Wenn die Technik versagt

Da bin ich also wieder. Nachdem die Festplatte meines Laptops die Grätsche gemacht hatte, war ich leider gezwungen eine kleine Blogpause einzulegen.
Es ist schon bemerkenswert,wie sehr man (ich) mittlerweile von technischem Firlefanz abhängig ist.
Als der Laptop abkaspert ist mein erster Gedanke: „Wie kriege ich es jetzt hin meine Dokumente weiter zu bearbeiten?“ Also grübele ich darüber nach, wie ich meine Dokumente – die nebenbei, wie sich das gehört, auf einer externen Festplatte, einem USB-Stick und in einer Online-Cloud gespeichert sind, damit nichts verloren geht – auf anderen Geräten weiterverwenden könnte. Als absolute Technikkatastrophe, die ich nun mal bin, scheitert der Versuch eine Office-Variante aufs Handy zu kriegen schon im Ansatz. Aber auch nicht weiter schlimm. Auf dem kleinen Handydisplay rumzutippen nervt ohnehin tierisch. Da auch nur eine Kurzgeschichte bestehend aus 3 Sätzen zu schreiben ist eine absolute Qual.
Also lieber eine Nummer größer wählen und es auf dem Kindle versuchen. Uh, die Online-Cloud kann ich sogar verwenden, ohne dass mir das Kindle einen Strich durch die Rechnung macht. Und das will wirklich was bedeuten. So gerne ich das Teil auch hin und wieder nutze, es kann einen auch einfach zur Verzweiflung bringen, wenn man mal wieder die simpelsten Apps nicht findet – ich gehe besser nicht darauf ein,wie lange es gedauert hat einen alternativen Internetbrowser auf das Teil zu kriegen. Nach etwas Gefuckel bin ich dann sogar so weit und kann tatsächlich auf dem Ding schreiben. Und ich merke:“Wow, das geht gar nicht mal so gut.“ Ich brauche einfach meine Tastatur, um wirklich voran zu kommen. Diese digitalen Dinger sind einfach nicht das Gleiche. Und am schlimmsten ist die Autokorrektur. Die korrigiert einfach jedes Wort. Beispiel gefällig? Aus dem geplanten Satz „Burg Lebingen stand wie üblich felsenfest auf einem Felsen und ließ sich die Sonne auf die alten Mauern scheinen“wird da schnell „Birgit Lesungen Stand wie üblicherweise felsenfesten auf einem Felsen uns Lied sich sie Sonne auf sie Alten Museen Scheiben“. Vielleicht eine ganz lustige Sache um neue kreative Ideen zu entwickeln,aber nicht gerade förderlich, wenn man sinnvolle Sätze schreiben will.
Da mir die Optionen ausgehen, greife ich also auf das letzte Mittel zurück, dass es mir ermöglicht doch noch ein paar meiner Gedanken zu verewigen. Ich nutze: Stift und Papier! Unfassbar nicht wahr? Und doch so offensichtlich. Wahrscheinlich bin ich einfach so sehr von der vorhandenen Technik beeinflusst, dass es mir gar nicht so recht in den Sinn kommt, diese offensichtliche Methode zu nutzen. Klar, ich kritzel gerne mal einen Gedanken schnell auf einen Zettel, oder „brainstorme“ in einem Block rum, aber eine ganze Geschichte auf Papier schreiben? Nee, der Gedanke kommt mir nicht so recht in den Sinn.
Nun ja, ich gebe zu, ein bisschen schwirrte im Hinterkopf auch einfach das Problem rum, dass man alles dann hinterher noch mal in den Computer abtippen muss. Klingt nicht unbedingt nach großem Spaß. Deshalb werde ich wohl auch nicht unbedingt ganze Geschichten auf Papier verewigen. Aber zum Planen -wenn man das bei mir überhaupt so nennen kann, schließlich schreibe ich am liebsten einfach drauf los – ist es äußerst brauchbar.
Ich werde jedenfalls in Zukunft öfter mal wieder etwas „back to the roots“ gehen, die Rettung des Regenwaldes ignorieren und auf ganz normalem Papier rumkritzeln.

Wie macht ihr das? Schreibt ihr lieber auf Papier oder auf dem Bildschirm? Und wie schnell stellt sich bei euch ein Krampf in der Hand ein, wenn ihr einen Stift haltet?