Fragen ohne Antwort #211

Bei den Fragen ohne Antwort vom Blog Passion Of Arts dreht sich in dieser Woche alles um Bücher. Grund genug, mir ein paar Antworten aus den Fingern zu saugen.

1. Welches Buch hast du zuletzt verschenkt?

Eins von meinen. Aber darum geht es vermutlich nicht, deshalb „Per Anhalter durch die Galaxis“ von Douglas Adams. Das ist immer mein Go-To-Buch, wenn mich Leute fragen, womit man als Nichtleser gut einsteigen kann. Und bisher hat es auch fast jeden dazu bewegt, öfter mal ein Buch in die Hand zu nehmen.

2. Welches Buch hat dich am meisten erschüttert?

Ich bevorzuge eher unterhaltsame Geschichten, als die, die die Last der Welt auf den Schultern tragen. Und außerdem wollte ich schon immer mal einen Satz schreiben, in dem das Wort „die“ viel zu oft vorkommt. Erschütternd ist, dass ich diesen furchtbaren Satz jetzt einfach da stehen lasse.

3. Welches Buch hast du zuletzt gelesen?

Einen Klassiker. Der Graf von Monte Cristo. Gerade gestern beendet.

4. Welches liest du gerade?

Keinen Klassiker. Habe noch nichts neues angefangen.

5. Welches ist dein liebstes Buchcover?

Ich habe es hier schon mal irgendwo geschrieben: Ich mag die meisten modernen Cover nicht. Sehen alle gleich aus und sind mir zu reduziert, damit man auch schön alles im kleinen Vorschaubildchen bei Amazon erkennen kann. Ich verstehe die Entwicklung, aber deshalb heiße ich sie nicht gut. Meine Lieblingsbuchcover sind die originalen Cover der Scheibenweltromane, auf denen immer schön viel Gewusel los ist.

6. Welches war als Kind dein Lieblingsbuch?

Ich habe gerne Kinderkrimiabenteuer wie „Fünf Freunde“ gelesen. Welche Geschichte davon mein Favorit war, kann ich aber heute nicht mehr sagen.

7. Welches ist das beste Kinderbuch?

Ich habe nicht die geringste Ahnung. Ist sehr lange her, dass ich ein Kinderbuch in der Hand hatte.

8. Mit welchem Buchgenre kannst du gar nichts anfangen?

Prinzipiell bin ich für alles offen, aber ich halte mich von Liebesromanen und generell Geschichten mit einem Fokus auf Liebesgeschichten fern. Das langweilt mich einfach schon, wenn ich nur dran denke. Deshalb verzichte ich für gewöhnlich auch in meinen Geschichten darauf. Ich weiß, dass sowas allseits beliebt ist, aber mich interessieren sie nun mal nicht die Bohne und ich habe mittlerweile alle Liebesdreiecke gesehen. Geometrie interessiert mich nebenbei auch nicht, was es doppelt langweilig für mich macht.

9. Liest du Bücher immer zu Ende oder hörst du auf, wenn du sie langweilig findest?

Früher habe ich alles zu Ende gelesen, egal wie quälend es war. Da meine Lebenszeit aber vermutlich auch begrenzt ist und es jede Menge guter Bücher gibt, die diese Zeit besser verdienen, breche ich inzwischen auch mal ab, wenn ich merke, dass das nichts mehr wird. Meist stelle ich das im ersten Drittel fest. Wenn mir der Stil nicht zusagt, es nicht spannend oder unterhaltsam ist, dann bin ich raus. Unter den abgebrochenen Büchern finden sich zum Beispiel: „Der Herr der Ringe“, „Unendlicher Spaß“ und „Der Distelfink“.

10. Welches Buch hat dich zuletzt so mitgerissen, dass du alles um dich herum vergessen hast?

Das müsste „Salman Rushdie“ gewesen sein. Die wahre Geschichte des gleichnamigen Autors, der wegen eines Romans zum Tode verurteilt wurde und untertauchen musste. Das Buch behandelt seinen Umgang mit der Situation, die Angst von ihm und seiner Familie vor irgendwelchen zurückgebliebenen Machthabern und Fanatikern, die Kunst nicht von der Realität lösen können und wie schnell man bei diesen Irren auf der Abschussliste stehen kann, nur weil sie komplett den Arsch offen haben.

11. Das beste Buch zum Film ist …?

Ich verstehe die Frage so, dass es um Bücher geht, die einen bereits vorhandenen Film nacherzählen oder dessen Geschichte weiterführen. Da muss ich passen. Kann mich nicht erinnern, mal etwas in die Richtung gelesen zu haben.

12. Welche Bücher hast du gelesen, die später verfilmt wurden?

Gab es so einige. Die Potter-Reihe. Den Anhalter. Der ein oder andere Scheibenweltroman wurde mittlerweile auch verfilmt. Die Filme selbst waren mal gut, mal nicht so sehr.

13. Welcher anschließende Film war besser als das Buch?

„Der Herr der Ringe“ und „Der Name der Rose“ fallen mir da spontan ein. Beide Bücher bzw. Reihen waren für mich die reinste Qual, während die Filme sich auf das Wesentliche konzentrierten und eine kompakte und gute Geschichte erzählten.

14. Welchen Titel hätte deine Autobiographie?

Chaos mit System.

15. Liest du auch manchmal Drehbücher? Wenn ja, welches hast du zuletzt gelesen?

Ich bin zwar ein Riesenfilmfreak, aber mit Drehbüchern konnte ich mich nie so recht anfreunden. Ich habe früher mal in das ein oder andere reingeschaut, wenn mich bei einem Film interessiert hat, wie bestimmte Szenen auf dem Papier aufgebaut waren. An konkrete Beispiele kann ich mich aber gerade nicht erinnern.

Ich würde aber durchaus mal ein Drehbuch schreiben und erste Gehversuche dazu wird es im nächsten Teil von Dewon Harper geben. Denn da spielt eine Geschichte im Kino und ich experimentiere da ein bisschen herum.

16. Hast du eigentlich die Bibel gelesen?

Nö. Obwohl, ich habe mal eine humoristische Version des alten Testaments gelesen. War nur leidlich aufregend. Ich bin aber auch kein Stück gläubig und heute gibt es einfach viel bessere Fiktion als diesen ganzen Jesus-Kram.

17. Welches Buch ist aktuell dein Lieblingsbuch?

Mein Lieblingsbuch wird wohl auf ewig „Per Anhalter durch die Galaxis“ bleiben. Es gab viele Contender auf den Thron, aber niemand konnte ihn erobern.

18. Welches Buch würdest du niemanden empfehlen?

Gar keins. Ich sehe das nicht so eng. Es gibt sicher eher schwache Bücher, aber in der Regel steckt dahinter viel Arbeit und nur weil mir etwas nicht gefällt, heißt das ja nicht, dass es allen anderen auch so geht.

Wenn ich an meine Geschichten denke, höre ich quasi auch schon den Großteil der Leser sagen: „Was ist denn das für eine Scheiße?“ Trotzdem dürfen sie meine Bücher gerne weiterempfehlen.

19. Welche/r Autor/in ist dein/e liebste/r?

Da gibt es nur eine Antwort, die ich hier im Blog wohl schon öfter gegeben habe: Terry Pratchett. Seine Mischung aus Gesellschaftskritik, Parodie und Satire ist einfach unerreicht.

20. Klassisches Buch oder E-Book?

Mittlerweile mache ich da keinen großen Unterschied mehr. Ich habe zwar immer noch lieber Papier in der Hand, einfach weil ich ohnehin schon zu viel auf irgendwelche Bildschirme und Displays glotze, aber für die Qualität des Textes macht das ja in der Regel keinen Unterschied.

21. Hast du auch schon einmal fremdsprachige Bücher gelesen? Wenn ja, welche? Wenn nein, wieso nicht?

Gilt Englisch? Was anderes beherrsche ich nicht. Ich lese zwar bevorzugt deutsch, aber habe auch schon einige englische Bücher gelesen. Meist sind das dann solche, die in Deutschland einfach nicht erschienen sind. Unter anderem „Mogworld“, bei dem mich immer noch wundert, dass es nie übersetzt wurde, da es eigentlich mit allen Rollenspielern eine vermeintlich große Zielgruppe hat. Aber vielleicht waren die Verkäufe einfach nicht gut genug und kein Verlag hat sich getraut.

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Schreiben wie ein selbsternannter Schriftsteller – Aufgaben für Hauptfiguren

Mittlerweile haben wir einen ganzen Haufen von Charakteren in der Geschichte kennengelernt. Manche sind wichtiger als andere. Aber was sie alle gemeinsam haben: Sie brauchen ein Ziel. Eine Aufgabe, die sie antreibt, damit sie nicht still stehen und die Geschichte stets voran getrieben wird.

Schauen wir uns als erstes unseren Protagonisten Peter an. Der Protagonist sollte natürlich vor allem anderen ein Ziel haben, schließlich ist er – neben dem Antagonisten – die wichtigste Figur der Geschichte. Hausmeistersohn Peter wurde ja ausreichend als unfähiger Trottel etabliert, würde ich sagen. Nachdem er dann völlig trottelig aus dem Fenster fiel, liegt er jetzt in einem Bett.

Der Hospitalbereich der Burg befand sich noch in der frühen Planung – was bedeutet, dass sich bisher niemand Gedanken darum gemacht hatte, einen Hospitalbereich einzurichten. Prinzessin Alisa saß neben dem Bett, in dem Peter lag und sich von seinem Sturz erholte. Alisa schaute auf die Fensterläden vor dem Fenster. Selbst hier unten im ersten Stockwerk, wo kaum Sonne hin kam, hatten die Fenster einen Lichtschutz. Alisa seufzte. Peter hustete. Er wachte auf und öffnete die Augen. Seine Überraschung über Alisas Anwesenheit ließ sich nicht verheimlichen. Was sich auch nicht verheimlichen ließ, war die Tatsache, dass Alisa zu keinem Zeitpunkt in ihrem Leben von irgendwas oder irgendjemandem so unbeeindruckt gewesen war, wie in diesem Moment von Hausmeistersohn Peter.
„Du bist nicht sonderlich geschickt, was?“, fragte sie und erwartete keine Antwort. „Weißt du, ich brauche jemanden, der geschickt ist. Einen echten Mann, der weiß, wie man mit einem Hammer umgeht und Dinge repariert. Und der vielleicht auch den ein oder anderen Kampf für mich austragen kann.“
Eine Rüstung klackerte auf dem Flur vorbei. Alisa schaute durch die halb geschlossene Tür und verfolgte den Ritter mit den Augen für den Bruchteil der Sekunde, die er sich im Blickbereich zwischen den Türrahmen befand.
„Sehen sie nicht toll aus in ihren Rüstungen?“ Alisa schwelgte in Gedanken an Nächte mit Rittern, die auch handwerklich begabt waren.
Peter wusste, was er zu tun hatte. Er würde der Prinzessin beweisen, dass er ein richtiger Mann sein konnte.

Etwas plump und zusammengestückelt, aber es erfüllt seinen Zweck. In der Überarbeitung lässt sich das noch ausbauen.

Beim Antagonisten habe ich bisher eigentlich alles falsch gemacht, was man falsch machen kann. Natürlich absichtlich, um das hier wieder aufgreifen zu können *hust* Lord Edgar ist bisher absolut uninteressant, inaktiv und man weiß absolut gar nichts über ihn. Sein Ziel ist zwar irgendwie klar: Er will die Burgbewohner platt machen. Aber das ist natürlich ohne die nötige Motivation oder zumindest einen guten Grund einfach nur belanglos. Ein Antagonist, der einfach nur böse ist, ist eben das langweiligste, was es so gibt. Um nach einem Grund für Lord Edgars Hass auf die Burgbewohner zu suchen, muss man wohl in die Vergangenheit reisen und mal schauen, was dort vorgefallen sein könnte:

Lord Edgar saß in seinem goldenen Thron und starrte gelangweilt die große Tür an, die viele Meter entfernt, am Ende eines langen Teppichs, sehr klein wirkte. Die Tür war nicht immer in diesem Schloss gewesen. Sie war das letzte Erinnerungsstück an seine Zeit auf der Burg. Als fest angestellter Magier des Königs hatte er die Burg oft gegen einfallende Horden und unwillkommene Versicherungsvertreter verteidigt. Die meiste Zeit verbrachte er in seinem Zimmer in den Katakomben unter der Burg. Dort erdachte er neue Zauber zur Abwehr von Feinden und der Verteidigung der Burg. Auf Befehl konnte er sich auf magische Art und Weise in sekundenschnelle in den Thronsaal des Königs begeben. Das passierte mehrmals am Tag. Obwohl er nur für Kampfhandlungen angestellt war, rief der König bei jeder Gelegenheit nach ihm, wenn gerade eine Situation eine Bewegung erforderte. Lord Edgar fand sich damit ab. Schließlich wurde er gut für seine Dienste bezahlt und so konnte er dem König auch mal einen Apfel aus der Obstschale in den Mund schweben lassen oder die Türen zum Thronsaal mit einem Fingerschnippen schließen, wenn diese von den Lakaien des Königs mal wieder offen gelassen worden waren und der König im Windzug fröstelte. Die Undankbarkeit des Königs zeigte sich an einem Abend, als der Himmel in rotem Licht erstrahlte. Der König hielt die Farbe am Firmament für ein böses Omen und bat Lord Edgar, etwas dagegen zu unternehmen. Lord Edgar stieß in diesem Augenblick an seine Grenzen. Mit Hilfe von Magie konnte er fast alles bewerkstelligen. Aber es gab zwei Dinge, auf die er keinen Einfluss hatte: Den Himmel oder besser gesagt, das Wetter und den Tod. Magie konnte tödlich sein, ja, aber jemanden zurück ins Leben zu holen war genau so wenig möglich, wie den Himmel blau zu streichen, wie es der König an diesem Abend gefordert hatte. Lord Edgar versuchte dem König die Idee von schlechten Zeichen und Vorhersehung auszureden. Er selbst glaubte nicht an Wahrsagerei. Er glaubte an die Kraft der Magie und sonst nichts. Der König war äußerst enttäuscht darüber und knallte Lord Edgar die Tür vor der Nase zu. Die Nase hatte sich nie davon erholt und wies noch heute eine Krümmung auf. Lord Edgar fuhr mit dem Finger über seinen Nasenrücken. Wütend stand er auf und schritt auf die große Tür zu. Mit einer Handbewegung ließ er sie aufschwingen. Er wollte nicht tatenlos herumsitzen. Wenn die Burg des Königs im Erdboden versank, würde er anwesend sein und dem König in die Augen schauen. Er würde ihm alles nehmen, so wie dieser ihm alles genommen hatte.

Auch hier eher plump und vom Reißbrett. Aber für den Anfang reicht mir das auch. Die Figuren und ihre Eigenschaften entwickeln sich bei mir immer während dem Schreibprozess, also kann ich auch später wieder zurück gehen, wenn mir etwas besseres einfällt. Zum Beispiel auch zu der Tür, die ich einfach mal spontan in den Text geworfen haben. Was sich damit noch machen lässt, wird man sehen. Ansonsten fliegt sie eben später wieder raus.

Aber nicht nur die Hauptfiguren brauchen ein Ziel, auch die Nebenfiguren sollten eine Aufgabe verfolgen, die sie durch die Story trägt. Da gucken wir dann beim nächsten Mal, was sich da so machen lässt.

Was für Aufgaben haben eure Hauptfiguren? Hat es auch etwas mit Türen zu tun? Und welche Form hat euer Nasenrücken eigentlich?

Veröffentlichung: Dewon Harper ist wieder da …

Es ist leider nicht ganz die Knallerankündigung, die ich geplant hatte. Es sollte eigentlich ein Komplettpaket werden, mit dem neuen Dewon Harper Teil UND den Taschenbüchern zu allen bisherigen Veröffentlichungen. Leider gibt es beim zweiten Part dieses Plans noch ein paar Probleme. Aber die Papierversion wird kommen! Deshalb gibt es jetzt erstmal „nur“ DEWON HARPERS VERDACHTSFÄLLE im Kindle-Format. HIER könnt ihr den Spaß herunterladen.

Dewon Harper wird in diesem Teil endlich aktiver und versucht mehr über seine Vergangenheit herauszufinden. Aber natürlich erzählt er auch wieder irrsinnige Geschichten aus der Stadt Lebingen. Unter anderem über Mafiosi im Ruhestand, Geheimagenten und Gerichtsverhandlungen.

Zur Einstimmung hier ein kleiner Textauszug:

»Elsa?« Sie vernahm unterbewusst eine Stimme. »Elsa?« Sie vernahm unterbewusst ein Schütteln. »Elsa?« Sie wachte auf und schaute in das Gesicht von Jacob. »Geht es dir gut, Elsa? Du siehst absolut schrecklich aus.«

Elsa konnte es sich vorstellen. Als Bettlerin stand die äußere Erscheinung ohnehin nicht weit oben auf der Prioritätenliste. Aber eine schlaflose Nacht machte das Bild sicher nicht schöner. Elsa rückte die Lumpen zurecht, die sie an ihrem Körper trug, um den Anblick wenigstens etwas ansehnlicher zu gestalten und schaute Jacob an. Er sah wie immer aus, als hätte er die entspannteste Nacht seines Lebens hinter sich. Nichts schien sein Aussehen in Mitleidenschaft ziehen zu können. Braungebrannt von der Sonne setzte er sich neben Elsa und holte seine Sammeldose hervor. Er strich Elsa die verfilzten Haare aus dem Gesicht und schrak zurück.

»Deine Augen sind geröteter als meine Lendengegend, als ich diesen widerlichen Ausschlag hatte«, sagte er.

»Mir geht es nicht so gut.«

»Das sieht man dir an. Vielleicht hast du dir eine Krankheit zugezogen, als dich gestern die Prostituierte angerempelt hat. Die tragen bestimmt unzählige Krankheiten mit sich herum.«

Elsa schaute zu den Prostituierten auf der anderen Straßenseite herüber. Sie winkten ihr zu.

»Sie mögen dich offenbar.«

Elsa ignorierte das Winken der Prostituierten und die Aussage Jacobs. »Ich habe Wölfe heulen gehört. Das hat bestimmt nichts mit den Prostituierten zu tun.«

»Es gibt keine Wölfe in der Nähe der Stadt. Das bildest du dir alles nur ein.«

Elsa zuckte mit den Schultern. »Aber ich habe sie ganz deutlich gehört.«

»Wen hast du gehört?«

Elsa und Jacob sahen auf. Ottel stand vor ihnen und hatte mal wieder von seinem Geschick Gebrauch gemacht, sich an jeden anschleichen zu können, obwohl er bereits mehrere Biere intus hatte. Schwankend stand er vor ihnen und sabberte in seinen Bart.

»Wölfe«, antwortet Elsa.

»Wölfe? Und dann sitzt ihr hier so ruhig herum?«

»Was ist los?«, fragte Berchtold, der wie immer als Letzter zum Betteln kam.

»Die Wölfe kommen!«, schrie Ottel ihn an. »Wir sind verloren!« Ottel torkelte davon.

»Wölfe? Hier in der Stadt?« Berchtold setzte sich. »Kann ich mir kaum vorstellen.« Er griff unter sein löchriges Gewand und holte einen schimmeligen Apfel hervor. »Wollt ihr mal abbeißen?«, fragte er und übergab sich Sekunden später nach dem ersten Biss. Elsa und Jacob verzichteten.

Jetzt seid ihr natürlich erst so richtig gespannt auf den Spaß. Hier also nochmal der Link zum Ebook. Viel Spaß beim Lesen von DEWON HARPERS VERDACHTSFÄLLE.

Schreiben wie ein Selbsternannter Schriftsteller – Einführung von Nebencharakteren -Teil 2

Beim letzten Mal (das überraschend lang her ist, wie ich gerade festgestellt habe) ging es darum, einen Nebencharakter völlig unabhängig von den Hauptpersonen einzuführen. Dieses Mal wird es ebenfalls um Nebencharaktere gehen, aber diejenigen, die in direkter Verbindung zum Protagonisten stehen. Ich könnte an dieser Stelle jetzt komplett auf das Leben und Treiben auf dem Burghof eingehen, aber das würde vorerst den Rahmen sprengen, also konzentriere ich mich auf eine Figur.

Prinzessin Alisa lag im Bett und drehte sich auf die andere Seite. Die verdammten Fensterläden waren immer noch kaputt und so schien die Sonne jeden Morgen schon früh in ihr Schlafgemach, um sie zu wecken. Sie zog sich die Decke übers Gesicht und versuchte das Licht zu ignorieren. Wie jeden Morgen gelang es ganz und gar nicht. Sie hatte bereits alles versucht, um die Sonne aus ihrem Zimmer fernzuhalten. Ein Laken vor das Fenster gehangen. Die Sonne drang problemlos hindurch. Ein großes Gemälde von der Wand im Flur vor das Fenster gestellt. Dafür hatte sie von ihren Eltern gehörig einen auf die Krone bekommen. Die Gemälde bedeuteten ihren Eltern sehr viel, bildeten sie doch die Vergangenheit des Reichs ab, indem darauf die ehemaligen Herrscher erstrahlten, die das Land zu dem gemacht hatten, was es heute ist. Natürlich waren auf den Gemälden die Kriegsverbrechen nicht abgebildet, die begangen wurden, um das Land groß zu machen und den Pöbel klein zu halten. Alisa konnte das Sonnenlicht nicht weiter ignorieren und stand auf. Ihr Nachthemd schleifte über den kalten Steinboden, als sie zum Fenster ging. Sie ließ die seichte Morgenbrise durch ihr braunes Haar wehen und gähnte. Ein Hämmern erregte ihre Aufmerksamkeit. Sie schaute herüber zu einem der Fenster auf der gegenüberliegenden Seite des Burghofs. Der Hausmeister und sein Sohn arbeiteten an den Fensterläden vom Speisesaal. Wie hieß der Sohn noch gleich? Paul? Palle? Peter? Ja, das war es. Peter. Alisa kannte ihn schon ihr ganzes Leben lang. Und ihr ganzes Leben lang hatte sie sich von ihm ferngehalten. Prinzessinnen unterhielten sich nicht mit Hausmeistern, wenn es nicht unbedingt nötig war. Alisa hatte das Gefühl, dass heute der richtige Tag war, erstmals ein Wort an ihn zu richten. Sie schaute zu wie Peter ein Hammer aus der Hand rutschte und unten einer Hofwache den Helm zerdellte. Ja, er war genau der richtige Trottel, um ihr behilflich zu sein.

Wie man sieht wird Prinzessin Alisa ihrem Stand gerecht und hat kein wirkliches Interesse daran, sich mit dem Pöbel in Form eines Hausmeisters abzugeben, wenn sie daraus nicht einen Vorteil ziehen kann. Das birgt natürlich eine gute Möglichkeit für Charakterentwicklung im Verlauf der Geschichte. Erstmal will sie jetzt Hausmeistersohn Peter überreden, dass er Fensterläden vor ihrem Fenster anbringt, also quatscht sie ihn auf dem Burghof an:

Der Wachmann entdellte seinen Helm und hielt Peter den Hammer hin. Peter griff nach dem Werkzeug.
„Wenn du noch einmal meinen Helm zerdellst, zerdelle ich dein Gesicht“, sagte er und warf den Hammer über den Hof. „Verschwinde“, schlug er Peter vor.
Peter folgte dem Ratschlag und machte sich auf die Suche nach dem Hammer. Stattdessen fand er ein paar Füße, die sich in Bundschuhen versteckten, die unbequem und eng aussahen.
„Gefallen dir meine Schuhe?“, fragte eine Mädchenstimme.
Peter kannte die Stimme. Er hörte sie täglich, wenn sie Leute herumkommandierte. Ihr ganzer Tag schien daraus zu bestehen, den Menschen auf der Burg Befehle zu geben. Es war ungewohnt, diese Stimme in einem ruhigen und freundlichen Ton zu hören. Peter schaute auf und blickte in ein lächelndes Gesicht. Er hatte die Prinzessin noch nie lächeln sehen. Es war ein Tag voller Überraschungen.
„Willst du meine Schuhsammlung sehen?“
Peter war sich nicht sicher, ob er ihre Schuhsammlung sehen wollte. Aber zu einer schönen Prinzessin sagte man nicht nein und er folgte ihr auf ihr Zimmer. Alisa wühlte in ihrem Schuhschrank herum. Peter wartete geduldig in einer Ecke des Raums und starrte ihr nicht auf den Hintern, den sie ihm entgegenstreckte.
„Weißt du was?“, sagte sie plötzlich und ging zum Fenster. „Das Licht hier drin ist wirklich schlecht. Es ist viel zu hell, um eine Schuhpräsentation zu veranstalten.“
„Ist es?“
„Glaub mir, ich weiß, wovon ich spreche. Jeden Morgen stehe ich vor dem Schuhschrank und kann mich nicht für ein Paar entscheiden, weil in dem hellen Licht alle Schuhe gleich aussehen.“
Peter schielte an Prinzessin vorbei in den Schuhschrank. Ihre Schuhe sahen tatsächlich alle gleich aus. Er hatte nicht das Gefühl, dass das dem Licht geschuldet war. Es gab nur einen Schuhmacher auf der Burg und so trugen alle die gleichen Schuhe.
„Es wäre sicher hilfreich, wenn ich Fensterläden hätte, mit denen ich das Licht dimmen kann.“
„Bestimmt.“
„Vielleicht kannst du mir dabei behilflich sein. Ich habe dich gesehen und du scheinst dich mit Fensterläden auszukennen.“
„Gerne.“ Peter lehnte sich aus dem Fenster, um die Möglichkeiten der Anbringung von Fensterläden zu überprüfen. Er rutschte aus und fiel aus dem Fenster.

Wir haben also ein bisschen was über die Prinzessin erfahren. Sie hat zumindest den Ruf, sich für etwas Besseres zu halten und einen Schuhtick. Ich weiß, sehr klischeehaft, aber ich finde die Idee eines Schuhticks in einer Welt, in der alle Schuhe gleich aussehen, ganz lustig. Außerdem lässt sich damit vielleicht später doch noch was machen, zum Beispiel könnte sie doch ein paar spezielle Schuhe haben, die magisch sind oder sowas. Der Protagonist hat zudem erneut bewiesen, dass er handwerklich unbegabt ist. Aber er wird es natürlich weiter versuchen. Den Wachmann könnte man auch noch nutzen, um ihn immer wieder mit Peter aneinandergeraten zu lassen. Mal schauen, was mir da noch so einfällt.

Stört es euch auch so sehr, wenn euch morgens die Sonne ins Gesicht scheint? Wie handwerklich begabt seid ihr? Und wie viele gleiche paar Schuhe habt ihr?

Technisches Desaster – Buchsatz erstellen (und ein bisschen Werbung)

Bücher aus Papier? Klingt komisch, aber sowas gibt es noch. In Zeiten der Digitalisierung von … nun, einfach allem, ist gerade das Buch immer noch in seiner haptischen Form beliebt. Leser lieben es einfach, in den Seiten zu blättern und sich am Papier zu schneiden. Dieses Erlebnis kann kein E-Reader der Welt imitieren. Also muss auch ich, als selbsternannter Schriftsteller, mich natürlich damit befassen. Die Arbeit, die im besten Fall ein Verlag übernimmt, bleibt schließlich vorerst komplett an mir hängen. Aber ich mag es ja, mich solchen Herausforderungen zu stellen, obwohl ich oft an diesem ganzen Technikkram verzweifle.

Als erstes lese ich mich logischerweise in das Thema rein und gucke, was es zu beachten gilt, wie man es umsetzen kann und welche Möglichkeiten es dafür gibt. Und ich muss sagen, ich hatte direkt keinen Bock mehr. Wir alle hatten schon mal ein Buch in der Hand, aber habt ihr mal darauf geachtet, wie viele Kleinigkeiten es beim Setzen des Textes gibt? Alles muss stimmig sein und gleichmäßig aussehen. Keine langen Lücken dürfen entstehen. Wörtertrennung sollte an bestimmten Stellen vermieden werden. Absätze müssen auf die Seiten passen. Und was weiß ich nicht noch alles. Jede Menge Kram. Klar, man könnte jetzt natürlich sagen, dass man das Ganze auch einfach auf das Minimalste hinunterbrechen kann und fertig ist das Buch. Ich bin da aber so ein bisschen Perfektionist. Zumindest bis zu einem gewissen Grad, also wollte ich es dann auch wirklich richtig machen.

Wenn es eine Sache gibt, von der ich wirklich absolut keine Ahnung habe, dann ist das Codierung. Ihr wisst schon, dieses C++ und BASIC und Java und Clusterfuck und wie sie alle heißen. Mit anderen Worten: Ich habe in meinem ganzen Leben nicht einmal einen \ geschrieben. Oder diese Klammern gesetzt: {} Ich musste erstmal suchen, wo die sich überhaupt auf der Tastatur befinden. Allerdings braucht man jede Menge Befehle, um den Textsatz zu erstellen. Also hieß es, sich mal schnell damit vertraut machen und absolut nichts zu raffen.

Glücklicherweise fand ich auf Twitter (wo man mir gerne folgen darf) jemanden, der sich komplett der Buchsatzerstellung verschrieben hat und Selfpublishern ein äußerst hilfreiches Toll zur Verfügung gestellt hat. Das wird von ihm auch immer erweitert und ich werde es am Ende dieses Beitrags verlinken. Als Beta-Tester ohne jegliche Ahnung stieß ich aber natürlich auf einige Probleme. Das fing schon damit an, dass meine Texte als kompletter Block ausgegeben wurden. Also auf zur fröhlichen Problemsuche. Wie sich herausstellte, musste ich die Absätze im Programm nochmal extra trennen.

Kein Ding. Hat geklappt. Text steht also. Aber dann beginnt der Spaß erst richtig. Was vielen nicht bewusst ist: So ein Buchsatz besteht aus vielen kleinen Details, die beim Lesen gar nicht auffallen, da sie eben nicht auffallen sollen. Diese Details müssen allerdings in mühsamer Kleinarbeit erstellt werden. Habt ihr beispielsweise schon mal von Gassen gehört? Das sind lange, senkrecht verlaufende Lücken zwischen den Worten, die über mehrere Zeilen verlaufen. Sieht scheiße aus, also muss das weg.
Trennstrich beim letzten Wort auf einer Seite? Muss weg.
Nur ein kurzes Wort in einer Zeile? Weg damit.

Also passe ich den Text immer wieder an, damit sich Wörter, Absätze und alles weitere verschiebt und keine Lücken oder andere störende Dinge entstehen. Durch jede Änderung entstehen natürlich wieder neue Probleme und so musste ich mich langsam von oben nach unten durcharbeiten.

Was ich dabei nicht beachtet hatte, waren die Seitenenden. Denn auch da sollte man natürlich beachten, dass jede Seite auch wirklich voll ist. Manchmal kommt es aber eben vor, dass eine Leerzeile am Ende der Seite steht und schon hat man den Salat. Also musste ich auch da nochmal nacharbeiten. Nach ewiger Textüberarbeitung war es dann aber soweit und das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen. Kurz gesagt: Schon bald wird es Dewon Harper auch in Papierform geben.

Geholfen dabei hat mir das Tool SPBuchsatz, das ihr an dieser Stelle herunterladen könnt. Nebenbei kostet es absolut gar nix. Mittlerweile funktioniert das ganze sogar noch einfacher, als es noch bei der Beta der Fall war und ist eine echte Hilfe für Selfpublisher. Wer also ebenfalls darüber nachdenkt, ein Buch in Papierform herauszubringen, sollte sich das mal ansehen.

18/19

Und wieder geht ein Jahr zu Ende. Die große Zeit der Rückblicke steht an. Alle blicken zurück auf die vergangenen 365 Tage, wovon ungefähr 2 1/2 wirklich erwähnenswert sind. Da mache ich natürlich mit. Also, was war so los in meinem

2018

Es soll ja Leute geben, die am Anfang des Jahres Pläne machen, Vorsätze fassen und Veränderungen anstreben. Ich gehöre definitiv nicht dazu. Für mich ist der Jahreswechsel nur ein „okay, der gleiche Quark wie immer von vorne“. Deshalb hatte ich Anfang des Jahres auch noch keine Ahnung, wie es in meinem sogenannten Autorenleben voran gehen würde. Und so richtig voran gegangen ist es eigentlich auch nicht. Ich haderte ja schon seit ewigen Zeiten damit, endlich mit dem Veröffentlichen zu beginnen, mich mit den ganzen Mechanismen vertraut zu machen, die dafür nötig sind und eine steile Bestsellerkarriere hinzulegen. Natürlich kam dann alles ganz anders.
Nachdem ich den Entschluss gefasst hatte, die DEWON HARPER Reihe als meine Erstveröffentlichung auszuwählen (zu den Gründen werde ich im neuen Jahr mal was hier schreiben, denn da steckten tatsächlich ein paar Gedankengänge hinter), sah der Plan folgendermaßen aus:

Alle 5 Harper Bücher fertig schreiben und überarbeiten und dann nach und nach veröffentlichen. Der Gedanke dahinter war, dass ich so ein bisschen Zeit habe, immer für Nachschub zu sorgen, während ich so alle 2-3 Monate die 5 Bücher veröffentliche. So hätte ich nämlich eine Art Zeitintervall einhalten können, das über die 5 Bücher hinausgeht und auch danach in diesem Veröffentlichungsrythmus bleiben können. Zumindest für so 2 Jahre, bis mich die Arbeit an den Geschichten dann doch wieder einholt. Aber es wäre schon mal eine Art Fundament von Veröffentlichungen vorhanden gewesen. Natürlich kam es anders:

Anfang des Jahres erreichte mich die freudige Nachricht, dass meine Kurzgeschichte ALLES SCHROTT nun doch in einer Anthologie veröffentlicht werden soll und diese schon bald erscheinen würde. Also habe ich den Plan umgeworfen und dachte mir, dass es irgendwie sinnvoll wäre, auch schon was veröffentlicht zu haben, wenn die Anthologie erscheint. Falls die 2 oder 3 Leser der Anthologie Gefallen an meiner Geschichte fänden, bestünde schließlich die Möglichkeit, dass sie nach mehr suchen und dann sollte da auch schon was vorhanden sein.

Also habe ich meine erste Veröffentlichung vorverlegt und die Zweite kurz darauf hinterher geschoben. So war das also im Jahr 2018. Ganz ungeplant kamen die ersten Veröffentlichungen, die sonst wohl erst im Jahr 2019 gekommen wären.

Die bisherigen Veröffentlichungen findet ihr hier.

2019

Für das neue Jahr steht natürlich auch einiges auf dem Plan. Die weiteren 3 Harper Bücher sollen erscheinen. Viel wichtiger ist aber erstmal, dass ich diese dann auch alle als Taschenbücher anbieten will. Ebooks sind zwar schön und gut, aber es schränkt dann doch zu sehr ein und nicht jeder hat da Bock drauf, was ich durchaus verstehen kann. Ich hoffe also, dass ich es schaffe, bis Ende 2019 alle 5 Bücher als Ebook und Printausgabe anzubieten. Der Buchsatz für Teil 1 ist bereits in Arbeit und es geht recht gut voran, also könnte das tatsächlich was werden.

Wenn es irgendwie hinhaut, würde ich auch gerne noch meinen Pre-Apokalypse-Roman raushauen, aber das wäre eine Art Bonus und könnte sich eher ins Jahr 2020 schieben. Ich halte mir aber natürlich alle Möglichkeiten offen.

Außerdem stehen noch ein paar Anthologien aus, in denen meine Geschichten vorhanden sind. Eventuell kommt davon ja auch was in 2019.

Ihr seht also, es ist einiges los und einiges in Vorbereitung und es geht immer nur vorwärts. Wir werden sehen, was 2019 dann wirklich bringt. Vielleicht hält es auch die ein oder andere Überraschung für mich parat. Man weiß ja nie.

Damit verabschiede ich mich auch für dieses Jahr. Wir lesen uns in 2019.