Auf der Suche nach dem ersten Blogpost #5

Zu Teil 4

Suche nach Blogpost

Während ich noch damit beschäftigt bin, blöd zu gucken, höre ich von draußen eine raue Stimme: »Polizei!«
Wenige Sekunden später tritt ein Schuh der Größe 58 ein Loch in die Tür.
»Scheiße«, sagt die Stimme, während das Bein versucht, sich aus dem Loch zu befreien. Nach einiger Zeit gelingt das Unterfangen und die Reste der Tür fallen in den Raum. Im Türrahmen steht ein haariges etwas, dass sich auf den zweiten Blick als Mensch herausstellt. Der lange Bart ruft »Niemand bewegt sich« und betritt zusammen mit den restlichen Haaren den Raum, um sich umzusehen. Hätte er nicht bereits verraten, dass er Polizist ist, würde ich ihn für einen verwirrten Holzfäller halten, der sich im Wald verirrt hat, da durch die ganzen Haare sein Sichtfeld arg eingeschränkt ist.
»Wo ist die Frau?«
»Die hat sich derbe den Arsch verbrannt, also schätze ich mal, sie ist bei der Feuerwehr«, sage ich.
Die Antwort gefällt dem Haarbüschel offensichtlich überhaupt nicht. »Verdammt.« Eine behaarte Hand fuckelt eine Polizeimarke unter dem Bart hervor und hält sie uns vor die Nasen. »Wer seid ihr?«
»Ich bin Reporterin«, sagt Fey, bevor ich eine Gelegenheit kriege, den Polizisten weiter zu verärgern. »Ich recherchiere in einem Mordfall und die Bewohnerin dieser Behausung hat sich bereit erklärt, ein paar Fragen zu beantworten.«
Der Bart grummelt etwas Unverständliches zusammen und steckt die Marke weg. »Die Frau, die hier lebt ist gefährlich. Ich bin schon lange hinter ihr her. Glaubt ihr besser kein Wort. Sie ist eine Betrügerin.«
»Vielleicht sollte sie mal einen Vermieter betrügen, damit sie aus dieser Bruchbude rauskommt«, sage ich.
Die Augen hinter den Haaren schauen mich böse an. »Das ist kein Spiel, Freundchen.«
Ich kapiere mal wieder gar nichts.
»Ihr geht jetzt besser.«
Das lebende Haar lässt keinen Zweifel daran, dass das Gespräch beendet ist und wartet, bis wir die Hütte verlassen haben, bevor er uns hinterher ruft, dass wir die Stadt nicht verlassen sollen, da er noch ein paar Fragen an uns haben könnte.
Ich habe ebenfalls ein paar Fragen, als ich mit Fey zurück zur Stadt gehe. Sie scheint von den Ereignissen völlig unbeeindruckt zu sein.
»Was zur Hölle ist da gerade passiert?«, frage ich.
Fey zuckt nur mit ihren dünnen Schultern und geht weiter.
»Also ich weiß nicht wie oft du schon spontane Selbstentzündungen gesehen hast, aber für mich war es das erste Mal.«
»Mach dir keine Sorgen. Ihr geht es sicher gut.«
»Ob es ihr gut geht ist mir scheißegal. Ich will nur wissen, was hier abgeht.«
Fey bleibt stehen und sieht mir in die Augen. »Glaub mir. Zu diesem Zeitpunkt ist es besser, wenn du es nicht weißt.«
»Was soll das schon wieder heißen?«
»Wenn du bereit bist, wirst du es verstehen.«
»Du klingst wie einer dieser alten Lehrer mit weißem Bart aus einem Kung Fu Film.«
»Ich habe noch etwas zu erledigen. Geh nach Hause und schlafe etwas. Ich komme später vorbei.«
Fey streichelt mir über den Arm und lässt mich in der Fußgängerzone stehen. Ich gehe nach Hause. Vielleicht schaffe ich es ja endlich mal, etwas für den Blog zu schreiben. Schon im Treppenhaus merke ich, dass daraus nichts werden wird. Die Tür zu meiner Wohnung steht offen. Innen herrscht Chaos. Das ist nicht weiter ungewöhnlich, aber es ist eine andere Art von Verwüstung, als sonst. Eine, die ich nicht selbst verursacht habe. Vielleicht sollte ich Nick suchen und ihn bitten, hier aufzuräumen. Ich betrete vorsichtig die Wohnung und schaue mich nach möglichen Eindringlingen um, kann aber nur eine Kakerlake entdecken, die mir unbekannt vorkommt. Wahrscheinlich die Tochter der Kakerlakenfamilie, die unter der Spüle in der Küche wohnt. Ich will mich hinsetzen, um meine Gedanken zu sortieren. Auf dem Weg zum Sessel vernehme ich ein dumpfes Pochen. Es folgt Schmerz am Hinterkopf. Und Dunkelheit.

FORTSETZUNG FOLGT IN TEIL 6

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5 Gedanken zu “Auf der Suche nach dem ersten Blogpost #5

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