Was wäre wenn … Geburtstag

Sarah Ricchizzi hat ein kleines Projekt gestartet, in dem es darum geht, auf einer „Was wäre wenn …“-Idee herumzudenken und dazu etwas zu schreiben. Das Thema diese Woche lautet

WAS WÄRE WENN DU JEDEN TAG GEBURTSTAG HÄTTEST

Nun, ich persönlich würde mich vermutlich erschießen, aber darum soll es jetzt nicht gehen. Die Frage hat mich zu einer kleinen Geschichte inspiriert, die nur vage etwas mit der Grundidee zu tun hat, aber was solls. Hauptsache was geschrieben. Und nein, ein besserer Titel ist mir spontan nicht eingefallen:

365

Tag 1

Kerzenlicht flackerte im Tempel der Reinkarnierten. Billy hatte noch nie so viele Kerzen auf einmal gesehen. 365 Kerzen waren es angeblich. Er versuchte, sie zu zählen. Es war unmöglich. Wie das Zählen der Sterne bei klarer Nacht. Immer wieder verlor er den Überblick und musste von vorne beginnen. Kerzen an der Wand. Kerzen auf der langen Tafel, an der er saß. Kerzen auf dem Altar, vor dem sich in diesem Moment ein Mann in buntem Gewand aufstellte. Der Mann hieß Natalem. Oder zumindest nannte er selbst sich so. Billy konnte sich kaum vorstellen, dass es sein richtiger Name war. Hier im Orden der Reinkarnierten hatten alle ungewöhnliche Namen. Das konnte kaum ein Zufall sein. Der dürre alte Mann neben Natalem hieß Partes. Er hielt eine Schriftrolle in seinen knochigen Händen. Natalem hielt seine Hand auf und wartete darauf, dass Partes ihm die Rolle überreichte. Partes zögerte. Natalem wurde ungeduldig. Nach einem kurzen Geplänkel entriss er Partes die Rolle und schaute den alten Mann böse an.

»Brüder und Schwestern«, lies er laut vor oder rief es einfach so, um die Aufmerksamkeit der Anwesenden Männer und Frauen auf sich zu ziehen. »Begrüßt unser neues Mitglied, Billy.« Die Anwesenden jubelten. »Er hat mit diesem Leben seinen 365. Lebenszyklus erreicht und das muss gebührend gefeiert werden.« Die Anwesenden jubelten. »Und zwar 365 Tage im Jahr.« Die Anwesenden jubelten. »Ich habe alle 365 Leben von Billy recherchiert. Und heute feiern wir seinen ersten Geburtstag.«

Billy hatte immer gerne seinen Geburtstag gefeiert. Einmal im Jahr stand er im Mittelpunkt des Interesses. Den Rest des Jahres beachtete man ihn kaum. Er hatte keine Freunde. Keine Familie. Niemanden. Er hatte nur diesen einen Tag, den er jedes Jahr in einem Restaurant verbrachte, wo die Kellner für ihn sangen, ein Geiger spielte und der Koch ihm persönlich einen Kuchen backte und alle für ihn applaudierten. Diesen einen Moment, einmal im Jahr, genoss er mehr, als alle Tage, Stunden, Minuten und Sekunden seines restlichen Lebens. Und dann hatte er vom Orden der Reinkarnierten erfahren, wo man jeden Tag Geburtstag hat. Er konnte sein Glück immer noch nicht fassen, dass er in diesen elitären Kreis aufgenommen wurde.

Ein großes Buffet wurde von Männern in grauen Kutten hereingebracht und auf der langen Tafel bereitgestellt. Jemand setzte Billy eine Krone auf.

»In seinem ersten Leben war Billy ein großer Herrscher. Ein König. Er regierte mit eiserner Hand und es gab immer reichlich zu Essen.« Natalem machte eine Pause. »Und natürlich Kuchen!«, rief er feierlich.

Ein mehrstöckiger Kuchen wurde aufgetischt. Das erste Stück wurde Billy auf einem silbernen Teller serviert.

»Greift zu«, befahl Natalem.

Die Mitglieder des Ordens griffen zu.

Tag 2

Das Essen des Vortages lag Billy noch im Magen. Er hatte eindeutig zu oft zugegriffen. Aber es war sein Geburtstag und er war gespannt, was man heute für ihn bereitstellen würde.

Natalem nahm seine Pose vor dem Altar ein und kämpfte mit Partes um die Schriftrolle. Der alte Mann war keine Kämpfernatur und ließ sich das Pergament leicht entreißen.

»Heute feiern wir Billys zweiten Geburtstag. Den Zweiten von vielen, die noch folgen werden. Die Planungen für alle Geburtstagsfeiern sind in vollem Gange und jeden Tag wird Billy eine große Überraschung erleben.« Natalem beugte sich zu Partes hinüber. »Wir haben doch kein Schaltjahr oder? Nein? Sehr gut. Das bringt immer die Planungen durcheinander.« Er schaute auf das Pergament in seiner Hand. »In seinem zweiten Leben war Billy ein Bäcker. Jeden Tag backte er frisches Brot und Brötchen und Croissants. Was? Partes meint, damals gab es noch keine Croissants, aber ich liebe Croissants, also bleiben sie gefälligst auf dem Tisch.«

Auf besagtem Tisch standen Körbe voller Backwaren, die für jeden Geschmack etwas zu bieten hatten.

»Und natürlich backte er auch Kuchen!«, rief Natalem feierlich.

Ein Kuchen wurde vor Billy abgestellt. Erdbeere. Billy mochte Erdbeeren. Er schnappte sich das erste Stück.

Tag 42

Billy konnte keinen Kuchen mehr sehen. Er hatte das Gefühl, jede Kuchenvariante mit allen Früchten der Erde bereits mehrmals genossen zu haben. Bananenkuchen für sein Leben als Bananenpflücker. Kirschtorte für sein Leben als Hofnarr, die ihm direkt ins Gesicht gedrückt worden war. Vielleicht war die Idee, jeden Tag Geburtstag zu feiern, doch nicht so berauschend, wie er es sich vorgestellt hatte. Er brauchte eine Kuchenpause.

Natamel las: »Es tut mir leid, aber heute wird nicht groß gefeiert. In seinem Leben als Bettler hatte Billy nichts zu feiern. Er saß täglich mit seiner Blechdose in der Fußgängerzone und wurde von den Passanten angespuckt.«

Billy atmete erleichtert aus. Kein Kuchen. Eine willkommene Pause. Die Mitglieder des Ordens standen auf und stellten sich in einer Reihe auf. Natamel schritt zu Billys Stuhl und schaute ihn an. Er machte komische Bewegungen mit seinem Mund und spuckte Billy ins Gesicht. Die Mitglieder des Ordens folgten seinem Beispiel und bespuckten Billy der Reihe nach. Als das letzte Mitglied ihn angespuckt hatte, war Billys Kleidung triefnass. Angeekelt verließ er den Saal, um sich umzuziehen.

Tag 99

Pure Vorfreude auf jeden anstehenden Geburtstag war Zweifel gewichen. Die letzten Wochen waren eine Mischung aus prunkvollen Festen und qualvollen Erniedrigungen gewesen. Für sein Leben als Bauer hatte Billy einen Kartoffelkuchen bekommen. Sein Leben als Lama führte zu einer erneuten Spucksalve der Ordensmitglieder. An sein Leben als Sittenstrolch wollte er lieber nicht zurückdenken. Nervös schaute Billy zum Altar, wo Natamel und Partes ihr übliches Schriftrollenüberreichungsritual vollzogen. Partes hatte wie üblich das Nachsehen.

»In seinem Leben als streunender Straßenköter hatte Billy selten eine schöne Zeit«, begann Natamel.

Billy vergrub das Gesicht in den Händen. Das konnte nicht gut enden.

»Aber es gab auch gute Tage, wenn ihm der Besitzer eines Restaurants die Essensreste der Gäste überließ. Deshalb gibt es heute Resteessen von gestern.«

Erleichterung. Gestern hatte es Suppe für sein Leben als Suppenkasper gegeben. Billy erinnerte sich, dass er infrage gestellt hatte, ob es sowas wie einen Suppenkasper überhaupt jemals gegeben hatte. Ihn beschlich das Gefühl, dass Natamel sich das alles nur ausgedacht hatte. Vielleicht war er bei seinen Recherchen auf eine Lücke gestoßen und hatte sich etwas einfallen lassen müssen. Billy war froh, dass er sich für Suppe entschieden hatte und nicht für eine qualvolle Bestrafung für einen von negativen Eindrücken geprägten Lebenszyklus.

Partes schlich an Billys Stuhl heran. Im Vorbeigehen flüsterte er etwas, das klang wie »Flieh, solange du noch kannst.«

Billy fand Partes in den Pferdeställen außerhalb des Tempels. Der alte Mann kroch auf dem Boden herum und wühlte im Stroh.

»Was wolltest du mir vorhin sagen?«, fragte Billy.

Partes schreckte hoch. »Du kannst mich doch nicht so erschrecken, du Idiot.« Der alte Mann mühte sich auf die Beine. Sein weißes Haar hing ihm im Gesicht. »Ich habe ein altes Herz. Da kann jeder Schreck der letzte sein.«

»Tut mir leid.« Billy schaute sich in dem Stall um. Bisher war er nicht hier gewesen. Die Mitglieder des Ordens ritten selten aus. Es war ein gewöhnlicher Stall mit Pferden darin, die ruhig ihren Hafer fraßen. »Also, was hast du vorhin gesagt?«

»Dass du abhauen sollst.«

»Warum? Willst du mich etwa loswerden?«

»Nein, ich will dir helfen. Schau dir diese Irren doch mal an. Glaubst du etwa wirklich, dass der ganze Quatsch mit der Reinkarnation wahr ist?«

»Warum sollten sie so etwas erfinden?«

»Na, weil sie irre sind.«

»Das glaube ich nicht. Sie feiern einfach gerne Geburtstag. So wie ich.«

»Meine Fresse, bist du naiv, Junge.« Partes schüttelte den Kopf und kniete sich auf den Boden, um weiter im Stroh herumzuwühlen. »Aber sag hinterher nicht, ich hätte dich nicht gewarnt. Das Schlimmste hast du noch vor dir.«

»Warum bist du hier, wenn du sie für irre hältst?«

»Ich war immer hier. Für mich ist es zu spät. Aber du hast dein ganzes Leben noch vor dir. Vorausgesetzt, du haust ab.«

Billy dachte darüber nach. Ja, die letzten Tage waren seltsam gewesen und nicht jeder Geburtstag war eine fröhliche Erfahrung gewesen. Aber im Orden wussten sie, wie man richtig Geburtstag feiert, wenn es dem Lebenszyklus entsprach.

»Ich denke, ich werde bleiben.«

»Es ist deine Beerdigung.«

»Was machst du da eigentlich?«

»Ich suche Pferdeäpfel.«

»Pferdeäpfel? Wofür?«

»Für dich. Morgen feiern wir deinen Geburtstag als Schmeißfliege.«

Tag 173

Billy kotzte neben sein Bett. Die letzten Tage waren nicht gerade von Festmahlen geprägt gewesen. Sein Magen hatte entschieden, sich gegen die Verdauung der widerlichen Nahrung für Aasgeier, Spinne, Ameise und Mistkäfer zu wehren und sie durch die Speiseröhre zurückzuschicken. Der Gedanke, dass Partes mit seiner Meinung über den Orden nicht ganz im Unrecht gewesen war, rauschte für einen Moment durch Billys Kopf. Er wischte den Gedanken und das Erbrochene an seinem Mund weg. In eine Decke gewickelt torkelte er zum Saal, um seinen Geburtstag zu feiern.

Tag 364

Billy setzte sich vorsichtig auf seinen Stuhl. Die Berührung der Lehne ließ ihn direkt wieder aufstehen. Die Striemen auf seinem Rücken schmerzten. Sein Geburtstag als Sklaventreiber war der absolute Tiefpunkt in einer Reihe von Tiefpunkten gewesen. Seit fast 200 Tagen hatte es keinen Kuchen mehr gegeben. Dafür gab es unendliche Qualen. Billy hatte vor einigen Monaten begonnen, die Tage herunterzuzählen, bis er diese Tortur hinter sich gebracht hatte. Nur noch 2 Tage standen ihm bevor.

Natalem nahm seine gewohnte Position vor dem Altar ein. Nach dem bekannten Zweikampf um die Schriftrolle las er: »Heute ist der letzte Tag der Überraschungen für Billy. Morgen erreichen wir seinen aktuellen Lebenszyklus und es wird ein großes Fest geben, bei dem es an nichts mangeln wird.« Die Anwesenden jubelten. »Aber heute betrachten wir das letzte Leben, das Billy beendet hat. In seinem Leben als Kannibale gab es weder Kuchen noch Obst noch Gemüse. Billy ernährte sich ausschließlich von Menschenfleisch.«

Billy hatte ein flaues Gefühl im Magen. Er musste sich zusammenreißen, um nicht jetzt schon auf den Tisch vor sich zu kotzen.

»Leider haben wir niemanden gefunden, der freiwillig ein Körperteil zur Verfügung stellen will. Also Billy, du musst dir selbst aushelfen.« Natalem zückte ein scharfes Messer. Die Klinge leuchtete im Kerzenlicht. »Und deinen eigenen Arm essen.«

Natalem schritt feierlich mit dem Messer in der Hand zum Tisch und überreichte Billy die Klinge.

»Hier ist nicht zufällig jemand Arzt?«, fragte Billy.

»Nicht in diesem Leben«, sagte Natalem.

Billy schluckte. Im nächsten Leben würde er keinem Orden beitreten. Er setzte zum Schnitt an …

Blogparade: Impro-Geschichte

Die singende Lehrerin ist ja die inoffizielle, aber von allen anerkannte, Königin der Blogparaden. Da überrascht es schon beinahe, wenn man von ihr für eine Blogparade nominiert wird, die gar nicht direkt von ihr erdacht wurde. Original stammt die Idee nämlich von Isabelle, die offensichtlich aus Hamburg kommt und für eine unfassbar dramatische Stadt hält. Oder so ähnlich. Was weiß ich. Ich war nie in Hamburg. Aber ich mag auch keinen Fisch, also wäre das wohl eh nicht der richtige Ort für mich, mit all den Fischen und Fischmärkten und Fischmarktschreiern. Andererseits ist es nie verkehrt, etwas über Dramaturgie zu lernen, also sollte ich vielleicht doch mal nach Hamburg fahren. Aber erst im Sommer. Jetzt ist das Wetter da bestimmt scheiße. Also noch beschissener als hier. Apropos hier … wo war ich? Ach ja, Blogparade. Also, es geht um Folgendes:

Eine spontane Geschichte soll geschrieben werden. Ohne groß drüber nachzudenken. Ohne hinterher zu editieren. Und mit 3 vorgegebenen Wörtern.

Da ich im Prinzip sowieso nie anders an irgendeine Geschichte herangehe und mich die singende Lehrerin für einen „begnadeten Schreiber“ hält – vielen Dank dafür – werde ich mich der Herausforderung natürlich stellen.

Die vorgegebenen Wörter sind:

Raumschiff

Mütze

Klingone

Bevor hier jetzt jemand irgendwelche Fan-Fiction erwartet, direkt mal eine Klarstellung: Ich bin kein Trekkie und habe absolut keine Ahnung von dem Universum. Deshalb wird das hier … irgendwas, aber sicher keine Fan-Fiction. Mal davon abgesehen, dass ich Fan-Fiction ohnehin nichts abgewinnen kann. Wir wollen ja nicht vergessen, dass das Grauen namens „50 Shades of Grey“ als Fan-Fiction begann. Wenn uns das eine Sache gelehrt hat, dann: Nix Gutes entsteht aus Fan-Fiction.

 

Laute Schritte hallten von den Wänden in den Gängen der USS Entemitreis wieder. Es handelte sich um ein asiatisches Rationsbeförderungsschiff. Captain Wok stand auf der Brücke und schaute in die weiten des Alls. Unfassbar, wie groß das Universum war. Wie viele Enten mochte es darin geben, die man wunderbar zu einem Drei-Gänge-Menü verarbeiten konnte? Wie viele Reisfelder mochte es auf den unzähligen Planeten geben? Eine Weltraumente schwebte quakend vorbei. Natürlich hörte Wok das Quaken nicht. Im Weltraum hört dich niemand quaken. Was Wok hörte, waren die Schritte, die lauter wurden. Es war ziemlich offensichtlich, dass eine Horde von Weltallpiraten hinter seiner Ladung her war. Die Ladung von asiatischen Rationsbeförderungsschiffen war äußerst beliebt bei den Freibeutern der sieben Weltalle. Reis, Ente und Glückskekse konnte nun mal niemand abschlagen. Wok setzte sich seine rote Mütze auf. Diese Mütze hatte ihm immer Glück gebracht, wenn sein Schiff von Piraten überfallen wurde. Nicht ein einziges Mal war er getötet worden. Er stufte das als Erfolg ein. Seine Besatzung hatte nicht immer so viel Glück gehabt, aber ein paar Verluste musste man immer einplanen, wenn man der Kapitän eines so großen Rationsbeförderungsschiffes war.

Die Tür schwang auf. Früher hatten Piraten gerne die Tür zur Brücke eines Schiffs aufgetreten, um einen besonderen Eindruck zu vermitteln, wenn sie die Brücke stürmten und mindestens drei Unschuldigen die Kehle aufschlitzten. Sie waren äußerst verärgert gewesen, als automatische Schiebetüren auf allen Schiffen installiert worden waren. Kapitän Klingon von den Klingonen war der „verärgerteste Pirat“, wie er immer von sich selbst behauptete. So sah er auch aus, als er die Brücke betrat und mit den Fingern auf drei Unschuldige deutete, die von seinen Klingonenpiraten die Kehle aufgeschlitzt bekamen. Kapitän Klingons Laune schien sich durch das unnötige Blutvergießen etwas zu verbessern.

Das konnte man von Kapitän Woks Laune nicht behaupten. Die asiatische Handelsföderation hatte ihm recht klar zu verstehen gegeben, dass er die Verluste möglichst gering halten sollte, schließlich habe man keinen unendlichen Vorrat an nutzlos rumstehenden Typen in roten Hemden. Wok zog seinen Säbel. Klingon zog sein Sturmgewehr. Woks Besatzungsmitglieder mit intakter Kehle zogen ihre Kampfstöcke, Nunchakus und Essstäbchen. Jede Waffe war erlaubt im Kampf mit den Klingonen. Die zogen ihre Sturmgewehre und eröffneten das Feuer auf ein Handzeichen von Kapitän Klingon hin.

Wok und alle Besatzungsmitglieder sprangen hinter Konsolen in Sicherheit, die glücklicherweise nutzlos genug waren, um das Schiff nicht direkt auf einem fremden Planeten abstürzen zu lassen. Schwarzer Rauch stieg aus den zerschossenen Konsolen auf. Die Feuersalven hörten auf. Wok schaute vorsichtig um die Ecke zu Kapitän Klingon der nicht viel tat außer böse zu gucken und seinen Bart zu streicheln. Wok schaute zu einer Gruppe Besatzungsmitglieder hinüber und gab ihnen ein Zeichen mit der Hand. Die Besatzungsmitglieder schauten ihn verwirrt an. Wok wedelte mit der Hand und machte Zeichen mit den Fingern. Die Besatzungsmitglieder lachten. Wok seufzte. Nie wieder würde er mit einer Besatzung losziehen, die keine Kampfausbildung hatte. Oder er würde ihnen zumindest vorher ein paar Handzeichen beibringen. Er musste die Klingonen wohl im Alleingang besiegen. Wok schlich um die brennenden Konsolen herum, nutzte den aufsteigenden schwarzen Rauch, die flackernden Flammen und böse guckende und nicht auf ihre Umgebung achtende Klingonen als Deckung. Er erreichte den Rücken von Kapitän Klingon.  Wok hob den Säbel. Er ließ ihn wieder sinken. Er war kein Mörder. Er war nur ein ehemaliger Koch, der einmal ins All fliegen wollte. Wie jeder Koch hatte er natürlich eine gute Ausbildung in allen möglichen Kampfkünsten erfahren, damit er Tiere besser zerschnetzeln und zubereiten konnte. Nur wenige Leute wussten, wie Karate bei der Zubereitung von Kugelfisch helfen konnte. Wok entschied sich für Plan B. Er nahm die Mütze ab sprang hoch und stülpte die Mütze über den Kopf von Kapitän Klingon. Der Kapitän stolperte blind herum und brüllte: „Aaaaaahhhhrrrrrggggghhhh … meine Baumwollallergie!“ Alle Waffen wurden auf Kapitän Wok gerichtet. Der stellte sich neben Kapitän Klingon, der jammerte, dass er die ganze Woche Ausschlag auf seiner Stirn haben würde, was sich gar nicht mit seinem Knochenmuster vertrug.

„Ich nehme dir die Mütze ab, wenn ihr versprecht zu gehen.“

„Also gut, aber nimm die Mütze ab!“

Wok nahm Klingon die Mütze ab. „Bitte“, sagte er und setzte sich die Mütze auf.

Klingon kratzte sich im Gesicht und verwuschelte seinen Bart. Er guckte böse. „Das werde ich mir merken. Glaub ja nicht, dass es vorbei ist, Wok. Wir kommen wieder.“ Klingon machte ein Handzeichen und die Klingonen verließen die Brücke durch die Schiebetür. „Verdammte Türen“, grummelte Klingon und verschwand hinter der Schiebetür.

Wok steckte seinen Säbel weg. Er setzte seine Mütze ab. Wieder einen Tag überlebt. Es war ein guter Tag. Er ließ die Leichen durch die Luftschleuse ins All schießen und schaute zu, wie eine Weltallente sie verschluckte. Natürlich hörte Wok das Schlucken nicht. Im Weltall hört dich niemand schlucken.

 

So und jetzt seid ihr dran. Denn laut den Regeln, an die ich mich selbstverstädnlich immer halte in allen Lebenslagen, geben vor, dass ich jetzt auch drei Wörter nennen darf, mit denen dann von mir Nominierte Blogger eine spontane Geschichte hinklatschen müssen.

Man, es ist so schwierig. So viele Möglichkeiten für kompletten Schwachsinn. Mal sehen …

Hier meine drei Wörter:

1. Ein Schloss

2. Ein Teller Spaghetti

3. Ein Rudel Wölfe

Und eine Geschichte schreiben müssen dürfen:

Offen schreiben – Denn Jette schreibt sehr gerne und bloggt täglich. Damit hat sie ganz schnell einen Blogbeitrag fertig.

Michaela schreibt – Denn Michaela schreibt nun mal und darum geht es hier nun mal.

Terrence Horn – Damit auch ein Mann vertreten ist. Außerdem will ich wissen, ob er für so einen Spaß zu haben ist und was er spontan aus dem Quatsch macht, den ich vorgegeben habe.

Wer sonst noch Lust hat, darf die Sache natürlich gerne mitmachen. Bitte verlinkt eure fertigen Beiträge hier in den Kommentaren und bei Isabelle im Ursprungsartikel.

Mehr gibts nicht zu sagen. Ich glaube, ich muss noch ne Deadline hinklatschen. Da die bei allen anderen wohl 2 Wochen betrug, übernehme ich das mal und gebe Zeit bis zum 02.12.2016 um eine Geschichte so spontan wie möglich aus den Begriffen zu machen. Viel Spaß.