Livingon – Day One 2

LIVINGON #1.2 – DAY ONE PART 2 – JAN 2020

 

Ein lautes Dröhnen. Ein heller Lichtschein. Umherfliegender Beton. Alison Conarys Erinnerung beschränkte sich auf diese Fetzen, deren Überreste um sie herum lagen. Staub. Steine. Stille.

Eine Hand streckte sich ihr entgegen. Sie zog Alison aus den Trümmern. Eine warme Decke. Wasser. Ausruhen. Sich erinnern. So viele Fragen …

 

Der Besuch beim Bäcker gehörte für Daxton Scott zu einem gelungenen Morgen, wie ein Blick auf die See, die vom Sonnenaufgang in einen roten Schimmer getaucht wurde. Er riss sich von dem Anblick los und betrat die Bäckerei.

Die Frau, mit der er zusammenstieß, ging wortlos weiter.

»Der junge Stiff Baker«, krächzte eine alte Frau über ihre Kaffeetasse hinweg und wedelte mit ihrem Gehstock in die Richtung des jungen Bäckers hinter der Theke.

»Ich heiße Steve.«

»Hätte nie gedacht, dass ich das noch erlebe. Als Kind war er immer so tollpatschig.«

Daxton nickte und beeilte sich, seine Bestellung aufzugeben, bevor er die Lebensgeschichte von Steve Baker anhören musste. Er kannte sie auswendig. Die Frau erzählte sie jeden Morgen. Vermutlich stimmte weniger als die Hälfte davon. Steve hatte es sich abgewöhnt, sie zu korrigieren.

Es grenzte an ein Wunder, dass Alison die Explosion unversehrt überstanden hatte. Die anderen Beteiligten hatten weniger Glück gehabt.

»Von Frank Hennigan fehlt jede Spur«, erklärte Polizeichef Carlton Blake. »Auf dem Dach gegenüber wurde ein Arm gefunden. Wir konnten noch nicht feststellen, ob er Frank gehörte.« Er holte einen Notizblock hervor. »Also, was ist passiert?«

»Das Gebäude ist explodiert.« Alison wusste nicht, was Blake von ihr erwartete. Woher sollte sie wissen, was genau geschehen war. Sie war nur zufällig auf dem Dach eines explodierenden Gebäudes gewesen. Im Nachhinein hätte sie sich lieber woanders aufgehalten.

»Sehen Sie, das ist seltsam, Miss Conary. Das Gebäude stand leer. Ich frage mich also, was die Exposion verursacht haben könnte. Erinnern sie sich an gar nichts? Keine Details? Etwas außergewöhnliches? Geräusche? Gerüche? Irgendetwas, das uns weiterbrigen könnte?«

Alison schüttelte den Kopf. Blake steckte den Notizblock weg, ohne etwas aufgeschrieben zu haben.

»Ich kann Sie zurück zur Akademie fahren, wenn sie wollen. Vielleicht fällt Ihnen unterwegs doch noch etwas ein.«

Alison schaute sich die Überreste des Gebäudes an und nickte.

 

Die Hunde begrüßten Daxton mit fröhlichem Schwanzwedeln im Tierheim. Vögel zwitscherten und flogen eine Ehrenrunde. Der Leguan ignorierte ihn. Lillian Gillan begrüßte ihn mit einem Chamäleon auf dem Arm.

»Da bist du ja endlich.« Lillian stellte sich Schulter an Schulter mit Daxton. »Carl ist heute sehr anhänglich und ich muss draußen das Lama füttern.«

Das Chamäleon kletterte auf Daxtons Schulter und schielte auf die Kaffebecher. Lillian schnappte sich einen davon, bevor ihr das Chamäleon oder ein anderes Tier ihr Frühstück wegschnappte und verschwand durch die Hintertür.

Daxton schlürfte seinen Kaffee. Er taumelte durch das wedelnde Hunderudel und wich Vogelkot von oben aus. Dabei übersah er die Frau, die das Tierheim betrat und verschüttete seinen Kaffee über ihre Bluse. Die Hunde eilten neugierig herbei.

Miss Creston trat mit ihren Schlangenlederstiefeln nach dem Hund mit der Zahnlücke, der ihr den Kaffee von den Stiefeln leckte. »Verschwinde, du Misttöle!«

»Es tut mir sehr leid.« Daxton eilte mit dem saubersten Tuch herbei, das er hatte finden können und tupfte die Kaffeflecken von Miss Crestons Mantel aus Robbenfell. Sie scheuchte ihn weg und lutschte den Kaffe von ihren Koalabärhandschuhen. »Trottel. Behandelt ihr so auch die Kunden?« Sie rümpfte die Nase. »Was ist das hier überhaupt für ein Saustall? Kein Wunder, dass der Laden den Bach runter geht.«

»In einem Tierheim ist es schon mal unordentlich.«

»Nicht in meinem Tierheim.«

»Ihrem Tierheim?«

»Ich habe die Bruchbude gekauft. Ich bin dein neuer Boss, Schätzchen. Und zuerst mal räumst du hier auf. Und dann überlege ich mir, ob du weiterhin hier angestellt bleibst.« Miss Creston machte auf der Stelle kehrt und verließ das Tierheim.

»Ihr habt sie gehört, Jungs«, Daxton streichelte Tooth, den Hund mit der Zahnlücke, »ich muss hier aufräumen.« Er brachte das Hunderudel ins Hinterzimmer und schloss die Tür.

Lillian kehrte zurück von der Lamafütterung und erstarrte beim Anblick von Daxton. »Warum bist du grün?«

Daxton schaute sich seinen Arm an, der einen grünlichen Farbton angenommen hatte. »Was zum Geier?«

Lillian veränderte sich ebenfalls.

»Warum wächst dir Fell?«

»Warum schielst du?«

»Warum läuft dir der Speichel das Kinn runter?«

»Was war das?«

Eine Pfote, so groß wie Daxtons Kopf, zersplitterte die Holztür. Eine Hundeschnauze schob sich durch das Loch. Die spitzen Zähne waren so groß wie Finger. Einer fehlte.

Daxton packte Lillian an der felligen Hand und zog sie hinter sich her zum Ausgang.

Tooth sprang durch die Holzreste der Tür und versperrte ihnen den Weg. Er bäumte sich auf und stand auf zwei Beinen vor ihnen. Seine Größe überragte Daxton um mehrere Köpfe. Geifer tropfte durch seine Zahnlücke.

»Braver Hund?« Daxton schluckte.

Die Fahrt verlief schweigsam. Alison dachte über die Ereignisse des Tages nach. Blake dachte über die Welle von Verbrechen nach, die über Livingon hereinbrechen würde. Beide waren sich einig, dass die Stadt nie wieder so sein würde wie zuvor. Eine Gestalt mitten auf der Straße zur Polizeiakademie riss beide aus ihren Gedanken. Sie glich einem modernen Ritter in einer metallenen Rüstung. Ein Schweißerhelm verbarg das Gesicht.

Blake trat auf die Bremse und schaute die Person an. Sie stand regungslos da. Blake starrte. Alison starrte.

»Ich schlage vor, wir fahren weiter«, sagte Alison.

»Ich frage mal nach, was los ist.« Blake öffnete die Fahrertür.

»Das halte ich für keine gute Idee.«

»Keine Sorge«, Blake lud seine Waffe durch, »ich bin immer abgesichert.« Er stieg aus.

Dann rollte eine Feuerfontäne über das Auto hinweg.

Livingon – Day One 1

LIVINGON #1.1 – DAY ONE PART 1 – JAN 2020

Eine Menschenmenge hatte sich vor dem Rathaus von Livingon versammelt. Bürgermeister William Kind näherte sich dem Ende seiner Rede.

»Zum fünften Mal in Folge ist unsere Heimatstadt Livingon die Stadt mit der niedrigsten Kriminalitätsrate weltweit. Die Statistik wird von Jahr zu Jahr besser. Und wir werden hoffentlich auch in einem Jahr wieder hier stehen und diese Urkunde für die Stadtsicherheit an Polizeichef Carlton Blake überreichen. Denn Livingon steht wie keine andere Stadt für eine sichere Zukunft.«

Wie erwartet jubelten die Menschen. Bürgermeister Kind wusste, wie er die Leute auf seine Seite ziehen konnte. Bescheidenheit war der Schlüssel zum Erfolg. Seine unaufdringliche Wahlkampagne mit dem Slogan »Vote for Kind. Would you be so kind?« hatte voll eingeschlagen. Livingon war bevölkert von zurückhaltenden Menschen und Bürgermeister Kind hatte bescheidene Leute in die höchsten Ämter befördert.

Einer dieser bescheidenen Menschen schüttelte in diesem Moment die Hand des Bürgermeisters und nahm die Urkunde entgegen. Blitzlichter hielten diesen Moment für die Zeitungen fest. Es war ein Kampf um das beste Bild und er wurde mit allen Waffen geschlagen, die der Fotojournalismus hergab. Rempler, Gedrängel, Ellbogenstöße … die Fotografen nahmen ein paar blaue Flecken in Kauf, um den perfekten Schnappschuss mitzunehmen. Aufgrund seiner geringen Körpergröße trug Robert Bloom auch mal eine Platzwunde an der Stirn davon. Für ein gutes Bild mussten Opfer gebracht werden.

Polizeichef Carlton Blake bedankte sich beim Bürgermeister. Für die Fotografen hielt er die Urkunde hoch und lächelte durch seinen Drei-Tage-Bart.

»Dank der gutmütigen Menschen von Livingon, findet in dieser Stadt jeder ein sicheres Zuhause. Und dank der hervorragenden Statistik können wir in eine sichere Zukunft blicken.«

Schüsse in die Luft. Ein Mann mit einer zackigen Narbe unterm Auge zog die Aufmerksamkeit auf sich. »Statistiken sind faszinierend, nicht wahr?« Clarence Statterstot, kurz Stats genannt, stand in der Menschenmenge, die sich auf dem Boden zusammengerollt hatte. »Manche sind für die Ewigkeit. Andere lassen sich leicht beeinflussen. Zum positiven. Und zum negativen.« Er betrat das Podium und wedelte mit der Waffe in seiner Hand zum Polizeichef herüber. Blake wich zurück. Mehrere maskierte Männer mit Schrotflinten stellten sicher, dass Polizei und Staatsgewalt sich jede Bewegung gut überlegten. Stats sprach in das Mikrofon. »Sie können jetzt wieder aufstehen.« Die Menge traute sich zögerlich auf die zittrigen Beine. »Keine Angst. Ich werde Ihnen nichts tun. Es lauern größere Gefahren in der Stadt als ich. Sehen Sie, diese Stadt ist nicht so sicher, wie es den Anschein macht. Statistiken können täuschen. Nur eine kleine Änderung reicht aus, um Statistiken zu beeinflussen. Ein Beispiel: In einer Stadt mit einer niedrigen Kriminalitätsrate, können die Zahlen rapide steigen, wenn jemand einen Massenausbruch aus dem Gefängnis inszeniert.«

Sirenen. Aus allen Richtungen. An unterschiedlichen Orten der Stadt. Unzählige Verbrechen, die gleichzeitig begangen wurden.

Stats grinste und breitete die Arme aus. »Ich wünsche Ihnen einen sicheren Heimweg.«

Der Unterricht in der Polizeiakademie hatte sich als langweiliger herausgestellt, als es Frank Hennigan vermutet hätte. Er hatte sich darauf vorbereitet, Verfolgungsjagden zu üben und Motorhaubenrutschen zu trainieren. Stattdessen saß er an einem kleinen Holztisch und notierte sich langweilige Statistiken, die angeblich wichtig waren, um das Verbrechen in der Stadt so gering wie möglich zu halten. Frank hatte eine eigene Vorstellung davon, wie man das Verbrechen bekämpfen sollte und ein Kugelschreiber spielte dabei keine Rolle.

Neben ihm schrieb Alison Conary eifrig mit. Sie liebte die Theorie und war der festen Überzeugung, dass sich jedes Problem ohne Gewalt lösen ließ. Frank bewunderte diese Naivität und auf gewisse Art mochte er Alison für ihre positive Grundeinstellung. Vielleicht, weil sie das genaue Gegenteil zu seinem Pessimismus darstellte. Nichts konnte Alison die Laune verderben. Frank hingegen war von Natur aus negativ geladen und entlud seine Aggressionen regelmäßig am Sandsack oder auf dem Schießstand. Natürlich nicht dem der Polizeiakademie. Bisher hatten die angehenden Kadetten noch nicht mal eine Waffe zu Gesicht bekommen. Geschweige denn abgefeuert. Bis auf Frank hatte vermutlich niemand der Anwesenden jemals eine Pistole in der Hand gehalten. Es war ihm ein Rätsel, wie diese Truppe mit dieser Ausbildung die Sicherheit der Stadt gewährleisten sollte.

Feueralarm. Vermutlich nur ein Fehlalarm. Immerhin verkürzte er den Unterricht. Frank knüllte seine Notizen in die Hosentasche und verließ das Klassenzimmer.

Polizeichef Blake kommandierte seine Truppen. Er wusste, dass es ausweglos war. Ein Mann wie Statterstot ließ sich nicht verfolgen und verhaften. Trotzdem mussten sie es versuchen. Die Polizeiautos fuhren in alle Richtungen davon. Blake erwartete keine Ergebnisse.

»Jemand hat Commandant Whiskers Büro in Brand gesteckt?« Alison schaute zu den Fenstern hinüber, aus denen der letzte Rauch verkohlter Inneneinrichtung aus Mahagoni aufstieg.

»Während er drin war«, ergänzte Frank.

»Schrecklich.«

»Ja.« Frank legte ihr die Hand auf die Schulter. »Hast du Lust mit zum Schießstand zu gehen? Das bringt auf andere Gedanken.«

»Ich fasse keine Waffe an.«

»Musst du nicht. Du kannst zuschauen und dir Notizen machen. Vielleicht hilft es dir eines Tages, wenn du mit einer Waffe bedroht wirst.«

Wayne Hill war kein talentierter Verbrecher. Den Großteil seines Lebens hatte er im Knast verbracht. Die Freude über seine vorzeitige Entlassung, gemeinsam mit allen anderen Insassen, wurde durch die Erkenntnis getrübt, dass er keine Aussicht auf einen Job und ein ruhiges Leben hatte. Frisch bewaffnet betrat er eine Tankstelle, um sich Kleingeld und Zigaretten zu besorgen.

Ein ungewöhnlicher Lärm beherrschte die Stadt. Livingon war immer etwas lauter als die Gegend außerhalb der Stadt, wo sich die Akademie befand. Heute heulten Sirenen und dröhnten Hupen und quietschten Reifen. Ein schwerer Unfall? Frank und Alison hätten sich die Lage genauer angeschaut, aber …

Ein Schuss. Eine zersplitternde Glasscheibe. Ein Mann ergriff die Flucht.

»Ein flüchtiger Verbrecher!« Frank konnte sein Glück kaum fassen. »Komm, den schnappen wir uns.«

Aus einem Reflex heraus lief Alison hinter Frank her. »Wir sind keine Polizisten.«

»Noch nicht.«

Sie bogen in eine Gasse ab.

»Wir haben keine Befehlsgewalt.«

»Das weiß der Verbrecher nicht.«

Sie kletterten eine Feuerleiter hoch.

»Wir sind nicht für eine Verhaftung ausgebildet.«

»Wenn wir ihn geschnappt haben, improvisieren wir.«

»Bleibt zurück oder ich schieße.« Wayne stand auf dem Dach des Gebäudes gegenüber und zielte auf die Polizeikadetten.

Frank und Alison blieben stehen. Wayne schoss.

Die Kugeln rauschten meterweit an Frank und Alison vorbei. Wayne ging hinter einer Kiste in Deckung und lud nach. Er war nie ein talentierter Schütze gewesen. Er hoffte, dass die Verfolger das nicht bemerkten.

»Das ist so aufregend.« Frank kauerte hinter einem Betonblock neben Alison und knöpfte sein Hemd auf.

»Stimmt etwas mit deinem Hemd nicht?«

»Nein, alles wunderbar. Spannung und Action erfordern ein aufgeknöpftes Hemd. Das sieht cooler aus. So einen Moment habe ich mir immer gewünscht.«

»Du hast dir gewünscht, dass man auf dich schießt?«

»Nicht direkt. Aber ich wollte immer Verbrecher jagen und das Böse bekämpfen. Wie ein Superheld. Und dann würden mich die Leute mit meinem Superheldennamen anreden.«

»Und wie lautet der?«

Frank dachte nach.

»ACTION MAN!«, verkündete er strahlend.

»Was Besseres fällt dir nicht ein?«

»Was ist verkehrt daran? Kurz und einprägsam. Und die Bösewichte wissen direkt, was sie erwartet.« Frank stand auf.

»Was hast du vor?«

»Ich fasse den Verbrecher und zeige dir, wie Action Man die Dinge regelt.«

»Er ist bewaffnet.«

»Hast du ihn nicht schießen sehen? Der würde keine Zielscheibe aus einem Meter Entfernung treffen.« Frank grinste. »Mach dir keine Sorgen. Halte dich bereit, ihm seine Rechte vorzulesen. Im Gegensatz zu mir hast du sie bestimmt auswendig gelernt.«

Frank lief los.

Wayne kam aus der Deckung.

Alison spähte vorsichtig um die Ecke.

Frank erreichte die Lücke zwischen den Gebäuden. Er sprang ab.

Wayne schoss.

Die Kugeln rauschten in alle Richtungen um Frank herum davon und verfehlten ihn ausnahmslos.

Alison hielt den Atem an.

Dann explodierte das Gebäude unter ihr.

Making Of – Dewon Harpers Krankenscheine

Interessiert zwar keine Sau, aber ich haue natürlich trotzdem meine kleinen Anekdoten zu den einzelnen Geschichten im neuen Buch raus. Es geht um

DEWON HARPERS KRANKENSCHEINE

Große Spoiler werde ich möglichst vermeiden. Trotzdem ist es natürlich sinnvoller, erstmal die Geschichten zu lesen, bevor ihr euch die Hintergründe dazu inputiert. Wenn ihr noch nicht im Besitz von DEWON HARPERS KRANKENSCHEINE seid, könnt ihr es hier als Ebook und Taschenbuch erwerben.

GEBRANNTE MANDELN

Anfang des Jahres wollte ich eigentlich an einer Ausschreibung für eine Zombie-Anthologie teilnehmen. Und dann stellte ich fest, dass absolut nichts exitiert, das ausgelutschter und langweiliger ist als Zombies. Obwohl ich mich für recht kreativ halte, war selbst ich nicht in der Lage, diesem Genre noch irgendwie etwas neues hinzuzufügen oder zumindest einen frischen Ansatz zu finden. Also habe ich die Geschichte unfertig liegenlassen und jetzt verrottet sie auf meiner Festplatte wie ein Zombie. Ein passendes Ende dafür also. Was das mit dieser Geschichte hier zu tun hat? Nun, zeitgleich arbeitete ich an den ersten Geschichten für die Krankenscheine und irgendwie schwappte der Zombieeinfluss dann auf diese Story über. Ursprünglich ging es ums Rauchen. Damit hatte ich nämlich gerade aufgehört (zum vierten Mal). Und das wollte ich irgendwie verarbeiten und gleichzeitig Raucher sowie Nichtraucher als die nervigen Fatzken entlarven, die sie allesamt sind. Ja, wir sind alle Arschlöcher. Ob wir rauchen oder nicht. Lebt damit.

DER KOLOSSALE KAMPF DER MONSTRÖSEN UNGETÜME

In letzter Zeit mal im Kino gewesen? Ihr wisst schon: dieser Ort mit großer Leinwand, in dem sich ursprünglich Leute versammelten, um einen Film zu genießen und heute jeder Heiopei die anderen stört, während igendein austauschbarer Blockbuster von der Firma mit der Monopolmaus die Leinwand mit generischen Computereffekten zukleistert. Nun, in Lebingen ist das Kino ebenfalls beliebt und es wird immer nach neuen Möglichkeiten gesucht, die Zuschauer in den Sitz zu pressen. Dass dabei durchaus mal ein wenig Chaos ausbricht, sollte nicht überraschen. Und dass ich als großer Filmfan hier einen kleinen Rundumschlag gegen Kinos, Produktionsstudios, Blockbuster und Zuschauer gleichermaßen bringe, ebenfalls nicht.

DER GROßE BERNTHAL

Alle Jubeljahre kriege ich es in den Kopf. Dann schaue ich mir im Internet irgendwelche Zaubertricks an und scheitere daran, die Tricks zu durchschauen. Die Frage, was wohl wäre, wenn das alles gar keine Tricks sind, sondern der Zauberer tatsächlich magische Fähigkeiten hätte, ist nicht neu, aber ich wollte damit mal ein wenig herumspielen. In Lebingen ist sowas eben möglich und so lasse ich hier mal ein wenig die Magie raus. Die Grundidee führte dann zu einem Ende, das mir noch Möglichkeiten für Fortsetzungen lässt, was zwar vorerst nicht geplant ist, aber vielleicht kommt mir ja irgendwann mal eine interessante Idee, wie man den magischen Spaß noch erweitern kann.

DAS GELD AUF DER BANK

Eine übliche Lebingen-Geschichte. Ein Bankraub, ein Hypochonder, inkompetente Polizisten, Pockenviren … eben ein ganz normaler Tag in Lebingen. Hier wollte ich einfach ein wenig Spaß mit den Charakteren haben und das wars. Kein großer Hintergrund hier.

TRESH KOMPEKTA

Hier war ich lange am überlegen, ob ich die Geschichte wirklich mit reinnehmen soll, aber es musste einfach sein, um nochmal die Grenzen aufzubrechen. Denn diese Geschichte spielt nicht in Lebingen und weicht somit komplett vom Konzept der Reihe ab. Andererseits aber dann doch nicht. Lest sie halt selbst, dann versteht ihr vielleicht, was ich meine. Nur so viel: Der Einfluss des Anhalters ist jederzeit spürbar, denke ich. Und von diesen Charakteren haben wir definitiv noch nicht das Letzte gelesen. Da wird noch einiges kommen, wenn ich meine Pläne umsetzen kann.

Die Rahmenhandlung kommt nebenbei auch endlich richtig in die Gänge. Wenn das mal nicht so richtig heiß aufs Lesen macht, dann weiß ich auch nicht. Hier könnt ihr die Bücher der Reihe günstig erwerben.

Weggelesen oder Weggelegt – Pratchett, Goodhue, Gifune

WEGGELESEN

TERRY PRATCHETT – ALLES SENSE

Einer der Scheibenweltromane, die mich nie so recht überzeugen konnten. Es ist eigentlich alles da: Tod, die Zauberer, abstruse Vorgänge und Entwicklungen, Scheibenweltschwachsinn … aber irgendwie springt der Funke bei dieser Geschichte nicht über. Das Ende ist fantastisch (und ich bin mir ziemlich sicher, dass Pratchett beim Schreiben die Idee zu einem späteren Scheibenweltroman mit „Steinen drin“ kam), aber der Weg dorthin doch irgendwie recht zäh. Zeigt, dass auch die ganz großen nicht immer einen Treffer landen. Wobei es natürlich ein gutes Buch ist. Nur eben nicht so meins.

Passend zum Halloweenmonat Oktober habe ich mich außerdem an zwei Horrorroman versucht und … es ist beim Versuch geblieben:

WEGGELEGT

H.E. GOODHUE – TIDAL GRAVE

Irgendwann im Verlauf der Literatur hat sich offenbar die Annahme verfestigt, dass Antihelden vor allem riesige Arschlöcher sein müssen, die der Leser unweigerlich absolut zum Kotzen findet. Hier ist das nicht anders und für mich immer ein Grund, die Geschichte abzubrechen. Versteht mich nicht falsch: Ich brauche auf keinen fall den überguten Strahlemann, der nicht einen Hauch von Bösem in sich hat. Ich brauche aber erst recht nicht jemanden, der alles und jeden scheiße findet und mir das in jedem zweiten Satz unter die Nase reibt, wie zum Kotzen die Welt und alles in und auf ihr eigentlich ist. Irgendwo in der Mitte befinden sich die wirklich interessanten Charaktere, die mich bei der Stange halten. Davon gibts hier keine. Wer kein Arschloch ist, ist ein Trottel und wer beides nicht ist, ist einfach nur da. Zum Monster kann ich nicht viel sagen, dafür habe ich den Krampf nicht lange genug durchgehalten. Scheint aber nur ein Riesenkraken zu sein und die hatten wir halt auch schon tausendmal. Nichts neues hier also und leider dann auch nicht trashig, sodass man Spaß mit dem Quatsch haben könnte.

Noch schlimmer ist allerdings:

GREG F. GIFUNE – MIDNIGHT SOLITAIRE

10 Seiten unfassbar langweiliger Schreibstil, der wohl durch unfassbar generisches Gemetzel gerettet werden soll. Dazu nervende Gedankenblocks der Charaktere, die wohl das Innenleben zeigen sollen, aber eigentlich komplett austauschbar daherkommen. Zur Story kann ich nichts sagen. Wirkte wie ein Killer jagt Idioten im Wald Setting auf mich. Immerhin scheint der Killer aber eine Motivation zu haben, die über das schlichte Morden hinausgeht. Welche das ist, werde ich nie erfahren.

Schreiben wie ein selbsternannter Schriftsteller – Die Aufgabe des Helden erschweren

Beim letzten Mal ist Peter daran gescheitert ein Ritter zu werden. Während ich die Szene schrieb, kam mir eine Idee, die direkt darauf aufbaut und diese Szene im Nachhinein wichtiger macht. Dafür muss ich allerdings ein bisschen nach vorne springen in der Geschichte. Da in die Nummer hier aber ohnehin mal etwas Zug reinkommen kann, ist das vermutlich gar nicht so schlimm. Normalerweise schreibe ich meine Geschichten chronologisch. Soll heißen: Wenn mich eine Szene auf eine Idee bringt, die sich später verwenden lässt, mache ich mir eine Notiz und kümmer mich dann darum, wenn ich dort ankomme.
In diesem Fall mache ich eine Ausnahme und wir springen zu der Stelle, an der die Schlangofanten die Burg erreichen und diese stürmen.

Lord Edgar stand auf einem Hügel einige Kilometer entfernt von der Burg und schaute sich an, wie die Schlangofanten das taten, was sie am besten konnten: Chaos verbreiten.
Krump und seine Armee schnetzelten sich durch die Wachen, als wären sie nichts weiter als Dekoration auf dem Burghof. Für die meisten Wachleute stimmte das auch beinahe. Ihre Ausbildung beschränkte sich darauf, ein Schwert halten zu können und sich durch tagelangen Schlafentzug daran zu gewöhnen, vor Türen zu stehen und dabei nicht einzuschlafen. Krump und die Schlangofanten erfüllte diese Schlacht nicht. Sie bevorzugten einen richtigen Kampf auf Leben und Tod und sahen es als Ehre an, auf dem Schlachtfeld zu sterben. In diesem Fall hätten sie sich selbst erstechen müssen, um diesen ehrenvollen Tod zu finden. Ein Tor öffnete sich und eine Truppe schwer gepanzerter Ritter unter Leitung des Wachmanns mit dem verbeulten Helm ritt auf den Hof. Vielleicht bestand doch noch Aussicht auf das ehrenreiche Ableben an diesem Tag.

Während die Ritter und die Schlangofanten kämpfen, steht Lord Edgar also auf dem Hügel und beobachtet das Geschehen. Als Magier und Antagonist der Geschichte hilft er logischerweise etwas nach, um die Situation zu seinen Gunsten zu beeinflussen. In dem Zusammenhang fällt mir gerade wieder ein, dass ich zumindest die magische Sprache bereits im Ansatz entwickelt hatte. Das reicht aber eigentlich nicht, denn ich sollte mir ein ganzes Magiesystem überlegen. Das passt hier jetzt nicht hin, also verschiebe ich das aufs nächste Mal. Jetzt belegt Edgar einfach mal alle Ritter mit einem Fluch, sodass die Schlangofanten leichtes Spiel haben. Und hier kommen wir zurück zum letzten Teil. Peter hat die Ritterprüfung schließlich nicht bestanden und somit betrifft ihn dieser Fluch nicht. Das heißt, dass er kämpfen kann. Allerdings ist er kein Kämpfer und muss da erstmal hinkommen. Denn sind wir ehrlich: Eigentlich ist er der reinste Lappen.

Peter tat das, was ein Hausmeistersohn, der kurz zuvor die Ritterprüfung vergeigt hatte, in so einem Fall sinnvollerweise tut: Er versteckte sich in einem Schrank. Die Schlangofanten patroullierten in der Burg und durchsuchten jeden Winkel. Es war nur eine Frage der Zeit, bis sie ihn finden würden.
„Lasst mich los!“, befahl eine ihm bekannte Stimme.
„Sie haben die Prinzessin“, flüsterte er.
Peter kannte sich nicht gut mit der Fauna des Landes aus, sonst hätte er gewusst, dass Schlangofanten ein äußerst gutes Gehör haben, dem kein noch so leises Flüstern entgeht. Krump riss die Schranktüren auf.
„Was haben wir denn hier?“ Krump und eine Gruppe von Schlangofanten musterten Peter und überlegten, wer von ihnen die besten Teile verspeisen durfte.
Peter hatte nicht vor, eine Entscheidung abzuwarten und tat das, was man in so einem Fall sinnvollerweise tut: Er lief los und sprang ganz unheldenhaft aus dem Fenster. Krump schaute aus dem Fenster in den dreckigen Burggraben, aus dessen dickflüssigem Wasser Luftblasen aufstiegen. Nichtmal ein Schlangofant hätte sich freiwillig in dieses Gewässer getraut. Der Junge war zwar dumm gewesen, aber Krump respektierte diesen Mut. Er rotzte einen Schleimklumpen aus seinem Rüssel in das Tümpelwasser und ging davon, um nach weiteren mutigen und dummen Personen in der Burg zu suchen.
Peter tauchte auf und wischte sich den stinkenden Matsch aus den Augen. Die Tatsache, dass er nicht von Speeren oder Pfeilen durchbohrt wurde, deutete er als Zeichen dafür, dass ihm niemand seine Aufmerksamkeit schenkte. Er watete an Land und lief so schnell davon, wie es seine matschigen Kleider zuließen.

Die Burg ist also in der Hand von Lord Edgar und Hausmeistersohn Peter, der bisher absolut nichts geleistet hat, was ihn irgendwie heldenhaft erscheinen ließe, ist die letzte Hoffnung, die Burgbewohner zu retten. Wie genau das weitergeht, weiß ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht, deshalb schauen wir beim nächsten Mal zuerst, was Lord Edgar auf der Burg so anstellt und überlegen uns eine Magiesystem. Das dürfte interessant werden.

Wie erschwert ihr dem Helden seine Aufgabe? Lasst ihr sie dafür auch aus Fenstern springen? Und in wie vielen Burggräben seid ihr schon geschwommen?

Veröffentlichung: Dewon Harper geht in Runde 4

Es hat etwas länger gedauert, als ursprünglich geplant, aber jetzt gibt es endlich den vierten Teil der DEWON HARPER Reihe mit fünf weiteren Kurzgeschichten aus Lebingen.

Wenn euch das absolut fantastische Cover nochb nicht überzeugt, dann tut es vielleicht der Klappentext:

Was macht ein verletzter Mann, der nicht weiß, welche Ärzte ihn behandeln? Er stellt eine Eigendiagnose.

Dewon Harper erwacht in einem Krankenbett. Seiner Erinnerung an die eigene Vergangenheit hat ein Sprung vom Dach nicht geholfen. Ganz im Gegenteil. Während er mit gebrochenem Bein in einem abgeschotteten Zimmer liegt, versucht er herauszufinden, wo er sich aufhält und wer ihn dort hin gebracht hat. Seine eingeschränkten Nachforschungen rufen in ihm die einzigen Erinnerungen hervor, die in seinem Kopf verblieben sind. Diese Erinnerungen bestehen aus den Geschichten über die Einwohner von Lebingen. Einer Stadt, in der dem Irrsinn scheinbar keine Grenzen gesetzt sind:

Die Raucher vernebeln die Stadt, ein Kinofilm ruft eigenartiges Verhalten bei den Zuschauern hervor, ein Bühnenzauberer entdeckt seine wahren magischen Fähigkeiten, ein Bankraub verläuft nicht wie geplant und auf einem Müllschiff sorgt ein Parasit für Aufregung.

Oder ein Textauszug wie dieser hier:

Wie ein Geisterpirat schritt Grete durch den dichten Rauch in der Stadt. Hinter ihr schleifte der Enterhaken über den Boden und verursachte ein metallenes Geräusch, dass jeden zusätzlich in Angst und Schrecken versetzen konnte. Ältere Bewohner hätten bei einer Begegnung sicher direkt eine posttraumatische Belastungsstörung erlitten, wenn sie an den Piratenkrieg erinnert worden wären, der viele Jahre zuvor in Lebingen stattgefunden hatte. Da sich niemand auf die Straße traute, der es nicht unbedingt musste, begegnete Grete nur einer einzelnen Gruppe von Leuten in einer Gasse. Sie vergewisserte sich, dass diese kein Feuer spuckten oder mit schwarzen Klumpen um sich husteten und schaute sich an, was in der Gasse los war. Zu dieser Zeit konnte man nur auf zwei Gruppen von Menschen treffen. Raucherklubs, die gemeinsam Mandelkraut rauchten und sich gegenseitig anhusteten oder wütende Mobs, die jemanden aufhängen wollten. Diese Gruppe war den Lynchmobs zuzuordnen. Mehrere Männer, Frauen und Kinder, die die Eltern nicht alleine zu Hause lassen wollten, damit sie dort nicht heimlich Mandelkraut rauchten oder versehentlich die Wohnung in Brand setzten, standen in einem Kreis um einen Mann herum, der auf dem Boden lag und leise wimmerte.

Leise wimmernde Männer sind ein Zeichen dafür, dass etwas schief läuft. Unter der Herrschaft von König Wimmer hatte Lebingen jahrelang zu leiden. Der Mann war so wehleidig gewesen, dass er ständig über Schmerzen klagte und wimmernd in seinem Bett lag. Jeder, der niesen musste oder sich kratzte, wurde direkt hingerichtet, aus Angst vor übertragbaren Krankheiten seitens des Königs. Er starb wimmernd in seinem Bett, als die Königin ihm ein Kissen ins Gesicht drückte, weil sie sein Wimmern nicht mehr ertragen konnte. Die Königin wurde erst als Erlöserin gefeiert und schließlich hingerichtet, weil Königsmord auch bei wimmernden Königen eine unverzeihliche Straftat war.

Grete quetschte sich zwischen die schreienden und tobenden Menschen und schaute sich den Mann am Boden an. Sie erkannte ihn an den zerzausten blonden Haaren, die den Eindruck vermittelten, dass er sich täglich mehrmals die Haare raufte. Der Beruf des Bürgermeisters war mit Sicherheit eine stressige Angelegenheit. Grete konnte sich nur vorstellen, wie sehr das einen Mann wie Hayo mitnahm, der auf sie wirkte, als würde er ständig kurz vor dem Zusammenbruch stehen. Und das lag nicht nur am momentanen Gewimmer. Grete griff nach ihrem Säbel und stellte sich vor Hayo.

Jetzt könnt ihr es natürlich kaum erwarten, zuzuschlagen und euch den Spaß zu gönnen. Das könnt ihr hier tun und habt die Wahl zwischen digitaler und haptischer Version. Wenn da mal nicht für jeden was dabei ist …

Weggelesen oder weggelegt? – Schlinkert, Cline

Heute gibts einen Verriss vom Feinsten zu einem Bestseller aus der Nostalgiehölle:

WEGGELESEN

NORBERT W. SCHLINKERT – KEIN MENSCH SCHEINT ERTRUNKEN

70 Seiten pure Verwirrung, die einen aber irgendwie gut bei der Stange hält. Der Erzähler springt fröhlich von Ort zu Ort und Zeit zu Zeit und ich habe zu keinem Zeitpunkt durchgeblickt, was hier eigentlich Phase ist. Was wahr und was nur Einbildung. Oder ist alles nur ein Traum? Was weiß ich. Nettes, kleines Buch.

LEIDER NICHT WEGGELEGT

ERNEST CLINE – READY PLAYER ONE

Mir war bereits im Vorfeld bewusst, dass ich mich hier keinem Meisterwerk widme, aber ich wollte einfach ein wenig Spaß bei der abenteuerlichen Schatzsuche haben und dabei die Referenzen auf die Popkultur der 80er entdecken. Leider bietet der Roman von alledem absolut gar nichts und ist nichts weiter als ein grauenhaftes Blendwerk, dessen Erfolg einzig und alleine auf der verabscheuungswürdigen Retrowelle und dem Nostalgiewahn beruht, der in allen Medien vorherrscht, weil niemand mehr wirklich eigene Ideen zu haben scheint.

Als dreidimensionale Avatare bewegen sich die eindemsionalen Charaktere hier durch eine Online-Welt, die für ungefähr 5 Seiten interessant ist, denn dann weiß man bereits alles, was man darüber wissen muss. Über die Charaktere erfährt man ebenfalls nicht viel, was aber nicht schlimm ist, denn das einzig wichtige ist, dass sie alles wissen, alles können und wenn mal etwas nicht auf Anhieb funktioniert, haben sie einfach Glück und es gelingt eben zufällig. So dümpelt die Schatzsuche ohne echte Highlights oder richtige Rückschläge dahin. Es geht einfach so durch. Egal, was der Protagonist anpackt, es klappt immer. Er ist die absolute Perfektion und damit die personifizierte Langeweile.

Die abenteuerliche Schatzsuche fällt dadurch weit weniger abenteuerlich aus, als sie es sein könnte. Hier wird mal ein Spiel durchgezockt, da mal ein kleines Filmrätsel gelöst und dann geht es weiter. Immerhin sind die kleinen Rätsel noch das Interessanteste an der Geschichte, denn es sind die einzigen Momente mit Verweisen auf die Popkultur der 80er Jahre, die nicht aus simplen Namedropping oder langweiligen Auflistungen besteht. Alles ist absolut offensichtlich. Der Leser darf kaum etwas selbst entdecken. Als hätten die 80er eine Pfütze von Nostalgie ausgekotzt und würden den Leser immer wieder mit dem Gesicht direkt reindrücken. Ernest Cline mag sich mit den 80ern auskennen, aber er ist nicht der Einzige. Die Leser sind schließlich nicht bescheuert und können auch mal selbst ein Zitat oder einen Verweis erkennen, ohne dass ihnen alle vorgekaut wird.

Infodumps ohne Ende und „Tell don’t show“ runden das Grauen dann ab und machen das Buch zu einer absoluten Qual. Ich kann ja durchaus „Fehler“ verzeihen. Du hast keine Charaktere? Kein Problem: gib mir Abenteuer. Du hast kein Abenteuer? Egal: gib mir Spannung. Du hast keine Spannung? Ist okay: gib mir einen unterhaltsamen Schreibstil. Hier gibt es absolut nichts davon. Keine Charaktere, lascher Weltenbau, langweiliger Stil voller Infodump, den Abenteueranteil und die Entdeckungen auf ein Minimum beschränkt. Warum diese Scheiße so erfolgreich ist, ist klar. Zeitgeist. Retrowahn. Nostalgiewelle. Es ist die reinste Seuche. Teil 2 ist natürlich bereits angekündigt, denn die Leser wissen was sie wollen. Langweilige Scheiße, auf der ganz groß RETRO steht. Es ist zum Kotzen …

Schreiben wie ein selbsternannter Schriftsteller – Den Protagonisten zum Helden machen

Mittlerweile hat jeder Charakter ein Ziel vor Augen. Manche ein langfristiges, andere ein eher kurzfristiges, das sich noch ausbauen oder erweitern lässt. An diesen Zielen entlang ergibt sich jetzt der weitere Verlauf der Geschichte. Heute gucken wir mal, wie sich das Ziel auf unseren Protagonisten auswirkt.

Peter will also Ritter werden, um Prinzessin Alisa zu beweisen, dass er ein echter Kämpfer ist, obwohl er genau weiß, dass genau das Gegenteil der Fall ist. Also muss er herausfinden wie man ein Ritter wird.

Peter saß an einem wackeligen Tisch und kaute auf einem Hühnerknochen herum. Sein Vater hatte eine Vorliebe für Hühnchen und bei jeder Gelegenheit stellte er einen Eimer bereit, der vom Festmahl übrig geblieben war. Da er ständig Reparaturen in der Burgküche vornehmen musste, gelang es ihm fast täglich, einen Eimer mit Essensresten mitgehen zu lassen. Peter warf den abgenagten Knochen aus dem Fenster. Der Knochen drehte sich im Fall um die eigene Achse und traf unten mit einem „Klonk“ den verbeulten Helm eines Wachmanns. Der Wachmann schaute nach oben und fragte sich, wo der Hühnerknochen herkam. Er hatte eine Vermutung.
„Wie wird man ein Ritter?“, fragte Peter seinen Vater.
„Sohn“, sagte Vater und schlug die Beine übereinander, was bedeutete, dass er sich auf einen längeren Monolog vorbereitete, „das Rittertum hat eine lange Tradition. Es basiert auf den ritterlichen Tugenden: Dem Dienst am Herrn, dem Dienst am Glauben und dem Minnedienst.“ Vater räusperte sich. Ihm wurde bewusst, dass er Gesprächen über Frauen mit seinem Sohn bisher gekonnt ausgewichen war. „Das bedeutet, ähem, du musst, du weißt schon, Frauen und Ritter, nun, wenn sich ein Ritter in strahlender Rüstung und eine Frau in schönem Kleid begegnen und dann, nun ja, wollen sie …“
Peter hörte nur mit einem Ohr zu. In Gedanken sah er sich in der von Vater erwähnten strahlenden Rüstung auf dem Burghof stehen. Die Rüstung gänzte in der Sonne und Prinzessin Alisa stand an seiner Seite.
„… und deshalb müssen die Traditionen gewahrt werden“, schloss Vater seinen Vortrag, „und man muss beweisen, dass man das Zeug zum Ritter hat. Beim traditionellen Rittercasting.“

Gewöhnlich würde hier jetzt ein etwas längerer Dialog folgen, der durch Nachfragen von Peter das Rittercasting erklärt, aber aus Platzgründen spare ich den aus und erkläre es schnell so: Peter braucht ein Pferd oder besser gesagt ein treues Ross, eine Rüstung und ein Schwert oder eine andere Waffe, die dem Stand eines Ritters gerecht wird. Und dann muss er sich im Kampf gegen einen Ausgewählten beweisen. Damit wäre er dann also erstmal beschäftigt und wächst mit der Erfüllung jeder Aufgabe etwas mehr über sich hinaus. Wie genau das ablaufen wird, ergibt sich dann recht spontan. Er könnte zum Beispiel ein Pferd bei einem Wettrennen gewinnen oder einfach eins aus den Ställen mitnehmen. Ein Schwert könnte er schmieden lassen oder es irgendwo finden (Schwert im Stein und so kennen wir ja alle). Die Rüstung besteht, wie wir bereits wissen aus zusammengebundenen Einzelteilen wie Dachrinnen, Ofenklappe und Eimer als Helm. Den Part, wie er sich all den Kram besorgt, überspringe ich einfach mal. Ich würde das vermutlich nutzen, um erstens die Welt etwas mehr in den Fokus zu rücken, wenn Peter eventuell sogar mal die sichere Burg verlassen muss, und um ihm mehr Profil zu geben. Eventuell käme auch noch der ein oder andere Nebencharaktere dazu, den er dabei trifft.

Springen wir also zu dem Kampf, in dem Peter beweisen muss, dass er was als Ritter taugt. Sein Gegner wird kein Unbekannter sein:

Peter stand in voller Rüstung im großen Saal und schaute durch die Löcher im Eimer zu den Sitzbänken herüber. Die Jury saß an einem Tisch und wirkte desinteressiert genug, um auch einen halbgaren Ritter durchzuwinken. Peters Unsicherheit verbesserte sich dadurch nur geringfügig. Der Vorsitzende der Jury stand auf, schüttelte seine blonde Mähne und verkündete Peters Gegner. Ein hohes Tor öffnete sich und eine Wache mit einer Beule im Helm betrat den Saal. Das hämische Grinsen auf seinem Gesicht verriet, dass er sich an Peter erinnerte und es kaum erwarten konnte, die Beule in seinem Helm zu rächen.
„Sind die Kämpfer bereit?“, fragte der Juryvorsitzende und schwang einen Hühnerknochen. „Dann lasst den Kampf beginnen!“
Der Wachmann zog sein glänzendes Schwert und zeigte mit der Spitze auf Peter. „Wenn ich mit dir fertig bin, werde ich mir einen neuen Helm schmieden lassen. Aus den Überresten deiner lächerlichen Rüstung.“
Peter zog am Griff seines Schwerts. Es steckte in der Scheide fest. Der Wachmann kam langsam auf ihn zu. Peter zog fester. Der Wachmann hob sein Schwert. Peter zog so fest er konnte. Die Klinge löste sich aus der Scheide. Peter verlor den Griff aus den Händen. Das Schwert flog durch den Saal. Die Jury duckte sich. Das Schwert drehte sich über sie hinweg und durchtrennte ein Seil an der Wand hinter ihnen. Der Kronleuchter, den das Seil in seiner Position unter der Decke hielt, rauschte abwärts. Peter und der Wachmann schauten hoch. Dem Helm des Wachmanns wurde eine weitere Beule hinzugefügt. Der Eimer auf Peters Kopf sah auch nicht besser aus. Beide Kämpfer lagen unter dem Kronleuchter begraben.
Der Juryvorsitzende erhob sich und kaute auf dem Hühnerknochen herum. „Ich schätze, es ist ein Unentschieden.“ Er kaute einen Moment und dachte nach. „Nicht gerade das, was man von einem Ritter erwartet, oder?“
Die restlichen Jurymitglieder nickten zustimmend.
„Nun, ruft die Krankenschwestern. Vielleicht sind noch einzelne Körperteile zu retten.“

Peter ist also nicht zum Ritter geworden. Ich weiß, die Überschrift des Beitrags ist etwas irreführend. Aber einen Helden kreiert man natürlich nicht mal eben so, sondern Schritt für Schritt, um dann am Ende der Geschichte den Abzug zu drücken, sozusagen. Peter muss sich also auf andere Art beweisen und hat noch einen langen Weg vor sich. Wie dieser aussehen wird, erfahren wir dann demnächst.

Jetzt, wo der Protagonist etwas aktiver in Erscheinung getreten ist, sollte der Antagonist nachziehen und die Sache noch zusätlich erschweren. Wie das aussieht und in welchem Zusammenhang das mit dieser Szene stehen könnte, schauen wir uns beim nächsten Mal an.

Wie macht ihr eure Charaktere zu Helden? Schmeißt ihr sie dafür in einen Kampf? Und wie viele Kronleuchter spielen dabei eine Rolle?

Schreiben wie ein selbsternannter Schriftsteller – Aufgaben für Nebenfiguren

Beim letzten Mal haben die Hauptfiguren Aufgaben gekriegt. Das ist deshalb so wichtig, weil nur ein Charakter mit einem Ziel die Story voranbringt und nicht von der Story getragen werden muss. Jemand der schlauer war als ich, sagte mal, dass jeder Charakter in jeder Szene ein Ziel haben sollte und sei es nur ein Glas Wasser. Ganz so eng sehe ich das zwar nicht, aber innerhalb der Geschichte brauchen die Beteiligten auf jeden Fall ein Ziel.

Das trifft also auch auf die Nebenfiguren zu, von denen wir auch schon ein paar kennengelernt haben. Bei Prinzessin Alisa beispielsweise wissen wir bereits, dass sie unbedingt Fensterläden vor ihrem Zimmer haben will, damit sie morgens ausschlafen kann. Das mag jetzt erstmal nicht der Knaller sein, aber es hat zumindest als Aufhänger gereicht, um sie und Peter miteinander bekannt zu machen. Im weiteren Verlauf wird sich das Ziel natürlich dann noch ändern, aber die Fensterläden wird sie nicht aus den Augen verlieren. Schließlich steht eine große Schlacht bevor und nach einer großen Schlacht ist Ausschlafen besonders wichtig, wie wir alle wissen. Die herannahende Bedrohung durch die Schlangofanten wird also noch Einfluss auf Alisa haben.

Und wo wir schon bei den Schlangofanten sind, kommen wir zu Krump, der gerade ein kleines Dorf mit seiner Armee überfällt:

Der wohlige Klang von panisch kreischenden Menschen übertönte die erfreulichen Geräusche knisternder Brände, die Holzgebäude in Schutt und Asche legten. Zumindest für die Schlangofanten gab es kaum etwas angenehmeres, als sich diesen Tönen hinzugeben, während sie anderen Lebewesen mit ihren Waffen den Schädel einschlugen. Krump selbst erfüllte das schon seit einiger Zeit nicht mehr mit richtiger Freude. Vermehrt hatte er das Gefühl, dass es auch für einen Schlangofanten mehr geben sollte, als nur die Söldner für einen wahnsinnigen Zauberer zu sein. Auch wenn dieser sie erschaffen hatte. Irgendwann sollte auch diese Schuld eingelöst sein. Krump zermatschte einem alten Mann das Gesicht und schleifte sein Schwert gelangweilt hinter sich her. Die Klinge hinterließ eine Furche im blutgetränkten Gras. Krump schaute sich die Furche an und dachte über Ackerbau nach.

Wie ihr mittlerweile wisst, halte ich es im ersten Entwurf meist simpel. Ich gebe mir selbst sozusagen Stichpunkte im Text, mit denen ich arbeiten kann, die sich dann später in der Überarbeitung verfeinern lassen. Ein Schlangofant, der ein einfacher Bauer werden will, könnte jedenfalls ganz unterhaltsam werden.

Als wir Wachmann Thorben das letzte Mal sahen, floh er vor genau dieser Schlangofantenarmee. Sein Ziel ist also erstmal „Abhauen“. Das ist natürlich nicht sehr ertragsreich für den weiteren Verlauf der Geschichte und es sollte doch noch etwas mehr dazu kommen.

Am Horizont stieg schwarzer Rauch auf. Wachmann Thorben wusste genau, wo dieser Rauch herrührte. Er hatte sich nicht lange in dem Dorf aufgehalten, aber es stimmte ihn einigermaßen traurig, zu wissen, dass er seine Tage nicht mehr mit den mehr oder weniger netten Bauern und Brauern des Dorfes verbringen konnte. Das Leben auf dem Land hatte durchaus seine Vorteile. Die Nahrung war frisch, man hielt sich viel an der frischen Luft auf und eigentlich konnte man den ganzen Tag auf dem Wachturm entspannen. Natürlich immer mit mindestens einem offenen Auge. Und vielleicht war ein zweiter Wachmann auch keine schlechte Idee. Wachmann Thorben nahm sich vor, diese Idee im Hinterkopf zu behalten und nach einem anderen Dorf zu suchen, in dem er sich niederlassen konnte. Weit entfernt von den Schlangofanten. Zuvor musste er aber einen Umweg nehmen und seine Schwester warnen.

Wachmann Thorben hat also eine Schwester. Wer das genau sein wird, weiß ich noch nicht. Vielleicht ist es Prinzessin Alisa oder jemand anderes an der Burg, der noch nicht erwähnt wurde. Es könnte auch jemand ganz anderes sein, falls ich das Gefühl habe, dass ich noch einen Handlungsstrang an einem anderen Ort gebrauchen kann. Sowas ergibt sich bei mir immer erst während dem Schreiben selbst. Zumindest hat jetzt aber vorerst jeder ein kleines oder größeres Ziel, das die Geschichte vorantreibt. Falls sich hinterher herausstellt, dass etwas davon ins Leere läuft, fliegt es in der Überarbeitung wieder raus.

Beim nächsten Mal kümmere ich mich dann darum, den Protagonisten Peter zum Helden zu machen oder ihn zumindest versuchen zu lassen, einer zu werden.

Wie behandelt ihr eure Nebenfiguren? Was für Ziele haben sie? Und wärt ihr auch gerne ein einfacher Bauer, der ein ruhiges Leben auf dem Land führt?

Weggelesen oder weggelegt – Pratchett, Krebber, Peek

Wenn ich nicht schreibe, versuche ich auch mal zu lesen. Was mir in letzter Zeit so auf dem Papier (und E-Reader) begegnete, erfahrt ihr hier:

WEGGELESEN

TERRY PRATCHETT – VOLL IM BILDE

Ich liebe ja die Scheibenwelt. Und als großer Filmfan ist dieses Buch natürlich unter meinen Favoriten. Jede Menge Verweise auf filmische Klassiker und Gags, die man nur versteht, wenn man sich ein wenig mit den Hintergründen der Branche beschäftigt. Dazu kommt aber natürlich auch wieder Pratchetts kritischer Blick auf die sozialen Strukturen und Auswirkungen des technischen Fortschritts. Bezogen auf die Filmbranche behandelt er hier den Starruhm und dessen Vergänglichkeit, die Starallüren des ein oder anderen Abgehobenen und den Größenwahn mancher Regisseure. Obwohl das Buch aus dem Jahr 1990 stammt, gibt es auch noch einen Haufen Themen, die immer noch aktuell sind. Überteuerte Kinos, Hollywoods Devise, dass immer alles größer, besser und schneller sein muss und selbst Product Placement und sogar subliminale Werbung. Nur natürlich alles auf Sheibenweltart.

Schade ist eigentlich nur, dass Pratchett natürlich schon die besten Wortspiele verbraten hat und es mir somit schwerfallen dürfte, irgendwann eine Geschichte über die Filmbranche zu schreiben, ohne ihn in gewisser Weise zu kopieren.

NILS KREBBER – KEINE HELDEN: PIRATEN DES MAHLSTROMS

Piratenfantasy mit einer Prise Heist Story. Klingt unterhaltsam und das ist es auch. Es ist ein wenig wie „Fluch der Karibik“. Eben Piraten, Geister und Gedöns. Je mehr die Action in den Vordergrund rückte, desto mehr habe ich das Interesse verloren. Die Charaktere haben mich auch nicht wirklich gepackt. Sie sind ganz nett, aber der Funke wollte nie so recht überspringen. Liegt vielleicht auch an den Dialogen, die auf mich teils sehr gewollt wirkten. Kennt ihr das, wenn es nicht so wirkt wie ein Gespräch zwischen echten Menschen, sondern so, als ob die Personen einfach einem Drehbuch folgen? So wirkte das auf mich.
Das sind aber nur Kleinigkeiten, denn die Abenteuergeschichte macht durchaus Spaß und liest sich gut weg.

Meine Version wimmelte nebenbei von Rechtschreibfehlern. Soweit ich weiß, wurde das mittlerweile verbessert, aber ihr solltet beim Kauf darauf achten, nicht die erste Auflage zu erwischen, denn die Fehler in der Version sind wirklich zu viel in der Menge, um das noch zu überlesen und stören einfach.

WEGGELEGT

BEN PEEK – VERFLUCHT: ÄRA DER GÖTTER

Dieser Titel … meine Fresse, können die Verlage vielleicht noch ein bisschen einfallsloser werden? Im Original übrigens „The Godless“, was auch nicht viel besser ist.

Die Idee dieser High Fantasy Welt ist ganz interessant. Vor tausenden von Jahren töteten sich die Götter gegenseitig in einem Krieg und jetzt liegen ihre Körper in der Welt verstreut und ihre Kräfte haben sich auf die Wesen dieser Welt übertragen. Bestimmte Personen haben göttliche Macht, was für diese aber mehr Fluch als Segen ist. Soweit, so aufregend. Leider gestaltet sich die Geschichte selbst als sehr zäh und kommt nicht wirklich voran. Das kann man in dem Genre sicher noch verkraften, ist für mich allerdings schon eine Hürde. Der sprichwörtliche Sargnagel ist aber das Zeitgespringe, das mir einfach tierisch auf die Klötze geht. Da wird von der Gegenwart mal schnell 1000 Jahre zurückgesprungen, dann sind wir plötzlich wieder in der Gegenwart und drei Sätze später erfahren wir, was vor zwei Wochen passiert ist. Das lässt sich viel besser lösen, wenn man das einigermaßen gliedert. Die Vergangenheit der Charaktere ist sicher nicht unwichtig, aber dann gib mir halt mehrere Kapitel, die das abhandeln und nicht immer mittendrin. So versinkt der halbe Roman im eher nervigen Plusquamperfekt.

Vielleicht gebe ich der Nummer irgendwann nochmal eine Chance, denn die Welt interessiert mich schon, aber so bei der Hälfte musste ich jetzt erstmal was anderes lesen. Ist mir momentan zu anstrengend.