Schreiben wie ein Selbsternannter Schriftsteller – Schlacht zwischen Phantasiewesen

Beim letzten Mal waren wir mit den Schlangofanten im Wald der toten Bäume, der seinen einfallslosen Namen nicht zu Unrecht trägt. Und dort stellte sich ihnen ein gestreifter Krallenwusel entgegen, der so niedlich war, dass er direkt einem unvorsichtigen Schlangofanten den Kopf abbiss. Jetzt ist der gestreifte Krallenwusel also zur ausgewachsenen Bestie mutiert und weitere gestreifte Krallenwusel lauern bereits in der Dunkelheit. Ein Kampf ist unausweichlich.

Der gestreifte Krallenwusel spuckte den Kopf des Schlangofanten aus und brüllte die Armee an. Die wich einen Schritt zurück. Hinter ihnen stand bereits der nächste gestreifte Krallenwusel und hatte seine Niedlichkeit abgelegt. Geifer tropfte von seinen spitzen Zähnen. Er fuhr seine scharfen Krallen aus und stand bedrohlich auf dem schmalen Pfad. Neben dem Pfad stellten sich weitere gestreifte Krallenwusel auf und umzingelten die Armee. Die Schlangofanten zogen ihre Waffen.

So, der Aufbau ist gemacht. Jetzt kann die Schlacht also losgehen. Und so eine Schlacht ist immer ein schmaler Grat zwischen Hektik und Kampfwissen. Ich beherrsche beides nicht, was es durchaus schwierig macht. Hier habe ich immerhin den Vorteil, dass nur ein Charakter anwesend ist, der innerhalb der Geschichte wichtig ist. Im Normalfall hat man in einer Schlacht natürlich jede Menge Leute, die alle ihre 5 Minuten Ruhm kriegen müssen und dann wird es richtig schwierig. Aber dazu kommen wir dann irgendwann mal. Jetzt also erstmal Krump und die Schlangofantenarmee gegen die gestreiften Krallenwusel.

Der erste Krallenwusel sprang einen Schlangofanten an. Krump bekam nicht mit, was mit seinem Mitstreiter geschah. Er hob sein Schwert und wehrte einen gestreiften Krallenwusel ab. Ein weiterer bohrte seine Krallen tief in seinen Arm. Krump schwang herum und stieß dem Biest die Klinge seines Schwertes in die Seite. Um ihn herum stürzten seine Mitstreiter zu Boden. Gliedmaßen flogen herum. Gestreifte Krallenwusel sprangen hin und her. Krump schlitzte eins der Monster auf. Ein anderes stürzte sich auf ihn und drückte mit seinen riesigen Pranken auf seinen Brustharnisch. Krump schleuderte seinen Rüssel hin und her auf der Suche nach Luft, während ihm die Bestie die Brust eindrückte. Der Rüssel schwang vergeblich. Der gestreifte Krallenwusel öffnete sein Maul. Er brüllte Krump an. Krump schoss einen Schwall Schlangofantengift aus seinem Rüssel in sein Maul. Jetzt rang der gestreifte Krallenwusel nach Luft. Er stürzte von Krump herunter und fiel neben ihm in den Dreck. Krump beendete sein Leiden mit einem Schwerthieb.Krump stand auf und schaute sich um. Die gestreiften Krallenwusel hatten sich verzogen. Die restlichen lagen in Blutpfützen auf dem schmalen Pfad. Was von der Armee übrig war, steckte seine Waffen weg.

Ich habe das jetzt mal möglichst kurz gehalten. Das versuche ich in solchen Szenen eigentlich immer, weil sie mir so schwer fallen. Ich bin dann immer froh, wenn es vorbei ist. Natürlich hatte ich hier wie gesagt den Vorteil, dass nicht ein Dutzend Charaktere in der Schlacht rumturnen, um die ich mich dann auch kümmern muss. Das wird uns hier im weiteren Verlauf sicher auch noch erwarten. Aber so halte ich mich immer möglichst kurz und versuche durch kurze Sätze ein bisschen mehr Hektik in die Szenen zu bringen.

Nachdem diese Mini-Schlacht also überstanden ist, ziehen die Schlangofanten weiter. Beim nächsten Mal gucken wir uns dann an, wem diese Bedrohung durch die Schlangofanten gilt, wenn wir die Nebencharaktere einführen.

Wie schreibt ihr Schlachten? Seid ihr dabei auch immer gefühlt so überfordert? Und meint ihr nicht auch, dass die gestreiften Krallenwusel unter Naturschutz stehen sollten?

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14 Gedanken zu “Schreiben wie ein Selbsternannter Schriftsteller – Schlacht zwischen Phantasiewesen

    1. Schlachten sind eine für mich noch recht komplizierte Angelegenheit. Ich habe es hier ja klein gehalten. Wenn ich aber (wie angedeutet) eine ganze epische Schlacht mit mehreren wichtigen Figuren gleichzeitig handhaben muss, stoße ich da schnell auf Probleme was Rythmus, Satzlänge und auch die Perspektive angeht. Ist gar nicht so leicht zu meistern.

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      1. Der Versuch ist es wert. Es macht jedenfalls Spaß, es zu schreiben. Nur hinterher steht dann oft viel Überarbeitung auf dem Plan. Zumindest bei mir kann da schon mal der Fokus verloren gehen und ich stelle dann irgendwann fest, dass die gleiche Figur zweimal den gleichen Arm verliert oder sowas.
        Vielleicht ist es sogar einfacher, wenn man sich vorher eine Art Schlachtplan zurechtlegt, an dem man sich orientiert. Also zum Beispiel ! kämpft gegen B, während C gegen D kämpft, dann verliert E im Kampf gegen F seinen Zeigefinger usw. Aber diese Planerei ist nicht so meins. ich korrigiere lieber hinterher.

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  1. Ich wäre damit nicht nur gefühlt, sondern auch tatsächlich überfordert 😅
    Schön mit einer kleinen schlacht^^
    Wobei ich finde, die kurzen Sätze tragen die Hektik nicht so wirklich, ich finde es dann eher abgehackt. Ich finde Hektik wird am besten in langen Sätzen verbreitet, wenn man quasi hne Punkt und komma eine Information nach der anderen aufnimmt und am Ende scvon nicht mehr weiß, was am Anfang passiert ^^

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Laber mich voll, ich mag das.

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