Burgersalat

Ich war ja nie jemand der irgendwelchen Trends folgt. Und deshalb bin ich nicht immer auf dem Laufenden, was es denn gerade so neues gibt in der Welt des schwachsinnig Überflüssigem. So ist es für mich auch hin und wieder überraschend, wenn ich auf etwas ganz besonders dämliches stoße, dessen Nutzen für die Menschheit einfach null und nichtig ist. Ihr wisst schon, so Dinge wie Tankinis, Atombomben oder eben neuerdings der Burgersalat.

Ja, es gibt Burger jetzt als Salat. Das heißt, irgendjemand hatte die unfassbar großartige Idee, seinen Burger in kleine Häppchen zu schneiden und in einer Schale zu verrühren, um das pampige Ergebnis dann mit einer Gabel zu genießen. Eigentlich gar keine so schlechte Idee. So wird es für die fetten Blagen einfacher, die gesunden – wenn man davon bei dem Fraß überhaupt sprechen kann – Stücke rauszusuchen und heimlich unter den Tisch zu spucken.

Sinn und Zweck des Ganzen soll es wohl sein, dass man nicht für jede anwesende Person Burger machen muss, sondern jeder, der Lust drauf hat in der Burgersalatschüssel rummatschen darf. Also wenn zu meiner Zeit – und damit meine ich selbstverständlich vor gefühlt zwei Wochen – jemand Lust auf Burger hatte, dann fuhr man eben los und kaufte mal eben 50 Cheeseburger für alle Anwesenden. So kam jeder auf seine Kosten. Und heute darfst du nur noch die letzten Brötchenstücke aus der Schüssel pulen, wenn du nicht schnell genug warst.

Ich frage mich allerdings schon, wer auf diese völlig behämmerte Idee gekommen ist. Ich tippe auf die Herzogin von Überflüssigstan, die eigentlich ins malaysische 5-Sterne Restaurant wollte, aber aufgrund eines Missverständnisses in einem dieser abgeranzten Fast Food Schuppen landete, wo sie einen Burger bestellte. Da dieser beim Reinbeißen drohte ihr das teure Kleid zu versauen, musste Butler Franklin ihr den Fettklumpen in kleine Häppchen schneiden und schon war der Burgersalat geboren.

Das ist nicht, wie man einen Burger essen sollte. Ich bin ja alles andere als ein Fast-Food-Junkie. Meine Besuche in den hiesigen Fressbuden beschränken sich auf eine Hand voll im Jahr – und das ist schon hoch gegriffen. Aber wenn ich schon mal einen Burger esse, dann will ich eben auch einen Burger. Ich will ihn in den Händen halten, mir die Lippen lecken, in den Burger beißen und mich darüber aufregen, dass der gesamte Inhalt auf der anderen Seite aus dem Brötchen gerutscht und auf den Boden gekleckert ist. Das gehört einfach dazu. Sonst ist es kein Burgeressen, sondern nur Essen. Langweilig.

Aus irgendeinem Grund fahren die Leute momentan auf den Burgersalat ab. Aber ich nicht. Ich bin zu sehr Kind geblieben, um sowas gut zu finden. Der halbe Spaß beim Essen ist es doch, sich richtig einzusauen. Was glaubt ihr, warum die Spaghetti erfunden wurde?

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11 Gedanken zu “Burgersalat

  1. Verdammt – da Burger, die ich esse, eh nur aus Brötchen, Fleisch und Käse bestehen dürfen, weil ich Salat verachte (und andere Schlotze – von Ketchup mal abgesehen – die meinen Burger kontaminiert) ist mir der Trend des Burgersalates NIE aufgefallen. Musste eben erstmal googeln, was das überhaupt sein soll. Und ich gebe dir recht – braucht kein Mensch…das ist was für Vorstadtdorfpartys, bei denen die Hausfrauen immer irgendwas tolles mitbringen müssen…aber das ist – schon alleine, weil es eben Salat ist – nix für mich.

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    1. Mir ist dieses Phänomen erstmals an Silvester begegnet. Ich musste dann erst mal eine stundenlange Grundsatzdiskussion darüber führen, warum ich das für völligen Blödsinn halte. Allerdings kamen meine Argumente irgendwie nicht an, weil die Gastgeber natürlich ihren Salat verteidigen mussten. Schön, dass wenigstens wir einer Meinung sind.

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      1. …diese Grundsatzdiskussionen kenne ich. Habe die mal wegen vegetarischer Bouletten führen müssen – egal, wie scheisse der Frass auch schmeckt, der „Hersteller“ verteidigt ihn bis auf’s Blut ^^

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Laber mich voll, ich mag das.

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