Schreiben wie ein Selbsternannter Schriftsteller – Einführung von Nebencharakteren -Teil 2

Beim letzten Mal (das überraschend lang her ist, wie ich gerade festgestellt habe) ging es darum, einen Nebencharakter völlig unabhängig von den Hauptpersonen einzuführen. Dieses Mal wird es ebenfalls um Nebencharaktere gehen, aber diejenigen, die in direkter Verbindung zum Protagonisten stehen. Ich könnte an dieser Stelle jetzt komplett auf das Leben und Treiben auf dem Burghof eingehen, aber das würde vorerst den Rahmen sprengen, also konzentriere ich mich auf eine Figur.

Prinzessin Alisa lag im Bett und drehte sich auf die andere Seite. Die verdammten Fensterläden waren immer noch kaputt und so schien die Sonne jeden Morgen schon früh in ihr Schlafgemach, um sie zu wecken. Sie zog sich die Decke übers Gesicht und versuchte das Licht zu ignorieren. Wie jeden Morgen gelang es ganz und gar nicht. Sie hatte bereits alles versucht, um die Sonne aus ihrem Zimmer fernzuhalten. Ein Laken vor das Fenster gehangen. Die Sonne drang problemlos hindurch. Ein großes Gemälde von der Wand im Flur vor das Fenster gestellt. Dafür hatte sie von ihren Eltern gehörig einen auf die Krone bekommen. Die Gemälde bedeuteten ihren Eltern sehr viel, bildeten sie doch die Vergangenheit des Reichs ab, indem darauf die ehemaligen Herrscher erstrahlten, die das Land zu dem gemacht hatten, was es heute ist. Natürlich waren auf den Gemälden die Kriegsverbrechen nicht abgebildet, die begangen wurden, um das Land groß zu machen und den Pöbel klein zu halten. Alisa konnte das Sonnenlicht nicht weiter ignorieren und stand auf. Ihr Nachthemd schleifte über den kalten Steinboden, als sie zum Fenster ging. Sie ließ die seichte Morgenbrise durch ihr braunes Haar wehen und gähnte. Ein Hämmern erregte ihre Aufmerksamkeit. Sie schaute herüber zu einem der Fenster auf der gegenüberliegenden Seite des Burghofs. Der Hausmeister und sein Sohn arbeiteten an den Fensterläden vom Speisesaal. Wie hieß der Sohn noch gleich? Paul? Palle? Peter? Ja, das war es. Peter. Alisa kannte ihn schon ihr ganzes Leben lang. Und ihr ganzes Leben lang hatte sie sich von ihm ferngehalten. Prinzessinnen unterhielten sich nicht mit Hausmeistern, wenn es nicht unbedingt nötig war. Alisa hatte das Gefühl, dass heute der richtige Tag war, erstmals ein Wort an ihn zu richten. Sie schaute zu wie Peter ein Hammer aus der Hand rutschte und unten einer Hofwache den Helm zerdellte. Ja, er war genau der richtige Trottel, um ihr behilflich zu sein.

Wie man sieht wird Prinzessin Alisa ihrem Stand gerecht und hat kein wirkliches Interesse daran, sich mit dem Pöbel in Form eines Hausmeisters abzugeben, wenn sie daraus nicht einen Vorteil ziehen kann. Das birgt natürlich eine gute Möglichkeit für Charakterentwicklung im Verlauf der Geschichte. Erstmal will sie jetzt Hausmeistersohn Peter überreden, dass er Fensterläden vor ihrem Fenster anbringt, also quatscht sie ihn auf dem Burghof an:

Der Wachmann entdellte seinen Helm und hielt Peter den Hammer hin. Peter griff nach dem Werkzeug.
„Wenn du noch einmal meinen Helm zerdellst, zerdelle ich dein Gesicht“, sagte er und warf den Hammer über den Hof. „Verschwinde“, schlug er Peter vor.
Peter folgte dem Ratschlag und machte sich auf die Suche nach dem Hammer. Stattdessen fand er ein paar Füße, die sich in Bundschuhen versteckten, die unbequem und eng aussahen.
„Gefallen dir meine Schuhe?“, fragte eine Mädchenstimme.
Peter kannte die Stimme. Er hörte sie täglich, wenn sie Leute herumkommandierte. Ihr ganzer Tag schien daraus zu bestehen, den Menschen auf der Burg Befehle zu geben. Es war ungewohnt, diese Stimme in einem ruhigen und freundlichen Ton zu hören. Peter schaute auf und blickte in ein lächelndes Gesicht. Er hatte die Prinzessin noch nie lächeln sehen. Es war ein Tag voller Überraschungen.
„Willst du meine Schuhsammlung sehen?“
Peter war sich nicht sicher, ob er ihre Schuhsammlung sehen wollte. Aber zu einer schönen Prinzessin sagte man nicht nein und er folgte ihr auf ihr Zimmer. Alisa wühlte in ihrem Schuhschrank herum. Peter wartete geduldig in einer Ecke des Raums und starrte ihr nicht auf den Hintern, den sie ihm entgegenstreckte.
„Weißt du was?“, sagte sie plötzlich und ging zum Fenster. „Das Licht hier drin ist wirklich schlecht. Es ist viel zu hell, um eine Schuhpräsentation zu veranstalten.“
„Ist es?“
„Glaub mir, ich weiß, wovon ich spreche. Jeden Morgen stehe ich vor dem Schuhschrank und kann mich nicht für ein Paar entscheiden, weil in dem hellen Licht alle Schuhe gleich aussehen.“
Peter schielte an Prinzessin vorbei in den Schuhschrank. Ihre Schuhe sahen tatsächlich alle gleich aus. Er hatte nicht das Gefühl, dass das dem Licht geschuldet war. Es gab nur einen Schuhmacher auf der Burg und so trugen alle die gleichen Schuhe.
„Es wäre sicher hilfreich, wenn ich Fensterläden hätte, mit denen ich das Licht dimmen kann.“
„Bestimmt.“
„Vielleicht kannst du mir dabei behilflich sein. Ich habe dich gesehen und du scheinst dich mit Fensterläden auszukennen.“
„Gerne.“ Peter lehnte sich aus dem Fenster, um die Möglichkeiten der Anbringung von Fensterläden zu überprüfen. Er rutschte aus und fiel aus dem Fenster.

Wir haben also ein bisschen was über die Prinzessin erfahren. Sie hat zumindest den Ruf, sich für etwas Besseres zu halten und einen Schuhtick. Ich weiß, sehr klischeehaft, aber ich finde die Idee eines Schuhticks in einer Welt, in der alle Schuhe gleich aussehen, ganz lustig. Außerdem lässt sich damit vielleicht später doch noch was machen, zum Beispiel könnte sie doch ein paar spezielle Schuhe haben, die magisch sind oder sowas. Der Protagonist hat zudem erneut bewiesen, dass er handwerklich unbegabt ist. Aber er wird es natürlich weiter versuchen. Den Wachmann könnte man auch noch nutzen, um ihn immer wieder mit Peter aneinandergeraten zu lassen. Mal schauen, was mir da noch so einfällt.

Stört es euch auch so sehr, wenn euch morgens die Sonne ins Gesicht scheint? Wie handwerklich begabt seid ihr? Und wie viele gleiche paar Schuhe habt ihr?

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Technisches Desaster – Buchsatz erstellen (und ein bisschen Werbung)

Bücher aus Papier? Klingt komisch, aber sowas gibt es noch. In Zeiten der Digitalisierung von … nun, einfach allem, ist gerade das Buch immer noch in seiner haptischen Form beliebt. Leser lieben es einfach, in den Seiten zu blättern und sich am Papier zu schneiden. Dieses Erlebnis kann kein E-Reader der Welt imitieren. Also muss auch ich, als selbsternannter Schriftsteller, mich natürlich damit befassen. Die Arbeit, die im besten Fall ein Verlag übernimmt, bleibt schließlich vorerst komplett an mir hängen. Aber ich mag es ja, mich solchen Herausforderungen zu stellen, obwohl ich oft an diesem ganzen Technikkram verzweifle.

Als erstes lese ich mich logischerweise in das Thema rein und gucke, was es zu beachten gilt, wie man es umsetzen kann und welche Möglichkeiten es dafür gibt. Und ich muss sagen, ich hatte direkt keinen Bock mehr. Wir alle hatten schon mal ein Buch in der Hand, aber habt ihr mal darauf geachtet, wie viele Kleinigkeiten es beim Setzen des Textes gibt? Alles muss stimmig sein und gleichmäßig aussehen. Keine langen Lücken dürfen entstehen. Wörtertrennung sollte an bestimmten Stellen vermieden werden. Absätze müssen auf die Seiten passen. Und was weiß ich nicht noch alles. Jede Menge Kram. Klar, man könnte jetzt natürlich sagen, dass man das Ganze auch einfach auf das Minimalste hinunterbrechen kann und fertig ist das Buch. Ich bin da aber so ein bisschen Perfektionist. Zumindest bis zu einem gewissen Grad, also wollte ich es dann auch wirklich richtig machen.

Wenn es eine Sache gibt, von der ich wirklich absolut keine Ahnung habe, dann ist das Codierung. Ihr wisst schon, dieses C++ und BASIC und Java und Clusterfuck und wie sie alle heißen. Mit anderen Worten: Ich habe in meinem ganzen Leben nicht einmal einen \ geschrieben. Oder diese Klammern gesetzt: {} Ich musste erstmal suchen, wo die sich überhaupt auf der Tastatur befinden. Allerdings braucht man jede Menge Befehle, um den Textsatz zu erstellen. Also hieß es, sich mal schnell damit vertraut machen und absolut nichts zu raffen.

Glücklicherweise fand ich auf Twitter (wo man mir gerne folgen darf) jemanden, der sich komplett der Buchsatzerstellung verschrieben hat und Selfpublishern ein äußerst hilfreiches Toll zur Verfügung gestellt hat. Das wird von ihm auch immer erweitert und ich werde es am Ende dieses Beitrags verlinken. Als Beta-Tester ohne jegliche Ahnung stieß ich aber natürlich auf einige Probleme. Das fing schon damit an, dass meine Texte als kompletter Block ausgegeben wurden. Also auf zur fröhlichen Problemsuche. Wie sich herausstellte, musste ich die Absätze im Programm nochmal extra trennen.

Kein Ding. Hat geklappt. Text steht also. Aber dann beginnt der Spaß erst richtig. Was vielen nicht bewusst ist: So ein Buchsatz besteht aus vielen kleinen Details, die beim Lesen gar nicht auffallen, da sie eben nicht auffallen sollen. Diese Details müssen allerdings in mühsamer Kleinarbeit erstellt werden. Habt ihr beispielsweise schon mal von Gassen gehört? Das sind lange, senkrecht verlaufende Lücken zwischen den Worten, die über mehrere Zeilen verlaufen. Sieht scheiße aus, also muss das weg.
Trennstrich beim letzten Wort auf einer Seite? Muss weg.
Nur ein kurzes Wort in einer Zeile? Weg damit.

Also passe ich den Text immer wieder an, damit sich Wörter, Absätze und alles weitere verschiebt und keine Lücken oder andere störende Dinge entstehen. Durch jede Änderung entstehen natürlich wieder neue Probleme und so musste ich mich langsam von oben nach unten durcharbeiten.

Was ich dabei nicht beachtet hatte, waren die Seitenenden. Denn auch da sollte man natürlich beachten, dass jede Seite auch wirklich voll ist. Manchmal kommt es aber eben vor, dass eine Leerzeile am Ende der Seite steht und schon hat man den Salat. Also musste ich auch da nochmal nacharbeiten. Nach ewiger Textüberarbeitung war es dann aber soweit und das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen. Kurz gesagt: Schon bald wird es Dewon Harper auch in Papierform geben.

Geholfen dabei hat mir das Tool SPBuchsatz, das ihr an dieser Stelle herunterladen könnt. Nebenbei kostet es absolut gar nix. Mittlerweile funktioniert das ganze sogar noch einfacher, als es noch bei der Beta der Fall war und ist eine echte Hilfe für Selfpublisher. Wer also ebenfalls darüber nachdenkt, ein Buch in Papierform herauszubringen, sollte sich das mal ansehen.

18/19

Und wieder geht ein Jahr zu Ende. Die große Zeit der Rückblicke steht an. Alle blicken zurück auf die vergangenen 365 Tage, wovon ungefähr 2 1/2 wirklich erwähnenswert sind. Da mache ich natürlich mit. Also, was war so los in meinem

2018

Es soll ja Leute geben, die am Anfang des Jahres Pläne machen, Vorsätze fassen und Veränderungen anstreben. Ich gehöre definitiv nicht dazu. Für mich ist der Jahreswechsel nur ein „okay, der gleiche Quark wie immer von vorne“. Deshalb hatte ich Anfang des Jahres auch noch keine Ahnung, wie es in meinem sogenannten Autorenleben voran gehen würde. Und so richtig voran gegangen ist es eigentlich auch nicht. Ich haderte ja schon seit ewigen Zeiten damit, endlich mit dem Veröffentlichen zu beginnen, mich mit den ganzen Mechanismen vertraut zu machen, die dafür nötig sind und eine steile Bestsellerkarriere hinzulegen. Natürlich kam dann alles ganz anders.
Nachdem ich den Entschluss gefasst hatte, die DEWON HARPER Reihe als meine Erstveröffentlichung auszuwählen (zu den Gründen werde ich im neuen Jahr mal was hier schreiben, denn da steckten tatsächlich ein paar Gedankengänge hinter), sah der Plan folgendermaßen aus:

Alle 5 Harper Bücher fertig schreiben und überarbeiten und dann nach und nach veröffentlichen. Der Gedanke dahinter war, dass ich so ein bisschen Zeit habe, immer für Nachschub zu sorgen, während ich so alle 2-3 Monate die 5 Bücher veröffentliche. So hätte ich nämlich eine Art Zeitintervall einhalten können, das über die 5 Bücher hinausgeht und auch danach in diesem Veröffentlichungsrythmus bleiben können. Zumindest für so 2 Jahre, bis mich die Arbeit an den Geschichten dann doch wieder einholt. Aber es wäre schon mal eine Art Fundament von Veröffentlichungen vorhanden gewesen. Natürlich kam es anders:

Anfang des Jahres erreichte mich die freudige Nachricht, dass meine Kurzgeschichte ALLES SCHROTT nun doch in einer Anthologie veröffentlicht werden soll und diese schon bald erscheinen würde. Also habe ich den Plan umgeworfen und dachte mir, dass es irgendwie sinnvoll wäre, auch schon was veröffentlicht zu haben, wenn die Anthologie erscheint. Falls die 2 oder 3 Leser der Anthologie Gefallen an meiner Geschichte fänden, bestünde schließlich die Möglichkeit, dass sie nach mehr suchen und dann sollte da auch schon was vorhanden sein.

Also habe ich meine erste Veröffentlichung vorverlegt und die Zweite kurz darauf hinterher geschoben. So war das also im Jahr 2018. Ganz ungeplant kamen die ersten Veröffentlichungen, die sonst wohl erst im Jahr 2019 gekommen wären.

Die bisherigen Veröffentlichungen findet ihr hier.

2019

Für das neue Jahr steht natürlich auch einiges auf dem Plan. Die weiteren 3 Harper Bücher sollen erscheinen. Viel wichtiger ist aber erstmal, dass ich diese dann auch alle als Taschenbücher anbieten will. Ebooks sind zwar schön und gut, aber es schränkt dann doch zu sehr ein und nicht jeder hat da Bock drauf, was ich durchaus verstehen kann. Ich hoffe also, dass ich es schaffe, bis Ende 2019 alle 5 Bücher als Ebook und Printausgabe anzubieten. Der Buchsatz für Teil 1 ist bereits in Arbeit und es geht recht gut voran, also könnte das tatsächlich was werden.

Wenn es irgendwie hinhaut, würde ich auch gerne noch meinen Pre-Apokalypse-Roman raushauen, aber das wäre eine Art Bonus und könnte sich eher ins Jahr 2020 schieben. Ich halte mir aber natürlich alle Möglichkeiten offen.

Außerdem stehen noch ein paar Anthologien aus, in denen meine Geschichten vorhanden sind. Eventuell kommt davon ja auch was in 2019.

Ihr seht also, es ist einiges los und einiges in Vorbereitung und es geht immer nur vorwärts. Wir werden sehen, was 2019 dann wirklich bringt. Vielleicht hält es auch die ein oder andere Überraschung für mich parat. Man weiß ja nie.

Damit verabschiede ich mich auch für dieses Jahr. Wir lesen uns in 2019.

Fragen ohne Antwort #201

Dieses Mal geht es bei den Fragen ohne Antwort um … irgendwie alles so ein bisschen. Immerhin ist Abwechslung garantiert. Also los:

1. Welchen bereits zu Hause gesichteten Film würdest Du gerne einmal im Kino sehen?

Es kommt selten vor, dass ich mir bei einem Film im Nachhinein denke: „Den hättest du besser im Kino auf der großen Leinwand gesehen.“ Es kommt ohnehin selten vor, dass ich überhaupt ins Kino gehe. Die immer gleiche Blockbuster-Grütze zieht mich da nicht hin. Alles schon tausendmal gesehen. Deshalb sind es eher die unbekannteren Filme, die ich gerne im Kino sehen würde, die da aber natürlich laufen, da das Disney-Monopol und die 2-3 übriggebliebenen anderen Studios die Kinos mit ihrem immer gleichen langweiligen, uninspirierten, CGI-überladenen Actiongetöse zumüllen und daneben kein Platz mehr ist. Aber lassen wir das. Für das große Filmabgekotze könnt ihr auch meinen Filmschrottplatz besuchen. Der erste Film, der mir bei dieser Frage einfällt, ist: THE FALL von Tarsem Singh. Nicht nur, dass der Film eine tolle Geschichte über das Geschichtenerzählen erzählt, er bietet auch einen ganzen Haufen fantastischer Bilder. Selten war der Ausdruck „Every Frame A Painting“ so treffend.

Da der Trailer zu viel spoilert, poste ich hier mal eine Szene, die einen guten Eindruck davon macht. Ich kann nur jedem empfehlen, sich den Film anzuschauen. Ein Meisterwerk. Und ich nutze diesen Ausdruck wirklich selten:

2. Welches ist Dein Lieblingsbrettspiel? 

Ich spiele nicht oft Brettspiele, aber alle Jubeljahre mal, treffe ich mich mit ein paar Kollegen für ein paar Runden RISIKO. Und als taktisches und strategisches Genie, kann ich voller Stolz verkünden, dass ich sogar schon mal gewonnen habe. Genau einmal. Ich habe also alles erreicht, würde ich sagen. Früher haben wir auch hin und wieder mal DIE SIEDLER VON CATAN gespielt und als siedelnder Fachmann kann ich voller Stolz verkünden, dass ich da nie gewonnen habe. Aber gibt es beim Siedeln wirklich einen Gewinner?

3. In welchem Land das Du besucht hast, konntest Du mit der dortigen Küche am wenigsten anfangen? 

Ich reise quasi nie. Ich war mal in Schweden, Holland und mal auf Klassenfahrt in Kroatien. An das Essen kann ich mich nicht mehr erinnern. War zu sehr damit beschäftigt, mich sinnlos zu besaufen.

4. Welches Album hat Dich am meisten geprägt, oder ist für Dich einfach gesagt, das beste aller Zeiten? 

Das gleichermaßen kreative, experimentelle und irgendwie auch teils irre Album Queen II der besten Band aller Zeiten Queen. Das Album teast wunderbar an, was man in späteren Jahren noch von der Band erwarten konnte.

5. Nenne bis zu 5 Konzerte, die Dir besonders in Erinnerung geblieben sind.

Ich musste jetzt erstmal überlegen und bin zu der Antwort gelangt, dass ich nichtmal 5 Konzerte in meinem Leben besucht habe. Ich bin kein großer Konzertgänger. Die Bands, die ich wirklich live sehen wollen würde, existieren nicht mehr. Mit einer Ausnahme: Rammstein. Die schaue ich mir im Mai an. Das wird mir vermutlich in Erinnerung bleiben, wenn es dann soweit ist.

6. Poste ein Musikstück, das Du total hypnotisierend findest. 

Da kommt natürlich nur eine Band in Frage:

7. Achterbahn, Bungee Sprung, Tandem-Fallschirmsprung, Paragliding, Drachenfliegen, Tiefseetauchen oder im Biergarten sitzen?

Achterbahn: Zu schnell

Bungee: Zu hoch

Paragliding und Drachenfliegen: Zu höher

Fallschirm: Viel zu hoch

Tiefseetauchen: Zu tief und nass

Biergarten: Zu voll

Ich bleibe zu Hause.

8. Wir gehen nur nach Äußerlichkeiten. Wer ist für Dich aktuell der/die attraktivste Prominente? 

Dieses WIR schließt mich nicht wirklich mit ein, denke ich. Klar, auch ich erkenne bei Personen an, wenn sie schön und attraktiv sind, aber ich bin lange aus dem Alter raus, wo das für mich irgendeine Rolle spielt (wenn es das überhaupt mal irgendwann getan hat). Mal davon abgesehen, beschäftige ich mich nicht mit der sogenannten Prominenz. Die haben auch nur einen an der Waffel, wie wir alle. Wenn ich aber eine Antwort geben müsste, sieht die seit über 20 Jahren gleich aus: Jennifer Aniston. Die Frau war, ist und bleibt einfach attraktiv.

9. Wieviele der folgenden Menschen kennst Du in etwa persönlich? (Mindestens die Bezeichnung „Bekannter“ muss zutreffen. „Habe ich mich mal unterhalten“ reicht nicht.)
– Veganer 
– Homosexuelle
– Flüchtlinge
– Künstler
– Wutbürger

Wenn man es genau nimmt, alles außer Homosexuelle. Zumindest fällt mir da momentan niemand in meinem Umfeld ein. Ich habe in der Vergangenheit hin und wieder mal einen mit einem homosexuellen Männerpaar gehoben, die im selben Haus wie mein Cousin wohnten. Aber das ist gefühlt Ewigkeiten her. Flüchtlinge beziehe ich hier auch eher auf die Vergangenheit. Von der „aktuellen“ Flüchtlingswelle kenne ich niemanden. Wutbürger ist auch eher schwammig. Ich kenne ein paar Leuten mit eigenartigen Ansichten, aber niemanden, der Leute durch die Straßen jagt oder Gebäude abfackelt.

10. Kommen wir zu europäischen Hauptstädten
– Die schönste?
– Die erlebnisreichste?
– Die angenehmsten Menschen? 
– Musst Du unbedingt noch besuchen?
– Würdest Du auswandern?

Antwort auf alle: Lebingen.

11. Hast Du eine Phobie?

Akrophobie, besser bekannt als Höhenangst. Und die ist ziemlich ausgeprägt. Ich werde schon nervös, wenn ich auf einem Stuhl stehe.

12. Bist Du tätowiert? 

Nein. Hatte ich auch nie wirklich das Verlangen nach. Wenn mir wirklich etwas einfallen würde, bei dem ich weiß, dass mir das mein Leben lang etwas bedeuten wird, würde ich es vielleicht machen, aber mir einfach irgendwelchen Quark auf die Backe stechen lassen, nur weil mir gerade jetzt das Motiv gefällt, ist nicht meine Welt.

13. Glaubst Du, dass eines Tages die Menschheit frei von Religion sein wird? 

Natürlich nicht. Genau so wenig, wie sie jemals frei von Politik sein wird. Schließlich braucht die Menschheit immer etwas, weswegen sie sich völlig sinnlos die Köpfe einschlagen kann. Deshalb wird es auch immer Fußballfans geben.

14. Welches komplette Album hast Du Dir zuletzt gekauft/gedownloaded?

In Zeiten des kostenlosen Musik-Streamings ist das seeeeeeeeeeeeeeeeeeeehr lange her. Kann mich nicht erinnern. Es ist aber nicht so, dass ich nicht gerne immer noch Alben höre, anstatt einfach irgendwelche Playlists zusammenzustellen. Aber Musik kaufen steht bei mir schon lange nicht mehr an. Ich gebe mein weniges Geld lieber für Bücher und Filme aus.

15. Filmabend bei Dir zu Hause? Was bietest Du Deinen Gästen an?

Eine große Auswahl an Filmen auf DVD und BluRay. Mittlerweile über 1000 Streifen aus allen Jahrzehnten und allen Genres.

 

Under Costruction – November 2018

Viel Kleinarbeit stand im November an:

BLOG

Die Idee für einen neuen Fortsetzungs-Blog-Roman nimmt Formen an. Ich bin mir nur noch nicht ganz sicher, wie genau ich das aufziehen soll. Und wann ich es schreiben soll. Da ich selbst am Ende des Jahres keinen Urlaub haben werde, fehlt mir momentan einfach die Zeit, um das ganze dann mal anzugehen. Aber das wird schon irgendwann werden. Der Plan ist jetzt einfach mal, so früh wie möglich im neuen Jahr mit der Geschichte hier anzufangen und dann wird man sehen, wo die Reise hingeht.

INSPIRATION

Irrenanstalten. Ich war selbst nie da. Es mag zwar so wirken, dass ich ganz extrem einen an der Waffel habe (und das ist auch ganz sicher der Fall), aber immer noch soweit unter Kontrolle, dass ich mir einen Aufenthalt in einer Anstalt ersparen kann. Und ja, ich weiß, dass da nicht nur Leute herumhängen, die sich für Paviane halten oder glauben, dass die Erde eine Scheibe ist, sondern welche mit ernsthaften Problemen. Aber die lasse ich mal außen vor, wenn ich darüber nachdenke, eine Geschichte in der Anstalt von Lebingen anzusiedeln, wo die wirklich Verrückten einziehen. Also eher die – nennen wir es – hollywoodeske Version einer Klapsmühle. Wie genau diese Geschichte aussehen wird, weiß ich noch nicht, aber ich glaube, das Setting bietet einen Haufen Möglichkeiten, mich so richtig auszutoben.

GESCHICHTEN

Nachdem ich endlich den ersten Entwurf zu meinem Pre-Apokalypse-Projekt beendet habe (das durch zu viel Arbeit im Sommer etwas ausgebremst wurde und eigentlich schneller fertig sein sollte, aber das Leben holt einen dann eben oft einfach ein und irgendwie muss ich ja hin und wieder auch mal Geld verdienen, bis ihr alle meine Bücher kauft und mich reich macht), steht gerade eine eher anstrengende Phase an. Sehr viel Kleinarbeit bestimmt momentan mein sogenanntes Autorenleben. Neben der Überarbeitung mehrerer Geschichten steht dabei vor allem die Erstellung des Buchsatzes für die Dewon Harper Taschenbücher auf dem Programm. Das Schreiben selbst bleibt dabei leider sehr auf der Strecke, dabei ist das ja eigentlich der spaßige Part. Aber das gehört nun mal dazu. Ich hoffe jedenfalls, dass ich möglichst früh im neuen Jahr die Dewon Harper Taschenbücher nachliefern kann. Bis dahin dürft ihr natürlich auch gerne weiterhin die Kindle-Variante für nur 99 Cent erstehen. Hier gibt es Teil 1. Hier gibt es Teil 2.

Fragen ohne Antwort #198 – Teil 2

Weiter geht es mit der Beantwortung von Ginas Fragen ohne Antwort. Teil 1 habe ich letzte Woche hier beantwortet. Dieses Mal geht es um Horror, Killer und andere nette Dinge:

11. Du hast die Möglichkeit, für einen Monat ein Tier zu sein: Würdest du sie nutzen? Warum? Welches Tier wärst du? 

Ich mag zwar Tiere (für gewöhnlich mehr als Menschen), außer es sind eklige, blutsaugende Insekten (die, wenn ich näher darüber nachdenke, am meisten Ähnlichkeit zu Menschen haben; ich bin wohl ein kleiner Misanthrop), aber eins sein muss ich nun wirklich nicht unbedingt. Ich bleibe Mensch und hasse meine Spezies einfach so weiter. Das macht mehr Spaß.

12. Du verlierst all deine Erinnerungen bis auf eine Einzige. Wäre das schlimmer als komplett ein komplett gelöschtes Gedächtnis? 

Kommt wohl auf die Erinnerung an, die bleibt. Wenn es eine positive ist, warum dann nicht behalten. Wenn es eine negative ist, könnte ich darauf natürlich auch gerne verzichten. Im Endeffekt wäre es aber sicher ganz lustig, einfach alles auf (ungefähr) Null zu setzen und Erfahrungen nochmal zu machen. Vielleicht lernt man was neues oder stellt fest, dass man sich nicht mehr in bestimmten Situationen wie ein Vollidiot verhält.

13. Wohin würdest du gehen, wenn du aufgrund von undefinierten nicht hinnehmbaren Ereignissen in deinem Land plötzlich das Bedürfnis hättest, es zu verlassen? Würdest du es überhaupt verlassen? Würdest du bleiben und Widerstand leisten? Wie?

Ich bin ja kein großer Reisetyp und so spontan fällt mir kein Land ein, in das ich „auswandern“ würde. Also bleibe ich wohl und leiste Widerstand. Der sieht vermutlich ungefähr so aus, dass ich zuhause bleibe und weiterhin rumgammel wie bisher. Vielleicht nehme ich die Mühe auf mich und hänge ein Revolutionsbanner aus dem Fenster. Ja, ich bin ein echter Kämpfer!

14. Als du eines Abends nach Hause kommst, klebt ein Zettel an deiner Tür, auf dem mit roten Buchstaben „Gefahr! Rette dich!“ steht. Du betrittst deine Wohnung und findest einen blutroten Handabdruck an der Wand deines Flurs. Wie fühlst du dich? Was sind deine nächsten Schritte?

Klingt ziemlich gestellt. Wer würde sowas schreiben und meine Wand beschmieren? Der Sache muss ich natürlich auf den Grund gehen, um dem Verursacher den Eimer Farbe in Rechnung zu stellen, mit dem ich die Wand neu streichen muss.  Also kontrolliere ich Größe und Form des Handabdrucks und stelle so fest, wem die Hand gehört. Vielleicht mache ich noch eine Geschmacksprobe, um herauszufinden, womit die Wand beschmiert wurde. Schließlich kann das ebenfalls einen Hinweis darauf geben, wer hier rumgesaut hat. Nicht jeder mag Himbeersirup und nicht jeder hat rote Wassermalfarbe zuhause. Die Handschrift auf dem Schild dürfte mir dann endgültig verraten, wer der Täter war. Okay, zugegeben, eigentlich würde mir das alles nicht wirklich weiterhelfen, denn ich weiß nicht, wer Himbeersirup mag und kenne von niemandem die Handschrift auswendig. Vermutlich lasse ich den Handabdruck einfach, wo er ist und mache weiter wie gewohnt.

15. Was bedeutet „Horror“ für dich?

Langweilige Menschen, die nur über langweilige, belanglose und vor allem mich absolut nicht tangierende Themen quatschen und einen damit unendlich vollsülzen. Ihr kennt das sicher: Diese Momente, in denen man denkt, die Zeit steht still und man muss sich jetzt für den Rest der Ewigkeit Gequatsche über irgendwelchen uninteressanten Scheiß anhören. Da kriege ich jedesmal innerlich die Krise und versuche dann auch noch so zu tun, als würde mich die Kacke interessieren. Es ist die Hölle.

16. Wärst du eines dieser Horrorfilm-Wesen, vor denen die Helden eines Films davonrennen: Wen/Was würdest du darstellen und wie würdest du töten? Was wäre deine Hintergrundstory?

Nachdem ich zulange mit belangloser Scheiße vollgesülzt wurde, entwickelte ich mich zum Psychokiller, der langweilige, andere vollsülzende Leute mit Büchern voller spannender Themen erschlägt.

17. Würdest du eher ein dunkles verwunschenes Labyrinth durchqueren, um zu deinem Ziel zu gelangen oder durch einen dunklen gespenstischen Wald gehen?

Generell beides interessant. Aber mein Orientierungssinn ist die absolute Katastrophe, also würde ich wohl niemals aus einem Labyrinth wieder herausfinden. Ich meine, ich lebe seit fast 30 Jahren in diesem Ort und weiß immer noch nicht, wie man zu der ein oder anderen Straße kommt. Ich nehme also den Wald. Gespenster stören mich ohnehin nicht. Ich habe nie verstanden, was die einem groß antun sollen. Sollen sie halt durch Wände schweben und „Buhu“ machen, zu mehr sind sie ohnehin nicht imstande.

18. Wenn alle zaubern könnten: Wo wären die Grenzen der Magie?

Wenn man davon ausgeht, dass auch Magie an ein Naturgesetz gebunden wäre, gäbe es sicher Grenzen, aber wo genau die liegen würden, kommt darauf an, um was für eine Art von Magie es sich handelt und was man damit anstellen kann. Ich glaube ja, dass Magie schon lange das Ende der Menschheit gebracht hätte. Stellt euch mal vor, die ganzen Politiker könnten zaubern. Die hätten sich schon alle gegenseitig abgeschlachtet und bereits der erste Krieg in der Geschichte der Menschheit, wäre vermutlich unser Ende gewesen. Gut für uns, dass es keine Magie gibt. Für die Erde vielleicht nicht so gut. Die käme wohl besser ohne uns klar.

19. Würdest du eher altgriechisch, Latein oder keltisch sprechen? 

Ähm … keltisch … klingt zumindest von der Auswahl am interessantesten. Da ich aber schon seit Jahren daran scheitere, endlich mal Spanisch zu lernen, was ich mir irgendwann mal fest vorgenommen hatte, liegt Keltisch in ganz weiter Ferne.

20. Auf einer Skala von 1(eeeaasyyy) bis 10 (krass!): Wie zeitaufwendig und kompliziert waren diese Fragen?

Da einige Fragen durchaus Platz für Ausschweifungen und zum drüber Nachdenken anregen, würde ich mal sagen: 7.