Warum Charaktere so wichtig für eine Geschichte sind

Anstoß zu diesem Post ist tatsächlich kein Buch, sondern die Filmlandschaft. Ich bin ja bekanntlich großer Filmfan – um nicht zu sagen unverbesserlicher Filmfreak – und gucke dementsprechend viele Streifen aus allen Epochen und allen Genres. Zuletzt gab es im Kino Christopher Nolans Kriegsfilm „Dunkirk“. Was ich genau von diesem Film halte, könnt ihr auf meinem Filmblog nachlesen (und nein, der Film ist kein Schrott, auch wenn der Blog so heißt).

Minimale Spoiler zum Film sind zu erwarten.

Auf eine Sache möchte ich aber hier etwas näher eingehen. Denn das ist ein Problem, dass sich in Hollywood mittlerweile offensichtlich etabliert hat und einige gute Filme daran hindert, fantastische Filme zu sein. Die Rede ist von Charakteren (der Titel dieses Posts hat euch sicher schon auf den Gedanken gebracht, dass es darum gehen könnte).

In „Dunkirk“ geht es um die zu Kriegsbeginn eingekesselten Soldaten in Dünkirchen, die auf Rettung warten, während die Deutschen immer näher rücken und hin und wieder mal mit einem Kampfflugzeug vorbei kommen, um ein paar Schiffe zu versenken. Der Film verfolgt die Geschehnisse aus drei Perspektiven: Land, Wasser und Luft. Und dabei hängt er sich jeweils stark an einen oder zwei Charaktere und weicht denen nicht von der Seite, so dass man als Zuschauer quasi mitten im Geschehen ist. So weit so gut.

Das Problem: Die Charaktere sind eigentlich gar keine Charaktere. Sie sind einfach nur irgendwelche Jungs, die halt in der Scheiße sitzen. Nicht mal die Namen erfährt man von ihnen. So hängt man also am Rockzipfel – oder Uniformszipfel – von fremden Personen und folgt ihnen durchs Wasser und die Luft. Nur bleibt einem dadurch eine wichtige Sache verwehrt: Das Mitfiebern, dass es diese Leute auch da raus schaffen. Klar, wir wissen, dass die Situation richtig kacke ist und man hat dadurch zumindest ein gewisses Gefühl für die missliche Lage. Aber das reicht nun mal nicht.

Generell ist es inzwischen im Film offenbar so, dass es wichtiger ist, möglichst actionreich zu inszenieren, dabei aber zu vergessen, dass Action eben nur so gut ist, wie die Charaktere, die sich in dieser Action befinden. Wenn mal wieder irgendein Marvel-Monster die Erde fressen will, auf dieser Erde aber nur Abziehbilder von Menschen herumhampeln, ist es mir einfach egal. Wenn die Aliens in „Independence Day 2“ erneut angreifen, sie aber ohnehin nur seelenlose Hüllen vernichten, können sie die Erde wegen mir gerne abfackeln (und nebenbei: Guckt niemals „Independence Day 2“. Ganz ehrlich, lasst es. Das ist der mit Abstand schlechteste Film, der jemals gemacht wurde. Und ich weiß, wovon ich rede, denn ich habe schon so einige Grütze gesehen.)

Es ist wie in den Nachrichten. Wenn ein Bus voller Nonnen eine Klippe herunterstürzt, denkt man sich auch „Ja, schon doof für die Nonnen.“ Aber kennen wir eine dieser Nonnen, oder den Busfahrer? Nein. Also ist es eben nur eine Schlagzeile. Wir wissen, dass in Afrika die Kinder verhungern und natürlich ist das einfach nur ganz große Scheiße. Aber zeig mir tausend Bilder von verarmten Dörfern in Afrika und viel mehr als ein kurzes Resignieren wird nicht kommen. Stell mir hingegen eins dieser verhungernden Kinder vor und du erhältst eine gefühlsmäßige Reaktion. Und so ist es eben auch mit Charakteren in Fiktion. Sei es nun im Film, oder im Buch, oder von mir aus auch im Videospiel.

Warum das gerade jetzt so erwähnenswert ist, liegt übrigens daran, dass Christopher Nolan bisher eigentlich immer ganz gut mit seinen Charakteren umgegangen ist. In seinen bisherigen Filmen hatte man eigentlich immer das Gefühl, die Leute zumindest einigermaßen zu kennen. Bei „Dunkirk“ leider überhaupt nicht. Jetzt könnte man natürlich argumentieren, dass das nur widerspiegeln soll, dass auch die Soldaten sich untereinander nicht kennen und einfach nur ums Überleben kämpfen. Trotzdem wird man eben einer wichtigen Gefühlsinvestition beraubt, die so einen Film eben noch mal auf ein höheres Level heben kann. Und das ist einfach schade. Und eben leider kein Einzelfall.

Wollte das mal spontan loswerden (und in dem Zusammenhang hier mal wieder was schreiben, damit der Blog nicht komplett stirbt). Wie seht ihr das? Habt ihr den Film gesehen und teilt meine Meinung dazu? Und wie steht ihr generell zu der Wichtigkeit von Charakteren in Geschichten? Und will jemand mit mir Urlaub in Dünkirchen machen? Soll schön sein da.

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Schreiben wie ein selbsternannter Schriftsteller – Der Anfang

Letztes Mal habe ich an dieser Stelle die Sage um Hausmeistersohn Peter und Lord Edgar abgeschlossen. Aber wie bereits angekündigt birgt jedes Ende auch einen Anfang. In diesem Fall sogar den Anfang der Geschichte, die ich seit Monaten fortführe, um euch dabei zu zeigen, wie wenig Ahnung ich tatsächlich von dem ganzen Quark, den ich hier treibe, habe.

Im Idealfall ist das mit dem Anfang bei mir so: Ich habe vorher ein Ende im Kopf und weiß dadurch relativ genau, welche Entwicklung die Figuren durchmachen müssen und was der beste Status Quo für den Beginn ist. Im Fall von Hausmeistersohn Peter und Lord Edgar ist das Ende ja sogar schon geschrieben. Dadurch weiß ich ziemlich klar, wie die Figuren am Anfang ticken sollten.

Bei Hausmeistersohn Peter ist es ziemlich einfach. Für ihn wird die Geschichte ja eine mehr oder weniger gewöhnliche „über sich selbst hinauswachsen“ Geschichte werden. Das heißt, er muss am Anfang ein ziemlicher Lappen sein.

Peter schaute sich interessiert im Kerker um. Er war noch nie hier unten gewesen. Bisher hatte sein Vater es für keine gute Idee gehalten, ihn mit hier runter zu nehmen. Sein Vater hatte ihm versprochen, ihn mitzunehmen, sobald er nachts nicht mehr ins Bett machte. An seinem zwölften Geburtstag war es Peter endlich gelungen, diese Herausforderung zu meistern. Und jetzt stand er hier und schaute seinem Vater zu, wie er ein Gitter reparierte, das beim letzten Ausbruchversuch eines der Gefolterten und Gepeinigten Schaden genommen hatte. Natürlich nicht so viel Schaden, wie der Ausbrecher, dessen Kopf draußen vor der Burg auf einem Pfahl aufgespießt worden war. Peter ließ seinen Vater an dem Gitter rumschrauben und spielte mit einer der rostigen Ketten an der Wand. Viele Handgelenke hatten die Ketten schon wund gescheuert. Peter zog an der Kette. Sie saß fest an der Wand. Er legte die Schelle an sein Handgelenk. Er stellte sich vor, wie grausam es sein musste, hier unten in der Dunkelheit zwischen Ratten und anderen Gefangenen festzuhängen und zu wissen, dass man nie wieder das Tageslicht erblicken würde. Er beschloss, niemals in so eine Situation zu geraten. Er versuchte die Schelle von seinem Handgelenk zu lösen. Sie saß fest. Er zog fest daran. Die Ketten rasselten. Er zog erneut. Risse entstanden in der Wand. Die Kette löste sich und Peter fiel zu Boden. Die Schelle fiel von seinem Handgelenk. Ein Backstein fiel aus der Wand. Peter schob die Schelle in die Wand und den Backstein davor. Pfeifend schlenderte er zu Vater zurück.

Erinnert ihr euch noch an das Foreshadowing? Das hier ist so ein Moment, wo ich mir zumindest eine Notiz mache. Denn eventuell ergibt sich im Verlauf der Geschichte ja eine Situation, in der Peter in Gefangenschaft geraten könnte. Und vielleicht würde es ihm dann sogar helfen, dass er sich hier schon mit den Ketten und Handschellen befasst hat, um zu entkommen. Das müsste dann aber später ausgebaut werden, wenn es denn wirklich so kommen sollte.

„Leuchte mir mal“, sagte Vater und hielt Peter eine Fackel hin.
Peter ergriff die Fackel und spendete seinem Vater Licht, während der sich an dem Gitter zu schaffen macht. Als Hausmeister hatte er ständig mit Reperaturarbeiten zu tun. Neben dem König und der Königin war er der einzige, der zutritt zu allen Räumlichkeiten der Burg hatte. Egal ob die Schlafräume, der Kerker oder der Drachenzwinger, Vater hatte überall die Türen repariert und Fackeln ausgetauscht. Und er hatte es mit einem ständigen Lächeln auf dem Gesicht getan. Sicher, viele würden sagen, dass der Beruf des Hausmeisters nicht der Ehrenwerteste ist. Aber Vater sah das so: „Lieber eine Tätigkeit, bei der man auch mal in der Scheiße steht, als eine, bei der man sich vor Angst in die Hosen scheißt.“ Er hatte keine Lust, seinen Kopf auf dem Schlachtfeld zu verlieren, für eine Königsfamilie die nicht mal seinen Namen kannte.

So hat man auch schon mal einen Eindruck von Peters Vater, der zumindest am Anfang der Geschichte sicher nicht unwichtig sein wird. Jetzt muss Peter nur noch kurz beweisen, dass er ein absoluter Trottel ist.

„Fertig“, verkündete Vater und packte sein Werkzeug zusammen. Er stand auf und testete das neue Scharnier an der Gittertür ein letztes Mal. Zufrieden schaute er Peter an. „Frühstückspause?“ Peter lächelte. Vater ging voraus. Peter folgte ihm. Er schlug das Gitter zu, das laut schallernd ins Schloss fiel. Und anschließend zu Boden. Und die restlichen Gitter der Zelle mit sich riss. Und die Mauern, die es umgaben. Vater schaute sich die Zerstörung an. „Ich schätze, das Frühstück verschieben wir“, sagte er und packte sein Werkzeug aus.

Da das jetzt schon recht lang war, teilen wir den Anfang besser in zwei Teile auf. Beim nächsten Mal zeige ich euch dann, wie ich einen Antagonisten einführe.

Wie beginnt ihr eure Geschichten? Habt ihr euch schon mal für einen Job in einem Kerker beworben? Und mit wie vielen Hausmeistern seit ihr eigentlich befreundet?

Meine 5 Minuten Ruhm – Filmschrott im Radiointerview bei Trackback

Vielleicht ja auch hier für den ein oder anderen Interessant, der mal meine Stimme hören will. (Zumindest, wie sie im Radio klingt, was irgendwie ganz anders ist, als ich sie in der Realität warnehme, aber andererseits werde ich ja langsam irre, also was weiß ich schon …)

Filmschrott

Letzte Woche hat mich Maren vom Schreibtisch einfach mal so für ein Radiointerview vorgeschlagen. Und als guter Filmschrottplatzbetreiber habe ich mir diese Chance natürlich nicht entgehen lassen, um der Welt mal wieder zu sagen, dass nur ich den einzig wahren Filmgeschmack habe und alle anderen einfach scheiße sind. War aber ganz lustig.

Hier kommt ihr zur Übersichtsseite.

Und hier kommt ihr direkt zur mp3.

Mein Quarkgelaber beginnt bei 26:29 Min. Es geht natürlich um Filme … und Giraffen kommen auch vor.

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„Mach was!“ – Mit einem Lieblingslied

Diesen Monat geht es bei Herba und Poes „Mach was!“ um Lieblingslieder. Das ist etwas schwierig. Denn ein richtiges Lieblingslied habe ich eigentlich nicht. Das ändert sich bei mir quasi alle paar Tage. Und oft kann ich dann Lieder, die ich vorher oft gehört habe, erstmal lange Zeit nicht mehr hören, weil sie mir auf den Sack gehen. Also nicht gerade eine Qualifikation für einen Lieblingssong. Zur Zeit höre ich ganz gerne „Suppers Ready“ von Genesis. Also mit Peter Gabriel. Nicht diese grauenhafte Popgrütze unter Phil Collins. Ich habe kurz überlegt, aber „Suppers Ready“ erzählt für sich schon eine Geschichte und ist zudem ein episches musikalisches Meisterwerk, dem keine meiner schwachsinnigen Geschichten auch nur ansatzweise gerecht werden könnte.

Allerdings habe ich vor einigen Jahren mal eine kleine Geschichte veröffentlicht, die zumindest durch den Titel eines Songs inspiriert wurde. Lustigerweise habe ich die Geschichte im Rahmen von genau diesem Spaß hier zum Thema „Tiere“ damals auf den Filmschrottplatz geklatscht. Ich habe diese Geschichte mal etwas überarbeitet, um sie jetzt und hier erneut zu veröffentlichen (ja, es ist bereits jetzt so weit, dass ich mich selbst wiederhole). Der inspirierende Song heißt übrigens „Penguins In The Desert“ und stammt von der Band Dredg. Mit dem eigentlichen Lied hat das Folgende zwar nicht wirklich was zu tun, aber immerhin ist der Titel der gleiche. Das muss dann halt hier reichen.

Pinguine in der Wüste

Flapflapflapflapflap … die Rotorblätter des Helikopters zerschnitten die heiße Luft … flapflapflapflapflap … die heiße Luft stieg vom Sand hinauf, der sich über die Landschaft erstreckte … flapflapflapflapflap … auf dem linken Auge sah der Hubschrauberpilot sehr gut … flapflapflapflapflap … auf dem Rechten auch … flapflapflapflapflap … mit seinen guten Augen erblickte der Pilot einen Geier über der Wüste kreisen … flapflapflapflapflap … der Helikopter flog direkt auf den Geier zu … flapflapflapflapflap … der Geier machte keine Anstalten, seine Flugbahn zu ändern … flapflapflapflapflap … der Pilot reagierte und ließ den Hubschrauber sinken … flapflapflapflapflap … der Helikopter tauchte unter dem Geier weg … flapflapflapflapflaaaaaahhhhhkrrrchz … Federn segelten durch die Luft … flupflupflupflupflup … der Pilot verlor die Kontrolle über das Fluggerät … flopflopflopflopflop … der Helikopter sank schnell Richtung Wüstensand … flop … flop …flop … der Aufprall schleuderte Sand in die Luft … flp … und erschlug eine neugierige Hyäne … fp … f … Stille.

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Frirp. Der Pilot öffnete seine guten Augen. Frirp. Frirp. Er sah Sand. Frirp. Watsch. Sehr viel Sand. Watsch. Watsch. Mit seinen ebenfalls hervorragend funktionierenden Ohren hörte er die Schritte von flachen Füßen. Frirp. Er öffnete seinen Gurt. Seine Hüfte schmerzte. Er drückte den Arm in die Seite. Frirp. Watsch. Hopp. Frchz. Er drehte sich um und blickte in den Rückraum des Helikopters. Der Käfig, in dem sich die lebendige Ladung befunden hatte, war bei dem Aufprall zerstört worden. Der Pilot erhob sich mühsam aus seinem Sitz und schlurfte unter Schmerzen in den Rückraum. Unter seinen Schuhen knirschte ein Gemisch aus Sand und Glasscherben. Die Tür im hinteren Bereich des Helikopters stand offen. Besser gesagt, es war keine Tür mehr da. Nur eine große Öffnung. Draußen im Sand sah er Fußspuren, die vom Helikopter wegführten. Er griff nach einer Wasserflasche und trank. Er beschloss, die restlichen Wasserflaschen mitzunehmen. Er kletterte aus der Tür in den Wüstensand, um den Spuren zu folgen. Er fand die Tür des Helikopters. Darunter befanden sich die Überreste eines Tieres. Vermutlich war es eine Hyäne gewesen.
Die Sonne brannte heiß vom Himmel herunter, als dächte sie, in der Wüste sei es noch nicht trocken genug. Der Pilot dachte darüber nach, ob es in der Wüste überhaupt trocken genug sein kann. Wenn es nicht trocken wäre, wäre es schließlich keine Wüste. Die einzige Flüssigkeit in der Nähe waren die Wasserflaschen in der Hand und der Schweiß auf der Stirn des Piloten. Er hielt sich die verletzte Seite. Er kämpfte sich durch den weichen Sand, wie durch knöchelhohen Schnee. Schnee wäre ihm lieber gewesen. Bestimmt auch der Ladung, die er verfolgte. In der Ferne sah der Pilot die beiden Tiere als schwarze Punkte hinter einer hohen Düne verschwinden. Er setzte die Verfolgung fort. Mit jedem Schritt schien die Sonne heißer auf ihn herab zu brennen. Der Pilot leerte die zweite Wasserflasche. Der ursprüngliche Plan, mit der Flüssigkeit sparsam umzugehen, war früh gescheitert. Er sah zurück. Der Helikopter war nicht in Sichtweite. Er hatte schon einige Meter im Sand zurückgelegt. Er war bereits weiter gelaufen, als er gedacht hatte. Er beschloss, die Verfolgung fortzusetzen, in der Hoffnung, dass ihn die Tiere zu Wasser führten. Schließlich mussten auch Tiere trinken. Besonders Tiere, die diese Hitze nicht gewohnt waren. Die Schmerzen in der Seite wurden schlimmer. Jeder Schritt fühlte sich an, als würde ihm ein Geier mit seinem Schnabel in die Rippen hacken. Der Pilot blickte in den Himmel, wo die Sonne brannte und kein Geier kreiste. Es war wohl kaum möglich, dass er den einzigen Geier der Wüste mit dem Helikopter erlegt hatte. Vermutlich warteten sie irgendwo im Schatten darauf, dass der Trottel, der hier alleine mitten durch die Wüste torkelt, zu schwach wird, um seinen Weg fortzusetzen. Ihr Wunsch würde bald in Erfüllung gehen, wenn er nicht Wasser fand. Er stolperte weiter. Eine Düne hinauf. Einige Minuten später sackte er auf dem Gipfel der Düne auf die Knie. Die Wüste erstreckte sich unendlich in alle Richtungen. Er sah die Pinguine, die sich aneinander kuschelten. Sie saßen im Sand vor einer Palme. Unter der Palme im Schatten befand sich ein See. Eine Oase. Rettung. Der Pilot mühte sich auf die Beine und fiel die Düne hinab. Wie ein Fass rollte er immer schneller und landete im kühlen Wasser. Er ignorierte die kuschelnden Pinguine und genoss die unerwartete Erfrischung.

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Der Boden fühlte sich ungewöhnlich an. Nicht glatt. Nicht kalt. Nicht feucht. Die Pinguine sahen sich ratlos an und frirpten. Sie fragten sich, was dieses komische gelbe Zeug ist, das überall herumlag. Sie fragten sich, ob das Eis unter dem gelben Zeug lag. Sie pickten etwas mit dem Schnabel in dem gelben Zeug herum. Sie fanden kein Eis. Die helle Scheibe am Himmel schien heller als zu Hause. Aber sie war vertraut. Die Pinguine schauten sich an und frirpten in Übereinstimmung. Sie watschelten los. Das Laufen fiel schwer auf dem unbekannten Untergrund. Einer der Pinguine lief voran. Der Kleinere hinterher, bemüht nicht den Anschluss zu verlieren, während er sich neugierig umsah. In seinem jungen Leben hatte er nicht viel gesehen. Eigentlich nur Eis, Wasser und das Innere eines flappenden Ungetüms, in dessen Bauch er sich bis vor Kurzem befunden hatte.
Der größere Pinguin blieb stehen und frirpte, um dem jüngeren Pinguin zu verstehen zu geben, dass er nicht so trödeln soll. Hinter dem ungewöhnlich verfärbten Eisberg vor ihnen würde sicher Wasser sein. Und Eis. Der junge Pinguin frirpte fröhlich und schloss zu dem großen Pinguin auf. In freudiger Erwartung hüpften sie nebeneinander den Berg hinauf. Auf Eis zu hüpfen war schon nicht einfach. Aber auf diesem gelben Zeug gestaltete sich jeder Hüpfer als zusätzlich mühsam. Erleichtert frirpten sie, als sie die Spitze des Berges erreicht hatten. Sie schauten was dahinter lag. Sie schauten sich an. Sie frirpten. Sie schauten noch einmal genau hin, was dahinter lag.
Hinter dem verfärbten Eisberg lag das Pinguinparadies. Wasser, so weit das Auge reichte. Eisberge. Eisschollen. Eisrutschen. Alles, was das Pinguinherz begehrt. Die Pinguine sprangen auf eine Eisscholle und blickten in die Ferne. Sie kuschelten sich aneinander während sie über das Wasser trieben.

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Die Hyäne lachte. Die Hyäne lachte gerne. Die Hyäne lachte gerne und oft. Viel mehr hatte sie auch nicht zu tun. Bis auf Lachen und Nahrung suchen, gab es in der Wüste nicht viele Beschäftigungen. Allerdings konnte die Nahrungssuche sich schon mal über den ganzen Tag erstrecken. Dann hatte die Hyäne nicht viel zu lachen. Dann stapfte sie den ganzen Tag durch die Wüste und ärgerte sich, dass sie keine Zeit zum Lachen und im Schatten liegen hatte. Der heutige Tag hatte aber Potenzial, lustig und sättigend zu werden. Sie lugte hinter einem Baum hervor und sah zwei komische Vögel durch den Sand stolpern. Solche Vögel hatte sie noch nie gesehen. Die Hyäne kannte nur Geier und die watschelten nicht ziellos durch die Wüste. Geier kreisten ziellos über der Wüste. Und sie ließen sich nicht von Hyänen fangen. Die Hyäne hatte das auf die harte Tour gelernt. Einen ganzen Tag lang hatte sie einen Geier verfolgt, der verletzt schien. Am Ende stellte sich heraus, dass der Geier nur mit der Hyäne gespielt hatte. An dem Tag hatte der Geier gelacht und die Hyäne war hungrig nach Hause gegangen. Einige Meter hinter den seltsamen Vögeln folgte ein zu groß geratener Primat, dem die Haare ausgefallen waren. Er torkelte ähnlich unbeholfen wie die seltsamen Vögel hinter diesen her. Die Hyäne lachte. Eine vielversprechendere Situation, um die Nahrungsbeschaffung schnell hinter sich zu bringen und den Rest des Tages mit Lachen verbringen zu können würde sich kaum finden. Die Hyäne folgte dem möglichen Mittagessen in sicherem Abstand. Sabbernd sah sie zu, wie der Primat sich eine Düne hochquälte. Die komischen Vögel hatten die Düne ebenfalls überquert. Es würde nicht mehr lange dauern, bis das Essen zubereitet war. Die Feuerkugel am Himmel leistete ihren Beitrag dazu, den Vorgang zu beschleunigen. Die Hyäne schlich die Düne hinauf. Dahinter würde sicher ein Festmahl auf sie warten. Die Hyäne sabberte in den Sand, bei dem Gedanken an all das leckere frische Fleisch. Sie erreichte den Gipfel der Düne. Auf der anderen Seite bot sich ein lustiges Bild. Die Hyäne lachte. Die Vögel standen aneinandergekuschelt im Sand und frirpten. Der Primat kniete daneben und schmierte sich den heißen Sand ins Gesicht. Der Hyäne war klar, dass sie nur warten musste, bis sich die Beute nicht mehr regte. Sie hatte Geduld. Die Hyäne sah sich um. Die andere Hyäne war nicht zu sehen. Heute musste sie sich also nicht mit ihr um die Nahrung streiten. Die Hyäne setzte sich hin und sabberte. Sie schaute zu, wie der Primat in den Sand fiel und reglos liegen blieb. Sie schaute zu wie die beiden Vögel ein letztes Mal leise frirpten. Dann fielen auch sie reglos in den Sand. Die Hyäne stand auf. Langsam stapfte sie die Düne hinab. Sie stand zwischen den reglosen Körpern. Die Sonne brannte heute besonders heiß. Die Hyäne lachte.

Zeit – Spontane Gedanken 5

Zeit ist relativ, sagte mal ein großer Denker. Aber auch große Denker können sich mal irren. Denn in erster Linie ist Zeit nicht vorhanden. Vor allem nicht für die Dinge, die man gerne macht. Und deshalb ist hier gerade halt nicht so viel los. Aber wie das mit der Zeit so ist, wird sie sicher zurück kommen. So lange wird es hier eben nur sporadisch neuen Quark aus meiner Feder geben. Das Problem ist nebenbei nicht, dass ich keine Lust zu Schreiben hätte. Ich schreibe nach wie vor jede Menge. Nur haben im Moment andere Dinge Vorrang. Ich will endlich mal etwas veröffentlichen, mit dem ich auf Dauer Millionär werden kann – denn das ist natürlich mein großes Ziel. Halt mal eben einen Bestseller aus dem Ärmel schütteln und dann für den Rest meiner Zeit auf Tahiti Eier schaukeln. Daran arbeite ich gerade akribisch und beginne unbewusst damit, neue Wörter in meinen Wortschatz aufzunehmen.

„Sporadisch“ und „akribisch“ sind ja echt so Wörter, wo ich mich immer frage, wie sowas entsteht. Wichtig scheint zumindest die Endung „-isch“ zu sein. Muss ich mich mal näher mit befassen, wenn ich die Zeit dafür habe. „Zeit“ ist ja nebenbei auch so ein Wort, das sich etabliert hat, obwohl es gar nicht so recht ausdrückt, wie gewaltig sie ist. Eigentlich sollte sowas wie „Zeit“ einen viel größeren, breiteren, bedeutenderen, gewaltigeren Ausdruck haben. Etwas richtig gigantisches, das direkt zeigt, dass man da von etwas wirklich großem spricht.

Es ist so ein bisschen wie die Wortfindung des Wals, der neben dem Petunientopf entstand und die Dinge benannte, während er Richtung Boden fiel. Leider blieb ihm ja nicht viel Zeit, denn der Aufprall war tödlich und zu dem Wort war er noch gar nicht gekommen.

Ich habe leider auch nicht viel Zeit, also muss ich mir schnell ein Wort ausdenken, dass dem Ausdruck „Zeit“ den verdienten Effekt der Größe, des Gigantischen, des Monströsen zu geben. Wie wäre es mit Gagontamantonerium? Klingt toll, nicht wahr? Kann sich nur kein Schwein merken. Bleiben wir also wohl doch einfach bei „Zeit“. Es würde wohl auch zu viel Zeit in Anspruch nehmen, jedes mal nach der Uhrgagontamantonerium zu fragen. Das wäre einfach zu gagontamantoneriumintensiv.

Wenn ich wieder Zeit habe, lesen wir uns wieder. So lange macht es wie der Petunientopf und denkt euch einfach „nicht schon wieder“.

Verfallsdatum – Spontane Gedanken 4

Während ich hier so rumhänge und auf den Start des NFL Drafts warte, den ich mir rein aus Interesse mal angucken will, obwohl ich absolut keinen Plan von College Football habe und dementsprechend nicht einen der Typen kenne, die die NFL Teams sich da ranholen werden, esse ich einen Joghurt. Was für eine Wendung, was? Damit hättet ihr jetzt sicher nicht gerechnet. Football und Joghurt. Eine ungewöhnliche Mischung. Aber so bin ich halt.

Jedenfalls habe ich mir diesen Joghurt reingeschaufelt und hinterher festgestellt, dass auf dem Deckel ein Datum aufgedruckt ist, das mittlerweile nicht mehr erlebbar ist. Es liegt in der Vergangenheit. Mit anderen Wirten: Der Joghurt hatte seine Lebenserwartung bereits überschritten und war bereit, die nächste Evolutionsstufe anzutreten. Ich bin ja nicht wirklich kleinlich, wenn es darum geht, auf das Verfallsdatum zu achten. Ich kaufe einen Joghurt auch noch, wenn er schon einen Tag abgelaufen ist. Was soll da schon groß dran sein? Ich will diesen Joghurt. Und wenn er mir aus dem Becher entgegen springt. Wenn die Wurst nicht vor mir weg läuft, ist sie noch essbar. Wenn der Käse nicht zum Himmel stinkt, kommt er noch auf die Pizza. Was wäre Pizza schließlich ohne eine Tonne Käse?

Aber wie bei allem anderen im Leben, gibt es Ausnahmen. Aus irgendeinem Grund habe ich eine Abneigung gegen Apfelmus, wenn es bereits geöffnet ist. Ich habe keinen Plan warum das so ist. Vielleicht bin ich als Kind mal in einen Topf mit Apfelmus gefallen und finde es seitdem unterbewusst eklig. Wenn also das Glas schon offen ist und ich nicht genau weiß, wer es wann geöffnet hat, kann ich das Zeug einfach nicht mehr essen. Ähnlich geht es mir mit Mayonnaise. Da ist es aber eher das Auge, das mitkotzt. Wenn Mayonnaise gelb wird, sieht das einfach nicht mehr essbar aus.

In letzter Zeit versuche ich aber sowieso ein bisschen von diesem ganzen fetten Fraß wegzukommen und mehr Obst zu essen. Funktioniert selbstverständlich überhaupt nicht, aber das wundert mich kaum. Was mich mehr wundert, ist die Verhaltensweise von Obst in Auseinandersetzung mit Zeit. Zuletzt habe ich hin und wieder mal Erdbeeren gekauft. In so einem Plastikdosending, das nicht unbedingt „FRISCH!“ schreit, aber sah alles ganz gut aus. Schmeckten auch ganz gut. Und hielten sich auch lange im Kühlschrank. So nach einer Woche habe ich die letzten Erdbeeren aus der Packung gegessen. Weil die so töfte waren musste ich die dann natürlich noch mal kaufen und habe sie wieder im Kühlschrank aufbewahrt. Allerdings habe ich sie etwas aus dem Blick verloren und wollte dann nach drei Tagen mal welche in meinen Quark schneiden. Und siehe da: Alle vergammelt. Also ist das Verfallsdatum bei Erdbeeren offenbar ihre eigene Willkür. Wenn sie keinen Bock zum Gammeln haben, lassen sie es halt. Wenn sie einen schlechten Tag haben, kann man sie schon wegschmeißen, wenn man vom Einkauf zu Hause angekommen ist.

Ganz interessant wird es scheinbar bei Früchten, die auf Bäumen wachsen. Birnen werden weich. Wie Leute, die alt werden. Die werden ja auch weich in der Birne. Aber essen kann man sie scheinbar etwas länger. Also die Birnen, nicht die alten Leute. Ich habe neulich zum Test mal einen Apfel gekauft. Seit Wochen liegt jetzt der Apfel hier rum und er sieht noch aus wie am ersten Tag. Okay, eigentlich habe ich ihn natürlich gekauft, um ihn zu essen, aber dann gabs doch wieder Pommes mit Schnitzel und der Apfel blieb liegen. Aber schlecht wird der scheinbar nicht. Oder ist das nur noch die Schale und da drin ist alles bereits vergammelt und verwurmt und demnächst greift der mich an, wenn ich zu nahe an den Obstkorb gehe?

Ihr erfahrt es, wenn ich es überlebe.

Die 5 Besten … Fakten über mich

Normalerweise beantworte ich Goranas Fragen nach den 5 Besten ja auf meinem Filmschrottplatz, da es sich für gewöhnlich um Film- und Serienthemen dreht. Hin und wieder geht es dann aber auch mal um was anderes. Da bietet es sich dann an, die Fragen auch mal hier zu beantworten (hab ich ja schon mal getan), da die Filmschrottplatzbesucher mich schon ziemlich gut kennen und wissen wie irre ich bin. Das sollen die Leser hier natürlich auch zwischendurch mal mitkriegen. Hier also

Die 5 Besten Fakten über mich

Ich halte zwar die Formulierung für etwas eigenartig, denn was sind schon gute oder schlechte Fakten? Was sind die besten Fakten? Was sind die schlechtesten? Und wen interessiert der Quark überhaupt? Egal. Da ich das ganze nicht so genau definieren kann, gehe ich das eben etwas anders an und gebe euch mal einen Einblick in meine Birne:

5 Egal was ich alleine oder mit anderen als Kind gespielt habe, ich habe immer eine Geschichte dazu erfunden, um es spannender zu machen. Spielzeugsoldaten hatten eigenen Charakter und Ränge, „He-Man“ und die „Masters Of The Universe“ kloppten sich in interstellaren Machtkämpfen mit Playmobilfiguren. Selbst wenn ich und mein Cousin zu zweit Fußball gespielt haben (er im Tor, ich im Sturm) war es ein Duell zweier Teams, bei denen immer im Wechsel ein Team im Angriff und eins im Tor war, quasi wie beim Elfmeterschießen, und wir haben ganze Strafraumsezenen inszeniert, um es spannender zu machen, anstatt einfach nur aufs Tor zu pölen. Ein absolutes Highlight war wohl das Nachspielen von „Resident Evil“ auf dem Grundstück meines Onkels, für dass ich extra Karten gezeichnet und Rätsel erfunden habe und wir dann in Zombies und Helden aufgeteilt wurden. War ein Riesenspaß.

4 Zu Schulzeiten habe ich viel gezeichnet. Vor allem Cartoons mit den „Looney Tunes“ oder „Tom und Jerry“. Aber auch simples Gekritzel in Schulhefte und auf Schultischen. Mein Platz war quasi ein künstlerisches Meisterwerk und das ständif wegwischen zu müssen war ein Verbrechen an der Kunst. Lehrer haben einfach kein Auge für sowas.

3 Zur etwa gleichen Zeit startete ich den unglaublich gescheiterten Versuch, Raptexte zu schreiben. Ich müsste mal gucken, ob ich da noch welche von Rumfliegen habe, dann poste ich die mal hier. Ist bestimmt ein Riesenspaß mit grandiosen Zeilen.

2 Als großer Fan der alten Lucas Arts Point & Click Adventures wie „Monkey Island“ oder „Day Of The Tentacle“ habe ich mal versucht, so ein Spiel zu erstellen. Es ging um einen Jungen an einer Burg, der das Herz der Prinzessin erobern wollte, indem er zum Ritter wird und sie rettet, nachdem sie entführt wurde. Die Idee war nebenbei schon so banane, wie ihr es teils von mir gewohnt seid. Der Entführer war natürlich nicht irgendein Bauer von Nebenan, sondern ein böser Wissenschaftler, der mit einer Zeitmaschine angereist ist, um die Prinzessin zu entführen, da er in seiner Zeit keine Frau gefunden hatte. Ihr seht, meine Ideen waren schon immer etwas speziell. Das Spiel war zum Teil schon programmiert und die ersten paar Räume waren schon spielbar. Leider habe ich dann zwischenzeitlich das Interesse verloren und irgendwann bei einem Festplattencrash auch alle Daten davon. Eigentlich schade, aber vielleicht verwurste ich die Idee mal zu einem Buch. Wenn hier jemand ist, der den Quatsch lesen will …

Das Schreiben habe ich erst äußerst spät für mich entdeckt. Der erste Versuch war ein Filmdrehbuch, da ich ja großer Filmfan bin und das natürlich der erste Impuls war. Ich mochte aber diese drögen Vorgaben und Einschränkungen nicht sonderlich gerne und habe das schnell eingestellt (auch wenn das Thema nie ganz vom Tisch war und ich vielleicht irgendwann doch mal ein Drehbuch schreibe). Eigentlich nur aus einer Laune heraus habe ich damals dann begonnen, einen Roman zu schreiben. Eigentlich war es so, wie immer: Ich hatte eine Idee und habe losgelegt. In dem Fall war es nur so, dass ich schnell festgestellt habe, dass das genau das Richtige für mich ist, da es verhältnismäßig simpel umzusetzen ist – man muss schließlich erstmal nur schreiben können – und dass es absolut keine Grenzen gibt, was man machen kann. Perfekt. Und jetzt habt ihr mich und meinen Wahnsinn an der Backe. Toll, nicht wahr?.