Making Of – Dewon Harpers Krankenscheine

Interessiert zwar keine Sau, aber ich haue natürlich trotzdem meine kleinen Anekdoten zu den einzelnen Geschichten im neuen Buch raus. Es geht um

DEWON HARPERS KRANKENSCHEINE

Große Spoiler werde ich möglichst vermeiden. Trotzdem ist es natürlich sinnvoller, erstmal die Geschichten zu lesen, bevor ihr euch die Hintergründe dazu inputiert. Wenn ihr noch nicht im Besitz von DEWON HARPERS KRANKENSCHEINE seid, könnt ihr es hier als Ebook und Taschenbuch erwerben.

GEBRANNTE MANDELN

Anfang des Jahres wollte ich eigentlich an einer Ausschreibung für eine Zombie-Anthologie teilnehmen. Und dann stellte ich fest, dass absolut nichts exitiert, das ausgelutschter und langweiliger ist als Zombies. Obwohl ich mich für recht kreativ halte, war selbst ich nicht in der Lage, diesem Genre noch irgendwie etwas neues hinzuzufügen oder zumindest einen frischen Ansatz zu finden. Also habe ich die Geschichte unfertig liegenlassen und jetzt verrottet sie auf meiner Festplatte wie ein Zombie. Ein passendes Ende dafür also. Was das mit dieser Geschichte hier zu tun hat? Nun, zeitgleich arbeitete ich an den ersten Geschichten für die Krankenscheine und irgendwie schwappte der Zombieeinfluss dann auf diese Story über. Ursprünglich ging es ums Rauchen. Damit hatte ich nämlich gerade aufgehört (zum vierten Mal). Und das wollte ich irgendwie verarbeiten und gleichzeitig Raucher sowie Nichtraucher als die nervigen Fatzken entlarven, die sie allesamt sind. Ja, wir sind alle Arschlöcher. Ob wir rauchen oder nicht. Lebt damit.

DER KOLOSSALE KAMPF DER MONSTRÖSEN UNGETÜME

In letzter Zeit mal im Kino gewesen? Ihr wisst schon: dieser Ort mit großer Leinwand, in dem sich ursprünglich Leute versammelten, um einen Film zu genießen und heute jeder Heiopei die anderen stört, während igendein austauschbarer Blockbuster von der Firma mit der Monopolmaus die Leinwand mit generischen Computereffekten zukleistert. Nun, in Lebingen ist das Kino ebenfalls beliebt und es wird immer nach neuen Möglichkeiten gesucht, die Zuschauer in den Sitz zu pressen. Dass dabei durchaus mal ein wenig Chaos ausbricht, sollte nicht überraschen. Und dass ich als großer Filmfan hier einen kleinen Rundumschlag gegen Kinos, Produktionsstudios, Blockbuster und Zuschauer gleichermaßen bringe, ebenfalls nicht.

DER GROßE BERNTHAL

Alle Jubeljahre kriege ich es in den Kopf. Dann schaue ich mir im Internet irgendwelche Zaubertricks an und scheitere daran, die Tricks zu durchschauen. Die Frage, was wohl wäre, wenn das alles gar keine Tricks sind, sondern der Zauberer tatsächlich magische Fähigkeiten hätte, ist nicht neu, aber ich wollte damit mal ein wenig herumspielen. In Lebingen ist sowas eben möglich und so lasse ich hier mal ein wenig die Magie raus. Die Grundidee führte dann zu einem Ende, das mir noch Möglichkeiten für Fortsetzungen lässt, was zwar vorerst nicht geplant ist, aber vielleicht kommt mir ja irgendwann mal eine interessante Idee, wie man den magischen Spaß noch erweitern kann.

DAS GELD AUF DER BANK

Eine übliche Lebingen-Geschichte. Ein Bankraub, ein Hypochonder, inkompetente Polizisten, Pockenviren … eben ein ganz normaler Tag in Lebingen. Hier wollte ich einfach ein wenig Spaß mit den Charakteren haben und das wars. Kein großer Hintergrund hier.

TRESH KOMPEKTA

Hier war ich lange am überlegen, ob ich die Geschichte wirklich mit reinnehmen soll, aber es musste einfach sein, um nochmal die Grenzen aufzubrechen. Denn diese Geschichte spielt nicht in Lebingen und weicht somit komplett vom Konzept der Reihe ab. Andererseits aber dann doch nicht. Lest sie halt selbst, dann versteht ihr vielleicht, was ich meine. Nur so viel: Der Einfluss des Anhalters ist jederzeit spürbar, denke ich. Und von diesen Charakteren haben wir definitiv noch nicht das Letzte gelesen. Da wird noch einiges kommen, wenn ich meine Pläne umsetzen kann.

Die Rahmenhandlung kommt nebenbei auch endlich richtig in die Gänge. Wenn das mal nicht so richtig heiß aufs Lesen macht, dann weiß ich auch nicht. Hier könnt ihr die Bücher der Reihe günstig erwerben.

Schreiben wie ein selbsternannter Schriftsteller – Die Aufgabe des Helden erschweren

Beim letzten Mal ist Peter daran gescheitert ein Ritter zu werden. Während ich die Szene schrieb, kam mir eine Idee, die direkt darauf aufbaut und diese Szene im Nachhinein wichtiger macht. Dafür muss ich allerdings ein bisschen nach vorne springen in der Geschichte. Da in die Nummer hier aber ohnehin mal etwas Zug reinkommen kann, ist das vermutlich gar nicht so schlimm. Normalerweise schreibe ich meine Geschichten chronologisch. Soll heißen: Wenn mich eine Szene auf eine Idee bringt, die sich später verwenden lässt, mache ich mir eine Notiz und kümmer mich dann darum, wenn ich dort ankomme.
In diesem Fall mache ich eine Ausnahme und wir springen zu der Stelle, an der die Schlangofanten die Burg erreichen und diese stürmen.

Lord Edgar stand auf einem Hügel einige Kilometer entfernt von der Burg und schaute sich an, wie die Schlangofanten das taten, was sie am besten konnten: Chaos verbreiten.
Krump und seine Armee schnetzelten sich durch die Wachen, als wären sie nichts weiter als Dekoration auf dem Burghof. Für die meisten Wachleute stimmte das auch beinahe. Ihre Ausbildung beschränkte sich darauf, ein Schwert halten zu können und sich durch tagelangen Schlafentzug daran zu gewöhnen, vor Türen zu stehen und dabei nicht einzuschlafen. Krump und die Schlangofanten erfüllte diese Schlacht nicht. Sie bevorzugten einen richtigen Kampf auf Leben und Tod und sahen es als Ehre an, auf dem Schlachtfeld zu sterben. In diesem Fall hätten sie sich selbst erstechen müssen, um diesen ehrenvollen Tod zu finden. Ein Tor öffnete sich und eine Truppe schwer gepanzerter Ritter unter Leitung des Wachmanns mit dem verbeulten Helm ritt auf den Hof. Vielleicht bestand doch noch Aussicht auf das ehrenreiche Ableben an diesem Tag.

Während die Ritter und die Schlangofanten kämpfen, steht Lord Edgar also auf dem Hügel und beobachtet das Geschehen. Als Magier und Antagonist der Geschichte hilft er logischerweise etwas nach, um die Situation zu seinen Gunsten zu beeinflussen. In dem Zusammenhang fällt mir gerade wieder ein, dass ich zumindest die magische Sprache bereits im Ansatz entwickelt hatte. Das reicht aber eigentlich nicht, denn ich sollte mir ein ganzes Magiesystem überlegen. Das passt hier jetzt nicht hin, also verschiebe ich das aufs nächste Mal. Jetzt belegt Edgar einfach mal alle Ritter mit einem Fluch, sodass die Schlangofanten leichtes Spiel haben. Und hier kommen wir zurück zum letzten Teil. Peter hat die Ritterprüfung schließlich nicht bestanden und somit betrifft ihn dieser Fluch nicht. Das heißt, dass er kämpfen kann. Allerdings ist er kein Kämpfer und muss da erstmal hinkommen. Denn sind wir ehrlich: Eigentlich ist er der reinste Lappen.

Peter tat das, was ein Hausmeistersohn, der kurz zuvor die Ritterprüfung vergeigt hatte, in so einem Fall sinnvollerweise tut: Er versteckte sich in einem Schrank. Die Schlangofanten patroullierten in der Burg und durchsuchten jeden Winkel. Es war nur eine Frage der Zeit, bis sie ihn finden würden.
„Lasst mich los!“, befahl eine ihm bekannte Stimme.
„Sie haben die Prinzessin“, flüsterte er.
Peter kannte sich nicht gut mit der Fauna des Landes aus, sonst hätte er gewusst, dass Schlangofanten ein äußerst gutes Gehör haben, dem kein noch so leises Flüstern entgeht. Krump riss die Schranktüren auf.
„Was haben wir denn hier?“ Krump und eine Gruppe von Schlangofanten musterten Peter und überlegten, wer von ihnen die besten Teile verspeisen durfte.
Peter hatte nicht vor, eine Entscheidung abzuwarten und tat das, was man in so einem Fall sinnvollerweise tut: Er lief los und sprang ganz unheldenhaft aus dem Fenster. Krump schaute aus dem Fenster in den dreckigen Burggraben, aus dessen dickflüssigem Wasser Luftblasen aufstiegen. Nichtmal ein Schlangofant hätte sich freiwillig in dieses Gewässer getraut. Der Junge war zwar dumm gewesen, aber Krump respektierte diesen Mut. Er rotzte einen Schleimklumpen aus seinem Rüssel in das Tümpelwasser und ging davon, um nach weiteren mutigen und dummen Personen in der Burg zu suchen.
Peter tauchte auf und wischte sich den stinkenden Matsch aus den Augen. Die Tatsache, dass er nicht von Speeren oder Pfeilen durchbohrt wurde, deutete er als Zeichen dafür, dass ihm niemand seine Aufmerksamkeit schenkte. Er watete an Land und lief so schnell davon, wie es seine matschigen Kleider zuließen.

Die Burg ist also in der Hand von Lord Edgar und Hausmeistersohn Peter, der bisher absolut nichts geleistet hat, was ihn irgendwie heldenhaft erscheinen ließe, ist die letzte Hoffnung, die Burgbewohner zu retten. Wie genau das weitergeht, weiß ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht, deshalb schauen wir beim nächsten Mal zuerst, was Lord Edgar auf der Burg so anstellt und überlegen uns eine Magiesystem. Das dürfte interessant werden.

Wie erschwert ihr dem Helden seine Aufgabe? Lasst ihr sie dafür auch aus Fenstern springen? Und in wie vielen Burggräben seid ihr schon geschwommen?

Veröffentlichung: Dewon Harper geht in Runde 4

Es hat etwas länger gedauert, als ursprünglich geplant, aber jetzt gibt es endlich den vierten Teil der DEWON HARPER Reihe mit fünf weiteren Kurzgeschichten aus Lebingen.

Wenn euch das absolut fantastische Cover nochb nicht überzeugt, dann tut es vielleicht der Klappentext:

Was macht ein verletzter Mann, der nicht weiß, welche Ärzte ihn behandeln? Er stellt eine Eigendiagnose.

Dewon Harper erwacht in einem Krankenbett. Seiner Erinnerung an die eigene Vergangenheit hat ein Sprung vom Dach nicht geholfen. Ganz im Gegenteil. Während er mit gebrochenem Bein in einem abgeschotteten Zimmer liegt, versucht er herauszufinden, wo er sich aufhält und wer ihn dort hin gebracht hat. Seine eingeschränkten Nachforschungen rufen in ihm die einzigen Erinnerungen hervor, die in seinem Kopf verblieben sind. Diese Erinnerungen bestehen aus den Geschichten über die Einwohner von Lebingen. Einer Stadt, in der dem Irrsinn scheinbar keine Grenzen gesetzt sind:

Die Raucher vernebeln die Stadt, ein Kinofilm ruft eigenartiges Verhalten bei den Zuschauern hervor, ein Bühnenzauberer entdeckt seine wahren magischen Fähigkeiten, ein Bankraub verläuft nicht wie geplant und auf einem Müllschiff sorgt ein Parasit für Aufregung.

Oder ein Textauszug wie dieser hier:

Wie ein Geisterpirat schritt Grete durch den dichten Rauch in der Stadt. Hinter ihr schleifte der Enterhaken über den Boden und verursachte ein metallenes Geräusch, dass jeden zusätzlich in Angst und Schrecken versetzen konnte. Ältere Bewohner hätten bei einer Begegnung sicher direkt eine posttraumatische Belastungsstörung erlitten, wenn sie an den Piratenkrieg erinnert worden wären, der viele Jahre zuvor in Lebingen stattgefunden hatte. Da sich niemand auf die Straße traute, der es nicht unbedingt musste, begegnete Grete nur einer einzelnen Gruppe von Leuten in einer Gasse. Sie vergewisserte sich, dass diese kein Feuer spuckten oder mit schwarzen Klumpen um sich husteten und schaute sich an, was in der Gasse los war. Zu dieser Zeit konnte man nur auf zwei Gruppen von Menschen treffen. Raucherklubs, die gemeinsam Mandelkraut rauchten und sich gegenseitig anhusteten oder wütende Mobs, die jemanden aufhängen wollten. Diese Gruppe war den Lynchmobs zuzuordnen. Mehrere Männer, Frauen und Kinder, die die Eltern nicht alleine zu Hause lassen wollten, damit sie dort nicht heimlich Mandelkraut rauchten oder versehentlich die Wohnung in Brand setzten, standen in einem Kreis um einen Mann herum, der auf dem Boden lag und leise wimmerte.

Leise wimmernde Männer sind ein Zeichen dafür, dass etwas schief läuft. Unter der Herrschaft von König Wimmer hatte Lebingen jahrelang zu leiden. Der Mann war so wehleidig gewesen, dass er ständig über Schmerzen klagte und wimmernd in seinem Bett lag. Jeder, der niesen musste oder sich kratzte, wurde direkt hingerichtet, aus Angst vor übertragbaren Krankheiten seitens des Königs. Er starb wimmernd in seinem Bett, als die Königin ihm ein Kissen ins Gesicht drückte, weil sie sein Wimmern nicht mehr ertragen konnte. Die Königin wurde erst als Erlöserin gefeiert und schließlich hingerichtet, weil Königsmord auch bei wimmernden Königen eine unverzeihliche Straftat war.

Grete quetschte sich zwischen die schreienden und tobenden Menschen und schaute sich den Mann am Boden an. Sie erkannte ihn an den zerzausten blonden Haaren, die den Eindruck vermittelten, dass er sich täglich mehrmals die Haare raufte. Der Beruf des Bürgermeisters war mit Sicherheit eine stressige Angelegenheit. Grete konnte sich nur vorstellen, wie sehr das einen Mann wie Hayo mitnahm, der auf sie wirkte, als würde er ständig kurz vor dem Zusammenbruch stehen. Und das lag nicht nur am momentanen Gewimmer. Grete griff nach ihrem Säbel und stellte sich vor Hayo.

Jetzt könnt ihr es natürlich kaum erwarten, zuzuschlagen und euch den Spaß zu gönnen. Das könnt ihr hier tun und habt die Wahl zwischen digitaler und haptischer Version. Wenn da mal nicht für jeden was dabei ist …

Schreiben wie ein selbsternannter Schriftsteller – Den Protagonisten zum Helden machen

Mittlerweile hat jeder Charakter ein Ziel vor Augen. Manche ein langfristiges, andere ein eher kurzfristiges, das sich noch ausbauen oder erweitern lässt. An diesen Zielen entlang ergibt sich jetzt der weitere Verlauf der Geschichte. Heute gucken wir mal, wie sich das Ziel auf unseren Protagonisten auswirkt.

Peter will also Ritter werden, um Prinzessin Alisa zu beweisen, dass er ein echter Kämpfer ist, obwohl er genau weiß, dass genau das Gegenteil der Fall ist. Also muss er herausfinden wie man ein Ritter wird.

Peter saß an einem wackeligen Tisch und kaute auf einem Hühnerknochen herum. Sein Vater hatte eine Vorliebe für Hühnchen und bei jeder Gelegenheit stellte er einen Eimer bereit, der vom Festmahl übrig geblieben war. Da er ständig Reparaturen in der Burgküche vornehmen musste, gelang es ihm fast täglich, einen Eimer mit Essensresten mitgehen zu lassen. Peter warf den abgenagten Knochen aus dem Fenster. Der Knochen drehte sich im Fall um die eigene Achse und traf unten mit einem „Klonk“ den verbeulten Helm eines Wachmanns. Der Wachmann schaute nach oben und fragte sich, wo der Hühnerknochen herkam. Er hatte eine Vermutung.
„Wie wird man ein Ritter?“, fragte Peter seinen Vater.
„Sohn“, sagte Vater und schlug die Beine übereinander, was bedeutete, dass er sich auf einen längeren Monolog vorbereitete, „das Rittertum hat eine lange Tradition. Es basiert auf den ritterlichen Tugenden: Dem Dienst am Herrn, dem Dienst am Glauben und dem Minnedienst.“ Vater räusperte sich. Ihm wurde bewusst, dass er Gesprächen über Frauen mit seinem Sohn bisher gekonnt ausgewichen war. „Das bedeutet, ähem, du musst, du weißt schon, Frauen und Ritter, nun, wenn sich ein Ritter in strahlender Rüstung und eine Frau in schönem Kleid begegnen und dann, nun ja, wollen sie …“
Peter hörte nur mit einem Ohr zu. In Gedanken sah er sich in der von Vater erwähnten strahlenden Rüstung auf dem Burghof stehen. Die Rüstung gänzte in der Sonne und Prinzessin Alisa stand an seiner Seite.
„… und deshalb müssen die Traditionen gewahrt werden“, schloss Vater seinen Vortrag, „und man muss beweisen, dass man das Zeug zum Ritter hat. Beim traditionellen Rittercasting.“

Gewöhnlich würde hier jetzt ein etwas längerer Dialog folgen, der durch Nachfragen von Peter das Rittercasting erklärt, aber aus Platzgründen spare ich den aus und erkläre es schnell so: Peter braucht ein Pferd oder besser gesagt ein treues Ross, eine Rüstung und ein Schwert oder eine andere Waffe, die dem Stand eines Ritters gerecht wird. Und dann muss er sich im Kampf gegen einen Ausgewählten beweisen. Damit wäre er dann also erstmal beschäftigt und wächst mit der Erfüllung jeder Aufgabe etwas mehr über sich hinaus. Wie genau das ablaufen wird, ergibt sich dann recht spontan. Er könnte zum Beispiel ein Pferd bei einem Wettrennen gewinnen oder einfach eins aus den Ställen mitnehmen. Ein Schwert könnte er schmieden lassen oder es irgendwo finden (Schwert im Stein und so kennen wir ja alle). Die Rüstung besteht, wie wir bereits wissen aus zusammengebundenen Einzelteilen wie Dachrinnen, Ofenklappe und Eimer als Helm. Den Part, wie er sich all den Kram besorgt, überspringe ich einfach mal. Ich würde das vermutlich nutzen, um erstens die Welt etwas mehr in den Fokus zu rücken, wenn Peter eventuell sogar mal die sichere Burg verlassen muss, und um ihm mehr Profil zu geben. Eventuell käme auch noch der ein oder andere Nebencharaktere dazu, den er dabei trifft.

Springen wir also zu dem Kampf, in dem Peter beweisen muss, dass er was als Ritter taugt. Sein Gegner wird kein Unbekannter sein:

Peter stand in voller Rüstung im großen Saal und schaute durch die Löcher im Eimer zu den Sitzbänken herüber. Die Jury saß an einem Tisch und wirkte desinteressiert genug, um auch einen halbgaren Ritter durchzuwinken. Peters Unsicherheit verbesserte sich dadurch nur geringfügig. Der Vorsitzende der Jury stand auf, schüttelte seine blonde Mähne und verkündete Peters Gegner. Ein hohes Tor öffnete sich und eine Wache mit einer Beule im Helm betrat den Saal. Das hämische Grinsen auf seinem Gesicht verriet, dass er sich an Peter erinnerte und es kaum erwarten konnte, die Beule in seinem Helm zu rächen.
„Sind die Kämpfer bereit?“, fragte der Juryvorsitzende und schwang einen Hühnerknochen. „Dann lasst den Kampf beginnen!“
Der Wachmann zog sein glänzendes Schwert und zeigte mit der Spitze auf Peter. „Wenn ich mit dir fertig bin, werde ich mir einen neuen Helm schmieden lassen. Aus den Überresten deiner lächerlichen Rüstung.“
Peter zog am Griff seines Schwerts. Es steckte in der Scheide fest. Der Wachmann kam langsam auf ihn zu. Peter zog fester. Der Wachmann hob sein Schwert. Peter zog so fest er konnte. Die Klinge löste sich aus der Scheide. Peter verlor den Griff aus den Händen. Das Schwert flog durch den Saal. Die Jury duckte sich. Das Schwert drehte sich über sie hinweg und durchtrennte ein Seil an der Wand hinter ihnen. Der Kronleuchter, den das Seil in seiner Position unter der Decke hielt, rauschte abwärts. Peter und der Wachmann schauten hoch. Dem Helm des Wachmanns wurde eine weitere Beule hinzugefügt. Der Eimer auf Peters Kopf sah auch nicht besser aus. Beide Kämpfer lagen unter dem Kronleuchter begraben.
Der Juryvorsitzende erhob sich und kaute auf dem Hühnerknochen herum. „Ich schätze, es ist ein Unentschieden.“ Er kaute einen Moment und dachte nach. „Nicht gerade das, was man von einem Ritter erwartet, oder?“
Die restlichen Jurymitglieder nickten zustimmend.
„Nun, ruft die Krankenschwestern. Vielleicht sind noch einzelne Körperteile zu retten.“

Peter ist also nicht zum Ritter geworden. Ich weiß, die Überschrift des Beitrags ist etwas irreführend. Aber einen Helden kreiert man natürlich nicht mal eben so, sondern Schritt für Schritt, um dann am Ende der Geschichte den Abzug zu drücken, sozusagen. Peter muss sich also auf andere Art beweisen und hat noch einen langen Weg vor sich. Wie dieser aussehen wird, erfahren wir dann demnächst.

Jetzt, wo der Protagonist etwas aktiver in Erscheinung getreten ist, sollte der Antagonist nachziehen und die Sache noch zusätlich erschweren. Wie das aussieht und in welchem Zusammenhang das mit dieser Szene stehen könnte, schauen wir uns beim nächsten Mal an.

Wie macht ihr eure Charaktere zu Helden? Schmeißt ihr sie dafür in einen Kampf? Und wie viele Kronleuchter spielen dabei eine Rolle?

Schreiben wie ein selbsternannter Schriftsteller – Aufgaben für Nebenfiguren

Beim letzten Mal haben die Hauptfiguren Aufgaben gekriegt. Das ist deshalb so wichtig, weil nur ein Charakter mit einem Ziel die Story voranbringt und nicht von der Story getragen werden muss. Jemand der schlauer war als ich, sagte mal, dass jeder Charakter in jeder Szene ein Ziel haben sollte und sei es nur ein Glas Wasser. Ganz so eng sehe ich das zwar nicht, aber innerhalb der Geschichte brauchen die Beteiligten auf jeden Fall ein Ziel.

Das trifft also auch auf die Nebenfiguren zu, von denen wir auch schon ein paar kennengelernt haben. Bei Prinzessin Alisa beispielsweise wissen wir bereits, dass sie unbedingt Fensterläden vor ihrem Zimmer haben will, damit sie morgens ausschlafen kann. Das mag jetzt erstmal nicht der Knaller sein, aber es hat zumindest als Aufhänger gereicht, um sie und Peter miteinander bekannt zu machen. Im weiteren Verlauf wird sich das Ziel natürlich dann noch ändern, aber die Fensterläden wird sie nicht aus den Augen verlieren. Schließlich steht eine große Schlacht bevor und nach einer großen Schlacht ist Ausschlafen besonders wichtig, wie wir alle wissen. Die herannahende Bedrohung durch die Schlangofanten wird also noch Einfluss auf Alisa haben.

Und wo wir schon bei den Schlangofanten sind, kommen wir zu Krump, der gerade ein kleines Dorf mit seiner Armee überfällt:

Der wohlige Klang von panisch kreischenden Menschen übertönte die erfreulichen Geräusche knisternder Brände, die Holzgebäude in Schutt und Asche legten. Zumindest für die Schlangofanten gab es kaum etwas angenehmeres, als sich diesen Tönen hinzugeben, während sie anderen Lebewesen mit ihren Waffen den Schädel einschlugen. Krump selbst erfüllte das schon seit einiger Zeit nicht mehr mit richtiger Freude. Vermehrt hatte er das Gefühl, dass es auch für einen Schlangofanten mehr geben sollte, als nur die Söldner für einen wahnsinnigen Zauberer zu sein. Auch wenn dieser sie erschaffen hatte. Irgendwann sollte auch diese Schuld eingelöst sein. Krump zermatschte einem alten Mann das Gesicht und schleifte sein Schwert gelangweilt hinter sich her. Die Klinge hinterließ eine Furche im blutgetränkten Gras. Krump schaute sich die Furche an und dachte über Ackerbau nach.

Wie ihr mittlerweile wisst, halte ich es im ersten Entwurf meist simpel. Ich gebe mir selbst sozusagen Stichpunkte im Text, mit denen ich arbeiten kann, die sich dann später in der Überarbeitung verfeinern lassen. Ein Schlangofant, der ein einfacher Bauer werden will, könnte jedenfalls ganz unterhaltsam werden.

Als wir Wachmann Thorben das letzte Mal sahen, floh er vor genau dieser Schlangofantenarmee. Sein Ziel ist also erstmal „Abhauen“. Das ist natürlich nicht sehr ertragsreich für den weiteren Verlauf der Geschichte und es sollte doch noch etwas mehr dazu kommen.

Am Horizont stieg schwarzer Rauch auf. Wachmann Thorben wusste genau, wo dieser Rauch herrührte. Er hatte sich nicht lange in dem Dorf aufgehalten, aber es stimmte ihn einigermaßen traurig, zu wissen, dass er seine Tage nicht mehr mit den mehr oder weniger netten Bauern und Brauern des Dorfes verbringen konnte. Das Leben auf dem Land hatte durchaus seine Vorteile. Die Nahrung war frisch, man hielt sich viel an der frischen Luft auf und eigentlich konnte man den ganzen Tag auf dem Wachturm entspannen. Natürlich immer mit mindestens einem offenen Auge. Und vielleicht war ein zweiter Wachmann auch keine schlechte Idee. Wachmann Thorben nahm sich vor, diese Idee im Hinterkopf zu behalten und nach einem anderen Dorf zu suchen, in dem er sich niederlassen konnte. Weit entfernt von den Schlangofanten. Zuvor musste er aber einen Umweg nehmen und seine Schwester warnen.

Wachmann Thorben hat also eine Schwester. Wer das genau sein wird, weiß ich noch nicht. Vielleicht ist es Prinzessin Alisa oder jemand anderes an der Burg, der noch nicht erwähnt wurde. Es könnte auch jemand ganz anderes sein, falls ich das Gefühl habe, dass ich noch einen Handlungsstrang an einem anderen Ort gebrauchen kann. Sowas ergibt sich bei mir immer erst während dem Schreiben selbst. Zumindest hat jetzt aber vorerst jeder ein kleines oder größeres Ziel, das die Geschichte vorantreibt. Falls sich hinterher herausstellt, dass etwas davon ins Leere läuft, fliegt es in der Überarbeitung wieder raus.

Beim nächsten Mal kümmere ich mich dann darum, den Protagonisten Peter zum Helden zu machen oder ihn zumindest versuchen zu lassen, einer zu werden.

Wie behandelt ihr eure Nebenfiguren? Was für Ziele haben sie? Und wärt ihr auch gerne ein einfacher Bauer, der ein ruhiges Leben auf dem Land führt?

Under Construction – Mai 2019

BLOG

Die Idee des Newsletters steht noch, aber irgendwie bin ich mir nicht mal schlüssig, was ich da machen soll. Ich meine, klar, er soll die Leser informieren über neue Veröffentlichungen und solchen Kram. Aber wie zieht man das Ganze auf? Das fängt ja schon bei der Aufforderung an, den Newsletter zu abonnieren. Rotzt man da einfach hin „Abonniert den Scheiß und ihr kriegt alle Neuigkeiten“? Klingt langweilig. Und was für Neuigkeiten überhaupt. Ist ja jetzt nicht so, dass ich wöchentlich ein Buch veröffentliche. Lieber wäre mir etwas Treffendes, bei dem der Abonnent direkt weiß, was ihn erwartet. Aber da wird es auch schwierig. Denn was kriegt er denn? Neuigkeiten, ja. Und sonst? Exklusive Inhalte? Wortfetzen? Penisbilder? Ich muss mir da noch mal ein paar Gedanken machen.

INSPIRATION

Nachdem die letzte Staffel der Serie GAME OF THRONES so dermaßen schlecht weg kam (weil sie dermaßen schlecht war), hat sich in meinem Kopf die Idee festgesetzt, das für eine Geschichte zu nutzen. Ich finde, die ganzen Hypetrainaufspringer und Ultrafans haben es verdient, mal ein bisschen Kritik zu kriegen. Es könnte so aussehen, dass in den Lebingen Filmstudios (ja, Lebingen hat auch ein Filmstudio, weil … ich brauche da jetzt nun mal eins) eine Serienadaption zu einer Fantasyreihe gedreht wird. Der Hype ist riesig und alle lieben es, aber dann wird es schwächer und die Kritiken werden lauter. Die Fans, die sich um ihre Lieblingsreihe betrogen fühlen gehen auf die Barrikaden und wollen die Filmstudios abfackeln. Eine kleine Gruppe von Serienverteidigern muss sich ihnen entgegenstellen. Veröffentlichung: Vor dem letzten Buch von George R. R. Martin. Also habe ich wohl noch viel Zeit.

GESCHICHTEN

Momentan fuckele ich überall irgendwie herum. Eine Geschichte für eine Anthologie muss fertig werden. Die letzten Geschichten für Dewon Harper sind in der Mache. Und Teil 4 geht bald in den Buchsatz, der in diesem Fall nochmal etwas komplizierter ausfallen könnte, da ich bei einer Story ein wenig herumexperimentiert habe. Aber wird schon werden. Der Urban Fantasy Roman wartet ungeduldig auf die erste Überarbeitung und die nächsten Ideen spuken schon wieder durchgehend in meinem Kopf herum. Irgendwie geht es also überall voran. Im Verlauf des Monats bringe ich dann hoffentlich das ein oder andere Projekt zum vorläufigen Abschluss. Trotz meines chaotischen Wesens, ist mir das im Moment doch ein wenig zu viel Kram.

Game Of Thrones und das Schreiben

Eins der größten TV-Ereignisse findet sein Ende. Am Sonntag läuft die letzte Episode von GAME OF THRONES. Und die Gemüter könnten nicht gespaltener sein. Ein Großteil der Zuschauer ist enttäuscht oder regelrecht angepisst über die Entwicklungen. Und auch ich muss sagen, dass das alles einfach nicht mehr geil ist. Um genau zu sein, halte ich es für ziemliche Scheiße. Zumindest im Vergleich zu dem, was die Serie mal gewesen ist. Aber irgendwie unterhält es noch, wenn auch eben auf andere Weise. Und die Gründe für diesen Wandel innerhalb der Serie sind vor allem an einer Stelle zu finden: Beim geschriebenen Wort. Ein guter Grund also, sich einfach mal anzuschauen, was denn hier innerhalb dieser Serie passiert ist, dass es sich so anders anfühlt.

MEDIEN SIND UNTERSCHIEDLICH

Zu Beginn war GAME OF THRONES eine Adaption der Buchreihe DAS LIED VON EIS UND FEUER von George R. R. Martin. Die Autoren der Serie David Benioff und D. B. Weiss arbeiteten mit einer Vorlage und passten sie an das Medium Fernsehen an. Und alles war gut. In einer TV-Show kann man nicht so sehr ins Detail gehen wie in einem Roman und es ist unmöglich alles unterzubringen, was in der Vorlage steht. Die Macher erledigten ihren Job sehr gut, fügten die richtigen Dinge zusammen und ließen die mehr oder weniger richtigen Dinge weg. Die Charaktere wurden aufgebaut und die Handlung sinnvoll vorangetrieben. Aber im Gegensatz zum Buch ist TV immer auch zu einem gewissen Grad Spektakel. Und auch die Action stimmte. Aber irgendwie muss man sich immer selbst überbieten und so kam es zu den letzten großen Schlachten in der Serie. Der Kampf gegen die Untoten und die Schlacht um Kings Landing. Und so grandios das alles inszeniert war, so dumm war es leider von der rein taktischen Komponente. Da werden Kavallerien in den sicheren Tod geschickt, einfach weil es toll aussieht oder ganze Armeen mal eben abgefackelt, weil es was fürs Auge ist. Leider bleibt dabei Logik vermehrt auf der Strecke, weil man sich für imposante Bilder manchmal alles etwas zurechtbiegen muss. In einem Buch muss man diese Bilder nicht direkt zeigen, sondern im Kopf des Lesers formen, was ein völlig anderer Ansatz ist. Muss der ganze Quatsch wirklich sein? Nein. Aber das kann man schon machen, denn …

ZUSCHAUER SIND UNTERSCHIEDLICH

Zu Beginn war GAME OF THRONES eine Sendung für ein eher spezielles Publikum. High Fantasy in TV und Film ist nach wie vor kein Hit-Garant. DER HERR DER RINGE löste einen kleinen Hype aus, aber den Erfolg konnte nichts auch nur ansatzweise wiederholen. Und dann kam diese Serie. Und plötzlich entstand ein neuer Hype. Ich persönlich bin kein Freund von Hypes, denn erstens führt das zu unnötigem Fanservice und zweitens führt es dazu, dass man am Ende eine zu breit gestreute Fangemeinde hat, um es jedem recht zu machen. Wenn etwas im Mainsrtream ankommt, ist das natürlich toll für die Macher, aber dann hat man eben plötzlich auch eine zusätzliche Zuschauerschaft, der man sich unter Umständen verpflichtet fühlt. Und wozu das führt, sieht man hervorragend in der letzten Staffel von GAME OF THRONES. Die Autoren versuchen, es jedem recht zu machen. Es gibt epische Schlachten, entgegen jeder Logik wie in den großen Hollywoodblockbustern. Es gibt Überraschungen und Twists wie in den ersten Staffeln. Es gibt jede Menge Tote, wie es schon immer so beliebt in der Serie war. Es gibt aber auch Fanlieblinge, die mit einer Art Schutzrüstung herumlaufen und alles überleben, egal was ihnen entgegengeschleudert wird. Es ist für jeden was dabei. Und bei allem machen die Kreativen den unverzeihlichen Fehler, ihr Publikum zu unterschätzen. Schocker funktionieren nicht mehr, denn die Zuschauer denken mit und haben das System durchschaut. Die Action ist so überbordend und viel zu viel, um noch wirklich was Besonderes zu sein. Charaktere, die mit einer Plotrüstung herumlaufen, entfalten keine Todesbefürchtungen mehr, weil sie früher klar gestorben wären, aber mittlerweile einfach unsterblich scheinen. Man opfert viel vom ursprünglich organischem Drama, um die Charaktere zum Ende durchzuschleusen, die man nicht töten will. Ich behaupte mal, dass Martin das nicht machen würde, denn …

AUTOREN SIND UNTERSCHIEDLICH

Zu Beginn war GAME OF THRONES George R. R. Martins Vision. Martins Charaktere in Martins Welt, übernommen von David Benioff und D. B. Weiss und auf den Bildschirm übertragen. Aber dann kam ein entscheidender Wendepunkt, denn die Serienhandlung überholte die vorhandenen Bücher. Und so wurde aus einer Adaption eine Interpretation. Aus George R. R. Martins GAME OF THRONES wurde D & Ds GAME OF THRONES. D & D sind nicht Martin. Martin ist nicht Stephen King. Stephen King ist nicht E. L. James. Und E. L. James ist nicht Horst Müller von nebenan. Jeder Autor hat andere Ansätze und geht anders vor. Martin ist laut eigener Aussage ein entdeckender Schreiber, der sich von seinen Charakteren durch die Geschichte leiten lässt. Benioff und Weiss sind das offensichtlich nicht. Als sie innerhalb der Geschichte an einem gewissen Punkt angekommen waren, entschieden sie sich dazu, einen Endpunkt zu setzen, von dem aus sie rückwärts den restlichen Verlauf der Geschichte planen konnten. Sie wussten also, wo sie mit den Charakteren hin wollen und wie sie die Geschichte abschließen wollen. Leider muss man ihnen vorwerfen, dass sie sich mit der Zeit entweder total verschätzt haben oder sie einfach in Kauf genommen haben, durch das letzte Drittel zu hetzen. Ohne Not haben sie sich dazu verleiten lassen und so dafür gesorgt, dass Charaktere einen viel zu schnellen Wandel durchmachen oder innerhalb von wenigen Episoden mehrmals die Seiten wechseln, ohne dabei wirklich nachvollziehbare Gründe zu offenbaren. Die Geschichte mag auf einen Endpunkt aus gewesen sein, aber die Charaktere waren es größtenteils noch nicht. Angeblich hat Martin den Autoren Stichpunkte zu den Charakteren und deren Entwicklung für das Ende gegeben, aber sie hatten völlig freie Hand bei der Umsetzung. Nehmen wir mal an, wir finden fünf Autoren, die das erste Buch vom Herrn der Ringe DIE GEFÄHRTEN gelesen haben, aber nicht wissen, wie die Geschichte weitergeht und wie sie endet. Geben wir diesen fünf Autoren jetzt stichpunktartige Informationen und lassen sie die Geschichte weiterschreiben, bekommen wir fünf absolut unterschiedliche Ergebnisse. Und dieses GAME OF THRONES ist nun mal das von D & D und nicht das von Martin, das wir kennengelernt haben. Der Wandel vollzog sich langsam. Er kam nicht so plötzlich, wie der ein oder andere behauptet. Er hätte nur eigentlich gar nicht kommen dürfen, denn dadurch haben wir zum Schluss eine andere Serie bekommen als zu Beginn.

Für manche Zuschauer ist es eine bessere Serie. Für die meisten Zuschauer ist es eine schlechtere Serie. Aber vor allem ist es eindeutig eine andere Serie.