Weggelesen oder weggelegt – Pratchett, Krebber, Peek

Wenn ich nicht schreibe, versuche ich auch mal zu lesen. Was mir in letzter Zeit so auf dem Papier (und E-Reader) begegnete, erfahrt ihr hier:

WEGGELESEN

TERRY PRATCHETT – VOLL IM BILDE

Ich liebe ja die Scheibenwelt. Und als großer Filmfan ist dieses Buch natürlich unter meinen Favoriten. Jede Menge Verweise auf filmische Klassiker und Gags, die man nur versteht, wenn man sich ein wenig mit den Hintergründen der Branche beschäftigt. Dazu kommt aber natürlich auch wieder Pratchetts kritischer Blick auf die sozialen Strukturen und Auswirkungen des technischen Fortschritts. Bezogen auf die Filmbranche behandelt er hier den Starruhm und dessen Vergänglichkeit, die Starallüren des ein oder anderen Abgehobenen und den Größenwahn mancher Regisseure. Obwohl das Buch aus dem Jahr 1990 stammt, gibt es auch noch einen Haufen Themen, die immer noch aktuell sind. Überteuerte Kinos, Hollywoods Devise, dass immer alles größer, besser und schneller sein muss und selbst Product Placement und sogar subliminale Werbung. Nur natürlich alles auf Sheibenweltart.

Schade ist eigentlich nur, dass Pratchett natürlich schon die besten Wortspiele verbraten hat und es mir somit schwerfallen dürfte, irgendwann eine Geschichte über die Filmbranche zu schreiben, ohne ihn in gewisser Weise zu kopieren.

NILS KREBBER – KEINE HELDEN: PIRATEN DES MAHLSTROMS

Piratenfantasy mit einer Prise Heist Story. Klingt unterhaltsam und das ist es auch. Es ist ein wenig wie „Fluch der Karibik“. Eben Piraten, Geister und Gedöns. Je mehr die Action in den Vordergrund rückte, desto mehr habe ich das Interesse verloren. Die Charaktere haben mich auch nicht wirklich gepackt. Sie sind ganz nett, aber der Funke wollte nie so recht überspringen. Liegt vielleicht auch an den Dialogen, die auf mich teils sehr gewollt wirkten. Kennt ihr das, wenn es nicht so wirkt wie ein Gespräch zwischen echten Menschen, sondern so, als ob die Personen einfach einem Drehbuch folgen? So wirkte das auf mich.
Das sind aber nur Kleinigkeiten, denn die Abenteuergeschichte macht durchaus Spaß und liest sich gut weg.

Meine Version wimmelte nebenbei von Rechtschreibfehlern. Soweit ich weiß, wurde das mittlerweile verbessert, aber ihr solltet beim Kauf darauf achten, nicht die erste Auflage zu erwischen, denn die Fehler in der Version sind wirklich zu viel in der Menge, um das noch zu überlesen und stören einfach.

WEGGELEGT

BEN PEEK – VERFLUCHT: ÄRA DER GÖTTER

Dieser Titel … meine Fresse, können die Verlage vielleicht noch ein bisschen einfallsloser werden? Im Original übrigens „The Godless“, was auch nicht viel besser ist.

Die Idee dieser High Fantasy Welt ist ganz interessant. Vor tausenden von Jahren töteten sich die Götter gegenseitig in einem Krieg und jetzt liegen ihre Körper in der Welt verstreut und ihre Kräfte haben sich auf die Wesen dieser Welt übertragen. Bestimmte Personen haben göttliche Macht, was für diese aber mehr Fluch als Segen ist. Soweit, so aufregend. Leider gestaltet sich die Geschichte selbst als sehr zäh und kommt nicht wirklich voran. Das kann man in dem Genre sicher noch verkraften, ist für mich allerdings schon eine Hürde. Der sprichwörtliche Sargnagel ist aber das Zeitgespringe, das mir einfach tierisch auf die Klötze geht. Da wird von der Gegenwart mal schnell 1000 Jahre zurückgesprungen, dann sind wir plötzlich wieder in der Gegenwart und drei Sätze später erfahren wir, was vor zwei Wochen passiert ist. Das lässt sich viel besser lösen, wenn man das einigermaßen gliedert. Die Vergangenheit der Charaktere ist sicher nicht unwichtig, aber dann gib mir halt mehrere Kapitel, die das abhandeln und nicht immer mittendrin. So versinkt der halbe Roman im eher nervigen Plusquamperfekt.

Vielleicht gebe ich der Nummer irgendwann nochmal eine Chance, denn die Welt interessiert mich schon, aber so bei der Hälfte musste ich jetzt erstmal was anderes lesen. Ist mir momentan zu anstrengend.

Under Construction – Mai 2019

BLOG

Die Idee des Newsletters steht noch, aber irgendwie bin ich mir nicht mal schlüssig, was ich da machen soll. Ich meine, klar, er soll die Leser informieren über neue Veröffentlichungen und solchen Kram. Aber wie zieht man das Ganze auf? Das fängt ja schon bei der Aufforderung an, den Newsletter zu abonnieren. Rotzt man da einfach hin „Abonniert den Scheiß und ihr kriegt alle Neuigkeiten“? Klingt langweilig. Und was für Neuigkeiten überhaupt. Ist ja jetzt nicht so, dass ich wöchentlich ein Buch veröffentliche. Lieber wäre mir etwas Treffendes, bei dem der Abonnent direkt weiß, was ihn erwartet. Aber da wird es auch schwierig. Denn was kriegt er denn? Neuigkeiten, ja. Und sonst? Exklusive Inhalte? Wortfetzen? Penisbilder? Ich muss mir da noch mal ein paar Gedanken machen.

INSPIRATION

Nachdem die letzte Staffel der Serie GAME OF THRONES so dermaßen schlecht weg kam (weil sie dermaßen schlecht war), hat sich in meinem Kopf die Idee festgesetzt, das für eine Geschichte zu nutzen. Ich finde, die ganzen Hypetrainaufspringer und Ultrafans haben es verdient, mal ein bisschen Kritik zu kriegen. Es könnte so aussehen, dass in den Lebingen Filmstudios (ja, Lebingen hat auch ein Filmstudio, weil … ich brauche da jetzt nun mal eins) eine Serienadaption zu einer Fantasyreihe gedreht wird. Der Hype ist riesig und alle lieben es, aber dann wird es schwächer und die Kritiken werden lauter. Die Fans, die sich um ihre Lieblingsreihe betrogen fühlen gehen auf die Barrikaden und wollen die Filmstudios abfackeln. Eine kleine Gruppe von Serienverteidigern muss sich ihnen entgegenstellen. Veröffentlichung: Vor dem letzten Buch von George R. R. Martin. Also habe ich wohl noch viel Zeit.

GESCHICHTEN

Momentan fuckele ich überall irgendwie herum. Eine Geschichte für eine Anthologie muss fertig werden. Die letzten Geschichten für Dewon Harper sind in der Mache. Und Teil 4 geht bald in den Buchsatz, der in diesem Fall nochmal etwas komplizierter ausfallen könnte, da ich bei einer Story ein wenig herumexperimentiert habe. Aber wird schon werden. Der Urban Fantasy Roman wartet ungeduldig auf die erste Überarbeitung und die nächsten Ideen spuken schon wieder durchgehend in meinem Kopf herum. Irgendwie geht es also überall voran. Im Verlauf des Monats bringe ich dann hoffentlich das ein oder andere Projekt zum vorläufigen Abschluss. Trotz meines chaotischen Wesens, ist mir das im Moment doch ein wenig zu viel Kram.

Game Of Thrones und das Schreiben

Eins der größten TV-Ereignisse findet sein Ende. Am Sonntag läuft die letzte Episode von GAME OF THRONES. Und die Gemüter könnten nicht gespaltener sein. Ein Großteil der Zuschauer ist enttäuscht oder regelrecht angepisst über die Entwicklungen. Und auch ich muss sagen, dass das alles einfach nicht mehr geil ist. Um genau zu sein, halte ich es für ziemliche Scheiße. Zumindest im Vergleich zu dem, was die Serie mal gewesen ist. Aber irgendwie unterhält es noch, wenn auch eben auf andere Weise. Und die Gründe für diesen Wandel innerhalb der Serie sind vor allem an einer Stelle zu finden: Beim geschriebenen Wort. Ein guter Grund also, sich einfach mal anzuschauen, was denn hier innerhalb dieser Serie passiert ist, dass es sich so anders anfühlt.

MEDIEN SIND UNTERSCHIEDLICH

Zu Beginn war GAME OF THRONES eine Adaption der Buchreihe DAS LIED VON EIS UND FEUER von George R. R. Martin. Die Autoren der Serie David Benioff und D. B. Weiss arbeiteten mit einer Vorlage und passten sie an das Medium Fernsehen an. Und alles war gut. In einer TV-Show kann man nicht so sehr ins Detail gehen wie in einem Roman und es ist unmöglich alles unterzubringen, was in der Vorlage steht. Die Macher erledigten ihren Job sehr gut, fügten die richtigen Dinge zusammen und ließen die mehr oder weniger richtigen Dinge weg. Die Charaktere wurden aufgebaut und die Handlung sinnvoll vorangetrieben. Aber im Gegensatz zum Buch ist TV immer auch zu einem gewissen Grad Spektakel. Und auch die Action stimmte. Aber irgendwie muss man sich immer selbst überbieten und so kam es zu den letzten großen Schlachten in der Serie. Der Kampf gegen die Untoten und die Schlacht um Kings Landing. Und so grandios das alles inszeniert war, so dumm war es leider von der rein taktischen Komponente. Da werden Kavallerien in den sicheren Tod geschickt, einfach weil es toll aussieht oder ganze Armeen mal eben abgefackelt, weil es was fürs Auge ist. Leider bleibt dabei Logik vermehrt auf der Strecke, weil man sich für imposante Bilder manchmal alles etwas zurechtbiegen muss. In einem Buch muss man diese Bilder nicht direkt zeigen, sondern im Kopf des Lesers formen, was ein völlig anderer Ansatz ist. Muss der ganze Quatsch wirklich sein? Nein. Aber das kann man schon machen, denn …

ZUSCHAUER SIND UNTERSCHIEDLICH

Zu Beginn war GAME OF THRONES eine Sendung für ein eher spezielles Publikum. High Fantasy in TV und Film ist nach wie vor kein Hit-Garant. DER HERR DER RINGE löste einen kleinen Hype aus, aber den Erfolg konnte nichts auch nur ansatzweise wiederholen. Und dann kam diese Serie. Und plötzlich entstand ein neuer Hype. Ich persönlich bin kein Freund von Hypes, denn erstens führt das zu unnötigem Fanservice und zweitens führt es dazu, dass man am Ende eine zu breit gestreute Fangemeinde hat, um es jedem recht zu machen. Wenn etwas im Mainsrtream ankommt, ist das natürlich toll für die Macher, aber dann hat man eben plötzlich auch eine zusätzliche Zuschauerschaft, der man sich unter Umständen verpflichtet fühlt. Und wozu das führt, sieht man hervorragend in der letzten Staffel von GAME OF THRONES. Die Autoren versuchen, es jedem recht zu machen. Es gibt epische Schlachten, entgegen jeder Logik wie in den großen Hollywoodblockbustern. Es gibt Überraschungen und Twists wie in den ersten Staffeln. Es gibt jede Menge Tote, wie es schon immer so beliebt in der Serie war. Es gibt aber auch Fanlieblinge, die mit einer Art Schutzrüstung herumlaufen und alles überleben, egal was ihnen entgegengeschleudert wird. Es ist für jeden was dabei. Und bei allem machen die Kreativen den unverzeihlichen Fehler, ihr Publikum zu unterschätzen. Schocker funktionieren nicht mehr, denn die Zuschauer denken mit und haben das System durchschaut. Die Action ist so überbordend und viel zu viel, um noch wirklich was Besonderes zu sein. Charaktere, die mit einer Plotrüstung herumlaufen, entfalten keine Todesbefürchtungen mehr, weil sie früher klar gestorben wären, aber mittlerweile einfach unsterblich scheinen. Man opfert viel vom ursprünglich organischem Drama, um die Charaktere zum Ende durchzuschleusen, die man nicht töten will. Ich behaupte mal, dass Martin das nicht machen würde, denn …

AUTOREN SIND UNTERSCHIEDLICH

Zu Beginn war GAME OF THRONES George R. R. Martins Vision. Martins Charaktere in Martins Welt, übernommen von David Benioff und D. B. Weiss und auf den Bildschirm übertragen. Aber dann kam ein entscheidender Wendepunkt, denn die Serienhandlung überholte die vorhandenen Bücher. Und so wurde aus einer Adaption eine Interpretation. Aus George R. R. Martins GAME OF THRONES wurde D & Ds GAME OF THRONES. D & D sind nicht Martin. Martin ist nicht Stephen King. Stephen King ist nicht E. L. James. Und E. L. James ist nicht Horst Müller von nebenan. Jeder Autor hat andere Ansätze und geht anders vor. Martin ist laut eigener Aussage ein entdeckender Schreiber, der sich von seinen Charakteren durch die Geschichte leiten lässt. Benioff und Weiss sind das offensichtlich nicht. Als sie innerhalb der Geschichte an einem gewissen Punkt angekommen waren, entschieden sie sich dazu, einen Endpunkt zu setzen, von dem aus sie rückwärts den restlichen Verlauf der Geschichte planen konnten. Sie wussten also, wo sie mit den Charakteren hin wollen und wie sie die Geschichte abschließen wollen. Leider muss man ihnen vorwerfen, dass sie sich mit der Zeit entweder total verschätzt haben oder sie einfach in Kauf genommen haben, durch das letzte Drittel zu hetzen. Ohne Not haben sie sich dazu verleiten lassen und so dafür gesorgt, dass Charaktere einen viel zu schnellen Wandel durchmachen oder innerhalb von wenigen Episoden mehrmals die Seiten wechseln, ohne dabei wirklich nachvollziehbare Gründe zu offenbaren. Die Geschichte mag auf einen Endpunkt aus gewesen sein, aber die Charaktere waren es größtenteils noch nicht. Angeblich hat Martin den Autoren Stichpunkte zu den Charakteren und deren Entwicklung für das Ende gegeben, aber sie hatten völlig freie Hand bei der Umsetzung. Nehmen wir mal an, wir finden fünf Autoren, die das erste Buch vom Herrn der Ringe DIE GEFÄHRTEN gelesen haben, aber nicht wissen, wie die Geschichte weitergeht und wie sie endet. Geben wir diesen fünf Autoren jetzt stichpunktartige Informationen und lassen sie die Geschichte weiterschreiben, bekommen wir fünf absolut unterschiedliche Ergebnisse. Und dieses GAME OF THRONES ist nun mal das von D & D und nicht das von Martin, das wir kennengelernt haben. Der Wandel vollzog sich langsam. Er kam nicht so plötzlich, wie der ein oder andere behauptet. Er hätte nur eigentlich gar nicht kommen dürfen, denn dadurch haben wir zum Schluss eine andere Serie bekommen als zu Beginn.

Für manche Zuschauer ist es eine bessere Serie. Für die meisten Zuschauer ist es eine schlechtere Serie. Aber vor allem ist es eindeutig eine andere Serie.

Under Construction – April 2019

BLOG

Ich denke darüber nach, einen Newsletter auf der Seite hinzuzufügen. Da ich aber ein technisches Desaster bin, habe ich die Idee erst mal nach hinten verschoben. Auf einem von WordPress gehosteten Blog, muss man da scheinbar den ein oder anderen Umweg gehen, weil es kein simples Newsletter Widget gibt. Wäre ja zu einfach.
Nebenbei bastele ich gerade an einer Patreon-Seite herum. Vielleicht nutze ich die auch stattdessen als eine Art Newsletter. Ich weiß noch nicht. Jedenfalls stehen in der Zukunft einige „Technisches Desaster“-Beiträge an.

INSPIRATION

Vor geraumer Zeit habe ich erfahren, dass die Frau, die ich mag, einen neuen Freund hat. Nun, das ist nichts weiter Besonderes, da die Geschichte zwischen mir und den Frauen sich aus genau diesem Ablauf zusammensetzt: Ich mag ein Mädchen. Sie scheint mich auch zu mögen. Ich versuche, etwas in die Wege zu leiten und scheitere kläglich. Und dann hat sie einen anderen und ich stehe wie ein Trottel da. Story of my life. Für gewöhnlich bin ich dann erst mal schlecht drauf. Aber in diesem Fall, kam von mir nur noch ein resigniertes Schulterzucken. Scheinbar habe ich endlich den Punkt erreicht, an dem ich auf Enttäuschungen völlig gefühllos reagiere und weiter mache wie bisher. Also darauf warten, dass ich wieder eine Frau mag und dann den Ablauf wiederholen, an dessen Ende ich wieder der Vollidiot bin, der nichts auf die Reihe kriegt.
Aber das hier soll nicht zu einer „Ich bin so eine arme Sau, bemitleidet mich“-Nummer verkommen. Ich werde es überleben, also spart euch die „du findest noch die Richtige“-Kommentare. Nein, warum ich das erzähle, hat einen anderen Grund. Nämlich die Erkenntnis, dass aus schlechten Erfahrungen (gute) Ideen entstehen können. Durch diese ständigen Niederlagen im Umgang mit dem weiblichen Geschlecht, ist mir eine Idee für eine Geschichte gekommen. Ein Psychothriller über jemanden, der immer und immer wieder bei den Frauen scheitert, die sich dann lieber den besten Freund schnappen oder jemand anderen, und der dann irgendwann durchdreht und beginnt, alle Frauen, in die er verknallt war, abzuschlachten. Dann habe ich allerdings festgestellt, dass Psychothriller nicht gerade ein Genre sind, das mir liegt. Aber vielleicht kann ich das ganze ja etwas auflockern und einen humorvollen Thriller daraus machen. Das soll ich ja angeblich ganz gut können, haben mir so zwei, drei Leser gesagt. Mal schauen, was sich da machen lässt. Geplante Veröffentlichung: Bevor ich eine Freundin finde.

GESCHICHTEN

Heute beginne ich mit einer Geschichte über Engel für eine Anthologie und wie immer habe ich nicht die geringste Ahnung, was ich da schreiben soll. Vielleicht wird es was mit einem Engel, der immer bei den Frauen abblitzt und dann zum Psycho wird …

Eigentlich wollte ich im April die Kurzgeschichten für Dewon Harper 5 beenden. Leider war in dem Monat irgendwie der Wurm drin und ich kam nicht wirklich voran. Teil 4 befindet sich aber bereits in der Korrektur und soll bald erscheinen. Wenn es soweit ist, erfahrt ihr es natürlich hier.

Bis dahin: kreativ bleiben.

Making Of – Dewon Harpers Verdachtsfälle

Im dritten Teil zieht endlich die Hauptstory etwas an und Dewon Harper selbst wird aktiver. Man könnte sagen, dass die ersten beiden Teile der Reihe recht überflüssig wirken, was das angeht. Die fortlaufende Handlung diente eigentlich nur, um die Kurzgeschichten mal schnell einzuleiten. Das war auch immer die Idee. Allerdings stellte ich in Teil 1 fest, dass das nicht sonderlich aufregend ist und da etwas mehr kommen sollte. Ich hatte von Beginn an eine vage Idee, wohin die ganze Nummer führen soll. Ab Teil 3 schlage ich diese Richtung also stärker ein und bringe diese Idee auf den Weg. Vielleicht etwas spät, aber besser spät als nie und so.
Jetzt schauen wir aber erstmal, wie ich auf die Kurzgeschichten gekommen bin, die wieder den Irrsinn in Lebingen vorantreiben.

DEWON HARPERS VERDACHTSFÄLLE

Auf Spoiler werde ich selbstverständlich wieder größtenteils verzichten. Trotzdem ist es natürlich sinnvoll, die Geschichten zuvor gelesen zu haben. Wer das noch nicht getan hat, kann das Buch hier kaufen.

DIE JAGD AUF DIE KRALLE

Geheimagenten, die teure Autos fahren und sich für Gottes Geschenk an die Damenwelt halten. Böse Menschen, die auf ihrer Vulkaninsel sitzen und die Welt erobern wollen. Und das natürlich, mit einem möglichst irren Plan. Das bietet sich einfach an für eine Stadt wie Lebingen. Das hier ist also meine Version von James Bond und anderen Geheimagenten.

DIE TULPE

Auch Mafiosi setzen sich irgendwann zur Ruhe. Zumindest in Lebingen. Wenn man genug Geld zusammengeklaut und genügend Leute betrogen und ermordet hat, kümmert man sich irgendwann lieber um seinen Hund und seine Tulpenbeete. Aber das ruhige Leben bietet neue Schwierigkeiten. Zum Beispiel Nachbarn. Diese Idee kam mir, als ich von einem völlig bekloppten Nachbarschaftstreit gelesen hatte, bei dem es um einen Apfelbaum ging. Denn Lebingen ist oft nur die etwas überspitzte Version des völlig normalen Wahnsinns, der in der realen Welt abgeht.

DAS GROßE BACKEN

Nicht viel zu erzählen hier. Eine dieser Geschichten, in der eine Kleinigkeit plötzlich die ganze Stadt bedroht. Hintergrund ist ein Backwettbewerb, der stattfinden soll, während ein Brandstifter sein Unwesen treibt. Natürlich hängt beides miteinander zusammen. Die Idee kam mir, als hier im Nachbarort eine Firma niederbrannte und die Gerüchteküche brodelte, dass jemand das Teil absichtlich abgefackelt hatte (was sich nebenbei als wahr herausstellte). Die ganze Backgeschichte entwickelte sich eher zufällig. Vorher war es ein Kochwettbewerb, aber da war mir das Feld zu weit gefächert und außerdem wollte ich die Locations lieber kleiner und privater halten, anstatt die Leute in großen Restaurants herumturnen zu lassen.

DAS GEHEUL

Da Lebingen eine Stadt ist, in der bei weitem nicht jeder die gleichen Chancen hat, stellen Obdachlose einen großen Teil der Bevölkerung dar. Also haben sie sich ihre eigene Geschichte verdient. Dies ist eine dieser Geschichten, bei denen ich im Vorfeld eigentlich überhaupt keine Idee hatte. Ich wollte einfach nur die Penner in den Fokus rücken. Der Rest ergab sich von selbst. In einer Stadt wie Lebingen finden sich eben immer irgendwelche Bekloppten, mit denen man dann was machen kann. In diesem Fall die gesamte Unterschicht von Lebingen.

WER ERSCHLUG MISS LEBERWURST?

Wie mittlerweile klar sein sollte, werden Recht und Gesetz in Lebingen eher vage ausgelegt. Für gewöhnlich übernehmen die Bürger selbst die Rolle von Richter und vor allem Henker. Aber was, wenn niemand da ist, den man anklagen und hinrichten kann? Dann geht es eben doch mal vor Gericht. Und da geht es genau so wirr zu, wie überall sonst in der Stadt. Erinnert ihr euch noch an die völlig beknackten Gerichtsshows im Privatfernsehen, die vor einigen Jahren das Nachmittagsprogramm bestimmten? Nein? Gut für euch. Ich leider schon. Die waren zwar kompletter Krampf, aber die Grundidee passt so gut nach Lebingen, dass ich mich daran auch mal versuchen wollte. Außerdem hatte ich Lust auf eine Geschichte, die sich größtenteils über Dialoge voranbewegt, einfach, um mich darin mal ein bisschen zu verbessern und ein bisschen Quatsch auszuprobieren. Dabei entstand dann zusätzlich ein kritischer Blick auf Misswahlen, den Irrsinn, der damit einhergeht und wie sehr sich manche Menschen darauf versteifen, als die Schönsten und Besten angesehen zu werden.

 

Es ist also wieder viel geboten und für jeden was dabei in Dewon Harpers Verdachtsfällen. Wenn ihr den Spaß noch nicht zu Hause oder auf dem Kindle habt, könnt ihr ihn hier erwerben:

DEWON HARPERS VERDACHTSFÄLLE

Die beiden Vorgänger gibt es natürlich ebenfalls noch zu holen:

DEWON HARPERS KRIMINALAKTEN

DEWON HARPERS FLUCHTPROTOKOLLE

Weggelesen oder weggelegt – Dumas, Pratchett, Gaiman, Schaefer

Als Autor sollte man nicht nur schreiben, sondern vor allem auch lesen. Das kommt bei mir insgesamt zwar leider zu kurz, aber zumindest ein paar Seiten jeden Tag versuche ich schon unterzukriegen. Das geht mal besser und mal schlechter voran. Wie bei allem anderen gibt es eben Bücher, die einen wirklich packen und solche, die eher zur Qual werden. Und als Autor hat man vielleicht auch nochmal einen anderen Blick auf die Geschichten und wird von Dingen abgeschreckt, die dem „normalen“ Leser vermutlich gar nicht so sauer aufstoßen. Hier ein kleiner Überblick, was ich in letzter Zeit so gelesen habe:

WEGGELESEN

TERRY PRATCHETT & NEIL GAIMAN – EIN GUTES OMEN

Da bald die Serie kommt, habe ich das Buch nach Ewigkeiten mal wieder aus dem Regal gezogen. Außerdem war es auch so eine Art Recherche. Als ich es vor vielen Jahren das erste Mal las, kam mir nämlich eine Idee zu einem Roman um die apokalyptischen Reiter. Den ersten Entwurf habe ich im letzten Jahr dann endlich mal geschrieben und wollte mich jetzt davon überzeugen, dass ich nicht unbewusst Ideen aus dieser Geschichte kopiert habe. Manchmal ist das ja so, wenn man von etwas inspiriert wird und zu viel Zeit verstreicht, um sich noch wirklich an alle Einzelheiten zu erinnern. Glücklicherweise habe ich festgestellt, dass meine Geschichte doch sehr anders verläuft und kaum Gemeinsamkeiten mit der inspirierenden Vorlage aufweist.
Das Buch selbst ist immer noch ein großer Spaß. Wenn ich etwas kritisieren wollte, dann, dass mir Adam mit seiner besserwisserischen Art tierisch auf den Senkel ging. Aber gut, er ist 11 Jahre alt und der Antichrist, also muss das wohl so sein. Außerdem kamen mir die apokalyptischen Reiter zu kurz. Die Einführung der jeweiligen Reiter war durchaus spaßig, aber dann kam da leider nicht mehr viel und es war schnell wieder vorbei. Das gilt auch für Atlantis, wo noch eine Menge Potenzial gewesen wäre. Irgendwie wirkte das ohnehin eher sinnlos. Hätten die beiden vielleicht ein ganzes Buch draus machen sollen. Warum gibt es eigentlich kaum Geschichten aus Atlantis?
Nicht mein liebster Pratchett, aber mein liebster Gaiman (von dem ich sonst noch nichts gelesen habe).

WEGGELEGT

PASCAL SCHAEFER – ALIEN JOB: DIE TRILOGIE

Ich habe es nicht mal durch das erste Drittel dieser Trilogie geschafft. Die Charaktere sind langweilig und nichtssagend. Viel schlimmer ist aber, dass es davon zu viele gibt und die Geschichte von Beginn an wild hin und her springt. Man hat gar keine Chance, überhaupt mal ein Gefühl für einen der Leute oder die Geschichte zu entwickeln, weil alle paar Seiten wieder ein anderer in den Fokus rückt. Zur Geschichte selbst kann ich nichts sagen, denn da bin ich nie angekommen. Es wird kapitellang herumpalavert, ohne dass irgendwie erkennbar wäre, worum zum Geier es eigentlich geht. Es ist offensichtlich, dass der Humor diese Probleme ausgleichen soll, nur ist der so platt und gewollt, dass kein Spaß aufkommt. Es wirkt, als wäre die Überlegung bei jedem Satz gewesen, wie man da jetzt noch einen schlechten Gag unterbringen kann. Daher rühren wohl auch die Vergleiche mit Douglas Adams, die in der ein oder anderen Rezension aufkommen. Tja, Adams hatte den Humor, aber eben verpackt in eine Geschichte mit abgedrehten, aber sympathischen Charakteren, wodurch sich die lustigen Stellen geschmeidig in den Rest der Geschichte einfügten. Hier wirkt es eher wie eine schlechte Kopie des Stils von Adams, um den herum dann der langweilige Rest hingefuckelt wurde.
Irgendwo steht, dass hier sei „Die Zukunft der lustigen Science-Fiction“. Dann kann das Universum wohl einpacken.

DURCHGEQUÄLT

ALEXANDRE DUMAS – DER GRAF VON MONTE CRISTO

Ich und die Klassiker. Das ist immer eine schwierige Nummer. Anfangs wirkt die Geschichte recht fast-paced, aber dann kommt der Mittelteil voller Haschkekse, Kutschenfahrten und Rumgedödel und bremst die ganze Nummer aus. Das liegt vor allem an den zehntausend Charakteren, die überall rumwuseln, ohne einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Und da zeigt sich das große Problem des Buchs: „Show don’t tell“ ist vermutlich jedem bekannt. Es bedeutet nichts anderes, als dass man dem Leser Dinge zeigen soll, statt sie einfach zu erzählen. Denn so formt man Bilder im Kopf des Lesers und er sieht die Welt und deren Bewohner vor Augen. Dumas (oder eventuell auch nur der Übersetzer der deutschen Version) verzichtet aber größtenteils darauf und erzählt einfach strikt die Geschichte runter. Ich hatte große Probleme, hier den Überblick zu bewahren, wer denn jetzt eigentlich noch mal wer ist und mit wem in welcher Verbindung steht. Dazu kommt eine gehörige Portion Theatralik, die so gar nicht meins ist.
Die Story selbst ist aber interessant genug, um bei der Stange zu halten. Der Aufbau der zweiten Hälfte macht durchaus Spaß, wenn man dann langsam durchblickt, was hier der Plan des Protagonisten ist und irgendwie wollte ich dann auch wissen, wie es ausgeht.

Als nächstes steht ein weiterer Pratchett und ein Piratenabenteuer auf dem Plan. Wie die bei mir abschneiden, erfahrt ihr dann demnächst hier.

Booklove: Mini Buchtraum Award

Die armstarke Gina hat mich für den Spaß nominiert, der von Suse mit dem Buchtraum ins Leben gerufen wurde. Danke für die Nominierung und dann schauen wir mal, was mir dazu einfällt:

1. Hast du schon mal von einem deiner gelesenen Bücher oder von einem Autor/einer Autorin geträumt? Beschreibe, wie der Traum war.

Also, das war so: Ich hatte mein Handtuch verloren und musste zu den Büros auf Ursa Minor Beta reisen, um ein neues zu beantragen. Die sagten mir allerdings, dass ich da völlig falsch bin, denn in den Büros auf Ursa Minor Beta gibt es nur den Megadodo-Verlag und die hatten keine Handtücher übrig, denn die wurden alle von Touristen geklaut, die jetzt damit am Pool in der Sonne liegen. Ich durfte aber nicht in der Sonne liegen, denn das ist ohne Handtuch verboten. Ich verließ den Verlag und dachte über meine nächsten Schritte nach. Vermutlich gab es auf dem ganzen Planeten keinen gut ausgestatteten Handtuchladen. Ein Raumschiff landete direkt vor mir und heraus kam ein Frood mit zwei Köpfen, der genau wusste, wo sein Handtuch ist. Ansonsten wirkte er etwas verwirrt und fragte mich nach dem Weg zu Erotikon VI. Ich kannte den Weg nicht, aber natürlich wollte ich unbedingt mal die dreibrüstige Hure Eccentrica Galumbits sehen, also schlug ich vor, dass wir gemeinsam nach dem Planeten suchen. Vielleicht würde ich ja unterwegs sogar ein neues Handtuch finden. Der Typ, der sich als Zaphod Beeblebrox vorstellte, ging darauf ein, unter der Bedingung, dass ich ihm am Ziel einen Drink ausgab.

Leider verlief die Reise nicht nach Plan, da plötzlich eine riesige Schildkröte, auf deren Rücken vier Elefanten standen, die wiederum eine ganze Welt trugen, unseren Weg kreuzte. Das Ausweichmanöver scheiterte vor allem daran, dass der Kapitän sich lieber seinem Drink widmete, statt auf Hindernisse zu achten. Das Raumschiff stürzte mitten in der Stadt Ankh-Morpork auf dieser eigenartigen Welt ab. Zaphod beunruhigte das wenig. Er schlug vor, direkt die nächste Kneipe aufzusuchen und torkelte davon. Ich hingegen schaute mich in der Stadt um. Irgendwo gab es hier bestimmt einen Laden, in dem ich ein neues Handtuch erwerben konnte. Ein Mann, der einen Bauchladen mit sich herumtrug und versuchte, mir eklige Würstchen am Stiel anzudrehen, erklärte mir den Weg. Als ich den Bezirk namens „Schatten“ betrat, wurde mir schnell klar, dass er mir den Weg nicht richtig erklärt oder mich bewusst in die falsche Richtung geschickt hatte. Vermutlich war er gekränkt, weil ich seine Würstchen beleidigt hatte. Aber da lag tatsächlich ein Handtuch mitten auf der Straße. Es war kein besonders schönes Exemplar, aber ich bin nicht wählerisch, was Handtücher angeht. Ich bückte mich und hob das Handtuch auf. Als ich mich wieder aufrichtete, umstellten mich mehrere Diebe, Halsabschneider und Anwälte. Der Abschaum der Gesellschaft von Ankh-Morpork, die ihr Leben in den Schatten fristeten, um dort unwissenden Idioten wie mir aufzulauern. Es war eindeutig eine Falle. Ein ausgelegtes Handtuch, um ein Opfer anzulocken. Als sie ihre Messer zogen, beschloss ich, in Zukunft auf ein Handtuch zu verzichten.

So, oder ähnlich war das. Glaube ich. Ich kann mich nie an meine Träume erinnern.

2. Welches ist dein Traum-Buch-Cover?

Na, das kann natürlich nur eines von den Covern sein, die Gorana für mich erstellt hat.

Die könnt ihr euch übrigens jetzt selbst nach Hause holen und ins Regal stellen oder euch an die Wand kleben, um eure Freunde mit ihrer Schönheit zu beeindrucken. Hier könnt ihr die Bücher (samt Cover) erwerben.

3. Wenn du dein eigenes Traumbuch schreiben könntest, um was würde es in dem Buch gehen?

Ich glaube, ich würde komplett den Rahmen sprengen und alles in das Buch reinballern, was mein wirrer Verstand hergibt. Fremde Planeten, Weltraumschlachten, Abenteuer auf Schatzinseln, Seegefechte, Tentakelgötter, Sekten, Froschmutanten, Amphibienforscher, Voodoopriester mit Zombiearmee, Zombiepriester mit Voodoopuppenarmee, Puppengeneräle mit Barbiearmee … okay, okay, ich höre ja schon auf. Die Story wäre ohnehin das reinste Chaos und nicht lesbar. Aber deshalb bleibt es ja auch ein Traum und ich versuche lieber weiterhin Geschichten zu erzählen, die zumindest einigermaßen nachvollziehbar und verständlich sind.

4. Welches Buch war dein schlimmster Albtraum?

Ich bin da nicht leicht aus der Ruhe zu bringen. Mal davon abgesehen, dass ich ohnehin eher lockere Lektüre bevorzuge, als irgendwelchen tiefgründigen Psychokram oder Horror. Wenn ich eins nennen müsste, dann wäre es wohl „Shining“ von Stephen King. Das hatte durchaus seine Momente. Ansonsten sind vor allem die Bücher mein Albtraum, die mich einfach nicht packen und bei denen ich mich zwingen muss, mich weiter durchzuquälen, bis ich dann irgendwann doch den Abbruch vollziehe, weil es einfach nicht mehr geht. „Der Herr der Ringe“ zum Beispiel. Da habe ich es immerhin bis zum zweiten Buch geschafft, bis ich es einfach nicht mehr ertragen konnte.

5. Top oder Flop: Das Buch, das du gerade liest, ist bis jetzt Top oder Flop?

Da es ein Scheibenwelt-Roman ist, ist er natürlich schon auf der ersten Seite top. Ich lese mich gerade nochmal so nach und nach durch die gesamte Reihe. Da ja leider nichts Neues mehr kommen wird, muss ich immer mal wieder in die alten Bücher eintauchen und mich an dieser – für mich besten – Fantasywelt erfreuen.

 

Traditionellerweise verzichte ich auf weitere Nominierungen, da vermutlich eh schon alle dran waren.

Making Of – Dewon Harpers Fluchtprotokolle

Auch zur Fortsetzung will ich euch einen kleinen Einblick in meine wirren Gedankengänge erlauben. Schreiben ist schließlich ein ewiger Lernprozess, bei dem man sich immer verbessert und aus seinen Fehlern lernt. Während Teil 1 ein paar Stellen aufweist, die im Nachhinein nicht ganz gelungen sind (in meinen Augen; Leser haben damit weniger Probleme gehabt), wirkt Teil 2 schon runder. Abgesehen von der Rahmenhandlung. Die hängt auch in Teil 2 noch etwas durch. Das liegt aber vor allem daran, dass ich beim Schreiben noch nicht genau wusste, wo ich damit eigentlich hin will. Ab Teil 3 zieht also auch das etwas an. Aber dazu dann, wenn es soweit ist. Jetzt erstmal der Einblick in:

DEWON HARPERS FLUCHTPROTOKOLLE

Ich werde natürlich wieder auf größere Spoiler verzichten. Aber natürlich ist es immer interessanter, wenn man das Buch vorher gelesen hat. Wer das noch nicht getan hat, kann es hier als Taschenbuch oder Kindle Ebook erwerben.

AUSBRUCHSPLÄNE

Die Idee hinter dieser Geschichte ist simpel: Eine Frau will aus dem Gefängnis ausbrechen und braucht dafür eine möglichst leichtsinnige Komplizin. Die Inspiration dahinter ist ebenfalls simpel und eine sehr witzige Mischung. Ich mag ja Knastgeschichten. Vor allem in Film und TV. Zu der Zeit hatte ich mir mal wieder die Serie PRISON BREAK reingepfiffen, zur Vorbereitung auf die neue Staffel, die nebenbei wirklich grauenhaft schlecht war. Dadurch bekam ich Lust, auch mal was über den Knast und vor allem einen Ausbruch zu schreiben. Einen richtigen Plan, wie genau das aussehen sollte, hatte ich noch nicht, aber dann kam Hilfe in Form der Looney Tunes. Nachdem ich mir eine Reihe von Road Runner Cartoons reingepfiffen habe (ja, ich gucke sowas auch heute noch, weil es nun mal nach wie vor der Knaller ist), war klar: Ich brauche sowas wie den Wile E. Coyote des Frauenknasts. Also jemand, der ausbrechen will, dabei aber immer wieder scheitert. So entstand also dieser kleine Looney-Prison-Mix.

DER EROBERER

Ursprünglich sollte das eine Piratengeschichte werden. Wie das mit meinen Ideen aber nun mal ist, entwickelte sich dann schon in den ersten Sätzen eine ganz andere Geschichte daraus. Die Piraten wurden durch eine Horde verurteilter Verbrecher ersetzt (was ja nicht mal so weit von Piraten entfernt ist) und statt einer Schatzinsel steuerten sie eine verlassene Insel an, auf der sie ein neues Leben abseits der zivilisierten Gesetze beginnen wollen. Aber auch diese Idee hält nicht lange an. Im Endeffekt schlug die Geschichte beim Schreiben einige unvorhergesehene Haken, aber gerade deswegen gefiel sie mir am Ende so gut, dass sie es ins Buch geschafft hat.

FRAUENRAUB

Diese Geschichte existierte tatsächlich so ziemlich als erste für die Dewon Harper Reihe und sollte das erste Buch eröffnen. Nach der Erwähnung der Räuber im Wald in einem Nebensatz in der Einleitung des ersten Buchs, sollte eine Geschichte mit diesen Räubern folgen. Aus zwei Gründen habe ich mich dann aber dagegen entschieden. Erstens spielt die Geschichte zu einem Großteil außerhalb der Stadt, was als Eröffnung nicht wirklich sinnvoll gewesen wäre und zweitens entwickelte sich dann noch die Idee zu der Geschichte um Frau mit Glas, ein Gemälde, das auch hier eine kleine Rolle spielt. Da ich dann lieber erst die andere Geschichte unterbringen wollte, landete diese eben in Teil 2.

DIE MONSTER IM SCHRANK

Simpel: Ich hatte einfach Lust, ein bisschen mit einer kleinen Fantasywelt herumzuspielen und so entstand dieser kleine Ausflug in ein Land, das man durch einen Kleiderschrank betritt. Alles andere ist eben das große Ideenverbraten, die für mehr nicht wirklich was hergaben. Ist eine ganz lustige und unterhaltsame Geschichte bei herumgekommen, finde ich. Manchmal probiere ich halt gerne einfach ein bisschen herum.

DER GROßE REGEN VOR DEM HERBST

Ich gehe nicht gerne einkaufen. Vor allem nicht in größeren Geschäften. Es ist voll und man sucht ewig nach dem Kram, den man kaufen will und steht dann noch ewiger an der Kasse rum. Die Hölle ist ein Wochenendtag im Bau- oder Möbelmarkt. Als ich zufällig auf Twitter von jemandem (kann mich leider nicht mehr erinnern, von wem) las, dass derjenige beim Einkauf vom Platzregen überrascht wurde und alle wie die Irren in Panik in die Geschäfte flüchteten, kam mir die Idee, daraus eine Geschichte zu machen. Verbunden habe ich das Ganze dann mit dem Versuch, mehrere Schauplätze in eine Kurzgeschichte zu quetschen. Ich gebe zu, ich habe es vielleicht etwas übertrieben. Aber die Geschichte und der Irrsinn darin gefallen mir trotzdem nach wie vor sehr gut. Ich meine: Kannibalen im Baumarkt hat man auch nicht in jeder Geschichte, oder? Hätte ich die Idee etwas liegen lassen, wäre vermutlich doch eher ein Roman daraus geworden, denn prinzipiell hätte das noch mehr hergegeben. Aber so ist es eben kurz und knackig und trotzdem schön bescheuert.

Weil ich diesen Beitrag bei der Veröffentlichung irgendwie verpennt habe, ist mittlerweile schon Teil 3 draußen. Bevor ich dazu dann bald auch ein Making Of präsentiere, solltet ihr aber natürlich erst Teil 2 und natürlich auch 1 lesen. Hier geht es zu den Dewon Harper Büchern auf Amazon.

Jetzt erhältlich: Dewon Harper als Taschenbuch

Es war ein recht steiniger Weg, aber jetzt sind alle Hindernisse überwunden und alle Probleme behoben. Die Dewon Harper Taschenbücher sind endlich da! Den ganzen Irrsinn gibt es jetzt also auch auf Papier, das man so richtig schön blättern und verknicken kann. Über folgende Links könnt ihr den ganzen Spaß käuflich erwerben:

DEWON HARPERS KRIMINALAKTEN

DEWON HARPERS FLUCHTPROTOKOLLE

DEWON HARPERS VERDACHTSFÄLLE

Auf jeweils knapp 100 Seiten gibt es jede Menge Wahnsinn mit Hippies, Räubern, Künstlern, Bäckern und Obdachlosen und Tentakelgöttern. Also Geschichten über ganz normale Leute in einer nicht ganz normalen Stadt namens Lebingen.

Zur Einstimmung noch ein kleiner Textauszug aus einem der Bücher:

Der Bürgermeister beugte sich über den Rand seines Bürobodens und schaute zu Edward herab.

»Was ist das für ein Zischen?«, rief er.

Edward blieb stehen und lauschte.

»Sind es Schlangen? Ich hasse Schlangen«, rief der Bürgermeister. »Ich habe sie alle mit Knüppeln aus der Stadt jagen lassen.«

»Es sind keine Schlangen«, sagte Edward.

Der Bürgermeister stieß einen erleichterten Seufzer aus.

»Es ist eine Gasleitung«, sagte Edward.

Eine Sekunde später stellte sich heraus, dass er absolut richtig lag. Eine Explosion erschütterte erneut die Stadt. Gullydeckel wurden in die Luft geschleudert. Ihnen folgten unzählige Geldscheine, die in den Himmel gepustet wurden und langsam zurück zur Erde segelten.

»Mein geheim deponiertes Geld!«, rief der Bürgermeister verzweifelt und krallte sich an einer Gardine fest. Die Rathaushälften wankten bedrohlich.

Jetzt seid ihr natürlich so richtig in Stimmung, dem selbsternannten Schriftsteller euer Geld zu geben. Das könnt ihr hier:

DEWON HARPERS KRIMINALAKTEN

DEWON HARPERS FLUCHTPROTOKOLLE

DEWON HARPERS VERDACHTSFÄLLE

Viel Spaß beim Lesen.

Fragen ohne Antwort #211

Bei den Fragen ohne Antwort vom Blog Passion Of Arts dreht sich in dieser Woche alles um Bücher. Grund genug, mir ein paar Antworten aus den Fingern zu saugen.

1. Welches Buch hast du zuletzt verschenkt?

Eins von meinen. Aber darum geht es vermutlich nicht, deshalb „Per Anhalter durch die Galaxis“ von Douglas Adams. Das ist immer mein Go-To-Buch, wenn mich Leute fragen, womit man als Nichtleser gut einsteigen kann. Und bisher hat es auch fast jeden dazu bewegt, öfter mal ein Buch in die Hand zu nehmen.

2. Welches Buch hat dich am meisten erschüttert?

Ich bevorzuge eher unterhaltsame Geschichten, als die, die die Last der Welt auf den Schultern tragen. Und außerdem wollte ich schon immer mal einen Satz schreiben, in dem das Wort „die“ viel zu oft vorkommt. Erschütternd ist, dass ich diesen furchtbaren Satz jetzt einfach da stehen lasse.

3. Welches Buch hast du zuletzt gelesen?

Einen Klassiker. Der Graf von Monte Cristo. Gerade gestern beendet.

4. Welches liest du gerade?

Keinen Klassiker. Habe noch nichts neues angefangen.

5. Welches ist dein liebstes Buchcover?

Ich habe es hier schon mal irgendwo geschrieben: Ich mag die meisten modernen Cover nicht. Sehen alle gleich aus und sind mir zu reduziert, damit man auch schön alles im kleinen Vorschaubildchen bei Amazon erkennen kann. Ich verstehe die Entwicklung, aber deshalb heiße ich sie nicht gut. Meine Lieblingsbuchcover sind die originalen Cover der Scheibenweltromane, auf denen immer schön viel Gewusel los ist.

6. Welches war als Kind dein Lieblingsbuch?

Ich habe gerne Kinderkrimiabenteuer wie „Fünf Freunde“ gelesen. Welche Geschichte davon mein Favorit war, kann ich aber heute nicht mehr sagen.

7. Welches ist das beste Kinderbuch?

Ich habe nicht die geringste Ahnung. Ist sehr lange her, dass ich ein Kinderbuch in der Hand hatte.

8. Mit welchem Buchgenre kannst du gar nichts anfangen?

Prinzipiell bin ich für alles offen, aber ich halte mich von Liebesromanen und generell Geschichten mit einem Fokus auf Liebesgeschichten fern. Das langweilt mich einfach schon, wenn ich nur dran denke. Deshalb verzichte ich für gewöhnlich auch in meinen Geschichten darauf. Ich weiß, dass sowas allseits beliebt ist, aber mich interessieren sie nun mal nicht die Bohne und ich habe mittlerweile alle Liebesdreiecke gesehen. Geometrie interessiert mich nebenbei auch nicht, was es doppelt langweilig für mich macht.

9. Liest du Bücher immer zu Ende oder hörst du auf, wenn du sie langweilig findest?

Früher habe ich alles zu Ende gelesen, egal wie quälend es war. Da meine Lebenszeit aber vermutlich auch begrenzt ist und es jede Menge guter Bücher gibt, die diese Zeit besser verdienen, breche ich inzwischen auch mal ab, wenn ich merke, dass das nichts mehr wird. Meist stelle ich das im ersten Drittel fest. Wenn mir der Stil nicht zusagt, es nicht spannend oder unterhaltsam ist, dann bin ich raus. Unter den abgebrochenen Büchern finden sich zum Beispiel: „Der Herr der Ringe“, „Unendlicher Spaß“ und „Der Distelfink“.

10. Welches Buch hat dich zuletzt so mitgerissen, dass du alles um dich herum vergessen hast?

Das müsste „Salman Rushdie“ gewesen sein. Die wahre Geschichte des gleichnamigen Autors, der wegen eines Romans zum Tode verurteilt wurde und untertauchen musste. Das Buch behandelt seinen Umgang mit der Situation, die Angst von ihm und seiner Familie vor irgendwelchen zurückgebliebenen Machthabern und Fanatikern, die Kunst nicht von der Realität lösen können und wie schnell man bei diesen Irren auf der Abschussliste stehen kann, nur weil sie komplett den Arsch offen haben.

11. Das beste Buch zum Film ist …?

Ich verstehe die Frage so, dass es um Bücher geht, die einen bereits vorhandenen Film nacherzählen oder dessen Geschichte weiterführen. Da muss ich passen. Kann mich nicht erinnern, mal etwas in die Richtung gelesen zu haben.

12. Welche Bücher hast du gelesen, die später verfilmt wurden?

Gab es so einige. Die Potter-Reihe. Den Anhalter. Der ein oder andere Scheibenweltroman wurde mittlerweile auch verfilmt. Die Filme selbst waren mal gut, mal nicht so sehr.

13. Welcher anschließende Film war besser als das Buch?

„Der Herr der Ringe“ und „Der Name der Rose“ fallen mir da spontan ein. Beide Bücher bzw. Reihen waren für mich die reinste Qual, während die Filme sich auf das Wesentliche konzentrierten und eine kompakte und gute Geschichte erzählten.

14. Welchen Titel hätte deine Autobiographie?

Chaos mit System.

15. Liest du auch manchmal Drehbücher? Wenn ja, welches hast du zuletzt gelesen?

Ich bin zwar ein Riesenfilmfreak, aber mit Drehbüchern konnte ich mich nie so recht anfreunden. Ich habe früher mal in das ein oder andere reingeschaut, wenn mich bei einem Film interessiert hat, wie bestimmte Szenen auf dem Papier aufgebaut waren. An konkrete Beispiele kann ich mich aber gerade nicht erinnern.

Ich würde aber durchaus mal ein Drehbuch schreiben und erste Gehversuche dazu wird es im nächsten Teil von Dewon Harper geben. Denn da spielt eine Geschichte im Kino und ich experimentiere da ein bisschen herum.

16. Hast du eigentlich die Bibel gelesen?

Nö. Obwohl, ich habe mal eine humoristische Version des alten Testaments gelesen. War nur leidlich aufregend. Ich bin aber auch kein Stück gläubig und heute gibt es einfach viel bessere Fiktion als diesen ganzen Jesus-Kram.

17. Welches Buch ist aktuell dein Lieblingsbuch?

Mein Lieblingsbuch wird wohl auf ewig „Per Anhalter durch die Galaxis“ bleiben. Es gab viele Contender auf den Thron, aber niemand konnte ihn erobern.

18. Welches Buch würdest du niemanden empfehlen?

Gar keins. Ich sehe das nicht so eng. Es gibt sicher eher schwache Bücher, aber in der Regel steckt dahinter viel Arbeit und nur weil mir etwas nicht gefällt, heißt das ja nicht, dass es allen anderen auch so geht.

Wenn ich an meine Geschichten denke, höre ich quasi auch schon den Großteil der Leser sagen: „Was ist denn das für eine Scheiße?“ Trotzdem dürfen sie meine Bücher gerne weiterempfehlen.

19. Welche/r Autor/in ist dein/e liebste/r?

Da gibt es nur eine Antwort, die ich hier im Blog wohl schon öfter gegeben habe: Terry Pratchett. Seine Mischung aus Gesellschaftskritik, Parodie und Satire ist einfach unerreicht.

20. Klassisches Buch oder E-Book?

Mittlerweile mache ich da keinen großen Unterschied mehr. Ich habe zwar immer noch lieber Papier in der Hand, einfach weil ich ohnehin schon zu viel auf irgendwelche Bildschirme und Displays glotze, aber für die Qualität des Textes macht das ja in der Regel keinen Unterschied.

21. Hast du auch schon einmal fremdsprachige Bücher gelesen? Wenn ja, welche? Wenn nein, wieso nicht?

Gilt Englisch? Was anderes beherrsche ich nicht. Ich lese zwar bevorzugt deutsch, aber habe auch schon einige englische Bücher gelesen. Meist sind das dann solche, die in Deutschland einfach nicht erschienen sind. Unter anderem „Mogworld“, bei dem mich immer noch wundert, dass es nie übersetzt wurde, da es eigentlich mit allen Rollenspielern eine vermeintlich große Zielgruppe hat. Aber vielleicht waren die Verkäufe einfach nicht gut genug und kein Verlag hat sich getraut.