Blogparade: Impro-Geschichte

Die singende Lehrerin ist ja die inoffizielle, aber von allen anerkannte, Königin der Blogparaden. Da überrascht es schon beinahe, wenn man von ihr für eine Blogparade nominiert wird, die gar nicht direkt von ihr erdacht wurde. Original stammt die Idee nämlich von Isabelle, die offensichtlich aus Hamburg kommt und für eine unfassbar dramatische Stadt hält. Oder so ähnlich. Was weiß ich. Ich war nie in Hamburg. Aber ich mag auch keinen Fisch, also wäre das wohl eh nicht der richtige Ort für mich, mit all den Fischen und Fischmärkten und Fischmarktschreiern. Andererseits ist es nie verkehrt, etwas über Dramaturgie zu lernen, also sollte ich vielleicht doch mal nach Hamburg fahren. Aber erst im Sommer. Jetzt ist das Wetter da bestimmt scheiße. Also noch beschissener als hier. Apropos hier … wo war ich? Ach ja, Blogparade. Also, es geht um Folgendes:

Eine spontane Geschichte soll geschrieben werden. Ohne groß drüber nachzudenken. Ohne hinterher zu editieren. Und mit 3 vorgegebenen Wörtern.

Da ich im Prinzip sowieso nie anders an irgendeine Geschichte herangehe und mich die singende Lehrerin für einen „begnadeten Schreiber“ hält – vielen Dank dafür – werde ich mich der Herausforderung natürlich stellen.

Die vorgegebenen Wörter sind:

Raumschiff

Mütze

Klingone

Bevor hier jetzt jemand irgendwelche Fan-Fiction erwartet, direkt mal eine Klarstellung: Ich bin kein Trekkie und habe absolut keine Ahnung von dem Universum. Deshalb wird das hier … irgendwas, aber sicher keine Fan-Fiction. Mal davon abgesehen, dass ich Fan-Fiction ohnehin nichts abgewinnen kann. Wir wollen ja nicht vergessen, dass das Grauen namens „50 Shades of Grey“ als Fan-Fiction begann. Wenn uns das eine Sache gelehrt hat, dann: Nix Gutes entsteht aus Fan-Fiction.

 

Laute Schritte hallten von den Wänden in den Gängen der USS Entemitreis wieder. Es handelte sich um ein asiatisches Rationsbeförderungsschiff. Captain Wok stand auf der Brücke und schaute in die weiten des Alls. Unfassbar, wie groß das Universum war. Wie viele Enten mochte es darin geben, die man wunderbar zu einem Drei-Gänge-Menü verarbeiten konnte? Wie viele Reisfelder mochte es auf den unzähligen Planeten geben? Eine Weltraumente schwebte quakend vorbei. Natürlich hörte Wok das Quaken nicht. Im Weltraum hört dich niemand quaken. Was Wok hörte, waren die Schritte, die lauter wurden. Es war ziemlich offensichtlich, dass eine Horde von Weltallpiraten hinter seiner Ladung her war. Die Ladung von asiatischen Rationsbeförderungsschiffen war äußerst beliebt bei den Freibeutern der sieben Weltalle. Reis, Ente und Glückskekse konnte nun mal niemand abschlagen. Wok setzte sich seine rote Mütze auf. Diese Mütze hatte ihm immer Glück gebracht, wenn sein Schiff von Piraten überfallen wurde. Nicht ein einziges Mal war er getötet worden. Er stufte das als Erfolg ein. Seine Besatzung hatte nicht immer so viel Glück gehabt, aber ein paar Verluste musste man immer einplanen, wenn man der Kapitän eines so großen Rationsbeförderungsschiffes war.

Die Tür schwang auf. Früher hatten Piraten gerne die Tür zur Brücke eines Schiffs aufgetreten, um einen besonderen Eindruck zu vermitteln, wenn sie die Brücke stürmten und mindestens drei Unschuldigen die Kehle aufschlitzten. Sie waren äußerst verärgert gewesen, als automatische Schiebetüren auf allen Schiffen installiert worden waren. Kapitän Klingon von den Klingonen war der „verärgerteste Pirat“, wie er immer von sich selbst behauptete. So sah er auch aus, als er die Brücke betrat und mit den Fingern auf drei Unschuldige deutete, die von seinen Klingonenpiraten die Kehle aufgeschlitzt bekamen. Kapitän Klingons Laune schien sich durch das unnötige Blutvergießen etwas zu verbessern.

Das konnte man von Kapitän Woks Laune nicht behaupten. Die asiatische Handelsföderation hatte ihm recht klar zu verstehen gegeben, dass er die Verluste möglichst gering halten sollte, schließlich habe man keinen unendlichen Vorrat an nutzlos rumstehenden Typen in roten Hemden. Wok zog seinen Säbel. Klingon zog sein Sturmgewehr. Woks Besatzungsmitglieder mit intakter Kehle zogen ihre Kampfstöcke, Nunchakus und Essstäbchen. Jede Waffe war erlaubt im Kampf mit den Klingonen. Die zogen ihre Sturmgewehre und eröffneten das Feuer auf ein Handzeichen von Kapitän Klingon hin.

Wok und alle Besatzungsmitglieder sprangen hinter Konsolen in Sicherheit, die glücklicherweise nutzlos genug waren, um das Schiff nicht direkt auf einem fremden Planeten abstürzen zu lassen. Schwarzer Rauch stieg aus den zerschossenen Konsolen auf. Die Feuersalven hörten auf. Wok schaute vorsichtig um die Ecke zu Kapitän Klingon der nicht viel tat außer böse zu gucken und seinen Bart zu streicheln. Wok schaute zu einer Gruppe Besatzungsmitglieder hinüber und gab ihnen ein Zeichen mit der Hand. Die Besatzungsmitglieder schauten ihn verwirrt an. Wok wedelte mit der Hand und machte Zeichen mit den Fingern. Die Besatzungsmitglieder lachten. Wok seufzte. Nie wieder würde er mit einer Besatzung losziehen, die keine Kampfausbildung hatte. Oder er würde ihnen zumindest vorher ein paar Handzeichen beibringen. Er musste die Klingonen wohl im Alleingang besiegen. Wok schlich um die brennenden Konsolen herum, nutzte den aufsteigenden schwarzen Rauch, die flackernden Flammen und böse guckende und nicht auf ihre Umgebung achtende Klingonen als Deckung. Er erreichte den Rücken von Kapitän Klingon.  Wok hob den Säbel. Er ließ ihn wieder sinken. Er war kein Mörder. Er war nur ein ehemaliger Koch, der einmal ins All fliegen wollte. Wie jeder Koch hatte er natürlich eine gute Ausbildung in allen möglichen Kampfkünsten erfahren, damit er Tiere besser zerschnetzeln und zubereiten konnte. Nur wenige Leute wussten, wie Karate bei der Zubereitung von Kugelfisch helfen konnte. Wok entschied sich für Plan B. Er nahm die Mütze ab sprang hoch und stülpte die Mütze über den Kopf von Kapitän Klingon. Der Kapitän stolperte blind herum und brüllte: „Aaaaaahhhhrrrrrggggghhhh … meine Baumwollallergie!“ Alle Waffen wurden auf Kapitän Wok gerichtet. Der stellte sich neben Kapitän Klingon, der jammerte, dass er die ganze Woche Ausschlag auf seiner Stirn haben würde, was sich gar nicht mit seinem Knochenmuster vertrug.

„Ich nehme dir die Mütze ab, wenn ihr versprecht zu gehen.“

„Also gut, aber nimm die Mütze ab!“

Wok nahm Klingon die Mütze ab. „Bitte“, sagte er und setzte sich die Mütze auf.

Klingon kratzte sich im Gesicht und verwuschelte seinen Bart. Er guckte böse. „Das werde ich mir merken. Glaub ja nicht, dass es vorbei ist, Wok. Wir kommen wieder.“ Klingon machte ein Handzeichen und die Klingonen verließen die Brücke durch die Schiebetür. „Verdammte Türen“, grummelte Klingon und verschwand hinter der Schiebetür.

Wok steckte seinen Säbel weg. Er setzte seine Mütze ab. Wieder einen Tag überlebt. Es war ein guter Tag. Er ließ die Leichen durch die Luftschleuse ins All schießen und schaute zu, wie eine Weltallente sie verschluckte. Natürlich hörte Wok das Schlucken nicht. Im Weltall hört dich niemand schlucken.

 

So und jetzt seid ihr dran. Denn laut den Regeln, an die ich mich selbstverstädnlich immer halte in allen Lebenslagen, geben vor, dass ich jetzt auch drei Wörter nennen darf, mit denen dann von mir Nominierte Blogger eine spontane Geschichte hinklatschen müssen.

Man, es ist so schwierig. So viele Möglichkeiten für kompletten Schwachsinn. Mal sehen …

Hier meine drei Wörter:

1. Ein Schloss

2. Ein Teller Spaghetti

3. Ein Rudel Wölfe

Und eine Geschichte schreiben müssen dürfen:

Offen schreiben – Denn Jette schreibt sehr gerne und bloggt täglich. Damit hat sie ganz schnell einen Blogbeitrag fertig.

Michaela schreibt – Denn Michaela schreibt nun mal und darum geht es hier nun mal.

Terrence Horn – Damit auch ein Mann vertreten ist. Außerdem will ich wissen, ob er für so einen Spaß zu haben ist und was er spontan aus dem Quatsch macht, den ich vorgegeben habe.

Wer sonst noch Lust hat, darf die Sache natürlich gerne mitmachen. Bitte verlinkt eure fertigen Beiträge hier in den Kommentaren und bei Isabelle im Ursprungsartikel.

Mehr gibts nicht zu sagen. Ich glaube, ich muss noch ne Deadline hinklatschen. Da die bei allen anderen wohl 2 Wochen betrug, übernehme ich das mal und gebe Zeit bis zum 02.12.2016 um eine Geschichte so spontan wie möglich aus den Begriffen zu machen. Viel Spaß.

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10 Gedanken zu “Blogparade: Impro-Geschichte

  1. Danke für die Ehre. Das ist meine erste Blogparade. Ein bisschen aufgeregt bin ich ja schon. 🙂
    Und danke für die Spaghetti. Ich mag Spaghetti sehr gerne und auch gegen Schlösser und Wölfe habe ich nichts. Im Gegenteil, ich hatte sofort eine Idee im Kopf. Jetzt mache ich mich auf an die Umsetzung, so lange die Idee noch frisch ist.
    Und so ganz nebenbei möchte ich noch sagen, dass mir deine Geschichte wirklich super gefallen hat. Ich möchte jetzt gerne Ente vom Chinesen haben. Mal schauen, ob ich das in naher Zukunft hinbekomme.
    Ganz liebe Grüße

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  2. Wunderbar! Das Ende muss ja wohl in die Literaturgeschichtsbücher als bester letzter Satz einer Kurzgeschichte eingehen! 😀 Aber völlig ohne Star Trek-Grundwissen bist du ja auch nicht, siehe Rothemden! 😉

    Vielen Dank fürs Mitmachen – du hast mich nicht enttäuscht! 😉

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      1. Ach, sieh an… Ich habe ja „Lost“ nicht zu Ende geschaut…

        Kurz noch OT: Ich finde ja, mit dem Namen und der Optik MUSST du geradezu Autor werden/sein! 😉 „Marcel Michaelsen“ – so ein Name geht doch locker von der Zunge und prägt sich ein. Bart und lange Haare – passt auch! Das MUSS! 🙂

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Laber mich voll, ich mag das.

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