihn bereitstellen würde.

Natalem nahm seine Pose vor dem Altar ein und kämpfte mit Partes um die Schriftrolle. Der alte Mann war keine Kämpfernatur und ließ sich das Pergament leicht entreißen.

»Heute feiern wir Billys zweiten Geburtstag. Den Zweiten von vielen, die noch folgen werden. Die Planungen für alle Geburtstagsfeiern sind in vollem Gange und jeden Tag wird Billy eine große Überraschung erleben.« Natalem beugte sich zu Partes hinüber. »Wir haben doch kein Schaltjahr oder? Nein? Sehr gut. Das bringt immer die Planungen durcheinander.« Er schaute auf das Pergament in seiner Hand. »In seinem zweiten Leben war Billy ein Bäcker. Jeden Tag backte er frisches Brot und Brötchen und Croissants. Was? Partes meint, damals gab es noch keine Croissants, aber ich liebe Croissants, also bleiben sie gefälligst auf dem Tisch.«

Auf besagtem Tisch standen Körbe voller Backwaren, die für jeden Geschmack etwas zu bieten hatten.

»Und natürlich backte er auch Kuchen!«, rief Natalem feierlich.

Ein Kuchen wurde vor Billy abgestellt. Erdbeere. Billy mochte Erdbeeren. Er schnappte sich das erste Stück.

Tag 42

Billy konnte keinen Kuchen mehr sehen. Er hatte das Gefühl, jede Kuchenvariante mit allen Früchten der Erde bereits mehrmals genossen zu haben. Bananenkuchen für sein Leben als Bananenpflücker. Kirschtorte für sein Leben als Hofnarr, die ihm direkt ins Gesicht gedrückt worden war. Vielleicht war die Idee, jeden Tag Geburtstag zu feiern, doch nicht so berauschend, wie er es sich vorgestellt hatte. Er brauchte eine Kuchenpause.

Natamel las: »Es tut mir leid, aber heute wird nicht groß gefeiert. In seinem Leben als Bettler hatte Billy nichts zu feiern. Er saß täglich mit seiner Blechdose in der Fußgängerzone und wurde von den Passanten angespuckt.«

Billy atmete erleichtert aus. Kein Kuchen. Eine willkommene Pause. Die Mitglieder des Ordens standen auf und stellten sich in einer Reihe auf. Natamel schritt zu Billys Stuhl und schaute ihn an. Er machte komische Bewegungen mit seinem Mund und spuckte Billy ins Gesicht. Die Mitglieder des Ordens folgten seinem Beispiel und bespuckten Billy der Reihe nach. Als das letzte Mitglied ihn angespuckt hatte, war Billys Kleidung triefnass. Angeekelt verließ er den Saal, um sich umzuziehen.

Tag 99

Pure Vorfreude auf jeden anstehenden Geburtstag war Zweifel gewichen. Die letzten Wochen waren eine Mischung aus prunkvollen Festen und qualvollen Erniedrigungen gewesen. Für sein Leben als Bauer hatte Billy einen Kartoffelkuchen bekommen. Sein Leben als Lama führte zu einer erneuten Spucksalve der Ordensmitglieder. An sein Leben als Sittenstrolch wollte er lieber nicht zurückdenken. Nervös schaute Billy zum Altar, wo Natamel und Partes ihr übliches Schriftrollenüberreichungsritual vollzogen. Partes hatte wie üblich das Nachsehen.

»In seinem Leben als streunender Straßenköter hatte Billy selten eine schöne Zeit«, begann Natamel.

Billy vergrub das Gesicht in den Händen. Das konnte nicht gut enden.

»Aber es gab auch gute Tage, wenn ihm der Besitzer eines Restaurants die Essensreste der Gäste überließ. Deshalb gibt es heute Resteessen von gestern.«

Erleichterung. Gestern hatte es Suppe für sein Leben als Suppenkasper gegeben. Billy erinnerte sich, dass er infrage gestellt hatte, ob es sowas wie einen Suppenkasper überhaupt jemals gegeben hatte. Ihn beschlich das Gefühl, dass Natamel sich das alles nur ausgedacht hatte. Vielleicht war er bei seinen Recherchen auf eine Lücke gestoßen und hatte sich etwas einfallen lassen müssen. Billy war froh, dass er sich für Suppe entschieden hatte und nicht für eine qualvolle Bestrafung für einen von negativen Eindrücken geprägten Lebenszyklus.

Partes schlich an Billys Stuhl heran. Im Vorbeigehen flüsterte er etwas, das klang wie »Flieh, solange du noch kannst.«

Billy fand Partes in den Pferdeställen außerhalb des Tempels. Der alte Mann kroch auf dem Boden herum und wühlte im Stroh.

»Was wolltest du mir vorhin sagen?«, fragte Billy.

Partes schreckte hoch. »Du kannst mich doch nicht so erschrecken, du Idiot.« Der alte Mann mühte sich auf die Beine. Sein weißes Haar hing ihm im Gesicht. »Ich habe ein altes Herz. Da kann jeder Schreck der letzte sein.«

»Tut mir leid.« Billy schaute sich in dem Stall um. Bisher war er nicht hier gewesen. Die Mitglieder des Ordens ritten selten aus. Es war ein gewöhnlicher Stall mit Pferden darin, die ruhig ihren Hafer fraßen. »Also, was hast du vorhin gesagt?«

»Dass du abhauen sollst.«

»Warum? Willst du mich etwa loswerden?«

»Nein, ich will dir helfen. Schau dir diese Irren doch mal an. Glaubst du etwa wirklich, dass der ganze Quatsch mit der Reinkarnation wahr ist?«

»Warum sollten sie so etwas erfinden?«

»Na, weil sie irre sind.«

»Das glaube ich nicht. Sie feiern einfach gerne Geburtstag. So wie ich.«

»Meine Fresse, bist du naiv, Junge.« Partes schüttelte den Kopf und kniete sich auf den Boden, um weiter im Stroh herumzuwühlen. »Aber sag hinterher nicht, ich hätte dich nicht gewarnt. Das Schlimmste hast du noch vor dir.«

»Warum bist du hier, wenn du sie für irre hältst?«

»Ich war immer hier. Für mich ist es zu spät. Aber du hast dein ganzes Leben noch vor dir. Vorausgesetzt, du haust ab.«

Billy dachte darüber nach. Ja, die letzten Tage waren seltsam gewesen und nicht jeder Geburtstag war eine fröhliche Erfahrung gewesen. Aber im Orden wussten sie, wie man richtig Geburtstag feiert, wenn es dem Lebenszyklus entsprach.

»Ich denke, ich werde bleiben.«

»Es ist deine Beerdigung.«

»Was machst du da eigentlich?«

»Ich suche Pferdeäpfel.«

»Pferdeäpfel? Wofür?«

»Für dich. Morgen feiern wir deinen Geburtstag als Schmeißfliege.«

Tag 173

Billy kotzte neben sein Bett. Die letzten Tage waren nicht gerade von Festmahlen geprägt gewesen. Sein Magen hatte entschieden, sich gegen die Verdauung der widerlichen Nahrung für Aasgeier, Spinne, Ameise und Mistkäfer zu wehren und sie durch die Speiseröhre zurückzuschicken. Der Gedanke, dass Partes mit seiner Meinung über den Orden nicht ganz im Unrecht gewesen war, rauschte für einen Moment durch Billys Kopf. Er wischte den Gedanken und das Erbrochene an seinem Mund weg. In eine Decke gewickelt torkelte er zum Saal, um seinen Geburtstag zu feiern.

Tag 364

Billy setzte sich vorsichtig auf seinen Stuhl. Die Berührung der Lehne ließ ihn direkt wieder aufstehen. Die Striemen auf seinem Rücken schmerzten. Sein Geburtstag als Sklaventreiber war der absolute Tiefpunkt in einer Reihe von Tiefpunkten gewesen. Seit fast 200 Tagen hatte es keinen Kuchen mehr gegeben. Dafür gab es unendliche Qualen. Billy hatte vor einigen Monaten begonnen, die Tage herunterzuzählen, bis er diese Tortur hinter sich gebracht hatte. Nur noch 2 Tage standen ihm bevor.

Natalem nahm seine gewohnte Position vor dem Altar ein. Nach dem bekannten Zweikampf um die Schriftrolle las er: »Heute ist der letzte Tag der Überraschungen für Billy. Morgen erreichen wir seinen aktuellen Lebenszyklus und es wird ein großes Fest geben, bei dem es an nichts mangeln wird.« Die Anwesenden jubelten. »Aber heute betrachten wir das letzte Leben, das Billy beendet hat. In seinem Leben als Kannibale gab es weder Kuchen noch Obst noch Gemüse. Billy ernährte sich ausschließlich von Menschenfleisch.«

Billy hatte ein flaues Gefühl im Magen. Er musste sich zusammenreißen, um nicht jetzt schon auf den Tisch vor sich zu kotzen.

»Leider haben wir niemanden gefunden, der freiwillig ein Körperteil zur Verfügung stellen will. Also Billy, du musst dir selbst aushelfen.« Natalem zückte ein scharfes Messer. Die Klinge leuchtete im Kerzenlicht. »Und deinen eigenen Arm essen.«

Natalem schritt feierlich mit dem Messer in der Hand zum Tisch und überreichte Billy die Klinge.

»Hier ist nicht zufällig jemand Arzt?«, fragte Billy.

»Nicht in diesem Leben«, sagte Natalem.

Billy schluckte. Im nächsten Leben würde er keinem Orden beitreten. Er setzte zum Schnitt an …

Technisches Desaster – Ein E-Book erstellen

Als selbsternannter Schriftsteller kommt man natürlich irgendwann an einen gewissen Punkt, an dem man sich damit beschäftigen muss, wie man den ganzen Quatsch, den man so verzapft hat, in ein E-Book umwandelt. Da ich nicht nur selbsternannter Schriftsteller, sondern auch ein technisches Desaster bin, stellte sich dieses Unterfangen recht schnell als komplizierte Angelegenheit heraus. Nun würde ich mich selbst ja nicht als komplett doof bezeichnen und mir war bewusst, dass das nicht mit zwei Mausklicks erledigt ist, auch wenn ich mir das bei solchen Sachen immer wieder wünsche. Mir fehlt da einfach die Geduld, wenn es nicht direkt so läuft, wie ich mir das vorstelle.

In einem genialen Schritt der Vorbereitung habe ich mir natürlich mal schnell eine Anleitung heruntergeladen, wie man aus seinem Dokument ein E-Book-kompatibles … nun, Dokument macht. Also mit „Machste hier nen Absatz“ und „machste da HTML“ und dann „schmeißte das ganze in die Ecke und fängst besser von vorne an“. „Und bloß das Inhaltsverzeichnis nicht vergessen.“ „Blah.“ War mir eindeutig zu kompliziert und ich habe nur die Hälfte verstanden. Oder weniger.

Nachdem ich eine Weile so herumgefuckelt hatte, kam mir dann doch der Gedanke, dass das vermutlich einfacher gehen muss. Also musste ein Programm ran, dass dabei hilft, eine E-Book-Datei zu erstellen. Nun ist das Internet ja eine Fundgrube an Kram und Krempel für alles und jeden. Da kann die Auswahl einen schon mal überfordern. Da das Internet zudem natürlich auch der Ort ist, an dem jeder Honk seinen Senf zu einfach allem abgeben muss, helfen auch Bewertungen und Meinungen nicht wirklich weiter, denn am Ende ist einfach alles der geilste Scheiß oder der größte Müll auf dem Markt, je nachdem, wen man eben fragt. Also habe ich ein paar Stunden damit verbracht, nach dem richtigen Programm für mich zu suchen. Also dem Programm, womit die Umwandlung am unkompliziertesten ist.

Ich bin nebenbei ja nicht nur als technisches Desaster bekannt, sondern auch als das personifizierte Chaos. Das bedeutet kurz gesagt, dass ich dann festgestellt habe, dass ich mir vor einiger Zeit bereits ein Programm heruntergeladen hatte, das seitdem auf der Festplatte herumliegt. Alles klar, ein paar Stunden verloren, aber jetzt kann es so richtig los gehen.

Kurz in das Programm hineingefuchst und es geht gut voran. Wenn es eine Sache gibt, die ich mag, dann ein simples Drag & Drop System bzw. Copy & Paste. Und TahTah! Fertig. Speichern und … verdammt, ich habe das Inhaltszverzeichnis vergessen. Kann ja so kompliziert nicht sein, also schnell mal eingefügt. Ähm, wie zum Geier verlinke ich jetzt zu den Kapiteln? Hilfe auf. Diese Hilfedinger sind ja prinzipiell immer unübersichtlich und eigentlich wenig hilfreich. Aber hey, es hat eine Suchfunktion und so wird das dann nach dem Ausprobieren unzähliger Suchbegriffe, die zu meinem Problem passen könnten, doch was. Bis auf die Zeitverschwendung anfangs also alles gar nicht mal so kompliziert. Glücklicherweise habe ich in diesem Fall auch von Experimenten mit Bildern und Schriftarten und was weiß ich was abgesehen und konnte alles einfach so kopieren. Das wird bei späteren Projekten sicher noch das ein oder andere Problem mit sich bringen. Aber darum kann ich mich kümmern, wenn es so weit ist.

So, fertig. Ab in den Previewer mit dem Teil. Les, les, les … Häh, warum hat sich an der Stelle der Text verschoben? Und warum nur auf Handy aber nicht auf Tablets oder E-Readern? Und warum nur auf dieser einen Seite? Vielleicht den Absatz etwas kleiner machen? Jau, funktioniert. Aber jetzt sieht es auf den anderen Geräten irgendwie zusammengeschoben aus. Ein bisschen Feintuning ist gefragt. Eine Leerzeile. Etwas besser. Noch eine Leerzeile. Eine mache ich noch. Eine weitere Leerzeile. Jetzt ist der Text auf dem Handy wieder abgeschnitten. Ich raffe es nicht. Leerzeile weg. Bleibt jetzt so. Schnauze voll.

Und damit ist es geschafft. Das Buch ist fertig. Und wird bald veröffentlicht. Online. Boah nee, das ist ja wieder mit Technik verbunden. Könnte ein weiterer Blogpost werden.

Fragen ohne Antwort #173

Bei Gina gibt es heute urlaubliche … urlaubige …urlaubende … Fragen zum Thema Urlaub. Und das ist für jemanden wie mich, der seit Monaten das Kaff, in dem er lebt nicht verlassen hat, genau das richtige Thema.

1. Fangen wir einfach an: Kaffee oder Tee?

Iiiiih Kaffee.

2. See, Meer oder Schwimmbad?

Iiiiih Wasser.

3. Warst du schon einmal nackt baden? (Nein, die Antwort „Ja, in der Badewanne.“ zählt nicht!)

Iiiiih nackte Menschen.

4. Du bekommst einen Tag, an dem du dich an deinen Lieblingsferienort beamen und dort 24 Stunden tun kannst, was du willst. Wie sähe dieser Tag aus?

Ich bin, wie sich schon herauskristallisiert, kein Urlaubstyp. Mir reicht meine Terrasse, wo ich im Schatten sitzen kann. Ansonsten würde ich aber ganz gerne mal nach Schottland oder Irland. Ich bin bei sowas mehr der Naturtyp. Menschenmassen am Strand gehen mir sowieso nur auf den Sack.

5. Was für eine Szene sollte in einem ultimativen Sommerfilm unbedingt enthalten sein?

Keine Ahnung. Ein Sonnenaufgang? Nee, wartet, ich habs: Ein Sonnenuntergang.

6. „Gestrandet“: Mit welchen fünf Film- bzw. Seriencharakteren würdest du eine Woche auf einer chilligen Ferieninsel verbringen?

Rachel Greene aus „Friends“

April Ludgate aus „Parks & Recreation“

Olivia Dunham aus „Fringe“

Jessica Christopher Day aus „New Girl“

Ellen Ripley aus „Alien“

Die perfekte Mischung aus irren und toughen Frauen, mit denen man auf einer Insel sicher einige spaßige Abenteuer erleben kann.

7. Mit einem davon verstehst du dich besonders gut. Ihr beschließt, einen Tag zusammen zu verbringen. Was tut ihr?

Nacktbaden … ach nee, mag ich ja nicht … VERDAMMT!

8. Aber da wir ja noch Frühling haben, sind diese Sommerfragen sowieso noch viel zu früh gestellt, also… WAS bedeutet für dich „Frühling“ eigentlich?

Das Ende der beschissensten Jahreszeit. Ich hasse den Winter. Es ist saukalt, ich habe durchgehend Rückenschmerzen und würde am liebsten den ganzen Tag zuhause bleiben, weil man draußen bei jedem Schritt aufpassen muss, dass man nicht auf die Fresse fällt. Ja, Erderwärmung ist eine schlechte Sache. Aber wenn dafür die nächsten 100 Jahre der Winter ausfallen würde, hat sie meine volle Unterstützung.

9. Hast du etwas zu Ostern bekommen bzw. etwas für jemanden versteckt?

Wenn ich was verstecken würde, wäre die Gefahr hoch, dass ich es selbst nicht wiederfinde. Also lasse ich es lieber direkt sein.

Warum werden an Ostern eigentlich Eier versteckt? Was zur Hölle hatte Jesus mit Eiern und Verstecken zu tun? Und der Osterhase? Warum versteckt der seine Eier und kann die nicht ganz einfach abliefern, wie die Post? Wobei, die versteckt die Pakete hier teilweise auch einfach um die Hausecke, ohne Bescheid zu sagen. Und dann latscht man nach drei Tagen Regen mal zufällig durch den Garten und findet ein versifftes und durchnässtes Päckchen. Wartet! Ist der Osterhase eigentlich ein Postangestellter? Jetzt wird mir so einiges klar.

10. Hast du ein Ritual zum Frühling, also etwas, dass du tust, sobald das Wetter besser wird, sobald der Jahresrhythmus von Neuem anläuft?

Jedes Jahr wird hier auf dem Land von uns ein Huhn geopfert, um die Sonnengötter linde zu stimmen. Bei der großen Opferungszeremonie trinken wir alle das Blut einer Jungfrau, um die Frühlingsgefühle im Zaum zu halten. Und dann wird öffentlich die Dorfhexe verbrannt, die zuvor in einem fairen Castingverfahren von den erfolglosesten Bauern, mit der schlechtesten Ernte, bestimmt wird. Ist jedes Jahr eine Riesengaudi und am Ende sind alle besoffen. Also wie Schützenfest, nur noch dämlicher.

11. Was ist dir lieber: Zu viel Wind, zu viel Sonne oder zu viel Regen?

Zu viel ist nie gut, aber in dem Fall Wind. Das bisschen Gepuste macht mir nichts aus. Zu heiß oder zu nass ist hingegen einfach kacke.

12. Glaubst du an die berühmten Frühlingsgefühle?

Ja, schon. Aber durch das Jungfrauenblut hab ich die im Griff, wie Frage 10 ja bereits geklärt hat.

13. Nehmen wir an, du lebst in einer Klimazone mit nur einer Jahreszeit. Welche wäre das?

Frühling. Nicht zu warm, nicht zu kalt (also im Idealfall; inzwischen haben wir hier ja 365 Tage im Jahr das gleiche Scheißwetter) und es ist grundsätzlich die Jahreszeit, in der ich am besten gelaunt bin. Also kann das nur die richtige Antwort sein.

14. Und weil die Jahreszeitenfragen so langsam langweilig werden, hier noch was anderes… Wie sieht der Raum aus, in dem du dich gerade befindest? Schildere uns alles!

Zettelchaos auf dem Schreibtisch. DVD-Chaos in allen Ecken. Gerümpelchaos an den Wänden. Zugestaubte Pappkartons, zugestaubte Fernbedienungen, zugestaubte CD-Hüllen. Vor mir ein Laptop, an dem ich das hier schreibe, der ebenfalls mal den Kontakt mit einem Staubwedel gebrauchen könnte. Ja, es ist mein Büro und wer mich kennt weiß, dass es perfekt zu mir passt und ich nur in so einer versifften und chaotischen Umgebung wirklich kreativ sein kann.

15. Wohnst du eigentlich in einem Haus, einer Wohnung oder… ja, wo eigentlich?

In einer Doppelhaushälfte, die seit Kurzem mir und meiner Schwester gehört. Die wohnt aber mit ihrem Freund zusammen. Ich wohne hier mit meinem Vater und die Hälfte der Zeit unserem Hund Knochenkarl.

16. Hast du schon mal darüber nachgedacht, dass irgendjemand durch die Fragen, die du jede Woche hier beantwortest, ein perfektes Charakterprofil über dich erstellen könnte? Stört dich das nicht?

Nachgedacht nicht, aber ist ja recht eindeutig, dass jetzt jeder über die schwarzen Messen in Kenntnis gesetzt wurde, die ich regelmäßig abhalte. Den Rest kann man sich dann wohl zusammenreimen. „Knochenkarl! Lass das Huhn nicht entkommen! Das brauchen wir heute Nacht noch!“

17. Wärst du eher der naturwissenschaftliche oder der geisteswissenschaftliche Typ?

Ganz klar Naturwissenschaft. Wenn ich mir irgendwann ein eigenes Labor im Keller eingerichtet habe, werde ich mich auch näher damit beschäftigen und den Beweis erbringen, dass der Mensch eigentlich vom Frosch abstammt.

18. Hast du Angst vor dem Alter?

Nö. Ich gehe ohnehin nicht davon aus, alt zu werden. Nicht, weil ich vorzeitig sterben werde, sondern weil ich in meinem Labor mittels Selbstexperimenten mit Frosch-DNA eine Jungkur erfinden werde, die mich nicht mehr altern lässt. Wäre natürlich hilfreich, dass demnächst in Angriff zu nehmen. Mit 98 Jahren bringt das dann natürlich auch nichts mehr.

19. Wenn du dir eine Sache wünschen könntest, die du in zehn Jahren in deinem Leben auf irgendeiner Ebene erreicht haben willst, welche wäre das?

Vom Schreiben leben können. In zehn Jahren wird die Antwort sich vermutlich nicht geändert haben.

20. Waren die Fragen diese Woche eigentlich anstrengend?

Nö. Waren recht einfach zu beantworten. Als absoluter Profi in absolut allen Fachbereichen, stellt sowas für mich natürlich absolut kein Problem dar.

Wenn ihr auch Lust habt, euch den Fragen zu stellen, schaut mal bei Gina vorbei.

Deesgehvauoh

Panik macht sich breit im Land von Blogistan. Das Monster Deesgehvauoh ist frei und bedroht den Pöbel. Die Bauern trauen sich nicht mehr aus ihren Häusern. Sie sind nicht sicher, ob sie die Mistgabeln schwingen oder direkt aufgeben sollen. Was wird geschehen? Wird das Monster Deesgehvauoh sie alle in die Flucht schlagen? Oder werden die Bauern all ihren Mut zusammen nehmen und für ihren Platz in Blogistan kämpfen?

Die DSGVO steht vor der Tür und niemand weiß genau, was es damit auf sich hat. Nun, DSGVO steht natürlich für Daten … Schutz … äh … Grüner … Verband … mit Ohren … oder etwas Ähnliches. Irgendwas mit Datenschutz halt.  Und eventuell auch Umweltschutz. Was weiß ich.

Was ich weiß, ist, dass ich mich von der allgemeinen Panik nicht anstecken lasse. Ja, es ist nicht wirklich klar, was da auf uns zukommt. Werden wir demnächst alle auf Millionen verklagt? Werden wir alle zu Sozialstunden bis ans Lebensende verdonnert, weil wir keine Millionen haben? Oder müssen wir gar dem grünen Verband mit Ohren zwangsbeitreten und in Naturparks für die Sicherheit von Elefanten sorgen? Hm, klingt gar nicht so schlecht …

Nein, wir wissen es nicht wirklich. Aber ganz nüchtern betrachtet, war es schon immer möglich, jemandem ans Bein zu pissen, wenn man das denn unbedingt wollte. Sei es nun über Bildrechte, Zitate, Textauszüge oder was auch immer sonst so alles auf unseren Blogs versammelt ist. Ich persönlich kann mir aber kaum vorstellen, dass jemand auf die Idee kommt, sich an kleinen Blogs mit knapp 100 Followern zu bereichern, wenn es da doch viel bessere Möglichkeiten gibt. Zum Beispiel auf einen abgesprochenen Boxkampf wetten. Oder eine Bank ausrauben. Oder Falschgeld drucken, das man dann auf abgesprochene Boxkämpfe verwettet, um es zu waschen.

Deshalb wird sich hier nicht viel ändern. Ja, ich habe die Datenschutzerklärung angepasst. Und ich habe ein paar Zusätze auf der Seite hinzugefügt, damit die Besucher wissen, dass hier ihre Daten gespeichert werden. Aber jedem, der sich im Internet herumtreibt und dabei seine Daten auf irgendeine Art und Weise herausgibt, sollte ja so schlau sein zu wissen, dass er … nun, seine Daten herausgibt.

Ich weiß, dass der ein oder andere sich von der Panik hat anstecken lassen und so haben schon ein oder zwei Blogs, die ich verfolge, ihren Abschied verkündet. Ich hoffe, dass sich das Blogsterben in Grenzen hält. Ich verstehe natürlich, was dahinter steckt. Es drängt sich der Verdacht auf, dass bei dem Beschluss, die DSGVO auf uns loszulassen, nicht an die kleinen Blogger gedacht wurde. Oder sie wurden einfach als nötiger Kollateralschaden akzeptiert. Aber die DSGVO ist an sich vermutlich keine schlechte Sache. Und Panik ist am Anfang immer und dann stellt sich heraus, dass alles doch gar nicht so viel anders ist, als es zuvor war.

Ich hoffe also, euch auch in Zukunft weiter auf euren Blogs und hier bei mir in den Kommentaren anzutreffen. Ich verspreche auch, euch keine Spam-Mails mehr zu schicken und eure Daten nur noch im absoluten Notfall weiterzuverkaufen.