Making Of – Dewon Harpers Verdachtsfälle

Im dritten Teil zieht endlich die Hauptstory etwas an und Dewon Harper selbst wird aktiver. Man könnte sagen, dass die ersten beiden Teile der Reihe recht überflüssig wirken, was das angeht. Die fortlaufende Handlung diente eigentlich nur, um die Kurzgeschichten mal schnell einzuleiten. Das war auch immer die Idee. Allerdings stellte ich in Teil 1 fest, dass das nicht sonderlich aufregend ist und da etwas mehr kommen sollte. Ich hatte von Beginn an eine vage Idee, wohin die ganze Nummer führen soll. Ab Teil 3 schlage ich diese Richtung also stärker ein und bringe diese Idee auf den Weg. Vielleicht etwas spät, aber besser spät als nie und so.
Jetzt schauen wir aber erstmal, wie ich auf die Kurzgeschichten gekommen bin, die wieder den Irrsinn in Lebingen vorantreiben.

DEWON HARPERS VERDACHTSFÄLLE

Auf Spoiler werde ich selbstverständlich wieder größtenteils verzichten. Trotzdem ist es natürlich sinnvoll, die Geschichten zuvor gelesen zu haben. Wer das noch nicht getan hat, kann das Buch hier kaufen.

DIE JAGD AUF DIE KRALLE

Geheimagenten, die teure Autos fahren und sich für Gottes Geschenk an die Damenwelt halten. Böse Menschen, die auf ihrer Vulkaninsel sitzen und die Welt erobern wollen. Und das natürlich, mit einem möglichst irren Plan. Das bietet sich einfach an für eine Stadt wie Lebingen. Das hier ist also meine Version von James Bond und anderen Geheimagenten.

DIE TULPE

Auch Mafiosi setzen sich irgendwann zur Ruhe. Zumindest in Lebingen. Wenn man genug Geld zusammengeklaut und genügend Leute betrogen und ermordet hat, kümmert man sich irgendwann lieber um seinen Hund und seine Tulpenbeete. Aber das ruhige Leben bietet neue Schwierigkeiten. Zum Beispiel Nachbarn. Diese Idee kam mir, als ich von einem völlig bekloppten Nachbarschaftstreit gelesen hatte, bei dem es um einen Apfelbaum ging. Denn Lebingen ist oft nur die etwas überspitzte Version des völlig normalen Wahnsinns, der in der realen Welt abgeht.

DAS GROßE BACKEN

Nicht viel zu erzählen hier. Eine dieser Geschichten, in der eine Kleinigkeit plötzlich die ganze Stadt bedroht. Hintergrund ist ein Backwettbewerb, der stattfinden soll, während ein Brandstifter sein Unwesen treibt. Natürlich hängt beides miteinander zusammen. Die Idee kam mir, als hier im Nachbarort eine Firma niederbrannte und die Gerüchteküche brodelte, dass jemand das Teil absichtlich abgefackelt hatte (was sich nebenbei als wahr herausstellte). Die ganze Backgeschichte entwickelte sich eher zufällig. Vorher war es ein Kochwettbewerb, aber da war mir das Feld zu weit gefächert und außerdem wollte ich die Locations lieber kleiner und privater halten, anstatt die Leute in großen Restaurants herumturnen zu lassen.

DAS GEHEUL

Da Lebingen eine Stadt ist, in der bei weitem nicht jeder die gleichen Chancen hat, stellen Obdachlose einen großen Teil der Bevölkerung dar. Also haben sie sich ihre eigene Geschichte verdient. Dies ist eine dieser Geschichten, bei denen ich im Vorfeld eigentlich überhaupt keine Idee hatte. Ich wollte einfach nur die Penner in den Fokus rücken. Der Rest ergab sich von selbst. In einer Stadt wie Lebingen finden sich eben immer irgendwelche Bekloppten, mit denen man dann was machen kann. In diesem Fall die gesamte Unterschicht von Lebingen.

WER ERSCHLUG MISS LEBERWURST?

Wie mittlerweile klar sein sollte, werden Recht und Gesetz in Lebingen eher vage ausgelegt. Für gewöhnlich übernehmen die Bürger selbst die Rolle von Richter und vor allem Henker. Aber was, wenn niemand da ist, den man anklagen und hinrichten kann? Dann geht es eben doch mal vor Gericht. Und da geht es genau so wirr zu, wie überall sonst in der Stadt. Erinnert ihr euch noch an die völlig beknackten Gerichtsshows im Privatfernsehen, die vor einigen Jahren das Nachmittagsprogramm bestimmten? Nein? Gut für euch. Ich leider schon. Die waren zwar kompletter Krampf, aber die Grundidee passt so gut nach Lebingen, dass ich mich daran auch mal versuchen wollte. Außerdem hatte ich Lust auf eine Geschichte, die sich größtenteils über Dialoge voranbewegt, einfach, um mich darin mal ein bisschen zu verbessern und ein bisschen Quatsch auszuprobieren. Dabei entstand dann zusätzlich ein kritischer Blick auf Misswahlen, den Irrsinn, der damit einhergeht und wie sehr sich manche Menschen darauf versteifen, als die Schönsten und Besten angesehen zu werden.

 

Es ist also wieder viel geboten und für jeden was dabei in Dewon Harpers Verdachtsfällen. Wenn ihr den Spaß noch nicht zu Hause oder auf dem Kindle habt, könnt ihr ihn hier erwerben:

DEWON HARPERS VERDACHTSFÄLLE

Die beiden Vorgänger gibt es natürlich ebenfalls noch zu holen:

DEWON HARPERS KRIMINALAKTEN

DEWON HARPERS FLUCHTPROTOKOLLE

Weggelesen oder weggelegt – Dumas, Pratchett, Gaiman, Schaefer

Als Autor sollte man nicht nur schreiben, sondern vor allem auch lesen. Das kommt bei mir insgesamt zwar leider zu kurz, aber zumindest ein paar Seiten jeden Tag versuche ich schon unterzukriegen. Das geht mal besser und mal schlechter voran. Wie bei allem anderen gibt es eben Bücher, die einen wirklich packen und solche, die eher zur Qual werden. Und als Autor hat man vielleicht auch nochmal einen anderen Blick auf die Geschichten und wird von Dingen abgeschreckt, die dem „normalen“ Leser vermutlich gar nicht so sauer aufstoßen. Hier ein kleiner Überblick, was ich in letzter Zeit so gelesen habe:

WEGGELESEN

TERRY PRATCHETT & NEIL GAIMAN – EIN GUTES OMEN

Da bald die Serie kommt, habe ich das Buch nach Ewigkeiten mal wieder aus dem Regal gezogen. Außerdem war es auch so eine Art Recherche. Als ich es vor vielen Jahren das erste Mal las, kam mir nämlich eine Idee zu einem Roman um die apokalyptischen Reiter. Den ersten Entwurf habe ich im letzten Jahr dann endlich mal geschrieben und wollte mich jetzt davon überzeugen, dass ich nicht unbewusst Ideen aus dieser Geschichte kopiert habe. Manchmal ist das ja so, wenn man von etwas inspiriert wird und zu viel Zeit verstreicht, um sich noch wirklich an alle Einzelheiten zu erinnern. Glücklicherweise habe ich festgestellt, dass meine Geschichte doch sehr anders verläuft und kaum Gemeinsamkeiten mit der inspirierenden Vorlage aufweist.
Das Buch selbst ist immer noch ein großer Spaß. Wenn ich etwas kritisieren wollte, dann, dass mir Adam mit seiner besserwisserischen Art tierisch auf den Senkel ging. Aber gut, er ist 11 Jahre alt und der Antichrist, also muss das wohl so sein. Außerdem kamen mir die apokalyptischen Reiter zu kurz. Die Einführung der jeweiligen Reiter war durchaus spaßig, aber dann kam da leider nicht mehr viel und es war schnell wieder vorbei. Das gilt auch für Atlantis, wo noch eine Menge Potenzial gewesen wäre. Irgendwie wirkte das ohnehin eher sinnlos. Hätten die beiden vielleicht ein ganzes Buch draus machen sollen. Warum gibt es eigentlich kaum Geschichten aus Atlantis?
Nicht mein liebster Pratchett, aber mein liebster Gaiman (von dem ich sonst noch nichts gelesen habe).

WEGGELEGT

PASCAL SCHAEFER – ALIEN JOB: DIE TRILOGIE

Ich habe es nicht mal durch das erste Drittel dieser Trilogie geschafft. Die Charaktere sind langweilig und nichtssagend. Viel schlimmer ist aber, dass es davon zu viele gibt und die Geschichte von Beginn an wild hin und her springt. Man hat gar keine Chance, überhaupt mal ein Gefühl für einen der Leute oder die Geschichte zu entwickeln, weil alle paar Seiten wieder ein anderer in den Fokus rückt. Zur Geschichte selbst kann ich nichts sagen, denn da bin ich nie angekommen. Es wird kapitellang herumpalavert, ohne dass irgendwie erkennbar wäre, worum zum Geier es eigentlich geht. Es ist offensichtlich, dass der Humor diese Probleme ausgleichen soll, nur ist der so platt und gewollt, dass kein Spaß aufkommt. Es wirkt, als wäre die Überlegung bei jedem Satz gewesen, wie man da jetzt noch einen schlechten Gag unterbringen kann. Daher rühren wohl auch die Vergleiche mit Douglas Adams, die in der ein oder anderen Rezension aufkommen. Tja, Adams hatte den Humor, aber eben verpackt in eine Geschichte mit abgedrehten, aber sympathischen Charakteren, wodurch sich die lustigen Stellen geschmeidig in den Rest der Geschichte einfügten. Hier wirkt es eher wie eine schlechte Kopie des Stils von Adams, um den herum dann der langweilige Rest hingefuckelt wurde.
Irgendwo steht, dass hier sei „Die Zukunft der lustigen Science-Fiction“. Dann kann das Universum wohl einpacken.

DURCHGEQUÄLT

ALEXANDRE DUMAS – DER GRAF VON MONTE CRISTO

Ich und die Klassiker. Das ist immer eine schwierige Nummer. Anfangs wirkt die Geschichte recht fast-paced, aber dann kommt der Mittelteil voller Haschkekse, Kutschenfahrten und Rumgedödel und bremst die ganze Nummer aus. Das liegt vor allem an den zehntausend Charakteren, die überall rumwuseln, ohne einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Und da zeigt sich das große Problem des Buchs: „Show don’t tell“ ist vermutlich jedem bekannt. Es bedeutet nichts anderes, als dass man dem Leser Dinge zeigen soll, statt sie einfach zu erzählen. Denn so formt man Bilder im Kopf des Lesers und er sieht die Welt und deren Bewohner vor Augen. Dumas (oder eventuell auch nur der Übersetzer der deutschen Version) verzichtet aber größtenteils darauf und erzählt einfach strikt die Geschichte runter. Ich hatte große Probleme, hier den Überblick zu bewahren, wer denn jetzt eigentlich noch mal wer ist und mit wem in welcher Verbindung steht. Dazu kommt eine gehörige Portion Theatralik, die so gar nicht meins ist.
Die Story selbst ist aber interessant genug, um bei der Stange zu halten. Der Aufbau der zweiten Hälfte macht durchaus Spaß, wenn man dann langsam durchblickt, was hier der Plan des Protagonisten ist und irgendwie wollte ich dann auch wissen, wie es ausgeht.

Als nächstes steht ein weiterer Pratchett und ein Piratenabenteuer auf dem Plan. Wie die bei mir abschneiden, erfahrt ihr dann demnächst hier.

Booklove: Mini Buchtraum Award

Die armstarke Gina hat mich für den Spaß nominiert, der von Suse mit dem Buchtraum ins Leben gerufen wurde. Danke für die Nominierung und dann schauen wir mal, was mir dazu einfällt:

1. Hast du schon mal von einem deiner gelesenen Bücher oder von einem Autor/einer Autorin geträumt? Beschreibe, wie der Traum war.

Also, das war so: Ich hatte mein Handtuch verloren und musste zu den Büros auf Ursa Minor Beta reisen, um ein neues zu beantragen. Die sagten mir allerdings, dass ich da völlig falsch bin, denn in den Büros auf Ursa Minor Beta gibt es nur den Megadodo-Verlag und die hatten keine Handtücher übrig, denn die wurden alle von Touristen geklaut, die jetzt damit am Pool in der Sonne liegen. Ich durfte aber nicht in der Sonne liegen, denn das ist ohne Handtuch verboten. Ich verließ den Verlag und dachte über meine nächsten Schritte nach. Vermutlich gab es auf dem ganzen Planeten keinen gut ausgestatteten Handtuchladen. Ein Raumschiff landete direkt vor mir und heraus kam ein Frood mit zwei Köpfen, der genau wusste, wo sein Handtuch ist. Ansonsten wirkte er etwas verwirrt und fragte mich nach dem Weg zu Erotikon VI. Ich kannte den Weg nicht, aber natürlich wollte ich unbedingt mal die dreibrüstige Hure Eccentrica Galumbits sehen, also schlug ich vor, dass wir gemeinsam nach dem Planeten suchen. Vielleicht würde ich ja unterwegs sogar ein neues Handtuch finden. Der Typ, der sich als Zaphod Beeblebrox vorstellte, ging darauf ein, unter der Bedingung, dass ich ihm am Ziel einen Drink ausgab.

Leider verlief die Reise nicht nach Plan, da plötzlich eine riesige Schildkröte, auf deren Rücken vier Elefanten standen, die wiederum eine ganze Welt trugen, unseren Weg kreuzte. Das Ausweichmanöver scheiterte vor allem daran, dass der Kapitän sich lieber seinem Drink widmete, statt auf Hindernisse zu achten. Das Raumschiff stürzte mitten in der Stadt Ankh-Morpork auf dieser eigenartigen Welt ab. Zaphod beunruhigte das wenig. Er schlug vor, direkt die nächste Kneipe aufzusuchen und torkelte davon. Ich hingegen schaute mich in der Stadt um. Irgendwo gab es hier bestimmt einen Laden, in dem ich ein neues Handtuch erwerben konnte. Ein Mann, der einen Bauchladen mit sich herumtrug und versuchte, mir eklige Würstchen am Stiel anzudrehen, erklärte mir den Weg. Als ich den Bezirk namens „Schatten“ betrat, wurde mir schnell klar, dass er mir den Weg nicht richtig erklärt oder mich bewusst in die falsche Richtung geschickt hatte. Vermutlich war er gekränkt, weil ich seine Würstchen beleidigt hatte. Aber da lag tatsächlich ein Handtuch mitten auf der Straße. Es war kein besonders schönes Exemplar, aber ich bin nicht wählerisch, was Handtücher angeht. Ich bückte mich und hob das Handtuch auf. Als ich mich wieder aufrichtete, umstellten mich mehrere Diebe, Halsabschneider und Anwälte. Der Abschaum der Gesellschaft von Ankh-Morpork, die ihr Leben in den Schatten fristeten, um dort unwissenden Idioten wie mir aufzulauern. Es war eindeutig eine Falle. Ein ausgelegtes Handtuch, um ein Opfer anzulocken. Als sie ihre Messer zogen, beschloss ich, in Zukunft auf ein Handtuch zu verzichten.

So, oder ähnlich war das. Glaube ich. Ich kann mich nie an meine Träume erinnern.

2. Welches ist dein Traum-Buch-Cover?

Na, das kann natürlich nur eines von den Covern sein, die Gorana für mich erstellt hat.

Die könnt ihr euch übrigens jetzt selbst nach Hause holen und ins Regal stellen oder euch an die Wand kleben, um eure Freunde mit ihrer Schönheit zu beeindrucken. Hier könnt ihr die Bücher (samt Cover) erwerben.

3. Wenn du dein eigenes Traumbuch schreiben könntest, um was würde es in dem Buch gehen?

Ich glaube, ich würde komplett den Rahmen sprengen und alles in das Buch reinballern, was mein wirrer Verstand hergibt. Fremde Planeten, Weltraumschlachten, Abenteuer auf Schatzinseln, Seegefechte, Tentakelgötter, Sekten, Froschmutanten, Amphibienforscher, Voodoopriester mit Zombiearmee, Zombiepriester mit Voodoopuppenarmee, Puppengeneräle mit Barbiearmee … okay, okay, ich höre ja schon auf. Die Story wäre ohnehin das reinste Chaos und nicht lesbar. Aber deshalb bleibt es ja auch ein Traum und ich versuche lieber weiterhin Geschichten zu erzählen, die zumindest einigermaßen nachvollziehbar und verständlich sind.

4. Welches Buch war dein schlimmster Albtraum?

Ich bin da nicht leicht aus der Ruhe zu bringen. Mal davon abgesehen, dass ich ohnehin eher lockere Lektüre bevorzuge, als irgendwelchen tiefgründigen Psychokram oder Horror. Wenn ich eins nennen müsste, dann wäre es wohl „Shining“ von Stephen King. Das hatte durchaus seine Momente. Ansonsten sind vor allem die Bücher mein Albtraum, die mich einfach nicht packen und bei denen ich mich zwingen muss, mich weiter durchzuquälen, bis ich dann irgendwann doch den Abbruch vollziehe, weil es einfach nicht mehr geht. „Der Herr der Ringe“ zum Beispiel. Da habe ich es immerhin bis zum zweiten Buch geschafft, bis ich es einfach nicht mehr ertragen konnte.

5. Top oder Flop: Das Buch, das du gerade liest, ist bis jetzt Top oder Flop?

Da es ein Scheibenwelt-Roman ist, ist er natürlich schon auf der ersten Seite top. Ich lese mich gerade nochmal so nach und nach durch die gesamte Reihe. Da ja leider nichts Neues mehr kommen wird, muss ich immer mal wieder in die alten Bücher eintauchen und mich an dieser – für mich besten – Fantasywelt erfreuen.

 

Traditionellerweise verzichte ich auf weitere Nominierungen, da vermutlich eh schon alle dran waren.

Making Of – Dewon Harpers Fluchtprotokolle

Auch zur Fortsetzung will ich euch einen kleinen Einblick in meine wirren Gedankengänge erlauben. Schreiben ist schließlich ein ewiger Lernprozess, bei dem man sich immer verbessert und aus seinen Fehlern lernt. Während Teil 1 ein paar Stellen aufweist, die im Nachhinein nicht ganz gelungen sind (in meinen Augen; Leser haben damit weniger Probleme gehabt), wirkt Teil 2 schon runder. Abgesehen von der Rahmenhandlung. Die hängt auch in Teil 2 noch etwas durch. Das liegt aber vor allem daran, dass ich beim Schreiben noch nicht genau wusste, wo ich damit eigentlich hin will. Ab Teil 3 zieht also auch das etwas an. Aber dazu dann, wenn es soweit ist. Jetzt erstmal der Einblick in:

DEWON HARPERS FLUCHTPROTOKOLLE

Ich werde natürlich wieder auf größere Spoiler verzichten. Aber natürlich ist es immer interessanter, wenn man das Buch vorher gelesen hat. Wer das noch nicht getan hat, kann es hier als Taschenbuch oder Kindle Ebook erwerben.

AUSBRUCHSPLÄNE

Die Idee hinter dieser Geschichte ist simpel: Eine Frau will aus dem Gefängnis ausbrechen und braucht dafür eine möglichst leichtsinnige Komplizin. Die Inspiration dahinter ist ebenfalls simpel und eine sehr witzige Mischung. Ich mag ja Knastgeschichten. Vor allem in Film und TV. Zu der Zeit hatte ich mir mal wieder die Serie PRISON BREAK reingepfiffen, zur Vorbereitung auf die neue Staffel, die nebenbei wirklich grauenhaft schlecht war. Dadurch bekam ich Lust, auch mal was über den Knast und vor allem einen Ausbruch zu schreiben. Einen richtigen Plan, wie genau das aussehen sollte, hatte ich noch nicht, aber dann kam Hilfe in Form der Looney Tunes. Nachdem ich mir eine Reihe von Road Runner Cartoons reingepfiffen habe (ja, ich gucke sowas auch heute noch, weil es nun mal nach wie vor der Knaller ist), war klar: Ich brauche sowas wie den Wile E. Coyote des Frauenknasts. Also jemand, der ausbrechen will, dabei aber immer wieder scheitert. So entstand also dieser kleine Looney-Prison-Mix.

DER EROBERER

Ursprünglich sollte das eine Piratengeschichte werden. Wie das mit meinen Ideen aber nun mal ist, entwickelte sich dann schon in den ersten Sätzen eine ganz andere Geschichte daraus. Die Piraten wurden durch eine Horde verurteilter Verbrecher ersetzt (was ja nicht mal so weit von Piraten entfernt ist) und statt einer Schatzinsel steuerten sie eine verlassene Insel an, auf der sie ein neues Leben abseits der zivilisierten Gesetze beginnen wollen. Aber auch diese Idee hält nicht lange an. Im Endeffekt schlug die Geschichte beim Schreiben einige unvorhergesehene Haken, aber gerade deswegen gefiel sie mir am Ende so gut, dass sie es ins Buch geschafft hat.

FRAUENRAUB

Diese Geschichte existierte tatsächlich so ziemlich als erste für die Dewon Harper Reihe und sollte das erste Buch eröffnen. Nach der Erwähnung der Räuber im Wald in einem Nebensatz in der Einleitung des ersten Buchs, sollte eine Geschichte mit diesen Räubern folgen. Aus zwei Gründen habe ich mich dann aber dagegen entschieden. Erstens spielt die Geschichte zu einem Großteil außerhalb der Stadt, was als Eröffnung nicht wirklich sinnvoll gewesen wäre und zweitens entwickelte sich dann noch die Idee zu der Geschichte um Frau mit Glas, ein Gemälde, das auch hier eine kleine Rolle spielt. Da ich dann lieber erst die andere Geschichte unterbringen wollte, landete diese eben in Teil 2.

DIE MONSTER IM SCHRANK

Simpel: Ich hatte einfach Lust, ein bisschen mit einer kleinen Fantasywelt herumzuspielen und so entstand dieser kleine Ausflug in ein Land, das man durch einen Kleiderschrank betritt. Alles andere ist eben das große Ideenverbraten, die für mehr nicht wirklich was hergaben. Ist eine ganz lustige und unterhaltsame Geschichte bei herumgekommen, finde ich. Manchmal probiere ich halt gerne einfach ein bisschen herum.

DER GROßE REGEN VOR DEM HERBST

Ich gehe nicht gerne einkaufen. Vor allem nicht in größeren Geschäften. Es ist voll und man sucht ewig nach dem Kram, den man kaufen will und steht dann noch ewiger an der Kasse rum. Die Hölle ist ein Wochenendtag im Bau- oder Möbelmarkt. Als ich zufällig auf Twitter von jemandem (kann mich leider nicht mehr erinnern, von wem) las, dass derjenige beim Einkauf vom Platzregen überrascht wurde und alle wie die Irren in Panik in die Geschäfte flüchteten, kam mir die Idee, daraus eine Geschichte zu machen. Verbunden habe ich das Ganze dann mit dem Versuch, mehrere Schauplätze in eine Kurzgeschichte zu quetschen. Ich gebe zu, ich habe es vielleicht etwas übertrieben. Aber die Geschichte und der Irrsinn darin gefallen mir trotzdem nach wie vor sehr gut. Ich meine: Kannibalen im Baumarkt hat man auch nicht in jeder Geschichte, oder? Hätte ich die Idee etwas liegen lassen, wäre vermutlich doch eher ein Roman daraus geworden, denn prinzipiell hätte das noch mehr hergegeben. Aber so ist es eben kurz und knackig und trotzdem schön bescheuert.

Weil ich diesen Beitrag bei der Veröffentlichung irgendwie verpennt habe, ist mittlerweile schon Teil 3 draußen. Bevor ich dazu dann bald auch ein Making Of präsentiere, solltet ihr aber natürlich erst Teil 2 und natürlich auch 1 lesen. Hier geht es zu den Dewon Harper Büchern auf Amazon.

Jetzt erhältlich: Dewon Harper als Taschenbuch

Es war ein recht steiniger Weg, aber jetzt sind alle Hindernisse überwunden und alle Probleme behoben. Die Dewon Harper Taschenbücher sind endlich da! Den ganzen Irrsinn gibt es jetzt also auch auf Papier, das man so richtig schön blättern und verknicken kann. Über folgende Links könnt ihr den ganzen Spaß käuflich erwerben:

DEWON HARPERS KRIMINALAKTEN

DEWON HARPERS FLUCHTPROTOKOLLE

DEWON HARPERS VERDACHTSFÄLLE

Auf jeweils knapp 100 Seiten gibt es jede Menge Wahnsinn mit Hippies, Räubern, Künstlern, Bäckern und Obdachlosen und Tentakelgöttern. Also Geschichten über ganz normale Leute in einer nicht ganz normalen Stadt namens Lebingen.

Zur Einstimmung noch ein kleiner Textauszug aus einem der Bücher:

Der Bürgermeister beugte sich über den Rand seines Bürobodens und schaute zu Edward herab.

»Was ist das für ein Zischen?«, rief er.

Edward blieb stehen und lauschte.

»Sind es Schlangen? Ich hasse Schlangen«, rief der Bürgermeister. »Ich habe sie alle mit Knüppeln aus der Stadt jagen lassen.«

»Es sind keine Schlangen«, sagte Edward.

Der Bürgermeister stieß einen erleichterten Seufzer aus.

»Es ist eine Gasleitung«, sagte Edward.

Eine Sekunde später stellte sich heraus, dass er absolut richtig lag. Eine Explosion erschütterte erneut die Stadt. Gullydeckel wurden in die Luft geschleudert. Ihnen folgten unzählige Geldscheine, die in den Himmel gepustet wurden und langsam zurück zur Erde segelten.

»Mein geheim deponiertes Geld!«, rief der Bürgermeister verzweifelt und krallte sich an einer Gardine fest. Die Rathaushälften wankten bedrohlich.

Jetzt seid ihr natürlich so richtig in Stimmung, dem selbsternannten Schriftsteller euer Geld zu geben. Das könnt ihr hier:

DEWON HARPERS KRIMINALAKTEN

DEWON HARPERS FLUCHTPROTOKOLLE

DEWON HARPERS VERDACHTSFÄLLE

Viel Spaß beim Lesen.

Fragen ohne Antwort #211

Bei den Fragen ohne Antwort vom Blog Passion Of Arts dreht sich in dieser Woche alles um Bücher. Grund genug, mir ein paar Antworten aus den Fingern zu saugen.

1. Welches Buch hast du zuletzt verschenkt?

Eins von meinen. Aber darum geht es vermutlich nicht, deshalb „Per Anhalter durch die Galaxis“ von Douglas Adams. Das ist immer mein Go-To-Buch, wenn mich Leute fragen, womit man als Nichtleser gut einsteigen kann. Und bisher hat es auch fast jeden dazu bewegt, öfter mal ein Buch in die Hand zu nehmen.

2. Welches Buch hat dich am meisten erschüttert?

Ich bevorzuge eher unterhaltsame Geschichten, als die, die die Last der Welt auf den Schultern tragen. Und außerdem wollte ich schon immer mal einen Satz schreiben, in dem das Wort „die“ viel zu oft vorkommt. Erschütternd ist, dass ich diesen furchtbaren Satz jetzt einfach da stehen lasse.

3. Welches Buch hast du zuletzt gelesen?

Einen Klassiker. Der Graf von Monte Cristo. Gerade gestern beendet.

4. Welches liest du gerade?

Keinen Klassiker. Habe noch nichts neues angefangen.

5. Welches ist dein liebstes Buchcover?

Ich habe es hier schon mal irgendwo geschrieben: Ich mag die meisten modernen Cover nicht. Sehen alle gleich aus und sind mir zu reduziert, damit man auch schön alles im kleinen Vorschaubildchen bei Amazon erkennen kann. Ich verstehe die Entwicklung, aber deshalb heiße ich sie nicht gut. Meine Lieblingsbuchcover sind die originalen Cover der Scheibenweltromane, auf denen immer schön viel Gewusel los ist.

6. Welches war als Kind dein Lieblingsbuch?

Ich habe gerne Kinderkrimiabenteuer wie „Fünf Freunde“ gelesen. Welche Geschichte davon mein Favorit war, kann ich aber heute nicht mehr sagen.

7. Welches ist das beste Kinderbuch?

Ich habe nicht die geringste Ahnung. Ist sehr lange her, dass ich ein Kinderbuch in der Hand hatte.

8. Mit welchem Buchgenre kannst du gar nichts anfangen?

Prinzipiell bin ich für alles offen, aber ich halte mich von Liebesromanen und generell Geschichten mit einem Fokus auf Liebesgeschichten fern. Das langweilt mich einfach schon, wenn ich nur dran denke. Deshalb verzichte ich für gewöhnlich auch in meinen Geschichten darauf. Ich weiß, dass sowas allseits beliebt ist, aber mich interessieren sie nun mal nicht die Bohne und ich habe mittlerweile alle Liebesdreiecke gesehen. Geometrie interessiert mich nebenbei auch nicht, was es doppelt langweilig für mich macht.

9. Liest du Bücher immer zu Ende oder hörst du auf, wenn du sie langweilig findest?

Früher habe ich alles zu Ende gelesen, egal wie quälend es war. Da meine Lebenszeit aber vermutlich auch begrenzt ist und es jede Menge guter Bücher gibt, die diese Zeit besser verdienen, breche ich inzwischen auch mal ab, wenn ich merke, dass das nichts mehr wird. Meist stelle ich das im ersten Drittel fest. Wenn mir der Stil nicht zusagt, es nicht spannend oder unterhaltsam ist, dann bin ich raus. Unter den abgebrochenen Büchern finden sich zum Beispiel: „Der Herr der Ringe“, „Unendlicher Spaß“ und „Der Distelfink“.

10. Welches Buch hat dich zuletzt so mitgerissen, dass du alles um dich herum vergessen hast?

Das müsste „Salman Rushdie“ gewesen sein. Die wahre Geschichte des gleichnamigen Autors, der wegen eines Romans zum Tode verurteilt wurde und untertauchen musste. Das Buch behandelt seinen Umgang mit der Situation, die Angst von ihm und seiner Familie vor irgendwelchen zurückgebliebenen Machthabern und Fanatikern, die Kunst nicht von der Realität lösen können und wie schnell man bei diesen Irren auf der Abschussliste stehen kann, nur weil sie komplett den Arsch offen haben.

11. Das beste Buch zum Film ist …?

Ich verstehe die Frage so, dass es um Bücher geht, die einen bereits vorhandenen Film nacherzählen oder dessen Geschichte weiterführen. Da muss ich passen. Kann mich nicht erinnern, mal etwas in die Richtung gelesen zu haben.

12. Welche Bücher hast du gelesen, die später verfilmt wurden?

Gab es so einige. Die Potter-Reihe. Den Anhalter. Der ein oder andere Scheibenweltroman wurde mittlerweile auch verfilmt. Die Filme selbst waren mal gut, mal nicht so sehr.

13. Welcher anschließende Film war besser als das Buch?

„Der Herr der Ringe“ und „Der Name der Rose“ fallen mir da spontan ein. Beide Bücher bzw. Reihen waren für mich die reinste Qual, während die Filme sich auf das Wesentliche konzentrierten und eine kompakte und gute Geschichte erzählten.

14. Welchen Titel hätte deine Autobiographie?

Chaos mit System.

15. Liest du auch manchmal Drehbücher? Wenn ja, welches hast du zuletzt gelesen?

Ich bin zwar ein Riesenfilmfreak, aber mit Drehbüchern konnte ich mich nie so recht anfreunden. Ich habe früher mal in das ein oder andere reingeschaut, wenn mich bei einem Film interessiert hat, wie bestimmte Szenen auf dem Papier aufgebaut waren. An konkrete Beispiele kann ich mich aber gerade nicht erinnern.

Ich würde aber durchaus mal ein Drehbuch schreiben und erste Gehversuche dazu wird es im nächsten Teil von Dewon Harper geben. Denn da spielt eine Geschichte im Kino und ich experimentiere da ein bisschen herum.

16. Hast du eigentlich die Bibel gelesen?

Nö. Obwohl, ich habe mal eine humoristische Version des alten Testaments gelesen. War nur leidlich aufregend. Ich bin aber auch kein Stück gläubig und heute gibt es einfach viel bessere Fiktion als diesen ganzen Jesus-Kram.

17. Welches Buch ist aktuell dein Lieblingsbuch?

Mein Lieblingsbuch wird wohl auf ewig „Per Anhalter durch die Galaxis“ bleiben. Es gab viele Contender auf den Thron, aber niemand konnte ihn erobern.

18. Welches Buch würdest du niemanden empfehlen?

Gar keins. Ich sehe das nicht so eng. Es gibt sicher eher schwache Bücher, aber in der Regel steckt dahinter viel Arbeit und nur weil mir etwas nicht gefällt, heißt das ja nicht, dass es allen anderen auch so geht.

Wenn ich an meine Geschichten denke, höre ich quasi auch schon den Großteil der Leser sagen: „Was ist denn das für eine Scheiße?“ Trotzdem dürfen sie meine Bücher gerne weiterempfehlen.

19. Welche/r Autor/in ist dein/e liebste/r?

Da gibt es nur eine Antwort, die ich hier im Blog wohl schon öfter gegeben habe: Terry Pratchett. Seine Mischung aus Gesellschaftskritik, Parodie und Satire ist einfach unerreicht.

20. Klassisches Buch oder E-Book?

Mittlerweile mache ich da keinen großen Unterschied mehr. Ich habe zwar immer noch lieber Papier in der Hand, einfach weil ich ohnehin schon zu viel auf irgendwelche Bildschirme und Displays glotze, aber für die Qualität des Textes macht das ja in der Regel keinen Unterschied.

21. Hast du auch schon einmal fremdsprachige Bücher gelesen? Wenn ja, welche? Wenn nein, wieso nicht?

Gilt Englisch? Was anderes beherrsche ich nicht. Ich lese zwar bevorzugt deutsch, aber habe auch schon einige englische Bücher gelesen. Meist sind das dann solche, die in Deutschland einfach nicht erschienen sind. Unter anderem „Mogworld“, bei dem mich immer noch wundert, dass es nie übersetzt wurde, da es eigentlich mit allen Rollenspielern eine vermeintlich große Zielgruppe hat. Aber vielleicht waren die Verkäufe einfach nicht gut genug und kein Verlag hat sich getraut.

Schreiben wie ein selbsternannter Schriftsteller – Aufgaben für Hauptfiguren

Mittlerweile haben wir einen ganzen Haufen von Charakteren in der Geschichte kennengelernt. Manche sind wichtiger als andere. Aber was sie alle gemeinsam haben: Sie brauchen ein Ziel. Eine Aufgabe, die sie antreibt, damit sie nicht still stehen und die Geschichte stets voran getrieben wird.

Schauen wir uns als erstes unseren Protagonisten Peter an. Der Protagonist sollte natürlich vor allem anderen ein Ziel haben, schließlich ist er – neben dem Antagonisten – die wichtigste Figur der Geschichte. Hausmeistersohn Peter wurde ja ausreichend als unfähiger Trottel etabliert, würde ich sagen. Nachdem er dann völlig trottelig aus dem Fenster fiel, liegt er jetzt in einem Bett.

Der Hospitalbereich der Burg befand sich noch in der frühen Planung – was bedeutet, dass sich bisher niemand Gedanken darum gemacht hatte, einen Hospitalbereich einzurichten. Prinzessin Alisa saß neben dem Bett, in dem Peter lag und sich von seinem Sturz erholte. Alisa schaute auf die Fensterläden vor dem Fenster. Selbst hier unten im ersten Stockwerk, wo kaum Sonne hin kam, hatten die Fenster einen Lichtschutz. Alisa seufzte. Peter hustete. Er wachte auf und öffnete die Augen. Seine Überraschung über Alisas Anwesenheit ließ sich nicht verheimlichen. Was sich auch nicht verheimlichen ließ, war die Tatsache, dass Alisa zu keinem Zeitpunkt in ihrem Leben von irgendwas oder irgendjemandem so unbeeindruckt gewesen war, wie in diesem Moment von Hausmeistersohn Peter.
„Du bist nicht sonderlich geschickt, was?“, fragte sie und erwartete keine Antwort. „Weißt du, ich brauche jemanden, der geschickt ist. Einen echten Mann, der weiß, wie man mit einem Hammer umgeht und Dinge repariert. Und der vielleicht auch den ein oder anderen Kampf für mich austragen kann.“
Eine Rüstung klackerte auf dem Flur vorbei. Alisa schaute durch die halb geschlossene Tür und verfolgte den Ritter mit den Augen für den Bruchteil der Sekunde, die er sich im Blickbereich zwischen den Türrahmen befand.
„Sehen sie nicht toll aus in ihren Rüstungen?“ Alisa schwelgte in Gedanken an Nächte mit Rittern, die auch handwerklich begabt waren.
Peter wusste, was er zu tun hatte. Er würde der Prinzessin beweisen, dass er ein richtiger Mann sein konnte.

Etwas plump und zusammengestückelt, aber es erfüllt seinen Zweck. In der Überarbeitung lässt sich das noch ausbauen.

Beim Antagonisten habe ich bisher eigentlich alles falsch gemacht, was man falsch machen kann. Natürlich absichtlich, um das hier wieder aufgreifen zu können *hust* Lord Edgar ist bisher absolut uninteressant, inaktiv und man weiß absolut gar nichts über ihn. Sein Ziel ist zwar irgendwie klar: Er will die Burgbewohner platt machen. Aber das ist natürlich ohne die nötige Motivation oder zumindest einen guten Grund einfach nur belanglos. Ein Antagonist, der einfach nur böse ist, ist eben das langweiligste, was es so gibt. Um nach einem Grund für Lord Edgars Hass auf die Burgbewohner zu suchen, muss man wohl in die Vergangenheit reisen und mal schauen, was dort vorgefallen sein könnte:

Lord Edgar saß in seinem goldenen Thron und starrte gelangweilt die große Tür an, die viele Meter entfernt, am Ende eines langen Teppichs, sehr klein wirkte. Die Tür war nicht immer in diesem Schloss gewesen. Sie war das letzte Erinnerungsstück an seine Zeit auf der Burg. Als fest angestellter Magier des Königs hatte er die Burg oft gegen einfallende Horden und unwillkommene Versicherungsvertreter verteidigt. Die meiste Zeit verbrachte er in seinem Zimmer in den Katakomben unter der Burg. Dort erdachte er neue Zauber zur Abwehr von Feinden und der Verteidigung der Burg. Auf Befehl konnte er sich auf magische Art und Weise in sekundenschnelle in den Thronsaal des Königs begeben. Das passierte mehrmals am Tag. Obwohl er nur für Kampfhandlungen angestellt war, rief der König bei jeder Gelegenheit nach ihm, wenn gerade eine Situation eine Bewegung erforderte. Lord Edgar fand sich damit ab. Schließlich wurde er gut für seine Dienste bezahlt und so konnte er dem König auch mal einen Apfel aus der Obstschale in den Mund schweben lassen oder die Türen zum Thronsaal mit einem Fingerschnippen schließen, wenn diese von den Lakaien des Königs mal wieder offen gelassen worden waren und der König im Windzug fröstelte. Die Undankbarkeit des Königs zeigte sich an einem Abend, als der Himmel in rotem Licht erstrahlte. Der König hielt die Farbe am Firmament für ein böses Omen und bat Lord Edgar, etwas dagegen zu unternehmen. Lord Edgar stieß in diesem Augenblick an seine Grenzen. Mit Hilfe von Magie konnte er fast alles bewerkstelligen. Aber es gab zwei Dinge, auf die er keinen Einfluss hatte: Den Himmel oder besser gesagt, das Wetter und den Tod. Magie konnte tödlich sein, ja, aber jemanden zurück ins Leben zu holen war genau so wenig möglich, wie den Himmel blau zu streichen, wie es der König an diesem Abend gefordert hatte. Lord Edgar versuchte dem König die Idee von schlechten Zeichen und Vorhersehung auszureden. Er selbst glaubte nicht an Wahrsagerei. Er glaubte an die Kraft der Magie und sonst nichts. Der König war äußerst enttäuscht darüber und knallte Lord Edgar die Tür vor der Nase zu. Die Nase hatte sich nie davon erholt und wies noch heute eine Krümmung auf. Lord Edgar fuhr mit dem Finger über seinen Nasenrücken. Wütend stand er auf und schritt auf die große Tür zu. Mit einer Handbewegung ließ er sie aufschwingen. Er wollte nicht tatenlos herumsitzen. Wenn die Burg des Königs im Erdboden versank, würde er anwesend sein und dem König in die Augen schauen. Er würde ihm alles nehmen, so wie dieser ihm alles genommen hatte.

Auch hier eher plump und vom Reißbrett. Aber für den Anfang reicht mir das auch. Die Figuren und ihre Eigenschaften entwickeln sich bei mir immer während dem Schreibprozess, also kann ich auch später wieder zurück gehen, wenn mir etwas besseres einfällt. Zum Beispiel auch zu der Tür, die ich einfach mal spontan in den Text geworfen haben. Was sich damit noch machen lässt, wird man sehen. Ansonsten fliegt sie eben später wieder raus.

Aber nicht nur die Hauptfiguren brauchen ein Ziel, auch die Nebenfiguren sollten eine Aufgabe verfolgen, die sie durch die Story trägt. Da gucken wir dann beim nächsten Mal, was sich da so machen lässt.

Was für Aufgaben haben eure Hauptfiguren? Hat es auch etwas mit Türen zu tun? Und welche Form hat euer Nasenrücken eigentlich?

Veröffentlichung: Dewon Harper ist wieder da …

Es ist leider nicht ganz die Knallerankündigung, die ich geplant hatte. Es sollte eigentlich ein Komplettpaket werden, mit dem neuen Dewon Harper Teil UND den Taschenbüchern zu allen bisherigen Veröffentlichungen. Leider gibt es beim zweiten Part dieses Plans noch ein paar Probleme. Aber die Papierversion wird kommen! Deshalb gibt es jetzt erstmal „nur“ DEWON HARPERS VERDACHTSFÄLLE im Kindle-Format. HIER könnt ihr den Spaß herunterladen.

Dewon Harper wird in diesem Teil endlich aktiver und versucht mehr über seine Vergangenheit herauszufinden. Aber natürlich erzählt er auch wieder irrsinnige Geschichten aus der Stadt Lebingen. Unter anderem über Mafiosi im Ruhestand, Geheimagenten und Gerichtsverhandlungen.

Zur Einstimmung hier ein kleiner Textauszug:

»Elsa?« Sie vernahm unterbewusst eine Stimme. »Elsa?« Sie vernahm unterbewusst ein Schütteln. »Elsa?« Sie wachte auf und schaute in das Gesicht von Jacob. »Geht es dir gut, Elsa? Du siehst absolut schrecklich aus.«

Elsa konnte es sich vorstellen. Als Bettlerin stand die äußere Erscheinung ohnehin nicht weit oben auf der Prioritätenliste. Aber eine schlaflose Nacht machte das Bild sicher nicht schöner. Elsa rückte die Lumpen zurecht, die sie an ihrem Körper trug, um den Anblick wenigstens etwas ansehnlicher zu gestalten und schaute Jacob an. Er sah wie immer aus, als hätte er die entspannteste Nacht seines Lebens hinter sich. Nichts schien sein Aussehen in Mitleidenschaft ziehen zu können. Braungebrannt von der Sonne setzte er sich neben Elsa und holte seine Sammeldose hervor. Er strich Elsa die verfilzten Haare aus dem Gesicht und schrak zurück.

»Deine Augen sind geröteter als meine Lendengegend, als ich diesen widerlichen Ausschlag hatte«, sagte er.

»Mir geht es nicht so gut.«

»Das sieht man dir an. Vielleicht hast du dir eine Krankheit zugezogen, als dich gestern die Prostituierte angerempelt hat. Die tragen bestimmt unzählige Krankheiten mit sich herum.«

Elsa schaute zu den Prostituierten auf der anderen Straßenseite herüber. Sie winkten ihr zu.

»Sie mögen dich offenbar.«

Elsa ignorierte das Winken der Prostituierten und die Aussage Jacobs. »Ich habe Wölfe heulen gehört. Das hat bestimmt nichts mit den Prostituierten zu tun.«

»Es gibt keine Wölfe in der Nähe der Stadt. Das bildest du dir alles nur ein.«

Elsa zuckte mit den Schultern. »Aber ich habe sie ganz deutlich gehört.«

»Wen hast du gehört?«

Elsa und Jacob sahen auf. Ottel stand vor ihnen und hatte mal wieder von seinem Geschick Gebrauch gemacht, sich an jeden anschleichen zu können, obwohl er bereits mehrere Biere intus hatte. Schwankend stand er vor ihnen und sabberte in seinen Bart.

»Wölfe«, antwortet Elsa.

»Wölfe? Und dann sitzt ihr hier so ruhig herum?«

»Was ist los?«, fragte Berchtold, der wie immer als Letzter zum Betteln kam.

»Die Wölfe kommen!«, schrie Ottel ihn an. »Wir sind verloren!« Ottel torkelte davon.

»Wölfe? Hier in der Stadt?« Berchtold setzte sich. »Kann ich mir kaum vorstellen.« Er griff unter sein löchriges Gewand und holte einen schimmeligen Apfel hervor. »Wollt ihr mal abbeißen?«, fragte er und übergab sich Sekunden später nach dem ersten Biss. Elsa und Jacob verzichteten.

Jetzt seid ihr natürlich erst so richtig gespannt auf den Spaß. Hier also nochmal der Link zum Ebook. Viel Spaß beim Lesen von DEWON HARPERS VERDACHTSFÄLLE.

Schreiben wie ein Selbsternannter Schriftsteller – Einführung von Nebencharakteren -Teil 2

Beim letzten Mal (das überraschend lang her ist, wie ich gerade festgestellt habe) ging es darum, einen Nebencharakter völlig unabhängig von den Hauptpersonen einzuführen. Dieses Mal wird es ebenfalls um Nebencharaktere gehen, aber diejenigen, die in direkter Verbindung zum Protagonisten stehen. Ich könnte an dieser Stelle jetzt komplett auf das Leben und Treiben auf dem Burghof eingehen, aber das würde vorerst den Rahmen sprengen, also konzentriere ich mich auf eine Figur.

Prinzessin Alisa lag im Bett und drehte sich auf die andere Seite. Die verdammten Fensterläden waren immer noch kaputt und so schien die Sonne jeden Morgen schon früh in ihr Schlafgemach, um sie zu wecken. Sie zog sich die Decke übers Gesicht und versuchte das Licht zu ignorieren. Wie jeden Morgen gelang es ganz und gar nicht. Sie hatte bereits alles versucht, um die Sonne aus ihrem Zimmer fernzuhalten. Ein Laken vor das Fenster gehangen. Die Sonne drang problemlos hindurch. Ein großes Gemälde von der Wand im Flur vor das Fenster gestellt. Dafür hatte sie von ihren Eltern gehörig einen auf die Krone bekommen. Die Gemälde bedeuteten ihren Eltern sehr viel, bildeten sie doch die Vergangenheit des Reichs ab, indem darauf die ehemaligen Herrscher erstrahlten, die das Land zu dem gemacht hatten, was es heute ist. Natürlich waren auf den Gemälden die Kriegsverbrechen nicht abgebildet, die begangen wurden, um das Land groß zu machen und den Pöbel klein zu halten. Alisa konnte das Sonnenlicht nicht weiter ignorieren und stand auf. Ihr Nachthemd schleifte über den kalten Steinboden, als sie zum Fenster ging. Sie ließ die seichte Morgenbrise durch ihr braunes Haar wehen und gähnte. Ein Hämmern erregte ihre Aufmerksamkeit. Sie schaute herüber zu einem der Fenster auf der gegenüberliegenden Seite des Burghofs. Der Hausmeister und sein Sohn arbeiteten an den Fensterläden vom Speisesaal. Wie hieß der Sohn noch gleich? Paul? Palle? Peter? Ja, das war es. Peter. Alisa kannte ihn schon ihr ganzes Leben lang. Und ihr ganzes Leben lang hatte sie sich von ihm ferngehalten. Prinzessinnen unterhielten sich nicht mit Hausmeistern, wenn es nicht unbedingt nötig war. Alisa hatte das Gefühl, dass heute der richtige Tag war, erstmals ein Wort an ihn zu richten. Sie schaute zu wie Peter ein Hammer aus der Hand rutschte und unten einer Hofwache den Helm zerdellte. Ja, er war genau der richtige Trottel, um ihr behilflich zu sein.

Wie man sieht wird Prinzessin Alisa ihrem Stand gerecht und hat kein wirkliches Interesse daran, sich mit dem Pöbel in Form eines Hausmeisters abzugeben, wenn sie daraus nicht einen Vorteil ziehen kann. Das birgt natürlich eine gute Möglichkeit für Charakterentwicklung im Verlauf der Geschichte. Erstmal will sie jetzt Hausmeistersohn Peter überreden, dass er Fensterläden vor ihrem Fenster anbringt, also quatscht sie ihn auf dem Burghof an:

Der Wachmann entdellte seinen Helm und hielt Peter den Hammer hin. Peter griff nach dem Werkzeug.
„Wenn du noch einmal meinen Helm zerdellst, zerdelle ich dein Gesicht“, sagte er und warf den Hammer über den Hof. „Verschwinde“, schlug er Peter vor.
Peter folgte dem Ratschlag und machte sich auf die Suche nach dem Hammer. Stattdessen fand er ein paar Füße, die sich in Bundschuhen versteckten, die unbequem und eng aussahen.
„Gefallen dir meine Schuhe?“, fragte eine Mädchenstimme.
Peter kannte die Stimme. Er hörte sie täglich, wenn sie Leute herumkommandierte. Ihr ganzer Tag schien daraus zu bestehen, den Menschen auf der Burg Befehle zu geben. Es war ungewohnt, diese Stimme in einem ruhigen und freundlichen Ton zu hören. Peter schaute auf und blickte in ein lächelndes Gesicht. Er hatte die Prinzessin noch nie lächeln sehen. Es war ein Tag voller Überraschungen.
„Willst du meine Schuhsammlung sehen?“
Peter war sich nicht sicher, ob er ihre Schuhsammlung sehen wollte. Aber zu einer schönen Prinzessin sagte man nicht nein und er folgte ihr auf ihr Zimmer. Alisa wühlte in ihrem Schuhschrank herum. Peter wartete geduldig in einer Ecke des Raums und starrte ihr nicht auf den Hintern, den sie ihm entgegenstreckte.
„Weißt du was?“, sagte sie plötzlich und ging zum Fenster. „Das Licht hier drin ist wirklich schlecht. Es ist viel zu hell, um eine Schuhpräsentation zu veranstalten.“
„Ist es?“
„Glaub mir, ich weiß, wovon ich spreche. Jeden Morgen stehe ich vor dem Schuhschrank und kann mich nicht für ein Paar entscheiden, weil in dem hellen Licht alle Schuhe gleich aussehen.“
Peter schielte an Prinzessin vorbei in den Schuhschrank. Ihre Schuhe sahen tatsächlich alle gleich aus. Er hatte nicht das Gefühl, dass das dem Licht geschuldet war. Es gab nur einen Schuhmacher auf der Burg und so trugen alle die gleichen Schuhe.
„Es wäre sicher hilfreich, wenn ich Fensterläden hätte, mit denen ich das Licht dimmen kann.“
„Bestimmt.“
„Vielleicht kannst du mir dabei behilflich sein. Ich habe dich gesehen und du scheinst dich mit Fensterläden auszukennen.“
„Gerne.“ Peter lehnte sich aus dem Fenster, um die Möglichkeiten der Anbringung von Fensterläden zu überprüfen. Er rutschte aus und fiel aus dem Fenster.

Wir haben also ein bisschen was über die Prinzessin erfahren. Sie hat zumindest den Ruf, sich für etwas Besseres zu halten und einen Schuhtick. Ich weiß, sehr klischeehaft, aber ich finde die Idee eines Schuhticks in einer Welt, in der alle Schuhe gleich aussehen, ganz lustig. Außerdem lässt sich damit vielleicht später doch noch was machen, zum Beispiel könnte sie doch ein paar spezielle Schuhe haben, die magisch sind oder sowas. Der Protagonist hat zudem erneut bewiesen, dass er handwerklich unbegabt ist. Aber er wird es natürlich weiter versuchen. Den Wachmann könnte man auch noch nutzen, um ihn immer wieder mit Peter aneinandergeraten zu lassen. Mal schauen, was mir da noch so einfällt.

Stört es euch auch so sehr, wenn euch morgens die Sonne ins Gesicht scheint? Wie handwerklich begabt seid ihr? Und wie viele gleiche paar Schuhe habt ihr?

Technisches Desaster – Buchsatz erstellen (und ein bisschen Werbung)

Bücher aus Papier? Klingt komisch, aber sowas gibt es noch. In Zeiten der Digitalisierung von … nun, einfach allem, ist gerade das Buch immer noch in seiner haptischen Form beliebt. Leser lieben es einfach, in den Seiten zu blättern und sich am Papier zu schneiden. Dieses Erlebnis kann kein E-Reader der Welt imitieren. Also muss auch ich, als selbsternannter Schriftsteller, mich natürlich damit befassen. Die Arbeit, die im besten Fall ein Verlag übernimmt, bleibt schließlich vorerst komplett an mir hängen. Aber ich mag es ja, mich solchen Herausforderungen zu stellen, obwohl ich oft an diesem ganzen Technikkram verzweifle.

Als erstes lese ich mich logischerweise in das Thema rein und gucke, was es zu beachten gilt, wie man es umsetzen kann und welche Möglichkeiten es dafür gibt. Und ich muss sagen, ich hatte direkt keinen Bock mehr. Wir alle hatten schon mal ein Buch in der Hand, aber habt ihr mal darauf geachtet, wie viele Kleinigkeiten es beim Setzen des Textes gibt? Alles muss stimmig sein und gleichmäßig aussehen. Keine langen Lücken dürfen entstehen. Wörtertrennung sollte an bestimmten Stellen vermieden werden. Absätze müssen auf die Seiten passen. Und was weiß ich nicht noch alles. Jede Menge Kram. Klar, man könnte jetzt natürlich sagen, dass man das Ganze auch einfach auf das Minimalste hinunterbrechen kann und fertig ist das Buch. Ich bin da aber so ein bisschen Perfektionist. Zumindest bis zu einem gewissen Grad, also wollte ich es dann auch wirklich richtig machen.

Wenn es eine Sache gibt, von der ich wirklich absolut keine Ahnung habe, dann ist das Codierung. Ihr wisst schon, dieses C++ und BASIC und Java und Clusterfuck und wie sie alle heißen. Mit anderen Worten: Ich habe in meinem ganzen Leben nicht einmal einen \ geschrieben. Oder diese Klammern gesetzt: {} Ich musste erstmal suchen, wo die sich überhaupt auf der Tastatur befinden. Allerdings braucht man jede Menge Befehle, um den Textsatz zu erstellen. Also hieß es, sich mal schnell damit vertraut machen und absolut nichts zu raffen.

Glücklicherweise fand ich auf Twitter (wo man mir gerne folgen darf) jemanden, der sich komplett der Buchsatzerstellung verschrieben hat und Selfpublishern ein äußerst hilfreiches Toll zur Verfügung gestellt hat. Das wird von ihm auch immer erweitert und ich werde es am Ende dieses Beitrags verlinken. Als Beta-Tester ohne jegliche Ahnung stieß ich aber natürlich auf einige Probleme. Das fing schon damit an, dass meine Texte als kompletter Block ausgegeben wurden. Also auf zur fröhlichen Problemsuche. Wie sich herausstellte, musste ich die Absätze im Programm nochmal extra trennen.

Kein Ding. Hat geklappt. Text steht also. Aber dann beginnt der Spaß erst richtig. Was vielen nicht bewusst ist: So ein Buchsatz besteht aus vielen kleinen Details, die beim Lesen gar nicht auffallen, da sie eben nicht auffallen sollen. Diese Details müssen allerdings in mühsamer Kleinarbeit erstellt werden. Habt ihr beispielsweise schon mal von Gassen gehört? Das sind lange, senkrecht verlaufende Lücken zwischen den Worten, die über mehrere Zeilen verlaufen. Sieht scheiße aus, also muss das weg.
Trennstrich beim letzten Wort auf einer Seite? Muss weg.
Nur ein kurzes Wort in einer Zeile? Weg damit.

Also passe ich den Text immer wieder an, damit sich Wörter, Absätze und alles weitere verschiebt und keine Lücken oder andere störende Dinge entstehen. Durch jede Änderung entstehen natürlich wieder neue Probleme und so musste ich mich langsam von oben nach unten durcharbeiten.

Was ich dabei nicht beachtet hatte, waren die Seitenenden. Denn auch da sollte man natürlich beachten, dass jede Seite auch wirklich voll ist. Manchmal kommt es aber eben vor, dass eine Leerzeile am Ende der Seite steht und schon hat man den Salat. Also musste ich auch da nochmal nacharbeiten. Nach ewiger Textüberarbeitung war es dann aber soweit und das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen. Kurz gesagt: Schon bald wird es Dewon Harper auch in Papierform geben.

Geholfen dabei hat mir das Tool SPBuchsatz, das ihr an dieser Stelle herunterladen könnt. Nebenbei kostet es absolut gar nix. Mittlerweile funktioniert das ganze sogar noch einfacher, als es noch bei der Beta der Fall war und ist eine echte Hilfe für Selfpublisher. Wer also ebenfalls darüber nachdenkt, ein Buch in Papierform herauszubringen, sollte sich das mal ansehen.