Welttag des Buches

*tröt* *konfettischmeiß* *bufftata-bufftata-ring-di-ding-ding-ding*

Es ist Welttag des Buches. Weltbuchtag. WdB. Ein großer Feiertag für alle Leser, Schreiber und Leute die gerade versuchen, mit Hilfe der bibeldicken Anleitung ihren DVD-Rekorder zu programmieren.

So einen Tag kann man doch mal feiern. Leider habe ich aber nicht daran gedacht, etwas vorzubereiten und muss jetzt improvisieren.

Bisher wusste ich nicht mal, dass ein Weltbuchtag existiert. Okay, eigentlich liegt die Vermutung nahe, denn es gibt einfach für ALLES einen Tag. Es gibt einen Tag des Radios. Es gibt einen Tag des Internets. Es gibt sogar einen Tag der Tiefkühlkost. Da liegt es natürlich auf der Hand, dass irgendwann jemand, während er gefrorene Schnitzel mit Hilfe eines Kochbuchs zubereitete, auf die Idee kam, dass man auch mal den Welttag des Buches einführen könnte, um all die Leute zu ehren, die diese hilfreichen Rezepte für Tiefkühlgemüse schreiben. Also Käpt’n Iglo und Co.

Was ist eigentlich mit Käpt’n Iglo passiert? Ich habe den neulich in einer Werbung gesehen und der sah so jung aus. Botox? Hollywood? Eine Verjüngungskur aus der Zukunft, wie sie Doc Brown hat vornehmen lassen? Oder ist das jetzt vielleicht der Sohn des originalen Käpt’ns, der einfach nur, in einer psychologisch äußerst fragwürdigen Entscheidung, beschlossen hat genau wie sein Vater auszusehen, wenn er mal wieder auf Fischfang fährt?

Egal. Wo war ich? Ach ja, Welttag des Buches. Also … mal ehrlich, ich bin ja der Meinung, dass das so unkreativ ist. Welttag des Buches. Weltbuchtag. Das klingt doch langweilig. Es wäre irgendwie viel besser, wenn man solchen Tagen einen richtig coolen Titel geben würde. Dann würde man auch viel eher die Leute ansprechen. Man muss halt auch mal mit der Zeit gehen. Wie wäre es zum Beispiel, statt dem Weltnichtrauchertag mit dem Anti-Gelbe-Finger-Tag? Oder noch besser mit einem Hashtag, weil sowas voll „in“ ist: #HustHustNieWiederTag. Oder statt dem Weltbuchtag der #JetztNimmMalEinBuchInDieHandDuSaftsackTag. Vielleicht etwas lang. Eventuell reicht auch #DuSaftsack.

Jedenfalls der Welttag des Buches. Es ist ja so … Ich bin ehrlich. Ich habe keine Ahnung, wozu dieser Tag gut ist. Klar, es geht um Bücher. Aber denkt wirklich irgendjemand, dass irgendwer, der irgendwo irgendeine Schlagzeile im Sinne von „EXTRABLATT! EXTRABLATT! HEUTE IST WELTTAG DES BUCHES!“ sieht, sich denkt: „Was? Schon wieder Welttag des Buches? Ich muss sofort nach Hause und ein Buch lesen … Oh nein, ich habe gar keine Bücher zu Hause. Ich muss direkt in die Buchhandlung und mir tausend Bücher kaufen.“ Ich glaube nicht.

Aber vielleicht ist das auch gar nicht der Sinn dahinter. Vielleicht ist der Sinn einfach darauf aufmerksam zu machen, dass es da draußen Bücher gibt.

Vielleicht ist die Aussage einfach:

Lest ein Buch.

Schreibt ein Buch.

Malt ein Buch.

Hauptsache ihr „Bucht“.

Wenn die Technik versagt

Da bin ich also wieder. Nachdem die Festplatte meines Laptops die Grätsche gemacht hatte, war ich leider gezwungen eine kleine Blogpause einzulegen.
Es ist schon bemerkenswert,wie sehr man (ich) mittlerweile von technischem Firlefanz abhängig ist.
Als der Laptop abkaspert ist mein erster Gedanke: „Wie kriege ich es jetzt hin meine Dokumente weiter zu bearbeiten?“ Also grübele ich darüber nach, wie ich meine Dokumente – die nebenbei, wie sich das gehört, auf einer externen Festplatte, einem USB-Stick und in einer Online-Cloud gespeichert sind, damit nichts verloren geht – auf anderen Geräten weiterverwenden könnte. Als absolute Technikkatastrophe, die ich nun mal bin, scheitert der Versuch eine Office-Variante aufs Handy zu kriegen schon im Ansatz. Aber auch nicht weiter schlimm. Auf dem kleinen Handydisplay rumzutippen nervt ohnehin tierisch. Da auch nur eine Kurzgeschichte bestehend aus 3 Sätzen zu schreiben ist eine absolute Qual.
Also lieber eine Nummer größer wählen und es auf dem Kindle versuchen. Uh, die Online-Cloud kann ich sogar verwenden, ohne dass mir das Kindle einen Strich durch die Rechnung macht. Und das will wirklich was bedeuten. So gerne ich das Teil auch hin und wieder nutze, es kann einen auch einfach zur Verzweiflung bringen, wenn man mal wieder die simpelsten Apps nicht findet – ich gehe besser nicht darauf ein,wie lange es gedauert hat einen alternativen Internetbrowser auf das Teil zu kriegen. Nach etwas Gefuckel bin ich dann sogar so weit und kann tatsächlich auf dem Ding schreiben. Und ich merke:“Wow, das geht gar nicht mal so gut.“ Ich brauche einfach meine Tastatur, um wirklich voran zu kommen. Diese digitalen Dinger sind einfach nicht das Gleiche. Und am schlimmsten ist die Autokorrektur. Die korrigiert einfach jedes Wort. Beispiel gefällig? Aus dem geplanten Satz „Burg Lebingen stand wie üblich felsenfest auf einem Felsen und ließ sich die Sonne auf die alten Mauern scheinen“wird da schnell „Birgit Lesungen Stand wie üblicherweise felsenfesten auf einem Felsen uns Lied sich sie Sonne auf sie Alten Museen Scheiben“. Vielleicht eine ganz lustige Sache um neue kreative Ideen zu entwickeln,aber nicht gerade förderlich, wenn man sinnvolle Sätze schreiben will.
Da mir die Optionen ausgehen, greife ich also auf das letzte Mittel zurück, dass es mir ermöglicht doch noch ein paar meiner Gedanken zu verewigen. Ich nutze: Stift und Papier! Unfassbar nicht wahr? Und doch so offensichtlich. Wahrscheinlich bin ich einfach so sehr von der vorhandenen Technik beeinflusst, dass es mir gar nicht so recht in den Sinn kommt, diese offensichtliche Methode zu nutzen. Klar, ich kritzel gerne mal einen Gedanken schnell auf einen Zettel, oder „brainstorme“ in einem Block rum, aber eine ganze Geschichte auf Papier schreiben? Nee, der Gedanke kommt mir nicht so recht in den Sinn.
Nun ja, ich gebe zu, ein bisschen schwirrte im Hinterkopf auch einfach das Problem rum, dass man alles dann hinterher noch mal in den Computer abtippen muss. Klingt nicht unbedingt nach großem Spaß. Deshalb werde ich wohl auch nicht unbedingt ganze Geschichten auf Papier verewigen. Aber zum Planen -wenn man das bei mir überhaupt so nennen kann, schließlich schreibe ich am liebsten einfach drauf los – ist es äußerst brauchbar.
Ich werde jedenfalls in Zukunft öfter mal wieder etwas „back to the roots“ gehen, die Rettung des Regenwaldes ignorieren und auf ganz normalem Papier rumkritzeln.

Wie macht ihr das? Schreibt ihr lieber auf Papier oder auf dem Bildschirm? Und wie schnell stellt sich bei euch ein Krampf in der Hand ein, wenn ihr einen Stift haltet?

Burgersalat

Ich war ja nie jemand der irgendwelchen Trends folgt. Und deshalb bin ich nicht immer auf dem Laufenden, was es denn gerade so neues gibt in der Welt des schwachsinnig Überflüssigem. So ist es für mich auch hin und wieder überraschend, wenn ich auf etwas ganz besonders dämliches stoße, dessen Nutzen für die Menschheit einfach null und nichtig ist. Ihr wisst schon, so Dinge wie Tankinis, Atombomben oder eben neuerdings der Burgersalat.

Ja, es gibt Burger jetzt als Salat. Das heißt, irgendjemand hatte die unfassbar großartige Idee, seinen Burger in kleine Häppchen zu schneiden und in einer Schale zu verrühren, um das pampige Ergebnis dann mit einer Gabel zu genießen. Eigentlich gar keine so schlechte Idee. So wird es für die fetten Blagen einfacher, die gesunden – wenn man davon bei dem Fraß überhaupt sprechen kann – Stücke rauszusuchen und heimlich unter den Tisch zu spucken.

Sinn und Zweck des Ganzen soll es wohl sein, dass man nicht für jede anwesende Person Burger machen muss, sondern jeder, der Lust drauf hat in der Burgersalatschüssel rummatschen darf. Also wenn zu meiner Zeit – und damit meine ich selbstverständlich vor gefühlt zwei Wochen – jemand Lust auf Burger hatte, dann fuhr man eben los und kaufte mal eben 50 Cheeseburger für alle Anwesenden. So kam jeder auf seine Kosten. Und heute darfst du nur noch die letzten Brötchenstücke aus der Schüssel pulen, wenn du nicht schnell genug warst.

Ich frage mich allerdings schon, wer auf diese völlig behämmerte Idee gekommen ist. Ich tippe auf die Herzogin von Überflüssigstan, die eigentlich ins malaysische 5-Sterne Restaurant wollte, aber aufgrund eines Missverständnisses in einem dieser abgeranzten Fast Food Schuppen landete, wo sie einen Burger bestellte. Da dieser beim Reinbeißen drohte ihr das teure Kleid zu versauen, musste Butler Franklin ihr den Fettklumpen in kleine Häppchen schneiden und schon war der Burgersalat geboren.

Das ist nicht, wie man einen Burger essen sollte. Ich bin ja alles andere als ein Fast-Food-Junkie. Meine Besuche in den hiesigen Fressbuden beschränken sich auf eine Hand voll im Jahr – und das ist schon hoch gegriffen. Aber wenn ich schon mal einen Burger esse, dann will ich eben auch einen Burger. Ich will ihn in den Händen halten, mir die Lippen lecken, in den Burger beißen und mich darüber aufregen, dass der gesamte Inhalt auf der anderen Seite aus dem Brötchen gerutscht und auf den Boden gekleckert ist. Das gehört einfach dazu. Sonst ist es kein Burgeressen, sondern nur Essen. Langweilig.

Aus irgendeinem Grund fahren die Leute momentan auf den Burgersalat ab. Aber ich nicht. Ich bin zu sehr Kind geblieben, um sowas gut zu finden. Der halbe Spaß beim Essen ist es doch, sich richtig einzusauen. Was glaubt ihr, warum die Spaghetti erfunden wurde?

Aua hier und Auer da

Seit geraumer Zeit beschäftige ich mich ausgiebig damit, wie im menschlichen Körper das ganze Gewebe und die Organe und die Muskeln und der ganze Zinnober, der sonst noch so darin rumdümpelt, zusammenhängen.
Das tue ich nicht, weil es mich brennend interessiert. Um ehrlich zu sein ist mir eigentlich völlig egal, was da drin so abgeht.
Aber der Verfall, der mit dem Alter kommt, geht offenbar auch an mir nicht vorbei. Mit dem Überschreiten der 30 scheint der Körper sich rächen zu wollen, für Jahre der schlechten Behandlung und Nicht-Beachtung etwaiger Notsignale. Und da mein Körper offenbar ein ganz lustiger und äußerst sadistischer Zeitgenosse ist, bemüht er sich, mich dabei so gut es geht zu verarschen und in den Wahnsinn zu treiben.
Einfach nur Schmerzen wären schließlich langweilig. Deshalb muss er mich mit Symptomen plagen, die auf den ersten Blick eine völlig andere Ursache haben, als es im Endeffekt der Fall ist.
Letztes Jahr zum Beispiel konnte ich nicht richtig laufen. Aber nicht, weil meine Beine kaputt waren. Nein, nein. Es fühlte sich nur so an, als ob meine Beine hinüber sind. Stattdessen hatte ich einfach was an der Birne. Also irgendwie unterbewusst irgendeinen Schwachsinn, der sich irgendwo festgesetzt hat und mir irgendwann extrem den Tag, die Wochen, die Monate und letztlich fast das ganze Jahr versaut hat.
Ein Riesenspaß das große Symptomeraten. Dadurch, das offenbar alles im Körper ineinander greift, gibt es da äußerst interessante Konstellationen. Augenscheinliche Nervenschäden sind nur Kopfsache, Kopfschmerzen kommen eigentlich vom verspannten Nacken, Rückenschmerzen können einem im wahrsten Sinne des Wortes den Sack verdrehen. Ich denke, ihr versteht, was ich meine.

Meine neueste Errungenschaft im großen Spiel der Krankheitssignalverarsche manifestierte sich vor einigen Tagen. Wieder mal ein großer Witz, dessen Pointe nur das Muskelgewebe versteht – und selbst da bin ich nicht so sicher. Der neueste Schrei auf dem Schmerzumleitungsmarkt heißt: Zahnschmerzen.
Aber nicht etwa, weil der Zahn hinüber ist (okay, zugegeben, es gibt wohl gesündere Zähne auf diesem Planeten, aber das spielt jetzt keine Rolle), sondern einfach, weil ich sitze. Ja, richtig gelesen. Wenn ich mich hinsetze, kriege ich Zahnschmerzen. Und wenn ich wieder aufstehe verschwinden sie nach wenigen Sekunden einfach wieder, als wären sie nie dagewesen. Für mich als selbsternannten Schriftsteller ist das jetzt natürlich eher kontraproduktiv, erfordert die Tätigkeit des Schreibens schließlich einiges an Sitzfleisch. Das ist selbstverständlich auch generell kein Problem. Wenn mich aber Zahnschmerzen in den schieren Wahnsinn treiben, ist es gar nicht so leicht, etwas Gescheites aufs Papier zu bringen – nicht, dass das sonst erheblich einfacher wäre.

Ich bin ja nun alles andere als ein wehleidiger Hypochonder, der wegen jedem Scheiß zum Arzt rennt. So lange mir nicht ein Körperteil droht abzufallen, lasse ich meist alles von alleine ausheilen. Bevor ich letztes Jahr irgendwann quasi von meiner Mutter zum Arzt entführt wurde, war ich 10 Jahre in keinem Wartezimmer dieser Welt. Schmerzen kommen, Schmerzen gehen. Das war immer meine Devise. Tja, ich schätze so langsam erreiche ich einen Punkt, wo ich meine Devise etwas ändern muss. Schmerzen kommen, Schmerzen gehen nur, wenn da ein Fachmann dran rumdoktort. Und damit habe ich ein großes Problem. Denn sind wir mal ehrlich: Wenn es tatsächlich eine Hölle gibt, dann sitzt man da einfach nur ewig im Wartezimmer. Denn nichts auf dieser Welt ist quälender, als stundenlang zwischen all den Kranken zu sitzen, die sich anschweigen und versuchen, bloß keinen Augenkontakt entstehen zu lassen, weil man sonst direkt als Psycho abgestempelt werden könnte. Also bleibt einem nichts anderes übrig, als eine Illustrierte vom Stapel auf dem Tisch durchzublättern, in der Hoffnung, dass irgendwo zwischen den Stories über extrem uninteressante Königshäuser und Z-Promis im Babyfieber eine interessante Geschichte auf einen wartet. Die Hoffnung ist natürlich in den meisten Fällen vergeblich. Und wenn man doch mal das Glück hat einen Artikel zu finden, der nicht komplette Kacke zu sein scheint, stellt man fest, dass man das alles schon kennt da die Illustrierte bereits 5 Jahre alt ist.
Immerhin gibt es aber auch einen kleinen, positiven Aspekt: Endlich zahlen sich all die Jahre aus, die ich völlig sinnlos die Krankenkasse mit Geld beschmissen habe, das ich viel sinnvoller hätte investieren können – zum Beispiel in Alkohol oder Zigaretten oder Bücher über Alkohol und Zigaretten.

Aber das liegt wohl ohnehin hinter mir.

Ein neues Leben beginnt.

Schmerzhaft wie eh und je.